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Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 16:11
von LaLeMi
Ich glaube doch, das man kann (und habe es auch schon gesehen). Und da Kinder grundsätzlich ja erstmal kooperieren, machen sie halt mit.

Meine Minimaus wehrt sich auch dagegen, wenn sie nicht mehr mag. Aber selbst bei ihr gibt es so einen Teil dazwischen sozusagen, da würde sie denke ich von sich aus nicht unbedingt mehr weiter essen, kommt das Essen aber auf einem Löffel daher (in einfacher Darreichungsform), wird es noch genommen. In Summe ißt sie von Brei auch mehr Menge.

Das mit der Darreichungsform stand auch bei einem der "Vollwertpäpste", ich weiß aber auf Anhieb nimmer, bei wem :oops:

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 16:16
von Muschelsucherin
Ist ja schlimm, dass das jemand macht. Hab ich zum Glück auch nie gesehen.
Bei uns wäre sowas nie gegangen.

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 17:00
von pinefloat
LaLeMi hat geschrieben:Ja, ich denke, z.T ist es halt die Sicht mit dem Ersetzen, die viele da im Hinterkopf haben.

Hinzu kommt glaube ich, daß ja hier doch einige so die BLW-Sicht vertreten bzw. generell das Thema, das Kind in seinem Tempo machen zu lassen.

Hier ist es so, die Minimaus hat schon einige Zähne und ißt durchaus einiges mehr als ihre große Schwester damals. Und sie ißt es in unterschiedlichen Konsistenzzuständen - ißt gern in einer Mahlzeit parallel Brei (der dann auch gern recht flüssig sein darf) und Weiches sowie Festes, auf jeden Fall verschiedenes Fingerfood.
Umgekehrt reiche ich ihr jedoch im Grunde nix in Breiform an, was sie nicht auch als Fingerfood essen könnte; davon ausgehend, daß das Essen so für die Kinder gemacht ist, daß sie es ihrem Entwicklungsstand auch mehr oder minder selbsttätig zu sich nehmen könnten. Sprich, sie ißt z.B. Kartoffeln, Karotten, Banane, Apfel, Birne, Fenchel, Hirse - als Fingerfood, kaltes Mus, Stücke oder Brei. Ich würde ihr jetzt z.B. kein paniertes Schnitzel pürieren, auch wenn sie das Pürieren in die Lage versetzen würde, dies zu sich zu nehmen.

Sie zeigt aber auch beim Essen sehr deutlich, was und wieviel wovon sie dann gerade möchte.

Zudem merke ich aber schon, daß es halt einfacher ist, einem Kind Brei sozusagen "aufzudrücken", also wenn der Löffel kommt, geht dann eher mal das Mundchen auf und der Löffel wird reingeschoben, die gegessene Menge ist dann größer als bei dem, was sie mit ihren eigenen Händen zu sich nimmt - und letzteres ist ja beim Brei zumeist weniger der Fall. Das ist dann halt nicht mehr so ganz "baby-led".

(Hinzu kommt vermutlich, daß hier ja auch viele ein bißchen oder mehr in die Vollwertrichtung orientiert sind und das Essen insgesamt so wenig bearbeitet wie möglich darbieten wollen und/oder möglichst roh).
Ach, das kann ich voll und ganz unterschreiben! :D

Und doch, es gibt viele Eltern, die Kindern Brei reinzwängen! Und ja, nach ner Zeit mag's funktionieren... genauso wie Ferbern "funtkioniert", die Kinder resignieren halt...

Wenn mein Kind irgendwann mal angefangen hätte zu würgen bei irgendeiner Mahlzeit hätte ich ihm nie im Leben weiter was "reingestopft", oder wenn er sich zig mal verschluckt. Aber es gibt einige, die dann halt meinen, das Kind muss sich halt nur dran gewöhnen und weiter geht's... Naja, wenn das Sinn der Sache ist, kann ja jeder so halten wie er will.

Und ich finde es generell viel einfacher, also mag's auch einfach meine Faulheit sein, Dinge möglichst wenig verarbeitet anzubieten, es ist so schön einfach ihm unterwegs nen Apfel in die Hand zu drücken und er isst's beim gehen und gut.

Und gegen Gläschenkost habe ich per se nicht wirklich was, aber ich finde es schmeckt einfach zum... (vom Vitamingehalt mal ganz abgesehen) Ich mag frische Erbsen einfach lieber als welche aus der Dose und warum soll mein Kind nicht das Leckerste bekommen? Und ich finde es auch keinen sonderlich großen Aufwand grad ein bißchen Gemüse zu garen.

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 17:20
von tania
Baba hat geschrieben:Kann man denn ein Kind, das nicht essen will wirklich stopfen?
Meine Maus hat bei den ersten Versuchen gewürgt, ausgespuckt und dann hab ich´s halt gelassen. Sie hätte mit Sicherheit auch nicht gegessen, wenn ich weiter gelöffelt hätte.
Sie hat ja den Mund gar nicht aufgemacht.

Man kann doch dem Kind den Mund nicht aufstemmen. Oder machen das welche? Da muss man doch merken, dass das panne ist. :?
naja, irgendwann "essen" sie dann schon..

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 17:29
von Altraia
Man kann Kindern sogar Mund und Nase zuhalten, wenn sie partout nicht essen wollen, dann müässen sie schlucken. Das sind Tipps von Großmüttern, früher machten viele das so :? .

Ich denke, die Anti-Brei-Einstellung entsteht bei manchen Müttern auch dadurch, dass sie Kinder haben, die Brei ablehnen und Fingerfood gerne nehmen (so eins hatte ich als erstes selbst). Dann neigt man dazu, die eigenen Erfahrungen zu verallgemeinern. Es scheint aber durchaus einige Kinder zu geben, die gerne Brei essen.

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 17:36
von AnneKaffeekanne
ich finde brei mit der flasche geben hat was von stopfen.
das ist av´ber nur ein persönlicher eindruck und ich lasse mich gerne eines besseren belehren, ich habe sowas noch nicht in natur gesehen, aber da stelle ich mir vor, dass das kind eben schlucken muss was reinläuft.
wirkt auf mich wie mästen.
kann aber quatsch sein.

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 17:38
von AnneKaffeekanne
ups, das war jetzt ot,
zum eigentlichen thema, ich koche auch mal brei und biete den an, aber auch fingerfood vom tisch.
erst mochte sie es lieber selber etwas in der hand zu halten, seit ein paar tagen genießt sie es auch mal gefüttert zu werden. mal so mal so.

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 18:06
von LaLeMi
Ja, Brei mit der Flasche finde ich wirklich gestopft.
Und sowas wie Mund und Nase zu oder Würgen finde ich schon sehr extrem, aber sagen wir mal dem Kind den Brei schmackhaft machen und "ach komm, noch ein Löffelchen", anlachen und "mach's Mundchen auf" und sowas sieht man finde ich häufig - sieht freundlicher aus, aber ist ja nicht wirklich besser.
Und irgendwann "essen" sie, wenn man den Brei nur oft und stark genug "anbietet" - wenn Mama mir freundlich lächelnd ständig dieses blöde Ding unter die Nase hält,dann schlucke ich das Zeug halt und es ist Ruh...
Selbst vom Tisch nehmen würden sie es sich vielleicht nicht.

Dafür spricht finde ich auch, daß reine Fingerfoodkinder (meine erste war ja auch so eins, wie von Altraia beschrieben) tendenziell eher mehr zu stillen scheinen und nicht solche Riesenmengen verdrücken. So mein subjektiver Eindruck, und dies jetzt auch bei Kind Nr. 2, welches ja beides ißt.
Ich WILL mein Kind ja nicht über sein Essenwollen mit Essen versorgen, aber kann man wirklcih sicher sein, daß man das nicht tut?

Auch bei Pinefloat unterschreibe ;-)
Und es ist geschmacklich halt doch wirklich ein Unterschied. Schon der Apfel zum geriebenen Apfel zum gedünsteten Mus zum gekauften Mus.

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 18:17
von Lösche Benutzer 1828
Baba hat geschrieben:Ist ja schlimm, dass das jemand macht. Hab ich zum Glück auch nie gesehen.
Bei uns wäre sowas nie gegangen.
habe ich auch schon gesehen und das ist grobe Gewalt - mir kam der Anblick fast wie eine Vergewaltigung vor, wie das mästen eines wehrlosen Tieres

bei uns gab es beim 1. Kind zuerst Brei - er aß das auch gerne, auch später noch gerne Obstmus
Kind 2 - FIngerfood von Beginn an, sie wollte keinen Brei und war auch nicht nötig
Kind 3 - hat erst mit 11 Monaten angefangen, nennenswerte Mengen zu essen, ich habe es mal mit Brei probiert, aber er wollte eh lieber das, was wir auch essen. Eine seiner ersten Mahlzeiten war ein Teller Erdbeeren - die liebt er noch heute sehr.

Re: Warum ist Brei "böse"?

Verfasst: 25.01.2011, 18:35
von Muschelsucherin
Hach, das ist halt sooo unterschiedlich.

Paula will z.B. schon gerne mitessen, nimmt sich auch Stückchen, wird davon aber halt nicht satt und motzt dann rum. Brei isst sie dann dazu.
Unterjubeln könnte ich ihr das nie. Sie würde mir den Brei ja sowas von um die Ohren spucken bzw. hat sie das sogar schon gemacht, als ich sie mal missverstanden habe. Dachte sie wollte noch was, dabei hat sie zu Mika rüber gelacht.

Das ist doch wirklich so individuell.