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Re: Sigmatismus interdentalis

Verfasst: 07.05.2020, 21:34
von Claudia79
Nein, meinen Sohn stört es nicht, es fällt ihm gar nicht wirklich auf und er wird auch nicht gehänselt. Mich „stört“ es mal mehr, mal weniger, meist fällt es mir auch gar nicht auf. Und dann stößt es mir aber irgendwann einmal wieder auf und ich denke, dass gibt es doch nicht, dass er das nicht kann. Grundsätzlich hat er Spaß an solchen „Fleißübungen“, hat er doch keinen Druck, weil es ihn ja nicht belastet. 😊

Re: Sigmatismus interdentalis

Verfasst: 07.05.2020, 22:28
von SchneFiMa
Es gibt keine Übungen zur Zungenspannung, die da hilfreich wären. Der Sigmatismus ist eine Lautfehlbildung und man muss den korrekten Artikulationsort trainieren. Es hilft manchmal das Kind und die Zunge zu sensibilisieren, damit es dieses leichter umsetzen kann. In der Elternarbeit fällt es aber immer wieder auf, dass das Eltern weniger erfolgreich gelingt. Ist der Laut korrekt angebahnt, sieht das anders aus, da kann man als Eltern dann an die richtige Artikulation erinnern und Situationen schaffen, in denen die korrekte Artikulation geübt wird.

Dein Sohn hat ein passendes Alter, die richtige Artikulation zu üben. Nur die Zeit, in der die unteren Schneidezähne fehlen, ist nicht so empfehlenswert.
Ich denke nicht, dass eine Logopädie notwendig ist, auch im Kindergarten wurde mir davon im Moment noch abgeraten, mein Mann ist aber besorgt, dass ihm der „Fehler“ bleibt (er hat selbst eine eher schlechte Lippenspannung und z.T. eine undeutliche Aussprache).
Ich frage mich immer, woher Erzieher immer wissen, ob und wann etwas beim Logopäden sinnvoll ist?
Ein Sigmatismus ist halt irgendwann nicht mehr süß, solange es ihn selber noch nicht stört, ist es durchaus ok, noch zu warten. Manchmal bietet es sich aber an, das vorher zu therapieren, ohne ein negatives Störungsbewusstsein.

Re: Sigmatismus interdentalis

Verfasst: 07.05.2020, 22:41
von soda
Ich erinnere mich, in der ersten Klasse eine Empfehlung zur Logopädie erhalten zu haben (irgendeine Schuluntersuchung (?)).
Ich erinnere mich nicht, wie ich damals gesprochen habe. Meine Eltern haben keine Logopädie für mich in Anspruch genommen und ich hab nie mehr von irgendwem was dazu gehört. Aber ich merke selbst, dass ich manchmal lispele, wenn ich nämlich müde bin und wenn ich zu wenig getrunken hab/trockene Schleimhäute hab. Wenn ich mich dann drauf konzentriere, geht’s weg. Ich „kann“ es also schon, aber wahrscheinlich ist es Nachlässigkeit, weil es (mich) nicht stört?

Wenn du dich regelrecht fragst, ob es ein Lispeln ist oder nicht, dann wäre vielleicht schon Entspannung angesagt.
Aber soweit ich weiß (und ich verordne das manchmal auch so), kann man eine logopädische Behandlung auch für Diagnostik und Einschätzung erst mal beginnen, ohne gleich „für Jahre“ eine Art Verpflichtung einzugehen.

Re: Sigmatismus interdentalis

Verfasst: 07.05.2020, 23:08
von Minja
Meine Erfahrung-
Unsere Ärztin hat meine Tochter nur in der U gesehen und gehört und wollte mir sofort ein Rezept ausstellen. Ich habe es abgelehnt. Beide Schneidezähne oben waren gerade raus. Weder Kindergarten noch Schule hat jemals bemängelt wie sie spricht. Sie kann durchaus verschiedene S Laute und manchmal setzt sie sie falsch ein.
Ich mag diese Art wie sie spricht, ein bisschen wie meine Oma die in Hamburg gross geworden ist.
Wir haben wie gesagt nichts gemacht, sie hat sich sprachlich einfach selbst weiterentwickelt. Ich habe das Gefühl das Lesen lernen hat ihr geholfen Worte und deren aussprache besser zu verstehen.

Re: Sigmatismus interdentalis

Verfasst: 08.05.2020, 21:28
von Claudia79
Danke für eure Antworten!
Den meisten fällt es gar nicht auf, aber vielleicht lassen wir wirklich einmal jemanden vom Fach drauf schauen. Ich glaube, bei uns im Krankenhaus gibt's sogar eine logopädische Ambulanz.
Was ich jetzt nicht ganz verstehe, wenn der Artikulationsort falsch programmiert ist, wie kann dann der Zahnwechsel etwas daran ändern? 🤔 Da müsste dann doch jedenfalls aktiv etwas gemacht werden. Oder hab ich da einen Denkfehler?