@bienenmeister: Ich habe meine Schwägerin vorher (vor unseren Kindern) auch überhaupt nicht so eingeschätzt. Es war auch nicht das erste Mal, daß ich solche Situationen bei ihr beobachtet habe, aber einen umfassenden Einblick in ihr Leben habe ich aufgrund des seltenen Kontaktes auch nicht, so, daß ich nicht sagen kann, ob das bei ihr Alltag oder eine Ausnahmesituation ist. Ich mag ihren Umgang mit ihrer Familie deshalb nicht werten (genau so, wie ich es mir eigentlich umgekehrt auch wünsche von Leuten, also von ihr, die wenig bis gar keinen Einblick in unser Familienleben haben und deshalb nicht vernünftig urteilen können!).
Mein Mann und ich haben schon besprochen, wie wir mit weiteren Treffen mit seiner Familie umgehen werden. Ich habe direkt danach gesagt, daß ich jetzt erstmal sehr wenig Lust auf weitere Treffen mit (dem kinderhabenden) Teil seiner Familie habe. Ihm geht es ähnlich. Er hat von sich aus direkt am Tag nach dem Besuch bei seinen Eltern angerufen und deutlich gesagt, was er von dieser Aufpasser-Sache hält. Außerdem hat er mitgeteilt, daß wir wirklich gerne bereit sind, uns über unseren Umgang mit unserer Familie auszutauschen, auch darüber zu diskutieren, aber eben nur, wenn es auf Augenhöhe und gleichberechtigt stattfindet. Nicht dieses Lehrer-Schüler-mäßige "Aber ihr müßt...dies ist falsch...das solltet ihr so machen...jenes darf nicht so gemacht werden...".
Richtig brechen mit dem Teil der Familie mag ich nicht, denn eigentlich haben wir ein gutes Verhältnis. Ich selbst habe den Kontakt mit meiner leiblichen Mutter abgebrochen und möchte auch keinesfalls, daß meine Kinder mit ihr Kontakt haben. Wenn ich die Gründe dafür ( unter anderem extrem manipulatives Verhalten, Alkohol- und Medikamentensucht) mit dieser Sache jetzt vergleiche, ist das hier nichts dagegen. Es ist ja "nur" eine Grenzüberschreitung von ihnen (wobei mir gerade auffällt: Warum mißachten gerade Menschen, die so viel Wert auf (künstliche) Grenzen für Kinder legen, unsere persönlichen Grenzen so? Passt doch eigentlich gar nicht zusammen...).
@LaraKessel: Ja, ich mag diese Vergleiche auch ganz und gar nicht. Wobei ich es eigentlich schon interessant finde, verschiedene Kinder zu sehen und festzustellen, oh, der eine kann dies, der andere macht das, aber nicht wertend. Einfach nur das Wahrnehmen der Unterschiede und der Einzigartigkeit jedes einzelnen Kindes. Hmm, irgendwie schwer auszudrücken, was ich meine...ich habe gerade das Bild von einem Blumenstrauß im Kopf. Jede Blume sieht etwas anders aus, aber keine davon ist deshalb besser oder schlechter, sondern einfach so, wie sie ist.
@Himbeere78: Ja, ganz genau. Diese Meilensteine hat meine Tochter bisher ja auch immer erreicht, nur halt meistens etwas später als die meisten anderen Kinder. Warum meinen so viele Leute, das werten zu wollen, warum kann man es nicht einfach annehmen, wie es ist? Außerdem gibt es, wie du ja selbst angedeutet hast, auch Begabungen, die sich erst später zeigen können (musikalisch, tänzerisch...). Aber vielleicht hat meine Tochter auch keine besondere Begabung und ist "nur" durchschnittlich, aber das wäre auch nicht schlimm, ich selbst bin ja auch so langweilig ohne ein besonderes Talent.
Deinem Abschnitt mit dem Fördern stimme ich komplett zu. Auch ich finde diese Kurse nicht von vornherein schlecht, wenn Eltern und Kind das mit Spaß machen, ist es wunderbar. Nur, wenn so etwas gezwungenermaßen besucht wird, um das Kind optimal zu fördern und ja die perfekten Vorraussetzungen für ein erfolgreiches Leben damit zu legen, halte ich nichts mehr davon.
@Talgaro: Ja, wie gesagt, ich weiß, daß sie die Farben an sich kann (und nicht z.B. auswendig gelernt hat, bei welchem Spielzeug sie welche Farbe sagen muß). Sie hat sie mir ja auch einen Tag vor dem Treffen beim Ikea in völlig unbekannter Umgebung von sich aus gezeigt. Und Verwechslungen gibt es auch nicht, nur manchmal unterschiedliche Interpretationen von uns, wenn etwas z.B. nicht klar orange oder rot ist, sondern ein Farbton dazwischen. Ich finde, da muß sie nun wirklich noch nicht abschätzen können, ob in der Farbe nun mehr rot enhalten ist, oder es doch mehr ins orange geht. Mich hat es einfach so geärgert, daß meine Schwägerin meinte, daß es in dem Alter noch viel Zufall ist, wenn die Farben getroffen werden und mir nicht geglaubt hat, daß es kein Zufall ist. Einen kurzen Moment hatte ich den Impuls, mir da im Restaurant irgendetwas Buntes zu suchen und meine Tochter die Farben aufzählen zu lassen, zum Glück habe ich es nicht getan.
@mama2008: Abgegrenzt sind wir aufgrund der großen Entfernung und seltenen Treffen sowieso schon, finde ich. Und wie oben gesagt, mein Mann hat selbst schon deutliche Worte geäußert. Hehe, ja, so einen blöden Spruch hätte ich auch gerne gesagt, ist halt nur doof, wenn man selbst bisher die jüngsten Kinder hat und sich dann selbst blöde Sprüche anhören muß wie den: "warte erstmal, bis deine Kinder in dem Alter sind, dann siehst du schon, was du davon hast/wie es läuft/daß es so wie jetzt nicht mehr geht/...".