Ihr könntet Baum dazu einladenElena hat geschrieben::looooooooooool:Sandküste hat geschrieben:Auch wenn EllenRipley und ich total unterschiedliche Meinungen zu unerzogen haben (bei uns geht es oft recht chaotisch zu - ich finde meine Kidner aber meist wundervoll) - kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir einen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen trotzdem nett miteinander verbringen könnten. Und dass sich keines der Kinder irgendwie gestraft oder bevormundet vorkommen würde. Und keiner würde die Kuchenreste essen müssen
Probieren einfordern ja oder nein
Moderator: britje
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Lösche Benutzer 5914
Re: Probieren einfordern ja oder nein
Und ihr werdet staunen: es gibt genau ein Lebensmittel (exotische internationale Spezialitäten mal ausgenomme), das ich noch nie mochte, als Kind schon verabscheute und immer noch echt abstoßend finde: Milchreis. Ich probiere ihn aber trotzdem jedes Mal wieder, weil ich denke, dass sich Geschmack ja auch ändern kann und wenn ich sehe, mit welchem Heißhunger meine Kinder das verschlingen, kann ich selbst manchmal gar nicht glauben, dass ich dieses Essen nicht mag. 

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Lösche Benutzer 1828
Re: Probieren einfordern ja oder nein
Und? Was soll uns das sagen? Und wie geht es Deinem Darm? Ihr hattet ja wohl die gleiche Erziehung......talismama hat geschrieben:Meine Schwester war auch immer schon extrem mäkelig und ernährte sich morgens, abends und als Zwischenmahlzeit gerne mal von Brot mit Nutella (natürlich kein Vollkorn). Lieblingsgetränk Kakao, später Cola. Sie isst immer noch so und hat mittlerweile eine chronische Darmerkrankung... Kann sich im Leben alles relativieren, muss aber nicht.
Aus Angst vor ganz eventuell unwahrscheinlich eintretenden Gesundheitsschäden, lieber seelischen Zwang ausüben? Oder was soll die Aussage sein?
Ich habe meine Kinder auch nie zum Zähneputzen gezwungen. Sie hätten jetzt alle Karies haben können - haben sie aber nicht. Es gibt so viel Hätte und Könnte im Leben - ich kann doch aber nicht immer nur an Hätte und Könnte denken.
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Lösche Benutzer 5914
Re: Probieren einfordern ja oder nein
Nein, die Aussage ich schlicht und einfach: das sich ein einseitiges Essverhalten durchaus durchziehen kann und sich nicht zwangsläufig verwächst.Sandküste hat geschrieben:Und? Was soll uns das sagen? Und wie geht es Deinem Darm? Ihr hattet ja wohl die gleiche Erziehung......talismama hat geschrieben:Meine Schwester war auch immer schon extrem mäkelig und ernährte sich morgens, abends und als Zwischenmahlzeit gerne mal von Brot mit Nutella (natürlich kein Vollkorn). Lieblingsgetränk Kakao, später Cola. Sie isst immer noch so und hat mittlerweile eine chronische Darmerkrankung... Kann sich im Leben alles relativieren, muss aber nicht.
Aus Angst vor ganz eventuell unwahrscheinlich eintretenden Gesundheitsschäden, lieber seelischen Zwang ausüben? Oder was soll die Aussage sein?
Ich habe meine Kinder auch nie zum Zähneputzen gezwungen. Sie hätten jetzt alle Karies haben können - haben sie aber nicht. Es gibt so viel Hätte und Könnte im Leben - ich kann doch aber nicht immer nur an Hätte und Könnte denken.
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Lösche Benutzer 5914
Re: Probieren einfordern ja oder nein
Ich bin gegen Zwang beim Essen, hatte ich schon mehrmals gesagt. Jedenfalls was mein Verständnis von "Zwang" angeht - für diejenigen, die ein "ich möchte, dass du das probierst, das hast du letzte Woche gerne gegessen, überzeuge dich selbst" als Zwang ansehen, übe ich natürlich Zwang aus.
Und zur Darmerkrankung: meine Schwester muss mit ihren 25 Jahren schon täglich Tabletten nehmen und ich bin überzeugt, dass eine gute Ernährung ihr viel Erleichterung verschaffen würde. Aber da sie eben nicht irgendwann von ihrem einseitigen Essverhalten zu einer gewissen ausgewogenen Weite gekommen ist, ist das jetzt für sie natürlich total schwer und sie nimmt lieber die Tabletten.
Und zur Darmerkrankung: meine Schwester muss mit ihren 25 Jahren schon täglich Tabletten nehmen und ich bin überzeugt, dass eine gute Ernährung ihr viel Erleichterung verschaffen würde. Aber da sie eben nicht irgendwann von ihrem einseitigen Essverhalten zu einer gewissen ausgewogenen Weite gekommen ist, ist das jetzt für sie natürlich total schwer und sie nimmt lieber die Tabletten.
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baum
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
ja, das dachte ich auchtalismama hat geschrieben:Und ihr werdet staunen: es gibt genau ein Lebensmittel (exotische internationale Spezialitäten mal ausgenomme), das ich noch nie mochte, als Kind schon verabscheute und immer noch echt abstoßend finde: Milchreis. Ich probiere ihn aber trotzdem jedes Mal wieder, weil ich denke, dass sich Geschmack ja auch ändern kann und wenn ich sehe, mit welchem Heißhunger meine Kinder das verschlingen, kann ich selbst manchmal gar nicht glauben, dass ich dieses Essen nicht mag.
Ihr könntet Baum dazu einladenElena hat geschrieben::looooooooooool:Sandküste hat geschrieben:Auch wenn EllenRipley und ich total unterschiedliche Meinungen zu unerzogen haben (bei uns geht es oft recht chaotisch zu - ich finde meine Kidner aber meist wundervoll) - kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir einen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen trotzdem nett miteinander verbringen könnten. Und dass sich keines der Kinder irgendwie gestraft oder bevormundet vorkommen würde. Und keiner würde die Kuchenreste essen müssen
ich wüerd die Reste essen
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nido56
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Zunaechst zum Thema: Nein, der Pirat muss nie probieren. Ich frage ihn, aber wenn nicht, ist auch OK. Ich besteche ihn nicht mit Suessigkeiten, bitte ihn aber (sofern ich weiss, dass er ansich kein Problem mit dem angebotenen Essen hat), erst ein paar Loeffel Linsen oder Gemuese oder was weiss ich was zu essen, bevor er sich einen Joghurt aus der Kueche holt. Meist geht er darauf ein, manchmal auch nicht.
Er ist aber insgesamt sehr unkompliziert, was Essen angeht (sein Papa und ich uebrigens auch). Er isst zwar bei weitem nicht alles, aber ausgewogen und unkompliziert. Ich weiss nicht, wie ich reagieren wuerde, wenn er sich jahrelang z.B. nur von trockenen Nudeln und Nutellabrot ernaehren wuerde. Vermutlich wuerde ich da auch nervoes werden und ihn mehr mit dem Thema nerven.
Zum Thema "Expertenwissen": Beruflich habe ich viel damit zu tun, dass alte Theorien hinterfragt und neue entwickeln, ueberprueft und oftmals wieder verworfen werden. Ich sehe, wie oft die Experten sich irren, und dabei kann man auf meinem Gebiet vieles deutlich einfacher ueberruefen als z.B. in der Psychologie. Wahrscheinlich tu ich mich daher insgesamt etwas schwer, wenn jemand mir eine bestimmte Theorie X als unumsteossliche Wahrheit praesentiert. Einige theoretische Ansaetze finde ich interessant und durchaus einleuchtend (z.B. unerzogen, nicht loben...), weiss aber, dass ich das so nicht anwenden koennte, weil ICH mich dabei total unwohl fuehlen wuerde und es einfach nicht zu mir passt.
Ich finde es schade, wenn Leute, die ein bestimmtes Konzept ziemlich radikal leben (sei es "Kinder haben zu gehorchen", sei es "unerzogen"), Leute die anders leben, massiv angreifen, beleidigen oder laecherlich machen. Wenn mir jemand erklaert, ich erziehe mein Kind zu einem verzogenen, lebensuntuechtigen Prinzen, weil ich mich viel mit ihm beschaeftige, auf ihn eingehe, ihm viele Freiheiten lasse etc., dann aergert mich das. Wenn mir jemand vorwirft, ich breche gewaltsam den Willen meines Sohnes, weil ich nicht dem unerzogen-Konzept folge, dann aergert mich das auch. Dabei fuehle ich mich nichtmal wirklich persoenlich verletzt oder verunsichert, aber ich habe bestimmt keine Lust mehr, in die Diskussion einzusteigen. Und das finde ich schade, weil ich naemlich nicht ausschliesse, dass ich aus anderen Erziehungsstilen und Modellen durchaus Anregungen ziehen kann, die mich vielleicht dazu bringen, einiges zu ueberdenken. Aber, wenn man mich erstmal so richtig "abgewatscht" hat, dann mag ich nicht mehr.
Er ist aber insgesamt sehr unkompliziert, was Essen angeht (sein Papa und ich uebrigens auch). Er isst zwar bei weitem nicht alles, aber ausgewogen und unkompliziert. Ich weiss nicht, wie ich reagieren wuerde, wenn er sich jahrelang z.B. nur von trockenen Nudeln und Nutellabrot ernaehren wuerde. Vermutlich wuerde ich da auch nervoes werden und ihn mehr mit dem Thema nerven.
Zum Thema "Expertenwissen": Beruflich habe ich viel damit zu tun, dass alte Theorien hinterfragt und neue entwickeln, ueberprueft und oftmals wieder verworfen werden. Ich sehe, wie oft die Experten sich irren, und dabei kann man auf meinem Gebiet vieles deutlich einfacher ueberruefen als z.B. in der Psychologie. Wahrscheinlich tu ich mich daher insgesamt etwas schwer, wenn jemand mir eine bestimmte Theorie X als unumsteossliche Wahrheit praesentiert. Einige theoretische Ansaetze finde ich interessant und durchaus einleuchtend (z.B. unerzogen, nicht loben...), weiss aber, dass ich das so nicht anwenden koennte, weil ICH mich dabei total unwohl fuehlen wuerde und es einfach nicht zu mir passt.
Ich finde es schade, wenn Leute, die ein bestimmtes Konzept ziemlich radikal leben (sei es "Kinder haben zu gehorchen", sei es "unerzogen"), Leute die anders leben, massiv angreifen, beleidigen oder laecherlich machen. Wenn mir jemand erklaert, ich erziehe mein Kind zu einem verzogenen, lebensuntuechtigen Prinzen, weil ich mich viel mit ihm beschaeftige, auf ihn eingehe, ihm viele Freiheiten lasse etc., dann aergert mich das. Wenn mir jemand vorwirft, ich breche gewaltsam den Willen meines Sohnes, weil ich nicht dem unerzogen-Konzept folge, dann aergert mich das auch. Dabei fuehle ich mich nichtmal wirklich persoenlich verletzt oder verunsichert, aber ich habe bestimmt keine Lust mehr, in die Diskussion einzusteigen. Und das finde ich schade, weil ich naemlich nicht ausschliesse, dass ich aus anderen Erziehungsstilen und Modellen durchaus Anregungen ziehen kann, die mich vielleicht dazu bringen, einiges zu ueberdenken. Aber, wenn man mich erstmal so richtig "abgewatscht" hat, dann mag ich nicht mehr.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Lösche Benutzer 17612
Re: Probieren einfordern ja oder nein
Da hoffe ich doch drauf dass sich das irgendwann ergibt, jetzt wo das Gästezimmer fertig istSandküste hat geschrieben:Auch wenn EllenRipley und ich total unterschiedliche Meinungen zu unerzogen haben (bei uns geht es oft recht chaotisch zu - ich finde meine Kidner aber meist wundervoll) - kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir einen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen trotzdem nett miteinander verbringen könnten. Und dass sich keines der Kinder irgendwie gestraft oder bevormundet vorkommen würde. Und keiner würde die Kuchenreste essen müssen
Jeder findet den Weg der für seine Familie richtig ist, und es gibt für mich einfach Dinge die ein No-Go sind. Schlagen zum Beispiel oder bewusste Demütigung.
Im Endeffekt geht es doch darum dass man eine Situation immer aufgrund seiner eigenen Erfahrungen und Wesensmerkmale heraus beurteilt, und aufgrunddessen auch Entscheidungen für seine Familie trifft.Jeder von uns trägt auch irgendwo sein Päckchen und ist in bestimmten Dingen dünnhäutiger als andere und achtet auf das eine oder andere eben stärker. Uns jeder gewichtet bestimmte Fragen auch anders, hat andere Ziele und Interessen.
Ich denke niemand sollte sich anmaßen andere Menschen aufgrund des Weges den sie für ihre Familie wählen zu beurteilen, denn das kann man nunmal nicht. Was man tun kann ist von sich selbst erzählen und andere Blickwinkel anbieten. Und genau das sollte es auch sein, ein Angebot von dem eine Gruppe profitieren kann. Denn in der Regel kennt man halt nur seinen eigenen Blickwinkel, und ich habe hier schon seeehr viel lernen können durch die Erfahrungen von anderen Menschen ( hey, ich hänge hier rum obwohl mein jüngstes Kind mittlerweile fast näher an Kaffeemilch als an Muttermilch ist, das wird schon einen Grund haben).
Wenn man aber der Meinung ist dass nur die eigene Meinung die richtige ist, hmmm, welchen Sinn macht dann Austausch?
Da kann ich mal ganz Oberlehrerhaft mein Lieblingszitat vom Dalai Lama raushauen:
Wenn Du sprichst wiederholst Du nur das, was Du eh schon weisst. Wenn Du aber zuhörst kannst Du unter Umständen etwas Neues lernen.
Wer seine Erfahrungen einbringt, der spendet neue Ansichten. Insbesondere auch die Erfahrungen auf die man vielleicht nicht stolz ist und als Fehler betrachtet ( wobei ich hier im Thread mit meinen Entscheidungen im Reinen bin, allerdings lasse ich sonst auch gerne Menschen an meinen Selbstzweifeln und Fehlern teilhaben).Die werden vielleicht angenommen, vielleicht nicht. Wer hier Dinge aus dem Kontext reisst und als Fakten raushaut um andere Menschen und deren Weg herabzuwürdigen, wird nichts neues Lernen. Es gibt für mein empfinden Bereiche, in denen auch mal härtere Diskussionen unterhaltsam, anregend und RICHTIG am Platz sind. Gerne auch mit Faktenschlacht und Quellenverweisen und stilistischen Spitzfindigkeiten.
Bei Erziehungsfragen und der Beurteilung von Familiensituationen sollte man da aber m.E. mal einen Ganz runterschalten.
Und um die Kuchenkrümel muss man sich hier eh keine Sorgen machen, darum kümmert sich der Hund. Und wenn man nicht schnell genug ist auch darum, verschmierte Nutellagesichter von Kleinkindern zu waschen.
- Giraeffchen
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Meine spontanen Gedanken dazu waren die:Pelufer hat geschrieben: Obst in Rohform wird nicht gegessen, weil mag ich nicht.
Kuchen geht genau einer. Marmorkuchen. Vollkornbrot ist ihhhhh eklig. Rohes Gemüse? Ihhhhh. Was geht sind trockene Nudeln, Marmorkochen Toast mit Mortadella oder Marmelade und Fruchtzwerge. Das wird auch in die Schule mitgegeben, weil das Mittagessen mag sie da ja auch nicht. Und jetzt kommt sicher irgendwer, der mir erklären kann, dass diese kleine Siebenjährige Prinzessin sich irgendwann einmal gesund ernähren wird, weil das automatisch kommt. Dazu sollte man wissen, die Kleine ust grad mal 1,10 m mit 17kg. Immer die Kleinste immer die Zarteste. Die Eltern unterstützen das Verhalten und werden teilweise richtig biestig wenn nochmal die Nachfrage kommt, ob sie nicht doch probieren mag.
Ehrlich? Da zwinge ich mein Kind doch lieber zwei Stunden am Tag auf Süßigkeiten zu verzichten und wenigstens zu probieren, als hinterher so ein einseitig ernährtes Kind zu haben.
Und ja, da bin ich gerne die böse Mama die ihr Kind zwingt und ihre Macht missbraucht.
Ich würde, ehrlich gesagt, als Eltern auch biestig, wenn jemand von außen in eine offensichtlich bestehende und allgemein bekannte Konfliktsituation eingreift und wegen des Probierens nachfragen würde. Gerade bei so sensiblen Themen empfinde ich Einmischung von außen echt als übergriffig.
Suchen die Eltern denn diesbezüglich Input und Kontakt von außen? Oder werden sie mit 'guten Tipps' quasi ungebeten überrannt?
Was mir aber wichtig wäre, wäre mein Kind betroffen: Ich würde nach der Ursache suchen. Es gibt ja irgendwelche Gründe, aus denen das Kind so viele bestimmte Sachen ablehnt, wie du sie aufzählst.
Vielleicht hat es eine orale Überempfindlichkeit und kann die Körner im Vollkornbrot im Mund einfach nicht ertragen? Vielleicht hat es einen schwachen Muskeltonus und empfindet das Kauen von rohem Obst als übermäßig anstrengend? Vielleicht hat es mit bestimmten Lebensmitteln schlechte Erfahrungen gemacht, hat z.B. nach einem bestimmten Essen einen Virus erwischt und erbrochen und ekelt sich nun aus diesem Grund davor. Gibt es Unverträglichkeiten? Manche Kinder lehnen schon unbewusst bestimmte Lebensmittel ab, die sie nicht vertragen und leider sind oft gesunde Lebensmittel allergener als ungesunde. Und natürlich kann es auch um (unbewusste) Konflikte gehen. Da ist es aber auch die Aufgabe des Erwachsenen zu schauen, ob es irgendwo die Möglichkeit zum Einhaken gibt. Und dafür wiederum ist gute Reflektion notwendig. Es gibt soviele Gründe, die ursächlich sein können, oftmals auch mehrere, die sich vermischen.
Ist da denn mal geschaut worden bei dem Kind?
Die Suche nach den Ursachen würde helfen, das Problem eventuell lösen zu können. Reiner Machtmissbrauch, wie du es schreibst, übt eben doch nur Druck und Zwang aus und definiert das Kind als klein und den Erwachsenen als übermächtig.
Verstehst du, ich kann das auch nur aus meiner Sicht, aus meiner Warte schreiben. Anhand eigener Erfahrungen und anhand derer, die mein Großer und ich zusammen gemacht haben.
Mein Großer hat die oben erwähnten Überempfindlichkeit und Unverträglichkeiten und ein Zwang zu bestimmten Lebensmitteln hätte das Problem ja nicht beheben können. Ihm hat es gut getan, dass ich ihm zugestehen konnte, dass bestimmte Sachen für ihn einfach nicht gehen. Als er älter wurde, konnte er sogar formulieren, dass er bei Lebensmittel xy den Geschmack mag, aber die Konsistenz kaum aushalten kann.
Und wie oft habe ich mir angehört er sei verzogen, man müsse ihn mal zwingen, wir seien ja selber schuld mit unserer laxen Haltung.
Was dazu geführt hat, dass ich mir Einmischung strikt verbeten habe.
Ich kann mir vorstellen, dass es in abgeschwächter Form vielen Menschen so geht, viele haben hier ja auch berichtet von Sachen, die sie schlicht nicht runterkriegen.
Hast du Sorge, dass sich dein Sohn ähnlich entwickeln könnte wie das Mädchen, über das du schreibst?
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nido56
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Das ist die Loesung! Der Pirat hat nach einem Jahr totaler Gemueseverweigerung bei einem Zoobesuch sehr interessiert beobachtet, wie sich die Kamele begeistert auf die Futtermoehren gestuerzt haben, und schliesslich die letzte Moehre selbst verspeist. Ganz offensichtlich mussten die Dinger lecker sein. Seitdem isst er wieder Gemuese.EllenRipley hat geschrieben: Und um die Kuchenkrümel muss man sich hier eh keine Sorgen machen, darum kümmert sich der Hund. Und wenn man nicht schnell genug ist auch darum, verschmierte Nutellagesichter von Kleinkindern zu waschen.
Tiere sind offensichtlich die besseren Vorbilder. Vielleicht sollten wir alle ueber die Haltung eines Minischweins nachdenken. Das Reste- und Kruemelproblem waere damit bestimmt auch geloest.
nido mit dem Piraten (01/2012)
- Giraeffchen
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