Leah_Lion hat geschrieben:
Nun frage ich mich, wie das überhaupt ginge? Braucht er denn noch die Milch? Hat er nachts noch Hunger? Ich habe nicht das Gefühl, dass er nur nuckelt, er trinkt schon dann auch richtig. Zumindest gegen 10 oder 11 nochmal, in der Nacht hab ich es jetzt nicht so aufm Schirm wieviel er da wirklich trinkt. Und was mache ich, wenn er dann weint? Kann ich mir irgendwie gar nicht vorstellen. Gewöhnt er sich dran, dass es dann nix mehr gibt? Was würde man denn da zuerst weglassen? Oder nochmal Flasche geben? Er trinkt gerne aus der Flasche, wir haben zwischendurch immermal einzelne Mahlzeiten abgepumpt gegeben weil ich öfter mal über ein paar Stunden weg war und er ja ständig Hunger hatte, also das wäre nicht das Problem.
Und wie checkt mein Körper, dass er keine Milch mehr produzieren muss

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Hallo Leah_Lion,
wenn Du vorzeitig abstillen möchtest (vorzeitig = vor dem Zeitpunkt, den Dein Kind wählen würde, wenn man es ließe), dann empfielt sich sog. "allmähliches Abstillen". Dabei lässt man nach und nach Stillmahlzeiten wegfallen (maximal 1 pro Woche). Diejenige Mahlzeit, die offenbar für das Kind am wichtigsten ist, sollte sinnigerweise erst als letzte wegfallen.
Wenn Du langsam die Stillmahlzeiten reduzierst, dann merkt Dein Körper ganz von allein, dass immer weniger Milch reicht - die Milchmenge wird sich genauso dem jetzt verringerten und bald gar nicht mehr existentem Bedarf anpassen wie bisher auch. Weitere Maßnahmen sind i.A. nicht nötig. Richte Dich in Sachen Tempo am besten nach Deinem Gefühl und berücksichtige dabei die Reaktionen Deines Kindes.
1-jährige, die problemlos essen, brauchen keinen Muttermilchersatz mehr, wenn sie nicht mehr gestillt werden. Der Normalfall ist eine übliche Mischkost mit einem kleinen Anteil Milch(-produkte), dies kann herkömmliche Kuhmilch zum Trinken, genauso wie Joghurt oder Käse sein. Andere Tiermilch(-produkte) z.B. aus Ziegen- oder Schafsmilch gehen natürlich auch. Die Verwendung einer künstlichen Säuglings- oder "Kindermilch" stattdessen hat keine Vorteile.
Ebenso möglich ist eine tiermilchfreie Mischkost, diese sollte dann aber Fleisch, Fisch und Eier enthalten und genug Calcium liefern.
Wenn Dein Baby nachts weint und Du nicht mehr stillen willst, dann musst Du Dir was anderes überlegen, um Dein Kind zu trösten. Üblich ist kuscheln, singen, streicheln, schaukeln, einen Schluck Wasser anbieten, Saugersatz (Schnuller) anbieten. Ungünstig ist das Einführen von "Marotten", die vielleicht kurzfristig helfen mögen, aber auf lange Sicht eindeutig nachteilig sind (z.B: ewig auf nem Pezziball rumhüpfen, herumtragen, Flaschen mit Milch oder Brei drin anbieten, nächtliche Speisen anbieten, großes Tamtam mit Licht an usw.) - damit lieber gar nicht erst anfangen
Wichtig ist das Wissen und das Vertrauen, dass Ihr beide diese Zeit der Umstellung schon meistern werdet. Bleib auf jeden Fall geduldig und mach Dir in anstrengenden Nächten bewusst: es ist ausschließlich DEIN Wunsch, abzustillen, Dein Baby kann nichts dafür! Es wird sich dran gewöhnen, ganz bestimmt, aber bis dahin ist eine geduldige, sensible Begleitung durch Dich (und auch den Papa, wenn möglich!) der beste "Plan B".
LG und alles Gute,
Julia