Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

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Himbeere78
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Himbeere78 »

Hier nimmt auch alles durch "Vorleben" seinen erwarteten positiven Gang! Krümel legt auch die Artikel beim Einkaufen aufs Kassenband und ruft laut: Hallo und "das wars" wenn er den letzten Artikel rauflegt. :lol: Offensichtlich mach ich das auch immer. War mir gar nicht bewusst.
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Wortgewitter
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Wortgewitter »

Hier ein sehr zurückhaltendes Kind, das aber als Einziges schon früh 'danke' und 'bitte' zu Leuten gesagt hat. Ich glaube, das macht den Kindern auch Freude, ist ja was Nettes und wird meist nett beantwortet.
In letzter Zeit bitte ich ihn manchmal, freundlicher zu sein mit mir, aber auch da bin ich mir sicher, dass wir selber ab und zu unfreundlich mit ihm sind ('räum jetzt Dein Zimmer auf!' oder sowas...) und das bekommen wir halt gespiegelt.
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bienenmeister
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von bienenmeister »

Panama hat geschrieben:Ist schon interessant wie andere über das Bitte und Danke sagen denken.
Für mich selber ist das genauso normal wie Hallo und Tschüss zu sagen. Ist einfach drinnen und ich persönlich finde das gehört sich teilweise auch so.
Ich erziehe Kinder nicht so das sie wie kleine Roboter immer artig bitte und danke sagen, aber in manchen Situationen sollte es schon so sein. Wenn mein großer z.B. etwas geschenkt bekommt und er reagiert darauf nicht indem er sich bedankt sondern nimmt es einfach so hin, dann könnte ich verstehen wenn der schenkende sich denkt, undankbares Kind, dem schenke ich nichts mehr.
Ein Danke schön hingegen tut keinem Weh und erfreut den schenkenden.

Verstehe ich nicht. Ich erwarte das als Schenkende nicht. Ich mache ja dem KIND ein Geschenk und nicht mir. Gerade die Kleinen verstehen oft nicht, habe ich den Eindruck, was ein Geschenk ist. Mancmal ist ein Gratis Luftballon vom Fastfood Restaurant der Renner, während eine riesige und teure Lego Packung vom Onkel keine Beachtung findet. Ich finde das absolut in Ordnung, Kindern ihre ehrliche und intuitive Reaktion auf Geschenke zu lassen.

Einem Jungen von Freunden haben wir etwas ziemlich teures geschenkt, er hat es nicht beachtet und sich mit dem Geschenk auch nicht auseinandergesetzt. Tage später kam ein Anruf und das DAAANKE kam dann echt von Herzen - in der Schenk-Situation war er einfach gar nicht aufnahmefähig.

Und Menschen die Kindern nichts mehr schenken, weil sie nicht Danke gesagt haben, naja, finde ich schon ganz schön unsympathisch.

Denn ich glaube absolut nicht, das nicht danke sagende Kinder unhöfliche Erwachsene werden, das glaube ich schlichtweg nicht.
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tragmich
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von tragmich »

Elena hat geschrieben:Blöd! Und sehr unsympathisch, dabei kann das arme Kind ja letztendlich nichts dafür...

Ich finde es furchtbar, Kinder zum Bedanken zu zwingen, wenn sie beim Bäcker/Metzger/Gemüsehändler eine Kleinigkeit bekommen zum Beispiel. Gerade für kleine Kinder ist es oft eine große Überwindung, fremden Menschen gegenüber den Mund aufzumachen in solchen Situationen... Ich bedanke mich einfach selbst in solchen Situationen und denke, damit sind dann alle zufrieden. Der Bäcker/Metzger/Gemüsehändler hat nettes Feedback und mein Kind kann mir das Danke einfach nachsprechen, wenn es das möchte - und wenn es das nicht möchte, bleibt es still.
Ich bestehe darauf, dass meine Kinder ein DANKE loswerden wenn sie etwas annehmen. Ich finde das höflich. Ich bekanke mich auch wenn mir jemand etwas gibt. Es ist leider so, dass viele Kinder (und die Eltern) es als selbstverständlich ansehen etwas vom Händler geschenkt zu bekommen.
Wortgewitter
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Wortgewitter »

Aber das Wort hat mit der Haltung nichts zu tun. Und ich finde den Schaden, den man anrichtet, wenn man ein Kind abrichtet, etwas zu sagen, was es in einem bestimmten Alter nicht empfinden KANN - also zu lügen, streng genommen, so gewaltig, dass es den Vorteil, dass das Kind dankbar SCHEINT, hundertmal aufwiegt.
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bienenmeister
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von bienenmeister »

Wortgewitter hat geschrieben:Aber das Wort hat mit der Haltung nichts zu tun. Und ich finde den Schaden, den man anrichtet, wenn man ein Kind abrichtet, etwas zu sagen, was es in einem bestimmten Alter nicht empfinden KANN - also zu lügen, streng genommen, so gewaltig, dass es den Vorteil, dass das Kind dankbar SCHEINT, hundertmal aufwiegt.
Danke!

Bei dem "ein DANKE tut niemandem weh" kann ich auch nicht mitgehen. Wenn ERWACHSENE Menschen sich gekränkt fühlen, weil Kinder ein "Dankeschön" nicht über die Lippen gebracht haben, ganz ehrlich, da frage ich mich wer von den beiden das Kind ist (im Sinne von geitiger Reife) :roll:
tragmich hat geschrieben: Ich bestehe darauf, dass meine Kinder ein DANKE loswerden wenn sie etwas annehmen. Ich finde das höflich. Ich bekanke mich auch wenn mir jemand etwas gibt. Es ist leider so, dass viele Kinder (und die Eltern) es als selbstverständlich ansehen etwas vom Händler geschenkt zu bekommen.
Ganz ehrlich, was kann denn das Kind dafür, dass der Metzger etwas verschenkt? Von einem erwachsenen Menschen erwarte ich, dass er der Situation gewachsen ist und sich bedankt, zum Beispiel smalltalk führt oder lächelt.

Aber von einem Kind? Ich verstehe nicht warum in vielen anderen Dingen (Gott sei Dank!) so gütig mit Kindern umgegangen wird, sich in diesem Punkt erwachsene Menschen aber scheinbar tief GEKRÄNKT fühlen, wenn ein Kind ein Danke nicht leisten kann. Wie kann denn das eigene Selbstwertgefühl DAVON abhängen?
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Kinsale
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Kinsale »

Da kann ich mich nur anschließen, Bienenmeister

@Tragmich: Für ein Kind IST das doch selbstverständlich, es kriegt ja schließlich immer was. Woher soll es denn da wissen, dass das was besonderes ist? Ist es in seiner Welt doch garnicht. Und daran, dass ich es dann zwinge danke zu sagen, wird es bestimmt nicht erkennen, dass irgendetwas keine Selbstverständlichkeit ist. Es kann aber an mir sehen, dass man das in solchen Situationen macht. Und bei uns hat das geklappt.
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Re: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Wortgewitter hat geschrieben:Aber das Wort hat mit der Haltung nichts zu tun. Und ich finde den Schaden, den man anrichtet, wenn man ein Kind abrichtet, etwas zu sagen, was es in einem bestimmten Alter nicht empfinden KANN - also zu lügen, streng genommen, so gewaltig, dass es den Vorteil, dass das Kind dankbar SCHEINT, hundertmal aufwiegt.
Eben!
Das ist auch Gewaltausuebung, wenn man darauf besteht. Halt in einer Form, die die meisten nicht wahrnehmen.

Und: es geht ja auch ohne. Meine Kinder sagen Danke 8)
Der Kleine ist so schuechtern, ich mag mir nicht ausmalen, wie sich das fuer ihn anfuehlen mag. Manchmal frage ichnihn leise, ob er sich bedanken mag. Mal mag er, mal nicht. Er weiss aber, er muss nicht. Manchmal kommt es auch von allein.
Auch Guten Tag muss er keinem sagen. Lediglich im KiGa muessen wir uns "anmelden". Aber dieses erwzungene Handgeben finde ich grauslig.
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MaareMum
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Re: AW: Anerzogenes "Bitte" und "Danke"

Beitrag von MaareMum »

Es kommt ja auch noch auf das Alter drauf an.
Und dieses gekränkt sein wenn Kind nicht danke sagt find ich auch total bescheuert. Ich bedankte mich für mein Kind (gut, mein eigenes Kind ist eh noch zu klein). Das sollte doch erstmal reichen.

Ich hab allerdings auch mal ein Kind drauf hingewiesen, weil es sich nicht bedankt hat. Das war ein ca 10jähriges Mädchen (recht offensichtlich aus sozial schwacher Familie), was alleine einkaufen war und nur winzige Münzen dabei hatte (etwa 7 Euro in fast nur Kupfer, das dauert und nervt). Sie hat an der Kasse zig mal gezählt und es hat halt nicht gereicht aber sie wollte auch nix weglegen. Die Schlange wurde immer länger. Also hab ich ihr einfach die fehlenden 20 cents dazugelegt. Da kam auch null Reaktion. Da hab ich dann auch gesagt: "danke heißt das".

***kurz und knapp vom Handy***
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
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Kinsale
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Re: AW: Anerzogenes

Beitrag von Kinsale »

MaareMum hat geschrieben:Es kommt ja auch noch auf das Alter drauf an.
Und dieses gekränkt sein wenn Kind nicht danke sagt find ich auch total bescheuert. Ich bedankte mich für mein Kind (gut, mein eigenes Kind ist eh noch zu klein). Das sollte doch erstmal reichen.

Ich hab allerdings auch mal ein Kind drauf hingewiesen, weil es sich nicht bedankt hat. Das war ein ca 10jähriges Mädchen (recht offensichtlich aus sozial schwacher Familie), was alleine einkaufen war und nur winzige Münzen dabei hatte (etwa 7 Euro in fast nur Kupfer, das dauert und nervt). Sie hat an der Kasse zig mal gezählt und es hat halt nicht gereicht aber sie wollte auch nix weglegen. Die Schlange wurde immer länger. Also hab ich ihr einfach die fehlenden 20 cents dazugelegt. Da kam auch null Reaktion. Da hab ich dann auch gesagt: "danke heißt das".

***kurz und knapp vom Handy***
Hm, meinst du nicht, das war dem Mädchen unendlich peinlich? Ich hätte da als Kind auch keinen Ton rausgebracht. Nicht, weil ich undankbar war.
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