Welches Instrument spielt ihr?

Basteltipps, Handarbeiten, sonstige Freizeitaktivitäten mit und ohne Kind(er)

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Elena
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von Elena »

Sibi hat geschrieben: 03.11.2023, 06:09
Elena hat geschrieben: 02.11.2023, 22:12 Ja, das ist eigentlich total schade, dass es ohne entsprechend ausgebildete Eltern sooo viel schwerer ist!
Findet Ihr, dass die musikalische Vorbildung der Eltern so entscheidend ist? Meine Töchter üben Geige, das habe ich zwar mal sehr kurz gespielt, aber da haben mich meine Töchter beide (auch die 6jährige) schon längst überholt. Viel wichtiger ist bei uns das erinnern und - über Jahre - das dazusetzen, zuhören, ermuntern, noch mal eine Stelle zu üben, auch mal 5-6x hintereinander. Sich zu freuen, wenn es klappt, aufzubauen, wenn es nicht so klappt. Ich finde, das ist vor allem ein Zeitproblem, nicht eine Frage von Vorbildung. Musikalisch kann ich nichts beitragen, da kann ich nur dem Sohn mal was auf dem Klavier vorspielen, aber das ist auch nicht relevant. Gerade eher braucht einfach sehr viel Struktur und Hilfe, was er wie oft zu spielen hat, dass er mit dem Po auf dem Klavierhocker sitzt und die Füße nach unten und nicht nach oben gucken... (Nein, er ist nicht drei, sondern auch sechs... :oops: :wink: )
Ich glaube, Eltern, die selbst einigermaßen ambitioniert Musik machen, priorisieren das Üben im Schnitt anders und sind bereit, mehr Unterstützung zu leisten. Du hast natürlich völlig recht - es geht auch ohne musikalische Vorbildung. Ich erlebe das nur selten. Die beste Freundin meiner einen Tochter hatte z.B. mal vage den Wunsch, Blockflöte zu spielen. Ihre Eltern haben aber mit Musik überhaupt gar nichts am Hut und haben erstmal abgewartet, und der Wunsch verflüchtigte sich mangels "Futter" dann auch wieder. Eine andere Freundin hat in der OGS Klavier angefangen und die Eltern haben ihr gesagt, sie muss dann aber auch üben. Geübt hat sie immer am Tag vorm Unterricht. Die Eltern hatten mit Musik ebenfalls nichts am Hut und haben nicht unterstützt, sondern nur in Gesprächen mit anderen Eltern "Die übt ja nie!" geseufzt und das Üben allein als Job des Kindes angesehen. Sie hat nach der 4. Klasse natürlich aufgehört. Das sind eher so die typischen Beispiele, die ich aus meinem Umfeld kenne.

Bei uns gehören Musik und das Üben einfach mehr zum Alltag als in vielen anderen Familien. Außerdem kann ich das Üben sehr unterstützen und sehr viel wirkungsvoller machen, wenn ich dabei bin.

Mir persönlich ist eine gewisse musikalische Grundausbildung meiner Kinder wichtig, weil ich selbst erlebt habe, dass man sich damit viele Möglichkeiten erschließen kann. Fast so wichtig wie Radfahren oder Schwimmen. Deshalb bin ich auch bereit, da jahrelang nicht unerheblich Zeit zu investieren.
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Elena
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von Elena »

Sibi hat geschrieben: 03.11.2023, 06:09Ich finde, das ist vor allem ein Zeitproblem, nicht eine Frage von Vorbildung.
Nochmal ich... :lol: Ja, definitiv ist es auch und vielleicht hauptsächlich ein Zeitproblem. Aber die Frage ist, welche Eltern sich diese Zeit irgendwie nehmen und welche nicht. Und damit ist es eine Frage, was man selbst als wichtig ansieht und damit priorisiert.

Ich zum Beispiel würde mir sehr ungern die Zeit nehmen, meine Kinder jedes Wochenende zu irgendwelchen Mannschaftswettkämpfen zu fahren. :oops: Auch wenn ich das grundsätzlich als sinnvoll und gut ansehen würde, wäre ich wahrscheinlich schnell dabei zu sagen "Dafür habe ich die Zeit nicht", obwohl ich sie mir irgendwie nehmen könnte.
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von Elena »

blauelagune hat geschrieben: 01.11.2023, 20:48 Nummer 1 spielt Oboe und Klavier, Nummer 2 Geige und Klavier. Beide singen im Kinderchor der Oper. Nummer 3 spielt Horn, ich Bratsche, der Mann Trompete und Saxophon.
Es gibt von Schottstädt schön gesetzte und nicht zu schwere Volks- und Weihnachtslieder für 3 Oboen bzw 2 Oboen und Englischhorn. Die Englischhornstimme ist in F, also auch mit F-Horn spielbar. Vielleicht ist das mal etwas für eure Besetzung mit Oboe, Geige und Horn. :mrgreen:
https://schottstaedt-music.de/produkt/5 ... slieder-6/
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lalelu2
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von lalelu2 »

Um nicht alle gleich zu frustrieren, hier mal meine Eefahrungen als offensichtlich zwar vorgebildet aber unengagiertes Elternteil: Kind 1 wollte Keyboard spielen, hat nach zwei Jahren aufgehört, weil kein Spaß. Kind 2 hat Gitarre begonnen, nur selten und nur das nötigste geübt, ist dennoch beim Unterricht geblieben, hat irgendwann, als sie selbst die nötige Reife hatte, entschieden, dass es ihr die Zeit zum Üben wert ist und spielt heute in mehreren Orchestern, und hat sehr gute Ergebnisse in diversen Wettbewerben. Auch Kind 3 geht in den Instrumentenunterricht, übt eher wenig kommt aber voran und hat erste Erfolge. wie es sich bei ihr entwickelt, wird die Zukunft bringen.

Ich selber habe sehr schlechte Eefahrungen, wurde immer zum üben gezwungen, beim Unterricht bloßgestellt, wollte eigentlich immer aufhören und durfte nicht. Habe dann mit 14 auf eigenen Antrieb dann das Instrument gewechselt und war dann motiviert und hatte schnell Erfolge und auch Spaß und spiele heute noch, wenn auch nicht regelmäßig.
Ich wollte daher meine Kinder unter keinen Umständen unter Druck setzen und es scheint ja trotzdem zu funktionieren. Und ja, ich bin ganz klar dafür, die Verantwortung für das üben ans Kind abzugeben. Ich erinnere daran, aber wenn alles andere wichtiger ist, nehme ich das hin und schaue mir langfristig an, ob das Interesse bestehen bleibt.
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von schokoliebe »

Zum Üben mit Kind: Fr, Sa und So übe ich mit meiner Tochter zusammen, Mo-Do komme ich leider zu spät aus der Arbeit, nach dem Abendessen ist es dann meist schon 20h bis 20.30h und dann ist sie zu müde (und ich auch).
Früher kam es leider oft zu Tränen wenn ich mit ihr geübt habe, warum weiss ich nicht genau, ich hab sie eigentlich immer gelobt- sie macht meines Erachtens auch tolle Fortschritte, obwohl sie das Üben nicht mag und das Instrument auch nicht, angeblich...Inzwischen lachen wir oft zusammen beim Üben, auch weil ich mit der Bratsche oft nicht mehr mitkomme, wenn ich ihre Stimme mitspiele.
Neulich hat sie auch stolz erzählt (zumindest klang es in meinen Ohren stolz), dass sie nach den Herbstferien anfangen darf Vibrato zu üben.
Ich gebe also die Hoffnung nicht auf, dass es ihr doch zunehmend mehr Freude bringt.

Meine Freude am Instrument kam nicht durch meine Familie sondern durch meinen ersten Freund, dessen ganze Familie (Eltern und drei Kinder und diverse Onkel und Tanten) ein richtiges Familienstreichorchester hatten, das fand ich so toll dass ich anfing Bratsche zu lernen.
Und jetzt ist es mir eine große Bereicherung, neben der Arbeit und Familie im Laien-Orchester zu spielen, und ich bin sehr froh dass ich mich getraut habe, dort anzufangen.
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Amber
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von Amber »

lalelu2 hat geschrieben: 03.11.2023, 13:59 Um nicht alle gleich zu frustrieren, hier mal meine Eefahrungen als offensichtlich zwar vorgebildet aber unengagiertes Elternteil: Kind 1 wollte Keyboard spielen, hat nach zwei Jahren aufgehört, weil kein Spaß. Kind 2 hat Gitarre begonnen, nur selten und nur das nötigste geübt, ist dennoch beim Unterricht geblieben, hat irgendwann, als sie selbst die nötige Reife hatte, entschieden, dass es ihr die Zeit zum Üben wert ist und spielt heute in mehreren Orchestern, und hat sehr gute Ergebnisse in diversen Wettbewerben. Auch Kind 3 geht in den Instrumentenunterricht, übt eher wenig kommt aber voran und hat erste Erfolge. wie es sich bei ihr entwickelt, wird die Zukunft bringen.

Ich selber habe sehr schlechte Eefahrungen, wurde immer zum üben gezwungen, beim Unterricht bloßgestellt, wollte eigentlich immer aufhören und durfte nicht. Habe dann mit 14 auf eigenen Antrieb dann das Instrument gewechselt und war dann motiviert und hatte schnell Erfolge und auch Spaß und spiele heute noch, wenn auch nicht regelmäßig.
Ich wollte daher meine Kinder unter keinen Umständen unter Druck setzen und es scheint ja trotzdem zu funktionieren. Und ja, ich bin ganz klar dafür, die Verantwortung für das üben ans Kind abzugeben. Ich erinnere daran, aber wenn alles andere wichtiger ist, nehme ich das hin und schaue mir langfristig an, ob das Interesse bestehen bleibt.
Da kann ich unterschreiben..

Ich selbst hab als Kind zwei Instrumente gelernt und noch dazu gesungen. Aber alles zu "ernsthaft", die Freude an der Musik ist unter dem Druck verschwunden. Trotz Erfolg, Preisen, sogar Radio und TV. Es hat mir irgendwann keine Freude mehr bereitet, zu viel Druck, fehlende Leichtigkeit. Wenn ich hier von Tränen beim Üben mit dem Kind lese, schnürt sich alles in mir zusammen. Das ist es definitiv nicht wert in meinen Augen.

Mein Sohn hat null Interesse an Musik.
Meine Tochter hat mit 5 Jahren beschlossen, Gitarre lernen zu wollen und macht das bis heute. Ohne Druck, ohne zwanghaftes Üben. Ihr Lehrer ist Autodidakt und vermittelt sein Wissen auf unglaublich lockere Art. Kein wöchentliches "Hast du geübt?" sondern er fragt, ob und was sie die letzten Tage gespielt hat. Und ja, es kommt vor, dass - nachdem sie eine neue Technik begriffen hat - es ohne Üben plötzlich klappt. Manchmal braucht es einfach nur Verständnis und Zeit, und Gefühl für Rhythmus und Musik, um eine Technik zu lernen.
"On ne connaît son chemin que quand on arrive au bout." (Le Destin - Bénabar) 🎶
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von schokoliebe »

Amber hat geschrieben: 03.11.2023, 20:16 [Wenn ich hier von Tränen beim Üben mit dem Kind lese, schnürt sich alles in mir zusammen. Das ist es definitiv nicht wert in meinen Augen.
Naja, Tränen fliessen manchmal schnell. Mir tat es auch leid, dass sie mit der Situation in dem Moment unglücklich war, aber trotzdem bin ich heute froh, dass wir trotzdem zusammen weitergespielt haben. Meine Tochter sagt, dass sie mir zuliebe weiter Geige spielt, und das kann ich tatsächlich annehmen. Sollte es sich in den nächsten 1-2 Jahren nicht ändern, werde ich sie natürlich nicht zwingen weiterzuspielen.
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von Mäusebaby »

Bei uns ist alles freiwillig. Ich hatte sie sogar schon vom Flöten abgemeldet. Das hat hier aber eine irre lange Vorlaufszeit, so dass ich sie auf ihren Wunsch hin wieder angemeldet habe, bevor der Unterricht zuende war.
Liebe Grüße,
Mäusebaby mit ihrem Weihnachtswunderwunschkind (09/2015) und zwei **
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von Elena »

schokoliebe hat geschrieben: 04.11.2023, 13:50
Amber hat geschrieben: 03.11.2023, 20:16 [Wenn ich hier von Tränen beim Üben mit dem Kind lese, schnürt sich alles in mir zusammen. Das ist es definitiv nicht wert in meinen Augen.
Naja, Tränen fliessen manchmal schnell.
Absolut. Wir hatten schon Tränen beim Einradfahrenlernen, beim Reiten, bei der Musik, auf Radtouren, beim Schwimmenlernen... Meist in Situationen, wo man die eigenen Ansprüche schmerzhaft an die Realität anpassen muss. Nichts kam von äußerem Zwang her. Mir tut das auch jedes mal leid, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es gut sein könnte, solche Situationen zu verhindern.
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Re: Welches Instrument spielt ihr?

Beitrag von Ginevere »

In meiner Herkunftsfamilie haben wir irgendwie immer Musik gemacht. An langwieriges Üben erinnere ich mich nicht, aber an gemeinsames Musik machen schon. Zu Hause, in der Kirche oder auf Festen.

Mein Vater spielte Gitarre und Schlagzeug, meine Mutter Querflöte und mein Bruder war so ein musikalisches Wunderkind, das sich selber im Alter von 4 Jahren das Klavier spielen beigebracht hat. Er macht das heute auch beruflich. Ich habe immer am liebsten gesungen.

Daher gehe ich heute immernoch so vor. Ich übe eigentlich immer für einen bestimmten Anlass (momentan zum Beispiel Laterne Lieder auf der Gitarre 😊). Anders würde mir glaube ich die Motivation fehlen.
LG Gini
… mit A🩰 3/09 und E 🏐 3/12
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