Wunde Brustwarze,Schmerz nach Stillen, kurz vorne weiß

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

fleurisse
Herzlich Willkommen
Beiträge: 13
Registriert: 16.08.2013, 15:12

Re: Wunde Brustwarze,Schmerz nach Stillen, kurz vorne weiß

Beitrag von fleurisse »

Hallo Kätzchen,

ich stille seit 14 Wochen und möchte noch bis Ende des 6. Monats weiter vollstillen und danach so lange zusätzlich weiterstillen, wie mein Kleiner und ich es beide wollen.
Den Milcheinschuss hatte ich nicht so wirklich mitbekommen. Mit einmal waren meine Brüste etwas praller, weil er anfangs mit Gelbsucht nicht viel getrunken hatte. Aber seitdem er regelmäßig trank, sah ich wochenlang nicht einen Tropfen Milch. Aber es kam ja trotzdem was, er wurde ja satt : -) Inzwischen sehe ich auch ab und an mal Milch an den Brustwarzen. Es ist schon ein Irrglauben, dass die Brüste immer prall sein müssen oder man von außen Milch sehen muss, damit das Baby satt wird.

Tagsüber hatte ich ihn auch fast immer im Tragetuch, damit ich überhaupt etwas machen konnte. Alleine liegen wollte er auch nicht, ist ja normal bei so kleinen Babys. Ach, und die nächtlichen Geräusche kenne ich auch! Er hatte immer so geächzt, gejammert etc. Jetzt ist es schon weniger.
Nachts hatte er die ersten 7 - 8 Wochen teilweise alle zwei Stunden getrunken und das jeweils ca. eine Stunde lang. Also eine Stunde stillen, eine Stunde schlafen... Inzwischen hält er auch mal 4 - 6 Stunden aus, schon eine Wohltat.

Bei Bauchschmerzen hat bei uns Heilwolle ganz toll geholfen. Wir hatten die eh da und ich hatt etwas vom Muckelkissen gelesen, das mit Heilwolle gefüllt ist. Das haben wir "nachgebastelt" und ihm ein großes Stück Heilwolle direkt auf seinen Bauch unter die Kleidung gelegt, Tag und Nacht. Das wärmt, ohne zu warm zu werden und ist sehr gut durch das Lanolin. Es hat wunderbar funktioniert. Ansonsten haben wir die Beinchen an den Bauch gezogen und "Rad gefahren", das half auch ein wenig. Fliegergriff ist auch ganz gut bei Bauchschmerzen. Und ich habe Unmengen an Fenchel-Kümmel-Anis-Tee getrunken (den mag ich eh), das half auch ein wenig.
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Wunde Brustwarze,Schmerz nach Stillen, kurz vorne weiß

Beitrag von blueberry »

Hallo Kätzchen2013,

wenn ich Dir zu Deinen Ausgangsfragen weiterhelfen soll, bräuchte ich noch Antworten auf meine gestellten Fragen. Aber vorab schonmal:
Kätzchen2013 hat geschrieben: Momentan hat sich das mit den weißen Stellen gebessert
das freut mich fü Dich, dann ist das Thema Vasospasmus ja erstmal vom Tisch. Schön :D .
aber er trinkt gefühlt nach wie vor immer sehr lange.
Wie ich oben schon fragte: was heißt denn "sehr lange" in Minuten ungefähr? Reden wir hier eher von 10 Minuten, 30 Minten, einer Stunde, länger? Und: ist das den ganzen Tag über so oder z.B. nur in den Abendstunden?
Was mich jetzt noch interessieren würde: er hat immer starke Blähungen und weint und schreit dabei jämmerlich, vor allem abends, und quält sich richtig.
Wie äußert sich das mit den Blähungen - pupst er?

Abendliche Wein- und Unruhephasen haben viele junge Babys. Oft wollen sie dann sehr oft oder lange oder mit nur kurzen Abständen an die Brust/an der Brust bleiben. Das nennt sich Clusterfeeding und ist nicht ungewöhnlich, sondern hilft Deinem Körper, die Milchmenge auf den Bedarf Deines Babys abzustimmen.
Was empfehlt ihr, damit ich ihm helfen kann?
Allem voran und am allerwichtigsten: Stillen nach Bedarf! :D

Leg Dein Baby möglichst an, bevor es weint, da beim Weinen viel Luft geschluckt wird. Wenn es die ersten Stillzeichen zeigt (Unruhe, Saugbewegungen/Schmatzen, Kopf suchend hin und herbewegen, die Zunge leicht aus dem Mund strecken, Händchen in den Mund stecken), bietest Du ihm die Brust an und lässt es so lange an der ersten Seite, bis es nicht mehr trinkt oder von selbst loslässt. Dann bietest Du die zweite Seite an, die es trinken kann aber nicht muss. Spätestens wenn es weint, versuchst Du es also erstmal mit Stillen.

Wenn Du das Gefühl hast, Dein Baby quält sich mit Blähungen oder hat Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang (und ist dann entspannter, wenn das endlich geschafft ist), könntest Du versuchen, ihm mal die Windel auszuziehen, wenn es unruhig wird, aber trotz angebotener Brust nicht Stillen will (oder beim Stillen weint und ständig an und abdockt). Einfach "unten ohne" an einen gemütlich warmen Ort legen - z.B. auf ein altes Handtuch oder auf den Wickeltisch. Dort kannst Du seine Beinchen anhocken und sacht Richtung Bäuchlein drücken oder auch einfach ein bisschen angewinkelt halten. Auch Radfahrbewegungen ohne Windel können helfen.
Babys sind Traglinge und werden mit Instinkten und Reflexen geboren, die verhindern sollen, dass sie die tragende Person mit Ausscheidungen beschmutzen. Spüren sie im Schritt einen Gegendruck, gehen sie also davon aus, dass sie jetzt gerade nicht beginnen sollten, sich zu erleichtern. Windeln waren von der Natur nicht vorgesehen, machen aber - je nachdem wie voll sie sind und wie eng der Body darüber sitzt - einen ständigen Gegendruck im Schritt. Das kann ein Baby, das dringend mal muss, in ziemliche Bedrängnis bringen. Ihm dann die Windel auszuziehen (je voller die Windel, desto schwieriger das Ausscheiden fürs Baby), kann unheimlich erleichternd sein. (Davon abgesehen kann eine gut sitzende Wegwerfwindel auch ganz schön ins Bäuchlein drücken, was bei Blähungen unangenehm sein kann).

Da Bewegung bei der Verdauung und beim Aufstoßen hilft, ist zudem häufiges und ausgiebiges aufrechtes Tragen Bauch an Bauch mit dem Baby (auf dem Arm oder praktischer: in einer gut sitzenden Tragehilfe oder Tragetuch) hilfreich. Das wärmt auch gleichzeitig Babys Bäuchlein.


Das sind ganz allgemeine Tipps zu Bauchweh und Clusterfeeding. Um Dir genauer zu helfen, bräuchte ich konkrete Antworten auf meine Fragen im Posting vom 18.8. - vor allem die Fragen rund um Gewicht und Zufüttern wären wichtig, da man sich mit unnötiger Zufütterung von Pre - vor allem per Fläschchen (Stichwort "Saugverwirrung") - einen ganzen Haufen unnötiger Probleme ins Haus holen kann, die die anfängliche gefühlte "Entlastung" durch die Flasche, von der Du sprachst, leider schnell ins Gegenteil verwandeln können.
blueberry hat geschrieben:Natürlich kannst und sollst Du gern weiterstillen :) Um Dich sinnvoll zu beraten, brauchen wir von Dir noch einige Informationen. Schau mal im Thread "Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT" und reiche die entsprechenden Infos nach. Wenn Du magst, schauen wir dann hier gemeinsam weiter.
Ich hoffe, Du kannst mit diesen ersten Hinweisen schonmal etwas anfangen. Ich würde mich freuen, Genaueres von Dir zu hören. Wäre das in Deinem Sinne?

LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Kätzchen2013
alter SuT-Hase
Beiträge: 2740
Registriert: 14.08.2013, 13:36
Wohnort: Ba-Wü

Re: Wunde Brustwarze,Schmerz nach Stillen, kurz vorne weiß

Beitrag von Kätzchen2013 »

Hallo blueberry,

das waren schon mal Super allgemeine Hinweise und ich werde das auf alle Fälle testen.

Ich habe auch schon festgestellt, dass er manchmal gleich Stuhlgang hat, sobald er eine frische Windel hat. Das passt genau zu Deinen Aussagen. Noch hat er mehrmals täglich Stuhlgang und muss viel pupsen. Es rumpelt oft auch heftig im kleinen Bäuchlein, bis endlich die Erlösung kommt. Man hört dann sehr gut, ob es ein Pups mit oder ohne Inhalt war.

Hilft es, wenn ich z.b. Fencheltee trinken würde? Einen Stilltee trinke ich nicht.

Was kann ich ihm ggf an Schüsslersalzen oder Globuli geben? Sab simplex nimmt er schon. Aber darüber gibt es ja auch geteilte Meinungen. Zusätzlich nimmt er einmal täglich bigaia.

Tragen im Frl. Hübsch ist tagsüber zwischendurch gut. Sobald er aber so extrem schreit und sich reingesteigert hat bringt auch das nichts. Der arme Kerl kommt richtig ins Schwitzen und wird knallrot.

Heute Nachmittag hat er fast Non Stop getrunken bis dann abends das Schreien los ging. Das meine ich mit viel. Ich habe aber noch kein Tagebuch geführt.

Noch bekommt er jeden Abend sein Fläschchen und es kam zu keiner Saugverwirrung. Für mich ist das immer noch eine gefühlte Entlastung. Er trinkt ganz gierig. Manchmaln30ml oder auch 90ml, wobei ich ihm immer vorher die Brust gebe.

Es ist zwar anstrengend mit dem vielen stillen aber ich bleibe natürlich dran und melde mich bei weiteren Fragen. Danke für die Tipps!
... mit Bübchen 07/2013 und 05/2016
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Wunde Brustwarze,Schmerz nach Stillen, kurz vorne weiß

Beitrag von blueberry »

Hallo Kätzchen2013,

eine Entschuldigung vorneweg: mein Baby ist erkältet und hier lag in den letzten Tagen zudem viel an - ich hab es nicht geschafft, mir genug Zeit zu nehmen, am Stück zu antworten, sondern hab immer mal einen Aspekt beantwortet, wenn ich paar Minuten hatte. Dadurch ist es jetzt sehr lang geworden, sorry :oops: . Ich schick es mal trotzdem ab und hoffe, Du fühlst Dich nicht zugetextet :oops: :
----------------------
Zu Empfehlungen bzgl. Schüsslersalzen oder Globuli müsstest Du bitte Deine Hebamme, Heilpraktiker oder Kinderärztin fragen, dafür bin ich nicht kompetent :wink: .
----------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben: Tragen im Frl. Hübsch ist tagsüber zwischendurch gut. Sobald er aber so extrem schreit und sich reingesteigert hat bringt auch das nichts. Der arme Kerl kommt richtig ins Schwitzen und wird knallrot.
Das Tragen ist nicht nur als "Akutberuhigung" gemeint, auch wenn es als solche natürlich auch oft funktionieren kann. Regelmäßiges und ausgiebiges aufrechtes Tragen, während die tragende Person sich gut bewegt, hilft sehr beim Aufstoßenkönnen (auch noch lange nach der Mahlzeit) und fördert vor allem die Darmpassage. Auch Erwachsene bekommen Verdauungsprobleme, wenn sie sich nicht genug aufrecht (gehend) bewegen. Bei Babys ist es genauso, nur dass sie ihren "Verdauungsspaziergang" noch nicht allein machen können :wink: . Wenn Dein Baby in der Trage aber manchmal völlig aufgelöst weint, dann nimm es natürlich heraus und versuche das Tragen zu einem anderen Zeitpunkt wieder.
-----------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Heute Nachmittag hat er fast Non Stop getrunken bis dann abends das Schreien los ging. Das meine ich mit viel. Ich habe aber noch kein Tagebuch geführt.
Das Trinkverhalten Deines Baby kann ich leider ohne zugehörige Angaben zu Gewicht und Gedeihen usw. wie sie im schon verlinkten Thread "Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT" erfragt werden, nicht in einen vernünftigen Zusammenhang stellen. Darum kann ich dazu leider kaum etwas sagen, sorry.

Vielleicht magst Du etwas genauer beschreiben, wie so ein Stillnachmittag dann abläuft? Wie oft wechselst Du die Seiten, nuckelt Dein Baby überwiegend oder schluckt es regelmäßig? Du schriebst, dass er öfter mal spuckt - kommt das dann am Nachmittag vor, wenn er so lange getrunken hat? Aber wie gesagt: ohne die anderen Angaben fische ich da ziemlich im Trüben :wink: .

-----------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Es ist zwar anstrengend mit dem vielen stillen aber ich bleibe natürlich dran
Es freut mich, dass Du motiviert bist :D . Vergiss nicht, das Ihr noch im Wochenbett(!) seid. Da darf und soll alles andere außer "Babyversorgen", Kuscheln und mit dem Baby Ausruhen (sobald Gelegenheit dazu ist) ruhig ganz weit hintenan stehen. :wink:

----------------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Noch bekommt er jeden Abend sein Fläschchen und es kam zu keiner Saugverwirrung. Für mich ist das immer noch eine gefühlte Entlastung. Er trinkt ganz gierig. Manchmaln30ml oder auch 90ml, wobei ich ihm immer vorher die Brust gebe.
Das klingt ein bisschen nach einem Missverständnis dessen, wie Saugverwirrung zustande kommt. Saugverwirrung im Sinne von "gar nicht mehr an der Brust trinken können" oder gravierenden Trinkstörungen kommt nur selten sofort nach wenigen Fläschchen vor. Es gibt aber recht häufig schleichend beginnende Formen, die in mehr oder minder unfreiwilligem Abstillen münden können:
Vielleicht ändert sich das Trinkverhalten aufgrund leichter Saugverwirrng zunächst so, dass "nur" wunde BW dabei herauskommen, oder das Baby wird "nur" ineffektiver im Trinken und braucht darum sehr lange um genügend Milch aus der Brust zu bekommen. Die Milchbildung nimmt zudem wegen verminderter Nachfrage ab (alles was an Pre vom Kind getrunken wird, wird ja nicht aus der Brust getrunken) und spätestens beim nächsten Wachstumsschub wird aus dem einen Fläschchen täglich schnell zwei oder drei tägliche Fläschchen - Probleme mit dem Trinken an der Brust werden so immer wahrscheinlicher, die gebildete Milchmenge entfernt sich weiter vom tatsächlichen Bedarf usw. usf. ...

Manche Babys beherrschen auch durchaus einige Wochen oder Monate lang beide Trinktechniken (an Flasche UND Brust) scheinbar problemlos nebeneinander - und entwickeln dann eine Präferenz für das eine und lehnen das andere ab. Wenn das Baby z.B. auf einmal die Flasche verweigert, ist das normalerweise kein großes Problem. Wenn es aber die Brust verweigert und nur noch aus der Flasche trinken mag, kommt es auf die Einstellung der Mutter an: manche freut sich, dass ihr sieben Monate altes Baby nun nur noch die Flasche trinkt und sich scheinbar "abgestillt" hat, eine andere ist in der gleichen Situation erschrocken und traurig über das ungewollte Abstillen und fragt dann z.B. hier nach, wie sich die Situation (oft aufwendig und mühsam) retten lässt... .

Es kommt also ein bisschen darauf an, wie Du Dir die Stillzeit vorgestellt hast. Beides ist völlig okay, aber es kann hilfreich sein zu wissen, was auf einen zukommen kann :wink: .
-----------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Er trinkt ganz gierig. Manchmaln30ml oder auch 90ml, wobei ich ihm immer vorher die Brust gebe.
Junge Babys haben einen sehr ausgeprägten Saugreflex, der ausgelöst wird, sobald etwas an ihren Gaumen kommt. Die Brustwarze muss ein Baby aktiv einsaugen, damit sie an den Gaumen stößt und den Reflex auslöst - und sobald das Vakuum löst, rutscht die BW von selbst aus dem Mund. Das ist bei Fläschchen anders. Ein Fläschchen wird dem Baby in den Mund gesteckt, der Saugreflex wird automatisch ausgelöst, das Baby saugt und bekommt Milch, die ein tendenziell in Rückenlage liegendes Baby dann auch runterschlucken muss (!), um wieder Luft holen zu können. Das erzeugt oft den Eindruck, ein Baby hätte noch sehr viel Hunger gehabt, da es die Milch "gierig" nur so herunterschlinge. Mit Hunger hat das aber oft weniger zu tun als mit reflexhaftem Saugen aufgrund des sehr intensiven Reizes am Gaumen (ein Sauger ist ja wesentlich fester als die BW).

-----------------------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Hilft es, wenn ich z.b. Fencheltee trinken würde? Einen Stilltee trinke ich nicht.
Sab simplex nimmt er schon. Aber darüber gibt es ja auch geteilte Meinungen. Zusätzlich nimmt er einmal täglich bigaia.
Stilltee musst Du nicht trinken. Trink einfach, was Dir schmeckt, das hat die beste Wirkung (die nämlich überwiegend darin liegt, sich entspannt hinzusetzen und ein Getränk zu genießen, das einem guttut 8) ). Fencheltee kannst Du gern trinken, wenn Du den Geschmack magst - wichtig ist einzig, dass Du nicht auf die Idee kommst, Deinem Baby Tee zu geben. Ins Baby gehört ausschließlich Milch nach Bedarf :wink: .

Sab kann recht effektiv sein, wenn das Problem tatsächlich in Blähungsschmerzen begründet liegt. Das kannst Du ruhig versuchen.

Bei den Bigaia-Tropfen verstehe ich Deinen Ansatz noch nicht ganz: die sind ja dazu da, eine optimale Darmflora beim Säugling zu begünstigen. Das ist ansich ja ein gutes Ziel, das allerdings durch Vollstillen genauso erreicht wird. Das Füttern mit Pre (auch wenn es nur eine Flasche am Tag ist) steht dem nun wieder entgegen, da Premilch die Darmflora nachhaltig verändert.

-------------------------------------
Kätzchen2013 hat geschrieben:Für mich ist das immer noch eine gefühlte Entlastung.
Ich habe Dich so verstanden, dass es keine Zufütterindikation in Eurer bisherigen Stillgeschichte gibt, Dein Baby vollgestillt problemlos genug zugenommen hat, eine gute Trinktechnik beherrscht und Du die Premilch abends gibst, damit Dein Baby nicht die ganze Zeit an der Brust ist (korrigiere mich gern, wenn ich etwas falsches annehme).

Wenn Du in den anstrengenden Abendstunden gern weiterhin irgendwie zufüttern würdest, weil Dich das gefühlt entlastet, vielleicht wäre folgendes denkbar:
1. Du könntest es mit einer stillfreundlichen Zufüttermethode versuchen. 30-90 ml Milch können z.B. gut per Becherchen gefüttert werden. Wie das geht, findest Du hier.
2. Statt dauerhaft Premilch zu geben, könntest Du zu einer anderen Tageszeit abpumpen (vormittags z.B.) und Deinem Baby Deine Milch am Abend zufüttern (evtl. anfangs ergänzt durch Pre).
3. Um das lange Stillen am Nachmittag "effektiver" zu gestalten, könntest Du es mal mit Wechselstillen versuchen - wobei ich natürlich nicht weiß, ob "zu wenig Milch" überhaupt ein Problem bei Euch ist.

Was meinst Du?

Es ist nicht schlimm, wenn das alles nichts für Dich sein sollte. Du musst hier auch keine weiteren Daten o.ä. posten, wenn Du nicht magst. Das ist völlig in Ordnung :) . Ich würde es dann einfach an dieser Stelle bei den allgemeinen Hinweisen belassen und Du meldest Dich, falls Du nochmal eine Frage hast.

Alles Gute Dir und Deinem Baby :) .
LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Kätzchen2013
alter SuT-Hase
Beiträge: 2740
Registriert: 14.08.2013, 13:36
Wohnort: Ba-Wü

Re: Wunde Brustwarze,Schmerz nach Stillen, kurz vorne weiß

Beitrag von Kätzchen2013 »

Hallo blueberry,

danke für die ausführliche Antwort. Ich konnte wieder einiges davon mitnehmen. Gestern gab es kein Fläschchen!!!

Ich werde die nächsten Tage mal Protokoll führen. Das hat mir auch der Kinderarzt empfohlen. Oft behält man ja nur das negative im Kopf aber bei so einer Übersicht kommt doch auch mal raus, wieviel er am Tag auch schläft und wach ist ohne zu schreien. Es gibt jeden Tag Fortschritte. So lange mache ich weiter mit Stillen, sobald er das möchte.

Was mir aufgefallen ist : wenn Besuch da war öderer woanders unter mehreren Leuten waren, will er fast ständig gestillt werden. Ich denke er spürt, dass die Mama jetzt die Aufmerksamkeit woanders hat und Hat mich durchs stillen für sich alleine. Schon schlau!!!!

Noch ist alles sehr unregelmäßig bei uns und wir haben keinen Rhythmus. Wann kann sich das einspielen und gibt es Tipps um feste Strukturen einzuführen. Er ist jetzt fast 8 Wochen alt.

Was ich immer noch nicht verstehe: tagsüber schläft er still und leise und kann sich auch alleine beschäftigen. Nachts macht er ja immer die seltsamsten Geräusche und kann sich nicht beruhigen. Ist es ihm zu leise oder zu dunkel? Fühlt er sich alleine? D.h. er beginnt die Nacht im Babybay direkt neben mir und landet dann im Bett.

LG Kâtzchen2013
... mit Bübchen 07/2013 und 05/2016
Benutzeravatar
blueberry
Mod a.D.
Beiträge: 11077
Registriert: 03.09.2007, 14:18
Wohnort: Deutschland

Re: Wunde Brustwarze,Schmerz nach Stillen, kurz vorne weiß

Beitrag von blueberry »

Hallo Kätzchen2013,
Kätzchen2013 hat geschrieben:danke für die ausführliche Antwort. Ich konnte wieder einiges davon mitnehmen.
Das freut mich.
Kätzchen2013 hat geschrieben:Gestern gab es kein Fläschchen!!!
Das ist schonmal prima. Womit hast Du denn stattdessen zugefüttert? Mit Becherchen? Oder gelöffelt?

Wenn Du es schon nicht posten magst, so behalte bitte wenigstens selbst das Gedeihen und Gewicht Deines Babys sorgfältig im Blick, wenn Du einmal eingeführte Zufüttermengen (die sich ja unmittelbar auf Deine produzierte Milchmenge ausgewirkt haben), wieder reduzieren möchtest! Angaben dazu, wie das funktioniert, findest Du hier verlinkt: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=119734
Bei Fragen oder Zweifel, ob Dein Kind gut gedeiht, wende Dich bitte an Deine Hebamme oder Kinderarzt.
Kätzchen2013 hat geschrieben:Ich werde die nächsten Tage mal Protokoll führen. Das hat mir auch der Kinderarzt empfohlen. Oft behält man ja nur das negative im Kopf aber bei so einer Übersicht kommt doch auch mal raus, wieviel er am Tag auch schläft und wach ist ohne zu schreien.
Das kann sehr hilfreich sein, um die selektive Wahrnehmung zu überwinden und auch die Zeiten besser im Blick zu behalten, in denen es gut läuft. :)
Kätzchen2013 hat geschrieben:Was mir aufgefallen ist : wenn Besuch da war öderer woanders unter mehreren Leuten waren, will er fast ständig gestillt werden. Ich denke er spürt, dass die Mama jetzt die Aufmerksamkeit woanders hat und Hat mich durchs stillen für sich alleine. Schon schlau!!!!
Naja, da unterstellst Du Deinem Baby aber mehr "Berechnung" und Taktik, als es zu leisten im Stande ist. Dein Baby will nicht stillen, um damit irgendetwas zu erreichen oder Deine Aufmerksamkeit zu binden, oder Dich zu ärgern oder wasweißich. Babys stillen weil sie es in dem Moment gerade brauchen. Soll heißen: weil sie ein Bedürfnis haben, das durch Stillen befriedigt wird. Und daist weit mehr als Hunger oder Durst - sondern z.B. auch Bedarf nach Nähe und Hautkontakt, Rückversicherung, Geborgenheit, Regulation ihrer Nervosität oder Aufregung usw. usf.
Wenn Du woanders bist und/oder viele Menschen triffst, dann sind das sehr viele Eindrücke für Dein Baby. Wo könnte es die daraus vielleicht entstehende Reizüberflutung und Aufregung besser abbauen als an seinem sichersten Hafen: an Deiner Brust :wink:
Kätzchen2013 hat geschrieben:Noch ist alles sehr unregelmäßig bei uns und wir haben keinen Rhythmus. Wann kann sich das einspielen und gibt es Tipps um feste Strukturen einzuführen. Er ist jetzt fast 8 Wochen alt.


Manche Babys entwickeln in der Tat einen Rhythmus. Rein fiktiv könnte dann eine Mutter z.B. sagen: "gegen 22:00 Uhr am Abend schläft mein Baby gewöhnlich beim Stillen ein und schläft dann von Stillmahlzeit zu Stillmahlzeit jedesmal weiter bis gegen 8:00, wobei die ersten Schlafphase meist drei bis vier Stunden geht, danach werden die Abstände glaub kürzer, genau schau ich nicht auf die Uhr. Und meist hat es dann am Tag noch so zwei, drei Schläfchen - ein etwas ausgedehnteres meist am Nachmittag, wenn auch nicht immer, und gegen 17:00 beginnt dann meist eine Cluster-Still-Phase. Im Tragetuch schläft es auch mal einfach so ein - für 10 Minuten oder länger, je nachdem, wieviel ich mich bewege."
Das wäre so ein typischer "Rhythmus" auf den man sich dann auch ein bisschen einstellen kann - bis zum nächsten Schub :lol: :wink: . Am Entspanntesten lebt man mit Baby wahrscheinlich "von Tag zu Tag" und schaut halt einfach, was gerade dran ist und was das Baby gerade braucht. Die meisten Leute wissen ja auch nicht im Voraus, wann sie am nächsten Tag z.B. auf Toilette gehen müssen oder Hunger bekommen werden - es ergibt sich einfach, weil man merkt, wann es so weit ist :wink: . Als Erwachsener kann man dann seine Bedürfnisse noch etwas aufschieben - z.B. mit knurrendem Magen warten, bis Abendessenzeit ist, oder nur schnell ein kleines Überbrückungsbrot essen, weil man weiß, dass es dann in eine Stunde was richtiges gibt. Das können Babys halt noch nicht - deren Bedürfnisse bestehen jetzt und sofort und ganz akut und brauchen darum eine schnelle Lösung.

Tipps, um "feste Strukturen" einzubauen habe ich keine - was genau meinst Du damit?
Kätzchen2013 hat geschrieben: Was ich immer noch nicht verstehe: tagsüber schläft er still und leise und kann sich auch alleine beschäftigen. Nachts macht er ja immer die seltsamsten Geräusche und kann sich nicht beruhigen. Ist es ihm zu leise oder zu dunkel? Fühlt er sich alleine? D.h. er beginnt die Nacht im Babybay direkt neben mir und landet dann im Bett.
Tag und Nacht sind sehr verschiedene Situationen. Die Nacht (wenn die Bezugspersonen schlafen und nicht so gut auf einen aufpassen können) ist in der Menschheitsgeschichte lange viel bedrohlicher gewesen als der Tag - schließlich sind nachts die meisten Raubtiere aktiv, die tags schlafen, es ist kälter, ... . Da half nur eins: Körperkontakt zur Mutter suchen - und um Hilfe rufen, sobald man Mama nicht mehr direkt neben sich spürt. Das ist vielen Babys heute noch genauso deutlich, wie vor 10.000 Jahren... Dass wir heute in sicheren Wohnungen zu Bett gehen, "wissen" unsere Gene nicht :wink:

LG, blueberry
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“