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Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 27.02.2011, 18:44
von Altraia
Ich denke, man muss das auch, je nach Alter, differenziert betrachten.

Einem kleinen Baby würde ich immer als erstes die Brust anbieten. Einem Kleinkind wiederum würde ich nicht bei jedem Pieps "den Mund stopfen".

Ansonsten sehe ich es auch so:
Für mich ist Stillen
Hunger stillen
Durst löschen
Kuscheln
Beruhigen
Liebe geben

und alles nach Bedarf
es ist für mich nichts was man nach der Uhr machen sollte oder nach nem Plan, krampfhaft oder zwanghaft egal in welche Richtung..mit dem Geben oder verweigern..
Schön hast Du das ausgedrückt!

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 27.02.2011, 18:55
von Mika01
Altraia hat geschrieben:Ich denke, man muss das auch, je nach Alter, differenziert betrachten.

Einem kleinen Baby würde ich immer als erstes die Brust anbieten. Einem Kleinkind wiederum würde ich nicht bei jedem Pieps "den Mund stopfen".

Ansonsten sehe ich es auch so:
Für mich ist Stillen
Hunger stillen
Durst löschen
Kuscheln
Beruhigen
Liebe geben

und alles nach Bedarf
es ist für mich nichts was man nach der Uhr machen sollte oder nach nem Plan, krampfhaft oder zwanghaft egal in welche Richtung..mit dem Geben oder verweigern..
Schön hast Du das ausgedrückt!
Da gebe ich dir recht.
Als I noch ( neu ) war habe ich auch bei gemecker, geweine, etc erst die Brust angeboten und geschaut ( man kennt sich einander ja doch ncoh nicht so gut )
aber das verhältniss wird schnell so inning das man sein kind kennt.
Jetzt wenn er quengelt gebe ich nicht direkt die Brust ( Stopfe ihm den Mund ) :mrgreen:
aber ich weiß auch wann es NÖtig ist...auch wenn er kein Hunger hat.
1 mal am Tag brauch er eine Auszeit da wird auf dem Sofa gekuschelt er wird ganz ruhig (ohne schlafen zu wollen) es wird ein bischen gestillt ( eher nur genuckelt ) und er geniest diesen Augenblick der 2samkeit und ruhe und genuckel richtig.....er tankt dann auf

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 27.02.2011, 19:02
von Solenne
Ich habe meinen Sohn wirklich immer nach Bedarf gestillt. Ich habe ihm als er noch ein Baby war auch ein paar Mal die Brust zur Beruhigung angeboten, aber das wollte er gar nicht. Lieber in den Arm genommen werden.
Ich bin aber immer skeptisch, wenn von irgendwelchen Langzeitfolgen die Rede ist, denn Stillen halte ich für das natürlichste der Welt. Und was Generationen vor uns über tausende von Jahren instinktiv gemacht haben, kann nicht so schlecht für die menschliche Entwicklung sein. Deshalb würde ich immer empfehlen, nach dem eigenen Bauchgefühl zu gehen.
Man wird ja auch gerne Mal gewarnt, ein Kind würde Schwierigkeiten bekommen, jemals ohne Stillen einzuschlafen, wenn man es gewohnheitsmäßig in den Schlaf stillt. Mein Sohn ist nun gut 2 Jahre alt und hat das Einschlafstillen mittags von alleine abgeschafft. Wenn er müde wird, holt er das Liederbuch, setzt sich auf meinen Schoß und lässt sich in den Schlaf singen.. Abends hat er sich nach dem Stillen auch eine Weile in den Schlaf singen lassen, das ist aber schon ein paar Wochen her, im Moment schläft er da wieder stillend ein.
Ich nehme mal an, mit dem Stillen zur Beruhigung oder als Schmerzstiller wird es ähnlich sein: wenn das Kind dabei ist, sich von alleine abzustillen, wird es auch dafür andere Wege finden. Ich verlasse mich da einfach mal auf die Kompetenz der Kinder und gebe meinem Sohn einfach die Nähe und Geborgenheit, die er augenscheinlich braucht, solange er sie einfordert.

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 27.02.2011, 20:13
von Kinsale
Mika01 hat geschrieben:Für mich ist Stillen
Hunger stillen
Durst löschen
Kuscheln
Beruhigen
Liebe geben

und alles nach Bedarf
*unterschreib*

Ich war zwischenzeitlich auch mal unsicher, ob ich meiner Tochter die Möglichkeit nehme, andere Wege zum Trost zu finden. Aber ich kann einem weinenden Baby das "dinke bitte!" schluchzt auch nicht die Brust verwehren. Für mich gilt -auch zum Troststillen- der schöne Satz meiner Hebamme:
Gestillte Bedürfnisse verschwinden.
Irgendwann wird sie es weniger und dann nicht mehr brauchen und einfordern.

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 27.02.2011, 20:16
von Mika01
Gestillte Bedürfnisse verschwinden.

Das ist ein sehr schöner und treffender spruch

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 27.02.2011, 20:22
von Joyfullmom
Hallo,

ich kenne das Buch nicht, aber mich stimmt diese These skeptisch. Da werden Behauptungen in den Raum gestellt, die teilweise nicht stimmen ( wie schon geantwortet wurde, neugeborene Babys müssen zu jedem Melden die Brust angeboten bekommen, sonst haben sie nicht genug Milch, bzw. die Milchproduktion wird nicht genügend angeregt.Ich bin zwar keine Stillberaterin, habe das aber oft von Stillberaterinnen gelesen, wenn das also nicht wahr ist, berichtigt mich bitte!) und teilweise gar nicht beweisbar sind. Was schlechte Gewohnheiten angeht, finde ich Kinder, die mit 3 Jahren noch am Schnuller hängen viel verstörender, als 3 Jährige, die gelegentlich mal an Mamas Brust nuckeln.

Wieso hatte es Dich bei deinem Sohn genervt, dass er oft die Brust wollte? Wie oft war das denn und von welchem Alter sprechen wir hier? Meine Tochter z.B. ist jetzt 13 Monate und ich stille sie immer noch nach Bedarf, aber wenn wir unterwegs sind, biete ich ihr schon mal Trinken oder Essen an und sage, wir stillen Zuhause. Wenn ich aber sehe, dass sie müde ist, unruhig, vll. war alles etwas viel und sie weint richtig, dann würde ich ihr eben nach "Bedarf" die Brust nicht verweigern! Sehr viel öfter, als das, passiert eben, dass sie es akzeptiert, dass es jetzt die Brust nicht gibt und mit einem Apfelstück vorlieb nimmt, und daran sehe ich, dass alles doch in Ordnung ist. Von einer Sucht kann man da nicht reden.

Generell versuche ich bei allen Informationen zu hinterfragen, woher stammen sie, welche Voreinnahmen über die Welt und den Menschen haben die Autoren? Letztendlich musst Du selbst für Dich klar werden, ob Du daran glaubst, dass Menschen dadurch, dass ihre Bedürfnisse befriedigt werden, "schlecht" werden, oder im Gegenteil, besser gedeihen und bessere Bindungen und Beziehungen zu ihrer Umwelt aufbauen. Das ist doch hier der Stein des Anstoßes, und die Antwort auf diese Frage musst Du selber finden.

Liebe Grüße

Joyfullmom :11:
tonia1976 hat geschrieben:Hallo,
"Die Brust anbieten heißt für sie vor allem Nahrung anbieten. Brust als ein Mittel zu benutzen um zu trösten, über die Müdigkeit hinwegzuhelfen oder Unwohlsein oder Schmerz zu beseitigen kann zu lebenslangen ungesunden Gewohnheiten fürhren."

Beim Alexander hat mich dann schon später etwas genervt, dass er ziemlich oft die Brust wollte, war schon eine etwas "ungesunde" Abhängigkeit. Aber manchmal finde ich nach wie vor praktisch, die Brust als Tröster zu benutzen, wenn alles andere nicht hilft.

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 27.02.2011, 21:21
von AigU42
Ich denke auch, dass man das Alter des Kindes beachten sollte bei solchen Überlegungen ;)

Bei einem Kleinkind fände ich es allerdings genau so befremdlich, bei jeglichem "Piep" die Brust anzubieten wie z.B. Gummibärchen.

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 01.03.2011, 15:12
von kiska
nicht einschlafzustillen finde ich sogar schwierig, anna ist beim stillen immer eingeschlafen früher (maaan, so lange ist es nicht her. also: als neugeborenes :D ). muss man das baby dann wecken? finde ich schwachsinnig!

kann man einem baby die brust zu oft anbieten? man zwingt es ja nicht!

ich finde, man sollte sich einzig und allein auf den eigenen instinkt und auf den des babys verlassen und wenn das baby/kind es versteht und man nicht mehr mag, kann man ja eine neue grenze ziehen.

ich habe auch mal pikler gelesen-und mich total darin verrannt. ich persönlich (!) finde ihre überlegungen nicht alltagstauglich. es passt zumindest nicht zu uns, auch wenn es "neue", gute anregungen gibt. nicht verrückt machen lassen

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 01.03.2011, 16:05
von tania
meinem kind den mund stopfen konnte und kann ich bis heute nicht. (und ja, ich habe es versucht :lol: ). wenn mein sohn nicht stillen will, dann will er nicht stillen. das war mit einem monat so wie jetzt zwei jahre später. ich habe zuerst die brust angeboten, wenn es das nicht war, weitergeschaut. seit circa einem halben jahr will mein sohn nur noch selten zum trost stillen. er will erzählen, was passiert ist, er will, dass ich puste und "oh mein armer kleiner" sage, er will auf den arm und vielleicht auch noch kurz die brust in den mund nehmen. er stillt nach wie vor noch sehr viel (und nein, ich glaube nicht, dass er stillt, weil er hungrig ist). er benutzt stillen als ersatzschläfchen, die er tagsüber nicht mehr macht zum beispiel. und stillen ist rückversicherung. und stillen ist runterkommen nach zu vielen eindrücken den tag über. und stillen ist trost, wenn er zum beispiel schlecht träumt. inzwischen biete ich die brust kaum mehr an. es gab aber eine phase, da hat er fast so was wie vergessen, dass er auch stillen könnte, wurde immer knatschiger und ungücklicher, seine frsutrationstoleranz schwand, da habe ich ihm manchmal brust angeboten. heute biete ich ihm nur dann brust an, wenn er mir zu viel stillt. da mache ich es mir bequem, hab vorher noch schnell einen halben liter wasser getrunken und kann mich zwanzig minuten friedlich auf stillen einlassen und er gibt danach erstmal ne ganze weile ruhe.

ich kann generell mit piklers thesen nicht besonders viel anfangen.

Re: Stillen als Nahrung

Verfasst: 01.03.2011, 20:11
von klimaforscherin
tania hat geschrieben: ich kann generell mit piklers thesen nicht besonders viel anfangen.
Bisschen OT:
Naja, generell... hat sie nicht den Satz gebracht: "Ein Kind soll nicht in eine Lage gebracht werden, in die es sich nicht selbst bringen könnte", den finde ich recht sinnvoll.

Ne, aber zum Thema: Wenn sich mein Sohn irgendwo stösst, finde ich es am natürlichsten, ihn erstmal in den Arm zu nehmen. Wenn er sich nach einer Weile nicht beruhigt, dann komme ich erst überhaupt auf die Idee, es mit Stillen zu versuchen.