Papa beim Vornamen nennen

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Schokolinchen
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von Schokolinchen »

Bei uns ist es umgekehrt. Mein Großer ist ein ausgeprägtes Mamakind. Zu meinem Mann sagt er Papa und zu mir seit etwa einem halben Jahr ganz oft den Vornamen. Wenn er getröstet werden will, wir streiten oder beim Schlafen gehen sagt er Mama, sonst meistens den Namen. Er hat das auch selbst so entschieden und ih lasse ihn machen, weil es mich nicht stört. Es sorgt aber in meinem Umfeld für viel Gelächter und ein Bekannter hat mir gesagt, dass es ihn stören würde, wenn sein Sohn das bei ihm machen würde. Das oben angesprochene Gespräch über das Thema würde bei meinem Sohn allerdings nur dazu führen, dass er sich darauf versteift. Ich denke, das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Beim einen hilft ein Gespräch, beim anderen eher das Aussitzen.
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Sweetpea
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von Sweetpea »

Meine Mutter war damals strikt dagegen, dass wir sie oder unseren Vater beim Vornamen nennen. Da wurden wir jedesmal verbessert und regelrecht gezwungen "Papa" zu sagen. Es fielen so Sätze, wie "Das heißt Papa." Ähm ja... ich finde und fand das furchtbar von ihr. Es ist doch nun mal sein Name und konnte es schlichtweg nicht nachvollziehen, warum ich diesen nicht benutzen dufte. Kann ich heute noch nicht, nur weiß ich mittlerweile, dass es bei meiner Mutter keine Logik gebraucht, es geht allein um ihre Prinzipien.

Von daher empfinde ich es, wir ihr es ja auch schon macht, als sehr wichtig, dem Kind zu sagen, warum der Papa gerne Papa genannt werden möchte. Nur bitte bitte rede nochmal mit deinem Freund, dass ignorieren oder verbessern wirklich gar nicht geht. Wie gesagt, ich empfand das als so schlimm, dass ich mich heute noch daran erinnere, welche unguten Gefühle es in mir auslöste.
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Janka
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von Janka »

Ach,ich finde das ganze soo bekloppt. Echt. :mrgreen: Wer sagt es,dass es so seien muss??

Ich nannte meine eltern schon immer mit vornamen,fand rs irgendwie unlogisch,es nicht zu tun. Dass es meine mutter/vater ist war ja klar, aber es ist für mich der "platz" in der familie... Nenne doch meinen bruder auch nicht "bruder". Ich fand voll befremdlich,dass viele kinder aus meiner klasse nicht die namen ihrer eltern wussten!! Halt papa.... :roll:
Als mein grosser ganz klein war, nannte er mich abwechselnd mami oder janka. Irgendwannmal ist es beim namen geblieben. Mein vater wurde z
B. auch mit namen statt mit opa angesprochen.
Als mein mann dazu kam, wurde er mit vornamen genannt, mein sohn war schon 6. Und die weiteren kinder haben es so übernommen. Mein mann fand es völlig ok, ich erst recht. Er meinte,er würde es komisch finden, wenn der grosse name sagt und der rest papa...wäre vielleicht für den grossen doof. Nur opa ist seit dem zweiten sohn "opa anton", damit wir unterscheiden können, welchen davon man meint. Unsere kleine sagt oft sowas wie " ach,du bist mein liebster papi", das ist voll süss und stört keinen. Sonst sagt sie immer namen.
Was mich nervt,sind die fremden, die dann die kinder verbessern :" das ist nicht janka,das ist mama!". Da sagt ich immer:" doch,natürlich bin ich janka! Das ist mein.name. Dass ich deren mama bin, wissen die ja alle!" ... Grrrrr.

Ich würde es gar nicht dramatisieren,dass euer sohn den pspa per name nennt. Es ist nunmal sein name! Und je mehr man dagegen arbeitet,desto sturer wird der kleine reagieren. Und er ist erst drei! da würde ich echt drüberstehen.
Liebe Grüsse
Janka & die 5

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Kattirina
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von Kattirina »

Sweetpea hat geschrieben:Wie gesagt, ich empfand das als so schlimm, dass ich mich heute noch daran erinnere, welche unguten Gefühle es in mir auslöste.
Hier auch, ich MUSSTE als Kind "Mutti" und "Vati" sagen, denn "Mama" und "Papa" fanden meine Eltern zu "albern" und "babyhaft". Da muss ich wohl 4 oder so gewesen sein, denn ich kann mich noch first-hand dran erinnern, wie seltsam und irgendwie distanzierend ich das fand. (Und distanziert war und ist das Verhältnis auch tatsächlich.) "Mama" und "Papa" klingt viel inniger und liebevoller für mich, "Mutti" und "Vati" finde ich heute noch total peinlich, aber ich habe mich an die Vorgabe gehalten. Irgendwie hat mich das damals sehr verletzt und sogar beschämt, als hätte ich was Schlechtes gewollt (klar - ich wollte ja mit 4 gern was albernes oder babyhaftes sagen, furchtbar!), indem ich eine für mich innigere Anrede verwenden wollte :-(.

Heutzutage freue ich mich, wenn mein Kind mich in der Öffentlichkeit nicht "Kackapupsi" nennt, wir haben grade diese Phase :D. Außer Kackapupsi & Co. liebe ich JEDE Anrede aus dem Mund des Kindes, meistens Mama, bei "Mami" schmelze ich dahin, und wenn das Kind mich beim Namen nennt, bin ich irgendwie total stolz und amüsiert, weil es so erwachsen klingt. Für mich hört sich die Namen-Anrede an wie ein Experiment, als würde das Kind das auch mal ausprobieren wollen um zu sehen, wie es sich anfühlt.

Den o.g. Vorschlag, auf dem Spielplatz mit "Ja, Sohnemann?" zu reagieren, finde ich gut. Ich persönlich kann nicht ganz nachvollziehen, wie jemanden das so stören kann, was Andere anhand des Namens über das Verhältnis denken, außer wenn er selber vielleicht heimliche Zweifel an der engen Verbundenheit zum Kind oder vielmehr an der Innigkeit der Gefühle des Kindes hätte? Hoffentlich liege ich da in Bezug auf den Hahnenpapa von unserer Glucke hier falsch... aber irgendwas nicht-Lapidares muss ja dahinter stecken, hoffentlich kommt der Hahnenpapa drauf, warum ihn das so fertig macht.
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Lauretta
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von Lauretta »

Ich kenne einige Kinder, die ihre Eltern mit Vornamen ansprechen.
Manche ausschließlich, manche im Wechsel mit Mama und Papa.

Ich finde alles ok. Mein Sohn hat recht früh damit angefangen. Erst mit dem Namen seines Vaters, dann mit meinem Namen.
Da ich meine Eltern auch mit Vornamen anspreche, finde ich das total normal.

Viele Mütter fanden es damals merkwürdig als mein Sohn damit anfing. Auf die Frage warum, antwortete mein Sohn: Als ich klein war, hab ich noch Mama gesagt. Ein anderes Mal hat er gesagt, dass ja jeder eine Mama hat, aber eine L. habe nur er.

Für ihn ist es also ein ganz normaler Entwicklungsschritt. Er hat begriffen, dass Mama und Papa Namen haben.
Es war bei uns übrigens keine Phase, die irgendwann wieder vorbei war. Allerdings gab es bei uns auch keine damit verbundenen negativen Gefühle. Wir mögen es beim Namen genannt zu werden.
Meine Tochter wechselt ständig hin und her zwischen den Namen und Mama und Papa. Bei ihr hat keiner mehr gefragt, die Leute wissen ja wie es bei uns üblich ist.

Ich würde mir mehr Verständnis für einen so schlauen kleinen Kerl wünschen. Und dass den Eltern irgendwelche möglichen Gedanken anderer Leute herzlich egal wären.
Dann kann das Kind frei zwischen Name und Papa wechseln ohne dies aus Protest oder Gefallen zu tun oder zu lassen.
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von Schneekugel »

Ich kann ihn da schon verstehen, mich würde das auch echt stressen und ich reagierte nicht auf meinen Rufnamen, als die Grosse mal damit begann :oops:
Genauso wie die Paten oder Grosseltern mit dem Titel angesprochen werden, ich empfinde es als ein Privileg das Mami meiner zweien zu sein. So dürfen nur sie mich nennen, die S. bin ich für ganz viele, aber das Mami nur für meine zwei Wunder.
Schwierig zum erklären irgendwie. Genauso sage ich aber meinem Mami noch Mami, und fände es komisch sie B zu nennen.
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von tania »

der grosse hat uns lange zeit BEIDE ausschliesslich beim vornamen genannt - das fand ich sehr schoen. aber ich glaub, wenn er papa und meinen vornamen sagen wuerde - das faende ich schon komisch.. ich faende wohl tatsaechlich das ungleiche emotional problematisch (und gleichzeitig finde ich, erwachsene sollen sich da nicht anstellen, aber wenn sie es halt tun?? *schulterzuck*).
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von sTanja »

Unser Großer nennt seinen Papa auch beim Vornamen, seit er einen Bruder hat. Da das den Papa auch irritiert hat, hat er nach dem Grund gefragt.
Der Große erklärte dann, sein Babybruder würde ja auch mal Kinder bekommen und ein Papa sein, und dann wüsste man ja nicht wer gemeint ist wenn man Papa sagt.
Der Vorname ist also für ihn die exklusivere Anrede.
Und ehrlich, gerade auf dem Spielplatz drehen sich beim Ausruf Mama bzw Papa immer mehrere Köpfe, ich kanns gut nachvollziehen.
Liebe Grüße
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von Glucke85 »

ich war jetzt eine woche mit den kindern weg verwandschaft besuchen und der papa ist zuhause geblieben. der große hat sich gefreut ihn wieder zu sehen und ihn heute recht häufig papa genannt. mal schauen, wie es sich die nächsten tage einpendelt. gut fand ich, dass mein freund heute nicht auf dieses "papa" bestanden hat, sondern ihm einfach gesagt hat, dass es ihn freut so genennt zu werden.
die tage vor unserer reise hat er den großen immerzu verbessert. der große also: "Sowieso, guck mal...." und mein Freund dann: "Papa". daraufhin hat der Große den satz dann nochmal mit "papa, guck mal..." angefangen :(

was mir im urlaub allerdings aufgefallen ist: meine mutter war mit und ich spreche sie englisch mit "mum" an (sie kommt aus england). und die letzten zwei tage hat der Große sie ebenfalls "mum" (was eher wie ein möhöm klang :lol: ) genannt. er schaut sich also vieles bei mir ab (das war mir auch vorher klar). aber warum fruchtet es dann nicht, wenn ich meinen freund in gesprächen mit den kindern über ihn papa nenne? ich will meinen freund allerdings nicht selbst papa nennen, sondern weiterhin beim vornamen!
Alles Liebe von C. mit dem kleinen Bären (02/11), der kleinen Möhre (06/13), dem wilden Chaoszwerg (5/21) und der Winterüberraschung (02/24)
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Re: Papa beim Vornamen nennen

Beitrag von Sakura »

Glucke85 hat geschrieben:aber warum fruchtet es dann nicht, wenn ich meinen freund in gesprächen mit den kindern über ihn papa nenne?
Ich denke, weil DU ihn im Gespräch mit IHM eben beim Vornamen nennst. Ich nenne meinen Mann oft "Herz" . Seit vielleicht einem Jahr nennt meine Große ihren Vater bevorzugt "Herz", genau so wie ich ihn nenne. Ich find es witzig (wenn die Große zb. quer durch den Supermarkt "Heeeeerz" brüllt :lol: ), und nachdem, was ich hier lese, scheint es eine absolut normale Phase zu sein. Hilft das Deinem Freund, dass er nicht der einzige Vater ist, der beim Namen genannt wird?

Mein Vater war übrigens 37 Jahre alt, als ich geboren wurde. Zusätzlich ist er nicht mit vielen Haaren gesegnet, die auch noch zeitig ergrauten. Wir wurden sehr oft für Opa und Enkelin gehalten, und das, obwohl ich ihn NIE mit Vornamen, sondern IMMER mit "Papa" angeredet habe. Die Anrede hat bei der Einschätzung des Verwandschaftsverhältnisses für Außenstehende keinen Unterschied gemacht.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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