Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Kirby
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Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von Kirby »

Meine Tochter ist und war schon immer eine extreme Kontaktschläferin - und mich würden Erfahrungen diesbezüglich interessieren.

Kurzversion:
Meine Tochter schläft seit 18 Monaten nur auf oder an mir (95 Prozent) und Papa (5 Prozent). Sobald sie schläft, kann man sich kaum bewegen, sie umbetten schon gar nicht. Kennt jemand das extreme Kontaktschlafen bis in dieses Alter? Ändert sich dies erfahrungsgemäß ab einem gewissen Alter noch oder muss man es eben doch schonend beibringen?

Langversion:
- Kind fast 18 Monate alt
- Schläft ausschließlich beim Stillen (90 %) Autofahren oder Tragen ein. An sich für uns kein Problem.
- Lässt sich seitdem sie 4-5 Wochen alt ist tagsüber nicht mehr schlafend ablegen. Nachts ging es noch nie! (Ausnahme: frühe Morgenstunden seit dem sie so ca. 10 Monate alt ist. Also direkt neben mich auf die Matratze, nicht so was abenteuerliches wie ein Beistellbett oder so). Sollte das Ablegen am Tag doch mal funktionieren, dann ist sie nach 5-30 min wach und schläft auch nicht mehr ein.)
- Alle Schläfchen sind Kontaktschläfchen, entweder auf meinem Arm oder direkt neben mir (das funktionierte erst mit 10 Monaten) oder in der Trage bei meinem Mann.
- Sie reagiert unempfindlich auch Helligkeit und Geräusche, aber ich darf mich beim Liegen/Sitzen nur sehr begrenzt bewegen, sonst ist sie wach. Sie hat da ganz feine Sensoren. Wach sein bedeutet Stillen-müssen, damit sie weiterschläft und/oder nicht verzweifelt weint. Entsprechend bin ich nicht mehr sehr experimentierfreudig.
- Nachts wacht sie so alle 2 Stunden auf und wird kurz gestillt und schläft weiter, manchmal gibt’s auch mal ne Phase von 4 Stunden. Das Aufwachen an sich ist für mich aber nicht so das Problem und ich bin meistens gut erholt, hier helfen mir die Stillhormone wohl noch. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann nicht das Durchschlafen, sondern dass ich mich einfach auch mal umdrehen könnte oder sie 10 cm wegschieben, aber da würde sie aufwachen.
- Wir kommen mit der Situation aktuell gut klar und haben unser Leben und Aufgabenverteilung entsprechend eingerichtet. Radikale Schlaftrainings lehnen wir ab. Auch für sanftere, begleitete Methoden fehlt uns der Leidensdruck.
- Ich möchte betonen, dass ich viele Aspekte dieses Schlafverhaltens auch sehr genieße, z.B. die körperliche Nähe. Aber ich bin natürlich durch die Situation unglaublich fremdbestimmt und eingeschränkt. Sollte ich mal richtig krank sein, bricht hier unser System zusammen.
- Solange die Situation so ist, möchte ich nicht in den Urlaub fahren, da unsere besondere Art des Co-Sleepings wahrscheinlich schlecht mit Hotelbetten funktioniert und Schlecht-Schlafen für mich kein Urlaub ist. Meinem Mann ist’s recht, er ist eh kein großer Urlauber. Haben aber noch einen Hotelgutschein, den wir dieses Jahr einlösen müssten. Zudem würde ich eigentlich in der zweiten Jahreshälfte gerne schwanger werden und habe großen Respekt davor, dann immer noch 12+ Stunden in der Nacht und am Tag ein schlafendes 2-Jähriges an mir kleben zu haben. Vom Leben mit Neugeborenem mal ganz abgesehen.
- In 2 Monaten beginnt die KITA. Habe schon oft gehört, dass da schlaftechnisch eh alles anders ist. Bin sehr neugierig, wie es da läuft und hoffe da auch auf einen neuen Impuls.

Trotzdem möchte ich mal vorsichtig in die Runde fragen:

- Kennt ihr sowas über so eine lange Zeit? Habe sogar eine Freundin, bei deren Kind es auch so war bis es ca. 2 war. Vielleicht sollte ich sie auch nochmal fragen. Aber bei allen anderen hatte sich das Thema im ersten Lebensjahr erledigt. Wann war das bei euch vorbei?
- Evolutionsbiologisch ist ihr Verhalten ja leicht zu erklären und viele kennen diese Phasen, aber unser Fall ist ja schon in dieser Radikaltät ungewöhnlich. Oder bin ich ja einfach naiv und alle anderen haben einfach irgendwann kurzen Prozess gemacht?
- Kann irgendein Entwicklungsschritt die Lage „verbessern“. Hatte mal die Theorie gelesen, dass fortgeschrittene Mobilität einen größeren Erschlaffungszustand begünstigt, aber das hat sich bisher nicht bewahrheitet.

Meine Prognosen sind folgende:
- A) ab Sommer steigt eventuell mein Leidensdruck und ich muss das abgelegte Schlafen beibringen (ablegen, Wut darüber begleiten, Erschöpfung abwarten), quasi wie beim Abstillen
- B) das Kind stillt sich ab oder wird abgestillt und ändert dadurch sein (Ein-)Schlafverhalten.

Danke fürs Lesen und eure Erfahrungen, komme mir mittlerweile recht weltfremd betriebsblind vor.
Tochter 07/22 🧒
Sohn 05/25 👶🏻
Norrsken
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von Norrsken »

Hallo Kirby,

Deine Gefühle kann ich gut verstehen (()).
Bei uns ist es in gewisser Hinsicht ähnlich, aber nicht so extrem was das Nähebedürfnis während des Schlafens angeht. Mein Sohn schläft zuhause auch nur beim Stillen oder Tragen ein. Ich gehe seit Geburt jeden Abend mit ihm ins Bett und stehe dann auch nicht mehr auf. Theoretisch könnte ich nach dem Einschlafstillen noch mal aufstehen, aber er schläft in den ersten zwei Stunden sehr unruhig und möchte in der Zeit ca. 4-5x Stillen. Also bleibe ich mit liegen, weil es einfach zu stressig ist immer wieder reinzugehen. Eine Veränderung habe ich mir auch schon manchmal gewünscht, aber der Leidensdruck war nie hoch genug um zu versuchen das Einschlafstillen abzuschaffen o.ä.
Eine Prognose kann ich dir mangels Erfahrung nicht geben. Nur so viel: in der Kita hat es mit dem Schlafen von Anfang an geklappt. Kita ist einfach eine ganz andere Situation. Beim ersten Mal hat er ca. 20 min geweint, wurde dabei aber eng von der Erzieherin begleitet. Und danach wurde es schnell besser. Aktuell tut er sich wieder etwas schwer (nach fast 3 Wochen Weihnachtsurlaub), aber ich bin zuversichtlich dass er sich schnell wieder daran gewöhnt.

Ich drücke die Daumen, dass sich eure für dich so anstrengende Schlafsituation auch ohne Abstillen bald verbessert. Bis zum Sommer kann sich vermutlich noch viel tun. Bin auch gespannt auf weitere Erfahrungswerte.
mit kleinem Erkunder (08/22) und Bauchbewohner (ET 03/26)
Jara
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von Jara »

Hier!

Schrödinger war auch so krass und ist es teilweise immer noch. Ich hab alle paar Monate mal probiert, ob er auch ohne Kontakt schlafen kann. War dann mit 2 Jahren irgendwann soweit, dass er abends eine Stunde ruhig geschlafen hat, im Beistellbett. Ich lag dann trotzdem noch lange daneben, hab gelesen. Es wurde dsnn immer besser und besser, er hat sich beim Einschlafen auch mal von selbst weggedreht.

Mit 2,5 Jahren wollte er mittags in seinem Zimmer schlafen und kurz vorm dritten Geburtstag wollte er auch abends dort schlafen. Ich hab ihm dann erklärt, dass ich bei ihm bleibe, bis er schläft, dann aber in mein Bett gehe. Das war ok für ihn. Seit Juni schläft er 2-5 (5 eher selten 😅) Stunden in seinem Zimmer und kommt dann rüber. Wenn er dann bei uns ist, klebt er weiterhin an mir und ich kann mich kaum bewegen. Aber da es die erste Zeit der Nacht geht, ist das für mich total ok und ich kann die Nähe genießen.

Also bei uns wurde es mit der Zeit definitv besser!
Glücklich mit Schrödinger <3 (07/20)
schlangengurke
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von schlangengurke »

Hier auch. Ich weiß nicht mehr, wann sich das geändert hat. Mit 4?
Jedenfalls jetzt, mit 14, wollen sie nicht mehr bei mir schlafen. :cry:
mayo9121
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von mayo9121 »

Bei uns wird es auch besser, ich kenne aber auch ein sechsjähriges Kind, das noch jede Nacht zu Mama kuscheln kommt 😉
Der Papagei schläft ausschließlich mit Körperkontakt ein, das auch (auf Wunsch) im eigenen Bett (ein paar Tage). Spätestens ab Mitternacht klebt er dann wieder an mir und das bevorzugt auf meiner Körpervorderseite. Nur wenn er seeeehr müde und erschöpft war, schläft er länger ohne Körperkontakt. Ich bin abends möglciihst schnell aufgestanden. Auch wenn es nur für 20 Minuten war. Erst wenn mir die Frequenz zu anstrengend wurde (oder bei Krankheit wird), bleibe ich mit im Bett
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Känguru 🦘 04/24
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LilyGreen
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von LilyGreen »

Meines schläft so 2-3h alleine (im Familienbett, nach engmaschiger Einschlafbegleitung), danach klebt es an einem Elternteil. Meist dem Papa, weil Mama recht früh „Abstand! Unter meiner Decke wird nicht gehampelt! Hand aus meinem Gesicht!“ nölt.
Das Kind wird auch noch immer zuverlässig wach, wenn der Eltern-Klebegrund morgens aufsteht.
Da (ein)schlafen eines unserer primären Problemfelder ist, sitzen wir das weiter aus.
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von hmpfchen »

Meine Nr 3 war da auch sehr extrem. Sie hat von Geburt an sehr wenig geschlafen, nachts nur in großer Nähe zu mir. Neben mir ging zwar, aber sie hat als Kleinkind auch gerne randaliert, wenn ich mich gemütlich hinlegen wollte. Wenn die Brust nicht zur Dauerverfügung stand, hat sie sich furchtbar aufgeregt. Besser wurde es erst, als ich nachts abgestillt hatte.

Aber auch heute, mit 6,5 Jahren schläft sie wenig, schlecht und fast nur im Familienbett.

Ich befürchte, bei manchen Kindern kann man da einfach nicht viel machen.
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von Immorta »

Hier war es nachts in dem Alter nicht mehr so arg mit dem Körperkontakt (eher ständiges Dauernuckeln das Problem) aber Tagschläfchen hat meine Tochter von Beginn an nur gemacht, wenn (ausschließlich) ich unter oder neben ihr lag. Das hat sich tatsächlich erst mit 22 Monaten durch die Kita verbessert, dort hat sie problemlos alleine geschlafen und zu Hause dann nach dem Einschlafstillen auch manchmal. Jetzt ist es weg weil sie tagsüber gar nicht mehr schläft, aber dadurch hat sich auch die abendliche Einschlafbegleitung entspannt. Nachts gibt es eine weite Spanne von "sie schläft von 19 bis 4 Uhr alleine im Kinderzimmer im Kinderbett" zu "sie schläft im Arm liegend im Familienbett ein und benötigt ständigen Körperkontakt, um ruhig zu schlafen". Da erkenne ich auch kein Muster aber im Vergleich zum Schlafverhalten mit 18 Monaten (ist da nicht auch nochmal so ne Schlafregression? Die Zeit habe ich als ultra anstrengend in Erinnerung) ist es um Welten besser.
Immorta mit der Septembersonne (9/21) an der Hand, dem Regenbogenmädchen (06/25) im Arm und dem Aprilsternchen (04/24 [13. SSW]) im Herzen.

“Die Arme einer Mutter bestehen aus Zärtlichkeit und Kinder schlafen tief und fest in ihnen ein.” -Victor Hugo-
pqr
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von pqr »

Das willst Du vermutlich nicht hören, aber es gibt auch Kinder bei denen das noch deutlich länger anhält.
Also auch Kindergartenalter fände ich da überhaupt nicht ungewöhnlich.

Mich hätte bei 18 Monaten aber ehrlich gesagt eher gewundert, wenn es (ohne Einsatz von Konditionierung) nicht so wäre.
Evolutionär ist das ja total nachvollziehbar und war vermutlich lebensrettend.
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
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Mau
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Re: Extreme Kontaktschläferin 18 M. - Prognosen?

Beitrag von Mau »

pqr hat geschrieben: 09.01.2024, 20:46 Mich hätte bei 18 Monaten aber ehrlich gesagt eher gewundert, wenn es (ohne Einsatz von Konditionierung) nicht so wäre.
Evolutionär ist das ja total nachvollziehbar und war vermutlich lebensrettend.
Mein Kind hat auch als Baby schon problemlos weitergeschlafen, wenn ich wieder aufgestanden bin. Dafür bin ich alle 10min zu ihr um zu schauen, ob alles ok ist 🙈 Evolution hat also trotzdem funktioniert :lol:
Nachts robbt sie sich aber immernoch an mich ran.
Bitte nicht Leuten, deren Babys oder Kinder gut schlafen oder in anderer Hinsicht nicht den "Steinzeitstandart" erfüllen, unterstellen, dass sie ihre Kinder konditioniert hätten 😐
Mini 4/21 <3
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