Re: Äh, wie jetzt? WKT doch besser als Känguru?
Verfasst: 22.12.2009, 11:26
Ich kann meinem Vorschreiber voll beipflichten, ich sehe das absolut genauso.
Ich möchte aber doch aus meiner Sicht noch was zu den Argumenten schreiben, die von dieser Autorin vorgebracht werden.
In meinen Augen sind das die üblichen Vorurteile gegnübder der KT, geschrieben von jemandem, die nicht wirklich weiss, wie man ein Känguru fest und korrekt bindet.
Das kann in meinen Augen nur schreiben, wer nie eine fest gebundene KT gebunden und gefühlt hat. Lockere Kängurus sind nicht der Brüller, da hat die Autorin sicher Recht (aber jede lockere BW ist nicht der Brüller!). Und wie bereits erwähnt, heutzutage werden auch WKT einlagig gebunden, das gibt auch nicht mehr Halt als beim Känguru. Ich sehe sehr oft schlechte WKT, die Kleinen sind da auch seitlich schief drin....
Ein Känguru MUSS korrekt gebunden werden, das ist aber nicht schwieriger, sondern nur anders als bei einer WKT. Bindet man ein Känguru schludrig ohne strähnchenweises Festziehen, dann ergibt das sicher keine guten Resultate. Eine aufgefächerte WKT verleitet viel eher zu schludrigem Binden, Fehler bleiben unerkannt. Die WKT suggeriert (fragwürdige) Sicherheit...
Die WKT dagegen wirkt viel ungünstiger, das Tuchkreuz ist weit oben im Nacken, wo viele Eltern mit Spannungszuständen reagieren. Das kam ja auch gerade in diesem Thread wieder zum Ausdruck. Ausserdem wirkt die BW von der Mechanik her so, dasss die tragende Person nach vorne -unten gezogen wird, man gleicht fast automatisch nach hinten aus ins Hohlkreuz aus.
Als ClauWine halte ich rein theoretisch die KT für die beste Bindeweise, aber das bedeutet nicht, dass die WKT a priori schlecht wäre. Für manche Eltern stimmt es damit, und in manchen Beratungssituationen würde ich auch kein Känguru empfehlen.
Viele lassen sich durch solche Debatten verunsichern, dabei sind das "Mäkeleien" auf hohem Niveau. Gut gebunden, sind sowohl WKT als auch Känguru gute Bindeweisen - sofern es den Eltern und Kindern damit wohl ist.
Herzlich
Dorothea
Ich möchte aber doch aus meiner Sicht noch was zu den Argumenten schreiben, die von dieser Autorin vorgebracht werden.
In meinen Augen sind das die üblichen Vorurteile gegnübder der KT, geschrieben von jemandem, die nicht wirklich weiss, wie man ein Känguru fest und korrekt bindet.
Genau das wollen wir nicht - das Baby soll im Tuch schwingen, nur so können die Stösse vom Kind weg!Durch die quere Tuchbahn über den Po wird dieser optimal fixiert.
Heutzutage wird allgemein empfohlen, auch die WKTeinlagig zu binden, vom Auffächern über dem Kind ist allgemein Abstand genommen worden - ausser man bindet die Innenbahn zu locker, dann MUSS man auffächern, um die zu lose Bindung zu korrigieren....Die überkreuzenden Tuchbahnen halten den Rumpf des Kindes stabil und fest an der /dem Tragenden ohne zu sehr einzuengen. Es ist sogar möglich eine Schiefhaltung zu korrigieren.
In der Känguruhtrage gibt die eine Tuchbahn nicht annähernd soviel Halt. Dadurch ist der Rücken nicht nur selten mehr gebeugt, sondern oft auch seitlich verbogen. Jeder Tragende der beide Wickelvarianten ausprobiert hat fühlt den Unterschied selbst.
Das kann in meinen Augen nur schreiben, wer nie eine fest gebundene KT gebunden und gefühlt hat. Lockere Kängurus sind nicht der Brüller, da hat die Autorin sicher Recht (aber jede lockere BW ist nicht der Brüller!). Und wie bereits erwähnt, heutzutage werden auch WKT einlagig gebunden, das gibt auch nicht mehr Halt als beim Känguru. Ich sehe sehr oft schlechte WKT, die Kleinen sind da auch seitlich schief drin....
Auch da kann ich nicht zustimmen - ausser es wurde zu lose gebunden. Aber dann trifft diese Argumentation auch auf alle anderen BW zu - ausser eben einer aufgefächerten WKT.Natürlich haben unsere Säuglinge entsprechen der Embryonalhaltung noch keine aufgerichtete Wirbelsäule wie Erwachsene. Allein durch das Angeschmiegtsein an Brust und Bauch der Trageperson besteht auch in der Wickelkreuztrage keine Überstreckung des kindlichen Rückens - in der Känguruhtrage dagegen hängt das Kind eher zusammengesunken. Das Kind hier stabil "anzuwickeln" ist bedeutend schwieriger.
Ein Känguru MUSS korrekt gebunden werden, das ist aber nicht schwieriger, sondern nur anders als bei einer WKT. Bindet man ein Känguru schludrig ohne strähnchenweises Festziehen, dann ergibt das sicher keine guten Resultate. Eine aufgefächerte WKT verleitet viel eher zu schludrigem Binden, Fehler bleiben unerkannt. Die WKT suggeriert (fragwürdige) Sicherheit...
Auch da: Die Schultern werden nur abbrechen, wenn man zu lose gebunden hat. Ein korrekt gebundenes Känguru richtet durch seine Zugrichtung nach oben - hinten auf, entlastet und verteilt infolge der Haftreibung das Gewicht auf den gesamten Rücken, nicht bloss auf die Schultern.Nun zu der /dem Tragenden: Wem sind beim Tragen nicht schon die Schultern "abgebrochen" wenn die Kinder immer schwerer werden. Der flächige Quergurt bei der Wickelkreuztrage sorgt dafür, dass viel Gewicht über das Becken und die Lendenwirbelsäule abgenommen wird. Die Schultern werden deutlich entlastet. Eigentlich ist es sehr einleuchtend wenn man es ausprobiert!
Die WKT dagegen wirkt viel ungünstiger, das Tuchkreuz ist weit oben im Nacken, wo viele Eltern mit Spannungszuständen reagieren. Das kam ja auch gerade in diesem Thread wieder zum Ausdruck. Ausserdem wirkt die BW von der Mechanik her so, dasss die tragende Person nach vorne -unten gezogen wird, man gleicht fast automatisch nach hinten aus ins Hohlkreuz aus.
Als ClauWine halte ich rein theoretisch die KT für die beste Bindeweise, aber das bedeutet nicht, dass die WKT a priori schlecht wäre. Für manche Eltern stimmt es damit, und in manchen Beratungssituationen würde ich auch kein Känguru empfehlen.
Viele lassen sich durch solche Debatten verunsichern, dabei sind das "Mäkeleien" auf hohem Niveau. Gut gebunden, sind sowohl WKT als auch Känguru gute Bindeweisen - sofern es den Eltern und Kindern damit wohl ist.
Herzlich
Dorothea