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Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 16.06.2010, 19:59
von Elena
Um dir ein anderes Beispiel zu nennen: Meine Tochter kam als Schwergewicht auf die Welt mit 4800 g und ist dann in den nächsten Monaten immer weiter abgerutscht von "ihrer" Perzentilen. Vom Gewicht war sie irgendwann knapp unterdurchschnittlich, von der Länge her überdurchschnittlich - d.h. vom BMI her deutlich unterdurchschnittlich. Da sie aber immer topfit war, hat der Kinderarzt das Gewicht nie bemängelt. Mit einem Jahr wog sie keine 9 kg.

Es ist gut, dass deine Kinderärztin darauf schaut, aber Grund zur Panik ist sicher nicht angesagt.

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 17.06.2010, 09:20
von jusl
Hallo Lysa,

danke für Deine ausführlichen Angaben.
Fern ab von jeder Ferndiagnose sind meine Gedanken dazu:
In den ersten 3 Monaten war die Gewichtszunahme mit durchschnittlich ca 170 g pro Woche unauffällig (die normale Gewichtszunahme liegt für diesen Zeitraum zwischen durchschnittlich ca 170 und 330 g pro Woche). In den letzten 3 Wochen hat er ein ganz typisches Verhalten gezeigt: "eine Woche nix, die nächste Woche gut". In den Monaten 4-6 liegt die normale durchschnittliche Gewichtszunahme zwischen 70 und 140 g wöchentlich. Deine Daten sind damit bislang absolut verträglich - denn es geht um DURCHSCHNITTLICHE Gewichtszunahme. Dafür unbedingt notwendig ist ein MEHRWÖCHIGER Beobachtungszeitraum, sonst kann man nämlich keinen aussagekräftigen Durchschnitt bilden ;-). Und aus dem gleichen Grund ist unter normalen Umständen auch die Aussage "Mein Baby hat in der letzten Woche 30 g abgenommen!" oder "Es hat 50 g zugenommen!" quasi bedeutungsfrei, denn EINE Woche ist als Zeitraum einfach zu kurz, und 30 g ist oft weniger(!) als die tatsächliche Wägegenauigkeit einer Waage.

Zwei Punkte möchte ich gerne noch aufgreifen.
1. Du schriebst, dass Vater und Schwester ebenfalls Leichtgewichte sind. Dem kommt eine immense Bedeutung zu. Das Baby eines 100kg schweren und 2 m großen kräftigen Massai-Kriegers wird eine völlig andere Statur haben als das Babys eines 1,65 großen, zierlichen Japaners - das dürfte jedermann einleuchten, reine Genetik. Zarte Eltern kriegen sehr häufig zarte Babys - die Kleinen können perfekt genährt sein, und werden "trotzdem" immer zarte Pflänzchen (äußerlich! ;-)) bleiben. Dies hat keinerlei gesundheitlichen Nachteil (vermutlich im Gegenteil! Japaner werden bekanntlich bei verblüffend gutem Gesundheitszustand sehr alt! ;-))
2. Sechs mal Stillen in 24 Stunden ist für die meisten Babys zu selten. Bei Schnullerverwendung ist es günstig, besonders sorgfältig darauf zu achten, den Schnuller NIE in Situationen anzubieten in denen man sagen würde "Stillen ginge jetzt auch". Etwa beim Autofahren, Baby hat Hunger, aber der Schnuller tröstet's bis daheim. Dann lieber rechts ran fahren und stillen, wenn möglich! Zum Beruhigen eines SICHER SATTEN Babys (also z.B. direkt nach dem Stillen) kannst Du den Schnuller ruhig
weiterhin einsetzen, wenn nötig.

Die Empfehlung "häufiger stillen!", die hier durchaus gewollt mitschwingt, hat allerdings u.U. ihre Tücken - denn: ein gesundes Baby häufiger zu stillen, als es eigentlich seinem natürlichen Bedarf und Stillmuster entspricht, kann PROBLEME verursachen, von Bauchweh bis Stillstreik. Deshalb mein Rat: ganz ohne Aufregung und Stress einfach mal schauen, ob Dein Baby auch mit 8-12 Mahlzeiten in 24 Std. zufrieden ist. Praktisch heißt das: nach ca zwei Stunden zwanglos anbieten und Baby beobachten, ob es mag oder eher nicht (dann sein lassen!). Wichtig ist: OHNE Stress fürs Kind, einfach nur freundliche Angebote machen :)
Vielleicht kannst Du dieses "Experiment" mal 1-2 Wochen machen und dann Bilanz ziehen: haben sich deutliche Änderungen in den Wiege-Ergebnissen gezeigt? Ja? Dann könnte es sein, dass Dein Baby tatsächlich etwas häufiger als bisher gestillt werden sollte. Nein? Dann vergiss es wieder ;-) Denn dann hattet Ihr bereits einen guten Stillrhythmus, und alles ist gut - Du musst dann der Frage nach der Stillhäufigkeit keine weitere Beachtung schenken.

Ich hoffe, diese Antwort war hilfreich, Rückfragen immer gerne,
LG,
Julia

PS: für den nächsten Arztbesuch empfehle ich die Frage an den KiA: "Welche URSACHE vermuten Sie für das geringe Gewicht? Gene, falsche Ernährung oder eine bislang nicht entdeckte Grunderkrankung?" Dann müsste er sich schon entscheiden ;-)

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 17.06.2010, 09:50
von lysa
Liebe Julia,

vielen vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Darf ich noch ein paar Rückfragen stellen? :)
jusl hat geschrieben:In den letzten 3 Wochen hat er ein ganz typisches Verhalten gezeigt: "eine Woche nix, die nächste Woche gut". In den Monaten 4-6 liegt die normale durchschnittliche Gewichtszunahme zwischen 85 und 145 g wöchentlich. Deine Daten sind damit bislang absolut verträglich - denn es geht um DURCHSCHNITTLICHE Gewichtszunahme. Dafür unbedingt notwendig ist ein MEHRWÖCHIGER Beobachtungszeitraum, sonst kann man nämlich keinen aussagekräftigen Durchschnitt bilden ;-).
Seit der 13. Woche hat Söhnchen ja überhaupt nur einmal zugenommen. Trotzdem meinst Du, die durchschnittliche Zunahme reicht aus? Oder der Beobachtungszeitraum ist (noch) zu klein?
jusl hat geschrieben:1. Du schriebst, dass Vater und Schwester ebenfalls Leichtgewichte sind. Dem kommt eine immense Bedeutung zu. Das Baby eines 100kg schweren und 2 m großen kräftigen Massai-Kriegers wird eine völlig andere Statur haben als das Babys eines 1,65 großen, zierlichen Japaners - das dürfte jedermann einleuchten, reine Genetik.
Söhnchens Vater ist eher ein 1,90 Meter großer halber Massaikrieger. Seine Schwester dagegen ist klein (woher sie das hat, wissen die Götter, wir Eltern sind nämlich beide groß) und zierlich. Und ein Vielfraß! :) Wenn er also ihr nacheifert, habe ich nicht die gringsten Bedenken, dass er wegen seiner zierlichen Statur irgendwie gesundheitlich gefährdet könnte. Im Gegenteil: Er kann froh sein, wenn er nicht meine Neigung zum Übergewicht geerbt hat.
Was ich mich aber dennoch frage, ist: Welches Gewicht (haha) kommt den Perzentilen zu? Die kreuzt er ja nunmal, das ist eine Tatsache. Seine Schwester dagegen hangelt sich zeit ihres Lebens immer hübsch an der untersten entlang.
jusl hat geschrieben: Sechs mal Stillen in 24 Stunden ist für die meisten Babys zu selten. Bei Schnullerverwendung ist es günstig, besonders sorgfältig darauf zu achten, den Schnuller NIE in Situationen anzubieten in denen man sagen würde "Stillen ginge jetzt auch". Etwa beim Autofahren, Baby hat Hunger, aber der Schnuller tröstet's bis daheim. Dann lieber rechts ran fahren und stillen, wenn möglich! Zum Beruhigen eines SICHER SATTEN Babys (also z.B. direkt nach dem Stillen) kannst Du den Schnuller ruhig weiterhin einsetzen, wenn nötig.
Sechsmal Stillen in 24 Std. kommt auch nur selten vor - nur dann, wenn er mal durchschläft und sich das tagsüber nicht wieder holt. 7 bis 8 Mal sind bei uns der Normalfall.
Was die Schnullerverwendung und das Stillen angeht, ist mein Gewissen aber rein: Ich setze ihn, um das Stillen rauszuzögern, höchstens mal ein, wenn ich die Große abgeholt habe und wir noch die 10 Minuten bis zum näcshten Spielplatz schaffen müssen, aber auch das kommt recht selten vor. Ansonsten ist der Schnuller aber sehr hilfreich zum Beruhigen: Tragen, Schuckeln und Schnullern ist dann meistens die Lösung. An der Brust beruhigt Söhnchen sich leider nicht. Weswegen bei uns das Stillen auch fast nur der Nahrungsaufnahme dient und wenig kuschlig ist. Vielleicht kommt so auch die, wie Du schreibst, relativ geringe Zahl der Mahlzeiten zustande. Ist schade, aber wohl nicht zu ändern. Seine Schwester hat 6 Monate lang beim Stillen geschrien und sich auch nicht an der Brust beruhigt - irgendwie sind meine Kinder wohl so. (Oder meine Brüste?)
jusl hat geschrieben: ... ein gesundes Baby häufiger zu stillen, als es eigentlich seinem natürlichen Bedarf und Stillmuster entspricht, kann PROBLEME verursachen, von Bauchweh bis Stillstreik. Deshalb mein Rat: ganz ohne Aufregung und Stress einfach mal schauen, ob Dein Baby auch mit 8-12 Mahlzeiten in 24 Std. zufrieden ist. Praktisch heißt das: nach ca zwei Stunden zwanglos anbieten und Baby beobachten, ob es mag oder eher nicht (dann sein lassen!). Wichtig ist: OHNE Stress fürs Kind, einfach nur freundliche Angebote machen :)
Gut, Botschaft ist angekommen. Ich finde es sehr gut und differenziert, dass Du auch auf mögliche Probleme beim Zu-oft-Anbieten hinweist! Ich glaube nämlich, dass ich damals bei meiner Tochter, die sehr viel schrie, diesen Fehler begangen habe, weil ich dachte "Stillen ist immer gut" - und damit die Stillprobleme nur noch verschlimmert habe, weil es ihr gar nicht darum ging und sie sich missverstanden fühlte und auch meinen Druck merkte.
Häufiger anbieten werde ich jetzt trotzdem versuchen und dabei locker bleiben - allerdings schläft Söhnchen sehr viel (auch daher die großen Abstände), und zum Stillen wecken sollte ich ihn ja sicher nicht bei diesem Gewicht... Aber ein paar Möglichkeiten gibt es dafür sicher.

Auf das Schnalzen bist Du nicht eingegangen - hältst Du es für unproblematisch?
jusl hat geschrieben:PS: für den nächsten Arztbesuch empfehle ich die Frage an den KiA: "Welche URSACHE vermuten Sie für das geringe Gewicht? Gene, falsche Ernährung oder eine bislang nicht entdeckte Grunderkrankung?" Dann müsste er sich schon entscheiden ;-)
Werde ich machen :wink: .
Also, nochmal 1000 Dank, Du hast mir sehr geholfen und ich bin jetzt schon deutlich ruhiger!

Liebe grüße
lysa

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 17.06.2010, 10:47
von jusl
vielen vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Darf ich noch ein paar Rückfragen stellen? :)
Klar! :D
Seit der 13. Woche hat Söhnchen ja überhaupt nur einmal zugenommen. Trotzdem meinst Du, die durchschnittliche Zunahme reicht aus? Oder der Beobachtungszeitraum ist (noch) zu klein?
Schubweises Zunehmen ist nach den ersten Wochen der Normalfall, nicht die Ausnahme. Nach einigen Wochen mit null oder wenig Zunahme kommen dann meist einige Wochen mit mehr Zunahme. Wenn man zufällig die Wochen mit null Zunahme "erwischt", dann gibt das ein falsches Bild ab.
"Nur einmal zugenommen" weißt Du nicht! ;-) Es könnte sein, dass er bei 13. Woche den Darm proppevoll hatte und 2 Stunden später die Windel vollgemacht hat (das können gut und gerne 200 gramm sein), und in der 14. war der Darm leer. Das heißt es ist möglich, dass er auch von 13. zu 14. zugenommen hat, obwohl er "30 g abgenommen hat". Wägeungenauigkeiten kommen nicht nur durch die Waage selbst zustande, sondern v.a. durch die Methodik. Es soll ja z.B. auch Frauen geben, die sich darüber ärgern, dass sie "über den Tag zunehmen" :roll: :lol: und deswegen etwa die Wiegetermine in der Schwangerschaft nur in die Morgenstunden legen... "morgens bin ich schlanker" :lol:
Was die Schnullerverwendung und das Stillen angeht, ist mein Gewissen aber rein: Ich setze ihn, um das Stillen rauszuzögern, höchstens mal ein, wenn ich die Große abgeholt habe und wir noch die 10 Minuten bis zum näcshten Spielplatz schaffen müssen, aber auch das kommt recht selten vor. Ansonsten ist der Schnuller aber sehr hilfreich zum Beruhigen: Tragen, Schuckeln und Schnullern ist dann meistens die Lösung. An der Brust beruhigt Söhnchen sich leider nicht. Weswegen bei uns das Stillen auch fast nur der Nahrungsaufnahme dient und wenig kuschlig ist.
Ja, das gibt's. Dein Umgang mit dem Schnuller hört sich für mich sehr vernünftig an.

Ich finde es sehr gut und differenziert, dass Du auch auf mögliche Probleme beim Zu-oft-Anbieten hinweist! Ich glaube nämlich, dass ich damals bei meiner Tochter, die sehr viel schrie, diesen Fehler begangen habe, weil ich dachte "Stillen ist immer gut" - und damit die Stillprobleme nur noch verschlimmert habe, weil es ihr gar nicht darum ging und sie sich missverstanden fühlte und auch meinen Druck merkte.
Da hast Du feine Antennen gehabt - Überfütterung bei Stillkindern ist nicht leicht zu diagnostizieren, v.a. nicht bei sich selbst bzw. dem eigenen Kind... aber es gibt sie, die Überfütterung. Kompliment an Dich! :wink:
Auf das Schnalzen bist Du nicht eingegangen - hältst Du es für unproblematisch?
Ja. Schnalzen ist zwar i.A. mit "schlechter Technik" assoziiert, und dies KANN ein Hinweis sein, dass ein Baby dadurch auch zuwenig Milch bekommen könnte - allerdings doch eher nur in den ersten Wochen. Dein Baby hingegen hat wunderbar zugenommen in den ersten Wochen, also war seine "schlechte Technik" bestens erfolgreich in Sachen Milchaufnahme. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich daran jetzt etwas geändert hat. Wenn das Baby genug Milch bekommt und der Mama nichts wehtut, ist Schnalzen nicht schlimm. (Hatte einer meiner Töchter auch, ganz dolle! Und "als Stillberaterin" hatte ich durchaus Ehrgeiz, ihr das abzugewöhnen :oops: - hab es aber nicht geschafft :lol: . Sie schnalzte, nahm super zu, mir tat nix weh... so what. :lol: Mit ca 10 Monaten oder so hörte es übrigens von alleine auf. :wink: )

Also, nochmal 1000 Dank, Du hast mir sehr geholfen und ich bin jetzt schon deutlich ruhiger!
freut mich sehr, alles Gute weiterhin - berichte doch ruhig mal hier!

LG,
Julia

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 18.06.2010, 09:36
von lysa
jusl hat geschrieben:Überfütterung bei Stillkindern ist nicht leicht zu diagnostizieren, v.a. nicht bei sich selbst bzw. dem eigenen Kind... aber es gibt sie, die Überfütterung. Kompliment an Dich! :wink:
Ach naja, klar geworden ist mir das eigentlich erst im Nachhinein. Als wir mitten in dieser schlimmen Phase drinsteckten, habe ich gar nichts mehr kapiert und war einfach nur verzweifelt und ratlos. Überfütterung war das allerdings nicht - meine Tochter hat damals nicht getrunken, sondern oft, wenn sie die Brust nur gesehen hat, schon angefangen zu schreien. Echt übel für mich :cry:
jusl hat geschrieben:Schnalzen ist zwar i.A. mit "schlechter Technik" assoziiert,...Hatte einer meiner Töchter auch, ganz dolle! Und "als Stillberaterin" hatte ich durchaus Ehrgeiz, ihr das abzugewöhnen :oops:
Pfarrers Kinder, Müllers Vieh... :mrgreen: Wenn er entspannt ist, nachts z.B., schnalzt er übrigens weniger. Aber ganz ohne geht's nie.
Übringes habe ich gestern, weil ich da die Waage ja nunmal da habe, die Stillprobe gemacht: Söhnchen hat in 7 Mahlzeiten 800 g verputzt, davon gut ein Viertel nachts. Nach Deinen Angaben dürfte das ja locker reichen - die KiÄ aber hat ja 950 g verlangt. Tja, damit können wir wohl nicht dienen. Bin mal gespannt, was sie beim nächsten Besuch dazu sagt.
Unschön ist allerdings, dass Söhnchen in den letzten Tagen immer wieder mal nachmittags oder abends so aufgebracht war, dass er nicht trinken wollte bzw. aufgehört hat, wenn die Milch nicht mehr ganz mühelos kam (habe auch etwas flache BW, da muss Baby sich schon anstrengen), aber dann vor Hunger und Frust noch mehr geschrien hat. Ein neues Problem? Einfach aussitzen? Puuuuh....
Danke nochmal!

LG
lysa

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 18.06.2010, 10:16
von jusl
Schau mal hier, hier gab es einen Fred zu Trinkmengen. Frag doch Deine KiÄ mal, wie sie auf "950" kommt, nur so interessehalber ;-)

Nachmittags und abends sind viele Babys quengelig (und wir Mütter auch ;-)). Vielleicht könnt Ihr diese anstrengenden Stunden irgendwie "umgehen"? Allemann noch mal raus, Spaziergang? Oder einkaufen fahren, falls Dein Baby gerne Autofährt? Oder Besuch einladen, der nichts lieber tut, als ein Baby herumzuschleppen? :mrgreen:

"Aussitzen" ist jedenfalls auch ne gute Taktik - die Zeit läuft ja FÜR Euch ;-)

LG und gute Nerven weiterhin,
Julia

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 18.06.2010, 10:35
von lysa
jusl hat geschrieben:Schau mal hier, hier gab es einen Fred zu Trinkmengen. Frag doch Deine KiÄ mal, wie sie auf "950" kommt, nur so interessehalber ;-)

Nachmittags und abends sind viele Babys quengelig (und wir Mütter auch ;-)). Vielleicht könnt Ihr diese anstrengenden Stunden irgendwie "umgehen"? Allemann noch mal raus, Spaziergang? Oder einkaufen fahren, falls Dein Baby gerne Autofährt? Oder Besuch einladen, der nichts lieber tut, als ein Baby herumzuschleppen? :mrgreen:

"Aussitzen" ist jedenfalls auch ne gute Taktik - die Zeit läuft ja FÜR Euch ;-)

LG und gute Nerven weiterhin,
Julia
Danke, da lese ich mal nach! 800 g sind jedenfalls in Deinen Augen ok, richtig?

Nachmittags begleite ich immer die Große auf den Spielplatz und muss dann dort das Brüllsöhnchen bis zu 'ner Stunde lang eiligen Schrittes auf- und abtragen, bis es sich beruhigt hat und schläft. Nicht schön - auch für die Große nicht, weil ich dann nicht mal verstehe, was sie sagt, geschweige denn für sie da bin. Aber sie vom SPielplatz abzutransportieren, weil ihr kleiner Bruder brüllt, kann's ja irgendwie auch nicht sein. Nee, also umgehen ist schwierig, sie braucht einfach ihre tägliche Austobe-Gelegenheit...

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 18.06.2010, 13:08
von lysa
jusl hat geschrieben:Schau mal hier, hier gab es einen Fred zu Trinkmengen.
Selber Nachschauen hilft - verzeih meine Redundanz :wink:
Demnach ist Söhnchen ein absoluter Durchschnittstrinker. Wie schön :) :) :)
Mal sehen, was Frau KiÄ zu Lawrence und Lawrence sagt...

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 18.06.2010, 13:12
von lysa
Erst nachdenken, dann abschicken wäre auch gut :oops:
Ich glaube, ich hatte noch gar nicht erwähnt: Die 950 g kommen durch die Regel "mindestens ein Sechstel des Körpergewichts" zustande, der Fau KiÄ anhängt.

Re: Stillprobe angeordnet

Verfasst: 18.06.2010, 16:43
von blueberry
lysa hat geschrieben:Wir stillen [...] meistens schnell und heftig :? . Ich hatte das hier schonmal gepostet: Söhnchen schreit gelegentlich beim oder nach dem Stillen, trinkt aber dazwischen wie ein Weltmeister, also jeder Zug ein Schluck. Fertig ist er dann meistens nach etwa 5 Minuten pro Seite. An der Brust nuckeln oder sich beruhigen kommt dagegen selten vor, dafür muss er getragen und geschuckelt werden.

[...]

Ach, noch was: Er schnalzt mehr oder weniger beim Stillen, aber die Anlegeposition ist korrekt. Meinen Brustwarzen macht's nix, daher nehme ich das so hin, zumal er dabei auch immer kräftig schluckt.
Ich hab mir den ganzen Thread durchgelesen und denke, dass Du ja schon umfassend beraten worden bist :D . Nur zu diesen zwei Sachen ein Gedanke: in dem was Du da oben schreibt, erkenne ich ziemlich genau das Trinkverhalten meines Söhnchens wieder - WENN ICH IM SITZEN STILLE ODER ER AUF SEINEM RÜCKEN LIEGT oder er nicht bequem liegt.

Bei uns ist es auch manchmal so, dass der Kleine sehr hektisch und schnell trinkt und bei wirklich jeder Kinnbewegung auch schluckt und dabei schmatzt (und leider auch Luft schluckt, denn er muss manchmal aufstoßen, dass es einem Stallknecht die Schuhe auszieht :lol: ), wenn ich ihn so liegen habe, dass die Milch quasi von oben in ihn reinfließt. Ich vermute, dass dann so schnell die Milch kommt, dass er sich gar nicht zu helfen weiß, schnell schluckt, was ihn schnell müde macht und er dockt dann nach allerspätestens fünf Minuten ab und mag dann auch nicht mehr. Danach ist er auch knatschig - entweder, weil die mitgeschluckte Luft rausmuss oder weil er noch Hunger hat, aber zu erschöpft ist, um es nochmal zu probieren.

Zweite Variante: er liegt zwar seitlich, so dass das "Hilfe-ich-komme-mit-dem-schlucken-nicht-hinterher"-Problem nicht besteht - aber er hängt unbequem, weil ich ihn im Sitzen (also, wenn ich sitze und z.B. kein Kissen für ihn habe unterwegs oder im Auto) nicht gut genug abgestützt bekomme. Manchmal verliert er so auch die Brustwarze nach einer Weile und man muss ihn ein paarmal neu Andocken.
Dann dockt er auch nach fünf Minuten ab und mag nicht mehr - manchmal schläft er sogar ein, da das anscheinend auch anstrengend ist. Ich merke manchmal auch nach dem Abdocken, dass minimale Positionsveränderungen meinerseits - z.B. hab ich mich etwas nach vorn gelehnt um an die Wasserflasche zu kommen - dazu geführt hatten, dass er die BW aktiv festhalten musste, weil sie eigentlich ein oder zwei cm tiefer gehangen hätte, als er sie brauchte. Auch das ist anstrengend - und auch dann schnalzt er.
Ergebnis in Summe: kurzes Trinken, hektisch (weil er die BW verlieren könnte - das merkt er ja), auch wieder relativ viel geschluckte Luft und nach vielleicht einer halben oder einer Stunde wieder quengelig, weil er Stillen will - oder eben gleich, weil er Luft im Magen hat. Manchmal hat er nach dem Aufstoßen auch direkt wieder Hunger - ist ja dann wieder Platz im Magen, die vorher von der Luft eingenommen worden war.

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ABER: wenn ich im Liegen stille (was ich fast immer tue deshalb - auch tagsüber auf dem Sofa oder bei der Rückbildng auf ner Matte, ...) trinkt er meist viel ruhiger, schnalzt nicht mehr so viel (am Anfang hat er auch da geschnalzt, jetzt nicht mehr), und trinkt vor allem viiiiieeel länger. Er lässt dann auch nicht einfach nach dem letzten zügigen Trinken und Schlucken los, sondern nuckelt noch einige Minuten lang vor sich hin mit vielen Pausen - schluckt dann mal wieder, macht ne halbe Minute Pause usw. Irgendwann lässt er dann los und ist lange Zeit total zufrieden. Im Sitzen klappt das nie.
(Ist es ihm zu viel Milch, lässt er los und die überschüssige Milch zum Mundwinkel rauslaufen - dann dockt er wieder an.)

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So, jetzt hab ich Dich zugetextet :oops: - ich hoffe, es kommt dennoch rüber, was ich meinte: vielleicht gibt es irgendeine Sitz-/Liegeposition, in der Dein Kleiner entspannter und weniger hektisch trinken kann und vielleicht auch etwas nuckeln, so dass er danach zufriedener ist? Wenn das alles auf Euch überhaupt nicht passt, dann ignorier es einfach. Mir kam es nur von dem kurzen, was Du gechrieben hattest in manchen Aspekten bekahttp://www.stillen-und-tragen.de/forum/posting ... 540823#nnt vor. Die IBCLC, bei der ich war, meinte, das sei halt normal - manchmal hätten die Kinder halt nur Durst und wollten keine dicke Hintermilch, weshalb sie öfter und kurz trinken. Das kann natürlich auch sein und ist ein richtiger Gedanke - aber mir kam es irgendwann suspekt vor, dass mein Sohn immer dann "nur Durst" hatte, wenn er nicht seitlich auf dem Bett lag und ich daneben... - für uns zumindest war das letztlich des Rätsels Lösung (kurz und häufig trinken - das macht er bei Hitze natürlich dennoch. Aber dann ist er zufrieden zwischendurch und muss nicht geschuckelt und weinend herumgetragen werden) :D