Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

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purplediamond
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von purplediamond »

Och manno, jetzt ist meine lange Antwort weg!!!!!! *grummel* Weiß gar nicht, auf welche Taste ich fälschlicherweise gedrückt habe...
Ich muss jetzt heute Abend alles nochmal schreiben, NACH dem Elternabend... dauert also jetzt noch was. Sorry.
Danke für all eure lieben Antworten!!!
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purplediamond
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von purplediamond »

June hat geschrieben:Das ist echt lieb von Dir, danke! Ich frage mich durchaus schon jetzt, welche Informationen ich ihr wann geben kann und was zu viel für sie ist, wenn sie anfängt zu fragen. Den wahren Trennungsgrund will ich ihr nicht sagen, das geht definitiv zu weit für ein kleines Kind. Später, wenn sie das verstehen und werten kann, soll sie es aber durchaus wissen. Aber dann muss sie auch alt genug sein um zu begreifen, dass diese Dinge mir passiert sind und daher mein Verhältnis zu ihrem Vater schwer belastet ist. Aber das ist nicht ihr Päckchen. Ja, ist schwer, ich weiß nicht, wie das werden wird. Ich kann für mich nichts Positives mehr über diesen Menschen sagen. Aber ich will und kann ihn ihr gegenüber ja auch nicht schlechtreden... Kompliziert isses.
Hab gerade Lust, mit dir einen Kaffee zu trinken ;). Kenne deine Gefühlslage soo gut! Ich bin bis jetzt damit gut gefahren, wirklich nur DIE Frage möglichst kurz zu beantworten, die Jonael mir stellt und dann erst mal zu horchen, ob er damit zufrieden ist. So kann ich mir die Wahrheit "brockenweise" zurecht legen. Und - Galgenhumor - mit den richtigen Nachbarn kann sogar ein Dreijähriger schon wissen, was ein Alkoholiker ist - wir haben da so ein Exemplar :(.
Du hast jedweden Respekt vor ihm verloren; das ist klar. Aber ich würde mir aufschreiben, in welche Dinge du dich damals verliebt hast und was an seinem "Grunderbgut" du schätzst. Geht ja nicht nur um Charakter, sondern auch um oberflächlichere Dinge, die man anführen kann. Jonis Vater sieht auf jeden Fall schon mal gut aus, hat im Gegensatz zu mir eine fast makellose Haut, ist groß (während bei uns auch die Männer über 1,70 schwer rauskommen), somit habe ich schon mal ein paar Dinge, die ich positiv erwähnen kann. Hast du irgendeine Vorstellung davon, wie dein Exfreund wäre, wenn er nicht soviel blödes Zeug in sich reinschütten würde oder wie er vorher war? Was auch immer ihn dazu gemacht hat, ich würde versuchen mich an dem Bild festzuhalten, wie er als "gesunder" Mensch war. Das sagen einem Ärzte ja auch immer bei Alzheimer-Patienten, die völlig durchdrehen.

Ich wünsch dir die richtigen Worte und viel Kraft, den Schmerz deiner Tochter zuzulassen und auszuhalten. Denn das ist das einzige, was wir als Mütter machen können. Wir können so stabil sein und "unser Päckchen" so gut geschnürt und vom "Päckchen des Kindes" getrennt haben, dass das Kind einen Ansprechpartner hat, mit dem es reden und seine Ängste, Wut und Trauer zulassen kann, ohne die Befürchtung zu haben, dass es uns dann wieder schlechter geht.
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purplediamond
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von purplediamond »

juhle hat geschrieben:Es gab hier vor einer Weile eine ganz fürchterliche Krise beim Großen wegen seinem Vater, weil er nicht verstehen konnte, wieso der nicht da ist. Er hat es auf sich bezogen und wollte ihm schreiben, was er alles schon kann, damit er stolz und neugierig werden sollte auf seinen Sohn. :( Das tat schrecklich weh. Ich habe dem KV Briefe geschrieben, dass er sich doch bitte besinnen soll und seinen Jungs wenigstens das Gefühl geben soll, dass sie wichtig sind. Vielleicht wenigstens einen Brief schreiben, dass er so schwer beschäftigt ist, dass er sich nicht kümmern kann, und habe ihm angeboten, dass ich mich auch gern um den Rest kümmere, nur so viel Entgegenkommen brauchte ich dafür.
Er hat dem Großen dann einen Brief geschrieben, und ihm versprochen, bei der Einschulung dabei zu sein. Und mein Großer war für ein paar Momente der glücklichste Typ der Welt. Und der Tag der Einschulung kam und das Handy war aus. Und er kam nicht. Und mein Großer erwähnte ihn mit keinem Wort. Irgendwann sagte er dann, dass er sowieso nicht daran glaubt, dass der kommt. :cry: Seitdem hatte er ganz lange nicht mehr von ihm gesprochen und wurde nur zusehens unglücklicher. Ich habe dann mit ihm gesprochen und ihm viel von seinem Vater erzählt. Wo wir uns kennengelernt hatten und weshalb ich ihn so gern mochte und was er für besondere Fähigkeiten hat - und mein Großer hat sich immer damit verglichen, das Bedürfnis sich mit ihm zu identifizieren.. es hat ihm soooooo gut getan. Ich habe ihm auch erzählt, dass sein Vater aber auch sehr viel Unfug macht und nicht zuverlässig ist, weil er viel an sich selbst denkt und gar nicht gern an andere. Die große Erleichterung bei meinem Sohn war aber letzten Endes, wenn er auch sehr traurig war, dass sein Vater nicht speziell bei ihm so unzuverlässig ist sondern auch bei anderen Menschen seines Umfeldes.
Ich habe ihm erklärt, dass es eben solche und solche menschen gibt, so wie die Oma nicht nur immer mit mir herumzankt sondern mit allen Leuten, so ist sein Vater einfach allen Leuten gegenüber gleichermaßen unzuverlässig und egoistisch.
Das fand er seeeeehr tröstlich. Und ich habe ihm auch gesagt, dass ich sehe, dass er überlegt, ob vielleicht etwas mit ihm nicht stimmt, weshalb sein Vater nicht zu ihm kommt. Naja, jedenfalls... Gespräche darüber sind wichtig. Und dem Kind immer wieder mitteilen, dass es keine Schuld trägt. Gefühle ernstnehmen und den Papa so wenig wie möglich schlecht machen. Sondern neutral bis freundschaftlich abhandeln.
Das, was du erzählst, über die zerschlagenen Hoffnungen deines Sohnes, tut mir in der Seele weh. Ich finde es so schlimm, dass es immer wieder so Situationen gibt, wo manche Männer sich einfach rausschleichen und nicht wissen, was sie damit anrichten. Ich weiß noch, wie ich Jonaels Vater ganz lieb und sachlich vor knapp 2 Jahren gebeten habe, sich Gedanken zu machen, wie der Kontakt zu uns aussehen soll. Er hatte
eigentlich am Anfang vorgehabt, uns wenigstens einmal im Monat für ca. 2h zu besuchen. Dann hat er sich aber ein halbes Jahr nicht mehr gemeldet; nicht mal zu Jonaels erstem Geburtstag kam eine Meldung (klar, war das damals Jonael noch egal, aber mir nicht). Mir ging es so schlecht, dass ich überlegt habe, was ich brauche, damit ich nicht so darunter leide und ich habe ihm ruhig, aber ernst gesagt, dass ca. einmal im Monat für mich das absolute Minimum ist, weil ich für mich und später für Jonael eine Verlässlichkeit brauche. Er hat sich dann das erste Mal bei unseren Besuchskontakten Jonael zugewendet, wir hatten einen wirklich schönen Nachmittag, er schrieb mir hinterher noch eine SMS, wie schön er es mit uns gefunden habe, und dass er über alles nachdenken würde und schon eine Lösung finden würde, und seitdem habe ich nie wieder etwas von ihm gehört. Dass er nicht mal den Mut hatte, mir diese Entscheidung, mitzuteilen, nehme ich ihm besonders übel.

Ich finde es sehr schön, wie du versucht hast, deinem Sohn etwas Schmerz zu nehmen, indem du ihm viel gutes von früher erzählst und dass du ihm damit helfen konntest, dass er sehen konnte, dass er nicht nur zu ihm so blöd ist. Ich weiß auch noch nicht, ob ich - wenn Jonael vehement nach seinem Vater fragt oder später zu ihm Kontakt aufnehmen möchte (so wie du das bei deinem ja auch beschreibst, um zu beweisen, dass man "gut" ist) - das möglich machen soll und ihn "ins Messer laufen" lassen soll oder ob es besser ist, wenn ich den Kontakt bis zu einem gewissen Alter verhindere. Denn Jonaels Vater ist leider sonst zu allen toll und ist auch nach wie vor ein toller Mann, macht vieles richtig, lebt ein gutes, solides Leben, nur Jonael findet er blöd. Er will keine Kinder und er will kein Vater sein. Hm... :cry:
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von purplediamond »

Iiih, das ist kein Zitat geworden, weil ich die Anfangszeichen weg gemacht habe.
Das ging an dich -
JUHLE!!!!! :)
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von purplediamond »

ChaiLatte hat geschrieben:Ich denke, dass es wichtig ist nicht allzu negativ über den Vater zu sprechen. Auch wenn es schwerfällt. Kinder sind nunmal halb von Mama und halb von Papa und identifizieren sich stark über sie. Wenn Papa dann negativ beschrieben wird, beziehen sie das auf sich selbst.
Für Kinder ist es furchtbar, wenn der eigene Vater kein Interesse zeigt. Sie denken oft, dass es an ihnen liegt.
Eine Möglichkeit wäre den Kontakt zum Jugendamt aufzunehmen. Jedes Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen und beide Elternteile sind zum Umgang mit dem Kind berechtigt und verpflichtet. Liegt eine Gefahr für das Kind vor (weil der Vater agressiv gegenüber dem Kind ist, alkohol-/drogenabhängig etc.) dann kann das Familiengericht einen begleiteten Umgang beschliessen, bei dem eine Fachkraft (meist Psychologen oder Sozialpädagogen) dabei sind um sicherzustellen, dass der Vater in der Umgangszeit nüchtern ist etc. Davor können die Etern einzelnd und dann gemeinsam in Gesprächen mit der Fachkraft ihre Wünsche und Ängste besprechen. Ist ja auch wichtig, dass die Mutter das Kind mit einem guten Gefühl in den Umgang schicken kann. Hat sie Bedenken, wird sie diese wahrscheinlich auf das Kind übertragen...
Vielleicht guckst du dich mal nach einer Beratungsstelle für Trennung und Umgangsregelungen um oder fragst beim Jugendamt nach? Erziehungsberatungsstellen sind da auch eine gute Anlaufstelle.
Hm, ich halte nichts davon den Vater zum Kontakt mit seinem Kind zu zwingen, wenn er das partout nicht will. Was soll ein Kind davon haben, wenn sein Vater die Zeit nur absitzt und sich ihm nicht zuwendet? Außerdem würde ich dann immer die Hoffnung haben, dass er ihn doch noch liebgewinnt und es ist einfacher, seit ich diese Hoffnung aufgegeben habe. Er würde ihn eh niemals regelmäßig abholen oder hier Zeit mit ihm zu bringen; dafür ist er viel zu "busy". Einmal im Monat für 2h war für ihn angeblich schon nicht machbar, dabei wohnt er nur 30km entfernt und ich hätte ihn auch dorthin gebracht. Ich bin ihm wirklich mit allem entgegen gekommen.

Da weiß ich auch nicht, wie mir eine Erziehungsberatungsstelle helfen soll, denn ich habe meinen Standpunkt sehr klar. Ich finde den Kontakt zum Vater so wichtig, dass ich dafür meine persönlichen Bedürfnisse hintenanstellen würde, wenn Jonaels Vater nur IRGENDEIN Interesse zeigen würde.
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von Talgaro »

Meines Wissens besteht Umgangsrecht - aber keine Pflicht.
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von minamarie »

doch theoretisch steht in den urteilen stets- hat das recht und die pflicht usw.. auch die gesetzestexte sprechen von der pflicht der eltern und dem recht des kindes von beiden elternteilen pflege und erziehung zu erhalten. es ist so schade das so selten mutter UND vater den umgang wollen und entgegenkommend sind.. auch das leid vieler väter die nichts wollen als am leben ihres kindes teilhaben (und das der kinder in dem fall) ist nicht geringer :(
ich wünsche niemandem was ihr durchmacht aber nehmt es nicht zynisch das manche sich fast wünschen würden das thema wäre vom tisch und das kind wäre immerhin nicht in ständigem kriegsfeuer.. man kann nur allen kindern beide eltern (zumindest als liebevolle, sorgende eltern) wünschen..
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von Sonnenschein »

Meine Schwester ist auch alleinerziehend mit null Kontakt zum Kindsvater. Sie hat ihrer Tochter einen Brief geschrieben, in dem sie ihr alles erklärt hat, wie es dazu gekommen ist. Und sie dokumentiert glaub ich auch alles, was sie unternommen hat, damit Kontakt besteht. Anfänglich gabs den nämlich sporadisch. Und irgendwann wird sie ihr das mal alles geben und somit vieles erklären können.
Liebe Grüße,

Peggy mit Musikus (*06/2004), Erzählbär (*07/2010) und Schelm (*07/2013)



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"Mut ist, wenn du Angst hast und es trotzdem versuchst."
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von Talgaro »

minamarie hat geschrieben:doch theoretisch steht in den urteilen stets- hat das recht und die pflicht usw.. auch die gesetzestexte sprechen von der pflicht der eltern und dem recht des kindes von beiden elternteilen pflege und erziehung zu erhalten. es ist so schade das so selten mutter UND vater den umgang wollen und entgegenkommend sind.. auch das leid vieler väter die nichts wollen als am leben ihres kindes teilhaben (und das der kinder in dem fall) ist nicht geringer :(
ich wünsche niemandem was ihr durchmacht aber nehmt es nicht zynisch das manche sich fast wünschen würden das thema wäre vom tisch und das kind wäre immerhin nicht in ständigem kriegsfeuer.. man kann nur allen kindern beide eltern (zumindest als liebevolle, sorgende eltern) wünschen..
Ja, es steht drin, aber kann soweit ich weiß nicht umgesetzt werden. Wie auch?
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Re: Alleinerziehend - Kontakt zum Vater?

Beitrag von minamarie »

naja die gerichte sagen dann auch es hat keinen sinn jemanden zu zwingen aber REIN THEORETISCH könnte man das genau wie den Unterhalt zb mit Ordnungsgeldern oder Ordnungshaft ahnden
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