Also bei uns war es so, dass ich auch von Anfang an Milch hatte und so quasi nicht auf den Milcheinschuss warten musste. Die Schwestern im KH dachten immer, dass sei jetzt wohl kein Kolostrum, aber das war es, das kann man ja sehr deutlich unterscheiden. Jeder war überrascht, dass sich die Milch tatsächlich an das Neugeborene anpasst.
Charlotte (die große Maus) wollte sobald sie mich im KH besuchen kam, immer sofort an die Brust. Ich hab sie auch immer gleich gelassen, hab halt Tandemgestillt, wenn die Kleine auch grade trank. Aber ich hab es nie verweigert, weil sie dann sofort in Tränen ausgebrochen wäre (ich hab es einmal versucht, sie warten zu lassen...). Außerdem musste sie schließlich auch damit klarkommen, dass die Mama im KH ist. Da wollte ich ihr nicht noch die Brust nehmen, in der kurzen Zeit, die wir uns pro Tag nur sahen. Ich hatte nie den Eindruck, dass sie durchs Trinken dem Baby was wegnimmt bzw. dadurch die Menge des Kolostrums abgenommen hätte.
Nach meiner Erfahrung würde ich sagen, es wird halt bis zum Milcheinschuss Kolostrum produziert, aber nicht in begrenzter Menge, sondern generell ist das die zur Verfügung stehende Nahrung in den ersten Tagen und wird immer wieder nachproduziert, bis die "richtige" Milch kommt. Aber ich kann logischerweise ja nur für mich sprechen. Ich hab halt generell ziemlich viel Milch, das war schon beim 1. Kind so.
Auf eines muss man sich glaub ich einstellen die erste Zeit: Die Große hatte durchs Trinken vom Kolostrum nen ziemlich ekligen, durchfallartigen Mumistuhl... Naja, ich musste sie ja nicht wickeln, war ja 5 Tage im Kh...

Die im Kiga dachten schon, sie hätte nen Noro-Virus. Und waren etwas entgeistert, als sie vom Papa hörten, dass ich tandemstille und dass das dann normal sei...
Zuhause angekommen, haben sich die Stillmahlzeiten der Großen bei uns ganz schnell wieder auf das vorgeburtliche Maß reduziert (also nur noch zum Einschlafen, mittags und abends, und morgens zum Kuscheln, d.h. 2-3x pro Tag). Ich habs ihr auch tagsüber recht konsequent verweigert, tagsüber, wenn ich selber grade gar nicht wollte, weil ich mich anfangs wirklich auf das Baby konzentrieren musste. Außerdem hatte ich ne zeitlang sehr wunde BW (in der 2./3. Woche nach der Geburt) und da hab ich es schon kaum ausgehalten, das Mini zu stillen. Nur nachts hab ich die Große wieder häufiger gestillt, aber auch nur dann, wenn der Papa sie nicht beruhigen konnte.
Der Milcheinschuss fiel aber trotz stillendem Großkind ziemlich heftig aus, am 3. Tag fing es an, ganz schlimm war es am 4. Tag nach der Geburt. Die im KH wollten mich fast nicht nach Hause lassen deshalb, weil die Bruste wirklich riesig und hart wurden, teilweise rote Stellen hatten und sie einen Milchstau befürchteten. Aber da hat die Große mir wirklich geholfen, ich war total erleichtert, als sie nachmittags endlich kam und trinken konnte. Das hätte ich an dem Abend auch noch mal gebraucht, aber ich bin erst am nächsten Tag entlassen wurden. Ist sicher gut, wenn man nach der Geburt schnell wieder daheim ist.
Wobei ich sagen muss, trotz "Trennungsschmerz" hab ich die Zeit allein mit dem Baby im KH auch sehr genossen. ich wusste die Große in guten Händen und musste mich noch nicht so "teilen" zwischen den Beiden - ein Gefühl, dass mich seit ich 2 Kinder habe, eigentlich immer begleitet, mal mehr, mal weniger.
Mein Fazit:
Lass alles auf dich zukommen. Ich würde nicht generell sagen, immer das Baby zuerst trinken lassen - außer du hast wirklich wenig Milch, dann ist es natürlich anders. Meine Große war beim Anblick des Babys an Mamas Brust schon recht eifersüchtig am Anfang (wobei ich den Ausruck
Eifersucht in dem Zusammenhang eigentlich gar nicht mag, dass sie das schmerzt und sie dann eben auch will, ist ja nur logisch!) und wäre total fertig gewesen, wenn sie dann noch hätte warten oder gar verzichten müssen. Oft war es die ersten Tage einfacher, nach kurzem Anlegen des Babys (bis der erste Hunger gestillt ist) gleich noch die Große trinken zu lassen und dann erst das Baby wieder.
Das ist immer noch so, da der Milcheinschuss bei mir so heftig ausfällt, dass da manchmal die reinsten Fontänen sprühen. Die Minimaus verschluckt sich dann ständig, und wenn die Große vorher schon dran war, geht es viel besser, da der erste "Schwall" weg ist.
Ich wünsch dir alles Gute!!! Tandemstillen ist was schönes!
LG