((Meeresbrise)) Mir tut das so Leid, du Arme. Und die arme Meeresprinzessin.
Noch ein paar Gedanken: Auch entspannt im Bett liegen ist eine Erholungspause für dich (und dein Gehirn). Natürlich nicht dasselbe wie Schlaf, aber eben auch nicht "nichts". Ich hab es immer noch öfter mal (wenn zum Glück auch nicht mehr so krass wie du!), dass ich mehr wach liege, als mir lieb ist. Heute Nacht z. B. war V super unruhig und ist so oft gegen mich gerumst und hat mich getreten und sich auf mich gelegt, dass ich um 1:00 endgültig wach war. Um 1:30 bin ich dann ins Wohnzimmer geflüchtet, wo ich noch ca. 1h wach gelegen habe. Um 5:00 kam dann mein Mann ins Wohnzimmer (er hatte nicht gemerkt, dass ich da bin) und fing an lautstark im Medikamentenfach rumzuwühlen. Danach war ich wach, bis um 6:00 der Wecker geklingelt hat. So, wenn ich also da liege, versuche ich Gedanken in Richtung von "Oh Gott, mit so wenig Schlaf werde ich den Tag morgen nie überstehen" einfach gar nicht zuzulassen. Ich *erlaube* mir, wach zu sein. Ich *erlaube* mir sogar, wenn es mir langweilig wird, am Handy zu daddeln. Solche Nächte sind eh schon doof genug, da müssen wir uns nicht auch noch selbst fertig machen, weil wir es nicht schaffen "wenigsten" die Zeit zum Schlafen zu "nutzen", die wir haben.
Der andere Punkt ist: Es ist kein Grundbedürfnis eines Kleinkinds, in den Schlaf gehopst zu werden

Die Meeresprinzessin ist kein Neugeborenes mehr, das noch kein Verständnis der Welt hat. Sie ist ein Kleinkind, das sehr wohl weiß, was die Nacht ist, was ein Bett ist, was liegen bedeutet, dass du da bist. Sie findet es schön, wenn sie gestillt und gehopst wird. Sie fühlt sich, warum auch immer, nachts manchmal richtig schlecht. Wenn du sie nicht trägst oder stillst, ist sie sicherlich traurig, vermutlich ziemlich schnell auch wütend und verzweifelt. Aber, wie es im Gordon-Text so nett heißt, sie hat sicherlich keine Angst. Das ist nicht plausibel. Warum sollte sie, wenn sie nachts bei dir in deinem Arm liegt, mehr Angst haben, als wenn du sie herum trägst?
Es ist nicht unzumutbar für ein Kind in ihrem Alter, Wut und Trauer und Verzweiflung auszuhalten, solange du bei ihr bist! Darum ist es *völlig OK* wenn du dich mit ihr ins Bett setzt, dir Ohrstöpsel reintust und sie z. B. sanft im Arm wiegst, ohne auf einem Pezziball zu hopsen oder ihr die Brust anzubieten. Ja, sie kann das *richtig* doof finden. Aber für dich ist es AUCH ein absolute Tortur, wenn du sie nächtelang dauerstillst oder herumträgst und dich dann auch noch alleine den ganzen Tag um sie und ihren Bruder und das Haus und den Job kümmern musst.
Ich habe, wenn ich dich lese, oft das Gefühl, dass du große Angst hast, etwas falsch zu machen, vor allem in den Augen anderer. In den Augen deiner Schwester, oder deiner Schwiegermutter z. B., oder in den Augen irgendwelcher Freundinnen. Das ist jetzt natürlich sehr küchenpsychologisch, aber kann es sein, dass deine Angst davor, der Meeresprinzessin zu schaden oder als schlechte Mutter dazustehen so groß ist, dass es dir nicht gelingt, beim Thema Schlaf deine eigenen Grenzen überhaupt richtig wahrzunehmen?
Am Ende ist es beim nächtlichen Abstillen tatsächlich meiner Erfahrung nach so, dass man es wirklich wollen und dann auch durchziehen muss. Wenn man Zweifel hat, ob es wirklich OK ist, oder ob man doch etwas falsch macht, klappt es nicht.
Ich kann wirklich nur sagen: Ich halte mich sebst für eine eine sehr bedürfnisorientierte Mutter, die (zu) oft ihre eigenen Bedürfnisse hinter die ihrer Kinder stellt. Aber ich an deiner Stelle würde jetzt versuchen, nachts abzustillen. Wenn es wirklich nicht geht, wirst du das merken und abbrechen, und das ist OK. Aber du darfst es wirklich ganz ernsthaft versuchen. Setz dir eine realistische Deadline (an die du dich nicht sklavisch halten musst, aber sie kann eine Orientierung sein). Z. B. 4 Wochen. 4 Wochen lang versuchst du nach und nach das nächtliche Stillen zu reduzieren. Z. B. eine Stillpause von 5h nach Gordon einzuführen, über einen Zeitraum von ca. 2 - 3 Wochen, je nachdem wie gut es klappt. Und dann noch 1 - 2 Wochen auf diese Stillpause bestehen. Und wenn du dann merkst, dass es einfach nicht geht, oder für dich und die Meeresprinzessin schlimmer ist als vorher, dann gehst du einfach wieder zurück zum aktuellen Modus. Aber dann hast du es versucht!
Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass ihr einen Weg findet, wie es für euch beide erträglicher wird.
(Und was den Sonnenstrahl angeht. Kannst du mit der Meeresprinzessin nachts für die eventuelle Zeit einer Stillpause vielleicht woandershin auswandern? Ein Sofa z. B.? Bei einem Neugeborenen ginge das nicht, aber bei einem Kleinkind kannst du ruhig woanders schlafen als im normalen Bett, meiner Meinung nach).