Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
- chennai
- Prof. Dr. SuT
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- Registriert: 04.04.2009, 21:41
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Also ich finde da liegen doch Welten zwischen homöopathischen oder naturheilkundlichen Gaben und Medizin geben. Ich selbst nehm wirklich nur im Notfall Medikamente, halte auch Kopfschmerzen lieber mal aus. Bei den Kindern handhabe ich das auch so. Was ich aber sehr wohl tue, einen Husten- oder Salbeitee bei Erkältungen. Und zwar möglichst bereits bevor es richtig losgeht. Ich weiß, dass das für mich wirkt, und für mich ist das was anderes als Medizin. Genauso sehe ich ein Coolpack, wenn sich ein Kind angestoßen hat - nicht, dass wir das oft verwenden, aber vom Prinzip her hab ich da überhaupt nichts dagegen. Das Aua-Gel kühlt halt auch und wirkt so. Arnika-Gel habe ich selbst nach der Entbindung als absolut super empfunden, daher bin ich auch Arnika-Globuli nicht abgeneigt. Bei uns wird auch erst mal getröstet und heile Segen gesungen, an Kügelchen denke ich erst, wenn gar nix mehr hilft, aber ich würde über andere diesbezüglich nie so urteilen...
Insgesamt bin ich auch nicht mehr so überzeugt von Homöopathie, wie ich es schon mal war, aber ich finde es gerade bei so Kleinigkeiten wie Erkältung etc. auch schwierig, die Wirksamkeit abzuschätzen. Irgendwann hört jede Erkältung so oder so auf... Aber selbst wenn's nur der Placebo-Effekt ist, ist es doch auch nicht schlimm. Und wenn ein Kind dadurch lernt, für alles mögliche Globuli einzuwerfen, dürfte damit ja dann auch nichts Schlimmes passieren. Ich geb meinen Kindern auch regelmäßig Vitamin-D Tabletten, ist das dann auch der erste Schritt zu Medidamentenabhängigkeit? Achja, noch dazu sehen sie, dass ich jeden Morgen meine Schilddrüsenhormone einwerfe...
Insgesamt bin ich auch nicht mehr so überzeugt von Homöopathie, wie ich es schon mal war, aber ich finde es gerade bei so Kleinigkeiten wie Erkältung etc. auch schwierig, die Wirksamkeit abzuschätzen. Irgendwann hört jede Erkältung so oder so auf... Aber selbst wenn's nur der Placebo-Effekt ist, ist es doch auch nicht schlimm. Und wenn ein Kind dadurch lernt, für alles mögliche Globuli einzuwerfen, dürfte damit ja dann auch nichts Schlimmes passieren. Ich geb meinen Kindern auch regelmäßig Vitamin-D Tabletten, ist das dann auch der erste Schritt zu Medidamentenabhängigkeit? Achja, noch dazu sehen sie, dass ich jeden Morgen meine Schilddrüsenhormone einwerfe...
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
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ich will aber
- alter SuT-Hase
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- Registriert: 17.12.2009, 19:07
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Ich habe die Threadstarterin ganz anders verstanden: Trost und Zuwendung sind durchaus ok....als fraglich empfindet sie das Rufen des Kindes nach Kügelchen.
Für meinen Teil finde ich es schwierig das bei anderen zu beurteilen, wir geben Medikamente, wenn der Arzt sie verschreibt - mit dem Gefühl, dass diese damit verantwortlich umgehen und nicht zu viel verschreiben. Ansonsten gibt es bei uns keine Medikamente (für uns Erwachsene natürlich schon
, sondern Zuwendung und Trost und wenn es uns unheimlich ist, gehen wir zum Arzt. Am Ende muss halt jeder für sich entscheiden, wie er es handhabt.
Irgendwann wird wohl jeder von uns merken, dass die Medizin oder Naturheilkunde nicht Alles heilen kann.....
Für meinen Teil finde ich es schwierig das bei anderen zu beurteilen, wir geben Medikamente, wenn der Arzt sie verschreibt - mit dem Gefühl, dass diese damit verantwortlich umgehen und nicht zu viel verschreiben. Ansonsten gibt es bei uns keine Medikamente (für uns Erwachsene natürlich schon
Irgendwann wird wohl jeder von uns merken, dass die Medizin oder Naturheilkunde nicht Alles heilen kann.....
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Lösche Benutzer 17612
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Das Problem das ich habe ist Folgendes: man zeigt dem Kind in dem Fall: beim kleinsten Wehwehchen Medizin. Für homöopathisch arbeitende Menschen IST es ja richtige Medizin, die man im Krankheitsfall gibt. Und das vermittelt man ja auch dem Kind, dass man ihm echte wirkungsvolle Mittel gibt. Wenn es einem Kind echt schlecht geht ( aber nicht sooo schlecht dass es fahrlässig wäre es auf die Art zu versuchen) und man gibt Globuli wo andere Eltern ggf. Fiebersaft oder Schmerzmittel geben, dann ist das was Anderes. Ebenso bei beginnender Erkältung, wenn man hofft noch um den großen Infekt rumzukommen. Aber dem Kind zu vermitteln es bräuchte bei jeden Kratzer zusätzliche Hilfe finde ich nicht gut. Ich gebe Schulmedizin, aber das vielleicht 2-3Mal im Jahr wenn ich das Gefühl habe das Kind leidet zu sehr. Globuli dagegen werden ja gerne inflationär wegen jeder Kleinigkeit gegeben. Aber ein Kratzer oder aufgeschürftes Knie, das sind doch keine Krankheiten. Das sind ganz normale Alltagsbegleiter in der Kindheit . Klar tröste ich mein Kind wenn es hingefallen ist, ich nehme es ernst und spiele nicht herunter. Allerdings versuche ich kein großes Drama drum zu machen , sondern recht normal damit umzugehen und auf keinen Fall eine riesige Inszenierung hinzulegen, für die ich nen halben Notarztkoffer brauche.
Wenn Du Schilddrüsenmedikamente nimmst dann bist Du richtig krank und brauchst diese Medizin, damit es Dir gutgeht. Vitamin D nehmen wir, weil wir zu wenig davon haben. Ein Kratzer braucht-nichts. Der heilt von ganz alleine, ohne Spätschäden zu hinterlassen. Warum kann man ein Kind denn nicht einfach nur trösten sondern muss ihm noch vermitteln dass es nun etwas Zusätzliches braucht, um gesund zu werden??? Ich hab schon Dramen erlebt mit Kindern die sich nicht beruhigen ließen, weil keine Globuli zur Hand waren.
Wenn Du Schilddrüsenmedikamente nimmst dann bist Du richtig krank und brauchst diese Medizin, damit es Dir gutgeht. Vitamin D nehmen wir, weil wir zu wenig davon haben. Ein Kratzer braucht-nichts. Der heilt von ganz alleine, ohne Spätschäden zu hinterlassen. Warum kann man ein Kind denn nicht einfach nur trösten sondern muss ihm noch vermitteln dass es nun etwas Zusätzliches braucht, um gesund zu werden??? Ich hab schon Dramen erlebt mit Kindern die sich nicht beruhigen ließen, weil keine Globuli zur Hand waren.
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Elena
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- Registriert: 05.08.2009, 17:08
Re: Handlungsweise bei
Ganz genau. Und ich finde es wichtig, den Kindern dieses Vertrauen in den eigenen Körper zu vermitteln. Bei meiner einen Tochter sind Schürfwunden gerade sehr dramatisch. Wenn da Trösten nicht gut hilft, dann beschreibe ich ihr, wie jetzt alle kleinen Nothelfer in ihrem Blut zur Wunde unterwegs sind und helfen, sie zuzustopfen und neue Haut zu bauen. Das hilft IMMER und SOFORT.EllenRipley hat geschrieben: Ein Kratzer braucht-nichts. Der heilt von ganz alleine, ohne Spätschäden zu hinterlassen.
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EhMiKS
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
ich kenne das....
ich habe eine bekannte die ihren kindern IMMER bei jedem kleinen miniminiminiwehwehchen sofort hektischst arnikakügelchen reinschiebt und tut als wäre gerade ein arm abgerissen.
und neulich im supermarkt hat sich mein sohn vor einem wagen mit neuer ware der ziemlich ratterte recht doll erschrocken und weinte. daraufhin kam eine frau auf uns zu und bot mir die obligatotischen arnikakügelchen an.
nett, aber wozu??
mmn genau der gleiche unfug wie es in meiner kindheit gerne mal was zu naschen gab nach einer verletzung.
also, ich bin voll bei dir. und ich glaube auch, dass die mütter (und väter) mit ihrem völlig übertriebenem gewese solch ein verhalten bei kindern wie dieses theatralische gejammere wegen eines minikratzers quasi provozieren.
und natürlich trösten wir unser kind wenn es sich was tut. aber ich denke weil wir nicht so ein tüdeletü um sowas machen weint er auch nur wenn es wirklich weh tut und nicht wegen der schönen schau die mami dann danach liefert.
ich habe eine bekannte die ihren kindern IMMER bei jedem kleinen miniminiminiwehwehchen sofort hektischst arnikakügelchen reinschiebt und tut als wäre gerade ein arm abgerissen.
und neulich im supermarkt hat sich mein sohn vor einem wagen mit neuer ware der ziemlich ratterte recht doll erschrocken und weinte. daraufhin kam eine frau auf uns zu und bot mir die obligatotischen arnikakügelchen an.
mmn genau der gleiche unfug wie es in meiner kindheit gerne mal was zu naschen gab nach einer verletzung.
also, ich bin voll bei dir. und ich glaube auch, dass die mütter (und väter) mit ihrem völlig übertriebenem gewese solch ein verhalten bei kindern wie dieses theatralische gejammere wegen eines minikratzers quasi provozieren.
und natürlich trösten wir unser kind wenn es sich was tut. aber ich denke weil wir nicht so ein tüdeletü um sowas machen weint er auch nur wenn es wirklich weh tut und nicht wegen der schönen schau die mami dann danach liefert.
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Lösche Benutzer 17612
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Kühlen tun wir aber beim Kleinen schon, wenn es richtig gekracht hat. Vor Allem am Kopf. Der bekommt sonst riiiiiiesige Beulen, sowas hab ich noch bei keinem Kind gesehen...
- Kleine
- Power-SuTler
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Re: Handlungsweise bei
genau so meine ich das. Ich hätte die Befürchtung meinem Kind so zu vermitteln "alleine bekommst Du das nicht hin, da musst Du was "nehmen""... Und oft entstehen solche Kratzerunfälle ja auch aus "Frustsituationen", also das Kind fällt hin, weil es das, was es eigentlich wollte, nicht hinbekommen hat. Und der Schrei danach ist vielleicht kurzzeitig schmerzbedingt, aber dann kommt einfach die Erkenntnis dazu, dass es das nicht geschafft hat. Und dann gebe ich ihm etwas, Süßigkeit oder Globuli, damit es sich besser fühlt anstatt es zu trösten und ihm so für sein Leben eine Strategie zu vermitteln wie man mit solchen Situationen umgehen kann: sich ärgern und dann wieder selbst beruhigen.EllenRipley hat geschrieben:Das Problem das ich habe ist Folgendes: man zeigt dem Kind in dem Fall: beim kleinsten Wehwehchen Medizin. Für homöopathisch arbeitende Menschen IST es ja richtige Medizin, die man im Krankheitsfall gibt. Und das vermittelt man ja auch dem Kind, dass man ihm echte wirkungsvolle Mittel gibt. Wenn es einem Kind echt schlecht geht ( aber nicht sooo schlecht dass es fahrlässig wäre es auf die Art zu versuchen) und man gibt Globuli wo andere Eltern ggf. Fiebersaft oder Schmerzmittel geben, dann ist das was Anderes. Ebenso bei beginnender Erkältung, wenn man hofft noch um den großen Infekt rumzukommen. Aber dem Kind zu vermitteln es bräuchte bei jeden Kratzer zusätzliche Hilfe finde ich nicht gut. Ich gebe Schulmedizin, aber das vielleicht 2-3Mal im Jahr wenn ich das Gefühl habe das Kind leidet zu sehr. Globuli dagegen werden ja gerne inflationär wegen jeder Kleinigkeit gegeben. Aber ein Kratzer oder aufgeschürftes Knie, das sind doch keine Krankheiten. Das sind ganz normale Alltagsbegleiter in der Kindheit . Klar tröste ich mein Kind wenn es hingefallen ist, ich nehme es ernst und spiele nicht herunter. Allerdings versuche ich kein großes Drama drum zu machen , sondern recht normal damit umzugehen und auf keinen Fall eine riesige Inszenierung hinzulegen, für die ich nen halben Notarztkoffer brauche.
Wenn Du Schilddrüsenmedikamente nimmst dann bist Du richtig krank und brauchst diese Medizin, damit es Dir gutgeht. Vitamin D nehmen wir, weil wir zu wenig davon haben. Ein Kratzer braucht-nichts. Der heilt von ganz alleine, ohne Spätschäden zu hinterlassen. Warum kann man ein Kind denn nicht einfach nur trösten sondern muss ihm noch vermitteln dass es nun etwas Zusätzliches braucht, um gesund zu werden??? Ich hab schon Dramen erlebt mit Kindern die sich nicht beruhigen ließen, weil keine Globuli zur Hand waren.
Ich nehme nicht nur Schilddrüsenhormone und "echte" bzw. tatsächlich benötigte Medikamente stehen für mich auf einem ganz anderen Blatt. Und ich habe auch nichts gegen einen Tee einzuwenden, wenn man erkältet ist oder Magen-Darm-Probleme hat. Mir hilft zB Fencheltee extrem gut...
LG
Anika
mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
Anika
mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
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pokkadis
- möchten wir nicht mehr missen
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- Registriert: 18.11.2010, 13:40
- Wohnort: münchen
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
bei jedem kleinen irgendwas gleich irgendwas reinzustopfen ist meines erachtens ein erster schritt in Richtung medikamentenabhängigkeit. das klingt jetzt irgendwie hart. aber was lernt das Kind: ich tu mir weh. was mache ich? ich steck mir ne pille in den mund, Mama sagt, dann wird es besser. heute sind es zuckerkugeln, und morgen Schmerzmittel.
wir haben übrigens auch so Eltern im Freundeskreis, die, wenn das Kind aua schreit, die Kügelchen rausholen.
und selbst wenn es hilft (ich bin kein verfechter der Kügelchen): der lerneffekt geht in die falsche Richtung.
wir haben übrigens auch so Eltern im Freundeskreis, die, wenn das Kind aua schreit, die Kügelchen rausholen.
und selbst wenn es hilft (ich bin kein verfechter der Kügelchen): der lerneffekt geht in die falsche Richtung.
- chennai
- Prof. Dr. SuT
- Beiträge: 7506
- Registriert: 04.04.2009, 21:41
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Ich versteh einfach nicht, wie der Schritt von Globuli zu Schmerzmittel gehen soll. Wenn der Lerneffekt tatsächlich so heftig (und unumkehrbar) ist, dann bleibt das Kind doch bei den Globuli und nimmt die dann auch als Erwachsener? Denn genauso gut kann ich sonst vom Hustentee den Lerneffekt zum Hustensaft konstruieren und vom Meerwassernasenspray zum Nasivin. Entweder man kann Kindern den Unterschied deutlich machen zwischen unbedenklichen, naturheilkundlichen Mitteln, Vitaminpräparaten und Medizin, dann dürfte der Lerneffekt sich auch nur auf erstere beziehen, oder man kann das nicht, dann kann ich dem Kind aber auch nicht die tägliche Vitamin D Tablette 'verkaufen', ohne gleich Richtung Tablettensucht zu gehen.pokkadis hat geschrieben: heute sind es zuckerkugeln, und morgen Schmerzmittel.
Überhaupt, meint Ihr nicht, dass sich das ausschleicht? Ich kenne kein 7-8-jähriges Kind, das so reagiert.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
Meine Blogs: http://mamafecit.blogspot.com/ und http://minikin-pin.blogspot.com/
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)
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Lösche Benutzer 1828
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Wenn ich an Homöopathie glaube, sind diese Mittel aber eben nicht unbedenklich, denn ich halte sie ja fuer wirksam, fuer echte Medizin. Gebe ich sie einfach mal so, gebe ich ja schon zu, an deren Wirksamkeit Zweifel zu haben.