Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antun"

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inselkind08
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von inselkind08 »

oh, das finde ich auch interessant...
Liebe Grüsse vom inselkind mit Sohn und 2 *

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Mika01
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von Mika01 »

ich werde mir das buch wohl mal bestellen <=)
Liebe Grüße von Michaela
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Chris-Cross
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von Chris-Cross »

Huhu,

wie weit seid ihr denn aktuell mit dem Buch ?
Ich bin etwa bei der Mitte, wobei ich das Unterkapitel zu ADHS auch gelesen habe.
Was ich gelesen habe, hat mich schon sehr schockiert und traurig gemacht.
Ich kann glauben, dass der Förderunterricht tatsächlich parallel zum regulären Unterricht stattfindet, wie sollen Kinder mit Förderbedarf das je aufholen??
Wem ist damit geholfen? Nur, damit die Selektion funktioniert? Damit es auch genügend Hauptschüler gibt?? :evil:
Es macht mich ehrlich traurig und beängstigt mich auch. :(
Mein Sohn ist Sprachförderkind und wird wahrscheinlich auch auf eine Sprachförderschule kommen oder aber als Fördi in eine integrative Schule (wie aktuell im I-KiGa),
wie wird er das wuppen, wenn man den Kindern keine Chance gibt, in ihrem Tempo zu lernen.. Schon in der vierten Klasse entscheidet sich der spätere Lebensweg...

Heute habe ich mich mit meiner Freundin unterhalten, die mir erstmals von dem Buch erzählte, sie ist selber Mutter und angehnde Pädagogin (Sonderschule, Schwerpunkt Hörschädigung), sie hat sich nun tatsächlich dagegen entschieden, Lehrerin zu werden, weil ihr das System einfach nicht gefällt.

Welchen Weg kann man denn gehen? Wie kann man das alles ändern?
Mein Idealbild wäre eine Grundschule, die statt vier sechs Jahre lang unterrichtet, und dann eine Gesamtschule bis zur Klasse zehn. So haben die Kidner genug Zeit, sich zu entwickeln und die Weichen werden nicht zu früh in die falsche Richtung gestellt..

Hach,.. schwer das alles....
Liebe Grüße von Christine mit Winterkind ( 01/08 )Bild und Winterkleinkind ( 02/14 ) Bild

Niemand weiß, wie weit seine Kräfte gehen, bis er sie versucht hat.
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finn
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von finn »

Ich bin auch ungefähr bei der Mitte.
Erschreckend finde ich es auch, ja, aber mir war das eigentlich auch schon bekannt.
Ich werde ja auch Sonderschullehrerin, kann das aber (zumindest momentan) ganz gut mit mir vereinabren, da ich finde, das da alles nochmal ein bisschen anders abläuft.
Für meine Kinder weiß ich aber ganz klar, dass ich eine alternative Schulform haben möchte.
Liebe Grüße von mir mit den Jungs (12/06 und 10/09)
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Chris-Cross
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von Chris-Cross »

Denkst Du da an Montessori?
Lernen nach dem eigenen Tempo und ohne zu vielen Vorgaben?

Wir würden unseren Sohn gerne auf eine Schule schicken, die sowohl Förderkinder integriert als auch die Möglichkeit des freien Lernens bietet (aber eben auch dort gezielt fördert, wo wirklich Schwächen sind, bei ihm ja im Sprachlichen)... Ob es sowas überhaupt gibt?

Meine Schwägerin ist nun auch gras Sonderschullehrerin geworden (KB) und absolut glücklich darüber. Klar, man kann auch versuchen es anders, besser zu machen. Aber welche Möglichkeiten bleiben da einer engagierten Lehrerin oder einem engagiertem Lehrer? Im Buch stehen ja eindeutig die "Nachteile" der Pädagogen, die "ihr eigenes Ding" machen...
Das hat mich auch sehr erschreckt, dass Lehrer, die neue Methoden (wirksame!!) ausprobieren, auch noch Steine in den Weg gelegt bekommen :(
Liebe Grüße von Christine mit Winterkind ( 01/08 )Bild und Winterkleinkind ( 02/14 ) Bild

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finn
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von finn »

Ich hab Geistigbehindertenpädagogik studiert (Ref beginne ich jetzt nach Elternzeit wieder neu). Ich finde, dass man da schon offener ist, in dem was man tut und es geht z.B. auch sehr viel um das individuelle Lernen, viel auf den einzelnen Schüler schauen, viel viel Differenzierung und Individualisierung im Unterricht, viel Projekte usw.
Zudem gibt es keine Noten, die Zeugnisse sind in Textform und werden sehr positiv formuliert - da sind diese Zwänge gar nicht so vorhanden.

Bei uns gehts eher in Richtung Waldorf - das freie Lernen ist mir gar nicht sooo wichtig, mich spricht eher das handlungsorientierte und praktische Lernen an.
Chris-Cross hat geschrieben: Wir würden unseren Sohn gerne auf eine Schule schicken, die sowohl Förderkinder integriert als auch die Möglichkeit des freien Lernens bietet (aber eben auch dort gezielt fördert, wo wirklich Schwächen sind, bei ihm ja im Sprachlichen)... Ob es sowas überhaupt gibt?
Das kommt sicher darauf an, was ihr für Schulen in der Nähe habt. Bei uns gibt es eine integrative Montessorischule, das hört sich immer recht toll an, aber ob dann die integrierten Kinder gezielt gefördert werden weiß ich natürlich nicht...
Und sicher findet man mit viel Glück auch eine Grundschule, die das möglich macht (natürlich spielen dann die Punkte die im Buch kritisiert werden wieder eine große Rolle). Mein Mann ist zur Zeit Schulbegleiter eines integrierten Kindes an einer Grundschule und dort läuft das sehr gut.
Da muss man bestimmt sehr gut hinschauen, was die einzelnen Schulen so bieten.


Muss mal wieder ein bisschen weiter lesen, hab gerade ein paar Tage pausiert und vor allem das ADHS erst mal ausgelassen, das muss ich noch nachholen...
Liebe Grüße von mir mit den Jungs (12/06 und 10/09)
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duduja
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von duduja »

Ich habs mir gerade bestellt 8-) - und bin sehr gespannt - und auch wieder nicht, denn ich fürchte, ich weiß größtenteils, was drinsteht .... nach mittlerweile 13 Jahren Schule mit 6 Kindern ......
Und auch was das Schulamt mit Lehrern teilweise anstellt ist echt das Letzte! Gerade in Punkto Prüfungen und Versetzungen - da gäbe es garantiert andere, humanere Wege!!!!!!!!!!!!!!!
Liebe Grüße, Duduja - und die wilde SIEBEN mit 20, 22, 24, 26, 29, 31 und 33 - plus zwei Sternenkindern
Und einem Enkelkind :)

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lala
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von lala »

Ich bin grad dabei das Buch zu lesen. Habt Ihr es zuende gelesen?

Wisst, Ihr, was mich fast noch mehr aufregt als das doofe Schulsystem? Die Eltern :twisted: und dass die bisher mit kaum einem Wort erwähnt wurden. Wer ist denn mitschuld, dass alles vergleichbar sein muss? Dass den Lehrerinnen kaum Raum für Individualität bleibt, weil alles vergleichbar sein muss? Etc. pp? Die übereifrigen Eltern, die ständig die Lehrer anp*****, weil sie nach Punkten suchen, weil sie einen Grund haben wollen, warum ihr Kind nicht gut sein konnte, weil sie Stress machen und Klagen. Ich denke, Eltern haben keinen unerheblichen Anteil am Stress der Kinder.Es sei ja angeblich sei ja alles so schwer geworden, heißt es, ich glaube eher, alle wollen eine höhere Bildung. Leider finde ich auf die schnelle keine Zahlen, wieviel Prozent der Grundschüler aufs Gymnasium übertreten, heute, vor 10 / 20 / 30 / 40 Jahren. Keine Ahnung, ob das noch thematisiert wird. Dass diese Eltern natürlich so eine Macht entwickeln konnten, liegt am System, das ich nicht unbedingt in Schutz nehmen möchte, in keinster Weise. Die beschriebenen Ungerechtigkeiten und hanebüchenen bürokratischen Vorgaben auch. Nur, mir ist das Buch bisher zu einseitig.

Aber würden Eltern das Buch kaufen, wenn sie darin lesen müssten, dass sie einen Mitanteil an der Misere haben? So kann man sich so schön leid tun, was doch Regelschule für ein schreckliches Ding ist.

So, Luft abgelassen, ich gehe dann mal zuende lesen.
Viele Grüße von lala mit größerer Tochter (03/05) und kleinerer Tochter (11/07).
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lala
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von lala »

So, was kleines habe ich gefunden:

Prozentuale Verteilung der Schülerinnen und Schüler in Jahrgangsstufe 8 auf die Schularten* 1992 bis 2008

Gymnasium 31,2% 36,1

Hauptschule 26,0% 20,4%
Viele Grüße von lala mit größerer Tochter (03/05) und kleinerer Tochter (11/07).
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lala
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Re: Sabine Czerny "Was wir unseren Kinder in der Schule antu

Beitrag von lala »

Jetzt hatte ich ausversehen abgeschickt, zu früh:

Die Daten sind vom Statistischen Bundesamt, Seite 62.

Zugegebenermaßen recht plump, zwei Zahlen, und dann die Fragen: Ist es schwerer geworden? Oder sind die Kinder schlauer geworden ;) ? Oder vielleicht doch die Eltern, die .... :?:
Viele Grüße von lala mit größerer Tochter (03/05) und kleinerer Tochter (11/07).
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