Der Waldorfthread

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EhMiwE

Re: Der Waldorfthread

Beitrag von EhMiwE »

Also, weil unser KiGa ja ein Elternverein ist, sind wir Eltern schon sehr stark eingebunden. Neben dem regelmäßigen kochen (ungefähr alle 2 Wochen ist man dran), haben alle einen festen Elterndienst (zB Handtücher waschen, Kochplan erstellen, handwerkliche Arbeiten, Gartenpflege etc). Dazu kommen gemeinschaftliche Aufgaben wie Großreinemachen, Renovieren und so. Wenn eine Erzieherin krank ist, müssen Eltern als Ersatz einspringen, weil sonst die Aufsicht nicht gewährleistet ist, und der KiGa dicht machen muss.

Bei uns gibt es 2 Erzieherinnen und eine FSJ. Die FSJ ist immer von 8 - 15 Uhr da, die Erzieherinnen abwechselnd von 8-13 und 10-15 Uhr.
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kaze
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von kaze »

asujakin hat geschrieben:Ah guter Punkt. Einen anthroposophischen Kinderarzt HATTEN wir ganz zu Beginn. Ob es hier einen gibt weiß ich gar nicht aber ich muss ehrlich sagen, dass mir die "normale" jetzt lieber ist. Schon rein menschlich. Unser anthro-Arzt hat auch geimpft und uns und auch das Kind nicht ernst genommen, also irgendwie so gar nicht das was ich unter einem anthroposophischen Arzt verstehe... :?
Habe ich das richtig in Erinnerung und ihr wohnt auch in Tü?
Also in diesem Fall kann ich dir Dr. Mayer-Peiffer allerbesten Gewissens empfehlen. Er ist unser Hausarzt. Seine Praxis ist Am Markt (direkt auf dem Marktplatz im gleichen Haus wie auch Dr. Barner und DR. Asenbauer). Wir sind sehr zufrieden.

Desweiteren gibt es Dr. Lesacher. Er ist gleichzeitig auch Schularzt an der Waldorfschule. Seine Praxis ist in WHO. Er ist auch offizieller Verordner von anthroposophischen Heilanwendungen.
Das kann relevant sein, wenn deine Krankenkasse prinzipiell anthroposophische Heilanwendunge übernimmt sofern sie verordnet sind. Daher kann es sein, dass wir wenn wir ein neues Rezept für Heileurythmie brauchen uns dafür zu ihm überweisen lassen. Ganz zu wechseln kann ich mir nicht vorstellen, was jedoch nicht fachlich begründet ist sondern eine reine Sympathie- und Vertrauensfrage meinerseits.

Generell gibt es auch bei den Anthro-Ärzten Unterschiede. Wir waren ja auch vor dem Umzug zurück nach Tü in einer anthroposophischen Praxis (in Wanne-Eickel). Das Nicht-Impfen wurde von beiden Ärzten ohne weiteres mitgetragen. Beide boten mir an, mehr zu impfen, wenn ich das wünsche. (Mehr = mehr als nur Tetanus).
In Wanne-Eickel wurde einmal Antibiotika verornet, in Tü bei gleicher Diagnose und Symptomatik mit homöopathischen Tropfen geheilt....
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Muschelsucherin
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von Muschelsucherin »

asujakin hat geschrieben:
Hier ist von 7:30 - 16:30 offen. Ausser Freitags, da schließen sie um 13:30 Uhr. Der Höchstbetrag (ich glaube bei 70.000 oder mehr Einkommen/Jahr ist das dann) liegt bei 336.- (ohne Essen) im Monat. Der niedrigste Beitrag bei 76.-
Na, da uns das dann ja bei euch so "treffen" würde, ist es dann für uns hier wohl schon vergleichsweise günstiger.
Aufnahmegebühr waren hier 150€, glaube ich.
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

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asujakin
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von asujakin »

Ja für die Großverdiener ist das dann vielleicht günstiger, aber für die, denen es mehr weh tut finanziell wäre es andersrum (gestaffelt) fairer :wink:

Nochmal eine Frage an die "Erfahrenen"... Bin noch auf der Suche nach Geschenkideen für die Erzieherinnen. Ich würd gern selbst was machen, hab bisher ein paar Ideen aber weiß nicht ob und wie ich dazu komme... Also Filzen werde ich wohl nichts, das machen sie selbst genug. Habt ihr Ideen?
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von turbomary »

Wie wäre es mit selbstgebackenen Kesen dazu einen netten Bio-Weihnachtstee?
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Minchen
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von Minchen »

Ach wie schön, so ein Thread, danke Asu! :D

Habe noch nicht alles nachlesen können, da ich erst heute nach 8 Wochen wieder richtig online bin, wollte uns aber auch mal einreihen. Wir sind seit zwei Monaten im WaldorfKiGa und ich könnte mir nichts anderes mehr vorstellen. Den Kindern geht es so unglaublich gut dort, es ist wunderbar mit anzusehen. :D

Die harten Fakten: wir zahlen 50 Euro dazu pro Kind und eine Baueinlage von 500 Euro (auch pro Kind, die gibt es aber zurück wenn die Kinder in die Schule kommen). Geöffnet ist bei uns von ? (üps, ich weiß gar nicht) bis zur Zeit 16.30 Uhr. Ferien haben wir wie Schulferien, es werden aber teilweise Feriengruppen angeboten. Wir müssen im Jahr 20 Stunden "arbeiten", aber das hat man ja recht schnell zusammen, zumal ich für einige Nähprojekte eingeplant bin.
Wir haben eine Köchin, die Küche ist in die Gruppe meines Großen integriert.

Jaaa, wir haben grad anlässlich Michaeli ein Drachenfest gefeiert. Wir trafen uns am See, es ging dann mit allen zusammen auf ein großes Feld, wor die Kinder alle herumrannten und ihre selbstgemachten Drachen steigen ließen. Anschließend gab es ein Lagerfeuer, frischgebackenes Brot und Punsch, viele Lieder, im Kreis um das Feuer gesungen. Wirklich alles sehr stimmungsvoll und schön!
Jetzt wird das Laternenfest vorbereitet, ich gehe Mittwoch für den Kleinen basteln, der Große macht es schon selbst.
Am ersten Adventswochenende haben wir ein Adventsgärtlein.

Ich bin soooooooooooooo glücklich da, bisher nervt mich NICHTS. Grad heute hab ich meine Jungs ausnahmsweise später holen müssen, weil der Telekommann genau zur Abholzeit kam. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen, bin hingerast und komme an, da finde ich zwei total glückliche Kinder auf der Schaukel, beide gut gelaunt, freuten sich mich zu sehen, keine Tränen, alles ganz wunderbar. Hach. :D
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
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finn
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von finn »

So, nachdem ich schon zweimal hier angefangen hatte zu schreiben und immer unterbrochen wurde, mag ich auch endlich mal erzählen.

Mein Großer geht auch in den Waldorfkindergarten und wir sind sehr zufrieden damit und fühlen uns sehr wohl dort, ich habe das Gefühl, dass es genau das richtige für mein Kind ist. Wir haben auch großes Glück mit den Erzieherinnen. Insgesamt mag ich die Atmosphäre einfach total gerne und ich finde es sehr beeindruckend, wieviel Gedanken sich um Dinge gemacht wird, an die ich noch nie gedacht habe und die aber alle so wichtig sind.

Wir zahlen 157 Euro im Monat, das ist im Verhältnis, was hier ein Kiga kostet schon recht viel. Grundbetrag sind bei uns 130 Euro für die Zeit von 8-12 uhr 30, wer länger bucht, zahlt pro Stunde 10 Euro mehr im Monat. Wer mehr als 2500 Nettoeinkommen (ohne Kindergeld) hat, zahlt allerdings mehr. Pro Monat fallen dann noch 7 Euro Essensgeld an für das Frühstück (wieviel das Mittagessen kostet, weiß ich nicht). Wir haben gebucht von 7 bis halb 2 - mittags ist er selten so lange dort, dafür bringe ich ihn immer schon kurz nach 7.

Bei uns gibt es einige Arbeitskreise und eigentlich soll jedes Elternhaus in einem Kreis mitarbeiten (ich bin jetzt im Hauskreis, da komme ich gerade vom Treffen). Jedes Elternhaus muss einmal im Jahr zum Hausputz kommen (da gibt es 3 Aktionen).

Soviel erstmal von mir, ich les mal nach, was ihr alles so geschrieben habt :D
Liebe Grüße von mir mit den Jungs (12/06 und 10/09)
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finn
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von finn »

Sinchen1985 hat geschrieben:
Fragen:

-Was denkt ihr? Kann eine Schülerin / Schüler der Waldorfschule dem späteren Leistungsdruck unserer Gesellschaft stand halten? Entzieht sie sich diesem später und geht ihren eigenen Weg oder ist sie schlicht nicht in der Lage dazu?
-Fernsehen/Medien sind wohl nicht gut angesehen. Wir nutzen gerne den Fernseher und das Internet/Musik. Müssten wir das abschaffen? Weil verleugnen mag ich es nicht.
So ein späterer Waldorfschulbesuch ist ja sehr teuer. Außerdem wird wohl ein gewisser Einstiegsbetrag von den Eltern jedes Schülers verlangt. Das könnten wir mom. so gar nicht finanzieren. Wie macht/plant ihr das?
-Seht ihr die Gefahr einer Art Parallelgesellschaft, in der das Kind dann aufwächst?
-Darf man dann nur Bio -Sachen nutzen? (Klamotten, Nahrung...). Das versuchen wir, soweit wir es uns leisten können.
Ich mag noch was zu Deinen Fragen schreiben, Sinchen.
Ich denke, dass ein Waldorfschüler auf jeden Fall dem Leistungsdruck standhalten kann - u.U. sogar besser, da die Kinder dort ja (so hoffe ich es zumindest bzw. empfinde es) gerade in ihrer Persönlichkeit mehr gestärkt werden - kommt aber sicher auch wie überall auf die Erzieher/Lehrer an. Aber ich glaube, dass wenn man nicht in der Lage dazu ist, da sicherlich andere Gründe reinspielen als die Waldorferziehung. Und ich kenne eher Leute, die dem Druck der Leistungsgesellschaft nicht standhalten können, die nicht auf einer Waldorfschule waren - aber das mag auch mein persönlicher Eindruck sein.

Ich verleugne nichts und ich habe auch das Gefühl, dass das die wenigsten machen. Wobei wir, auch noch aus anderen Gründen als den Waldorfgründen eher weniger bis gar kein fern sehen (aber eben es auch nicht kategortisch ablehnen). Genauso bei Bio und Spielzeug, wir haben da eine bunte Mischung.

Das mit dem Geld, tja, da denke ich dann drüber nach, wenn es aktuell ist. Einen Einstiegsbetrag gibt es hier soweit ich weiß nicht. Allerdings denke ich doch manchmal mit ein bisschen Schrecken daran, wie es dann ist, ab nächstem Jahr zwei kinder für 157 Euro im Kiga zu haben - das ist schon viel Geld (ein kirchlicher oder städtischer Kindergarten kostet hier ca 70-90 Euro). Und dann mit der Schule, ja, da würden wir sicher auch auf 300 Euro kommen im Monat, das ist schon krass, 300 Euro haben oder nicht haben, aber ich denke, mir wird es das wert sein. Allerdings muss ich mich da über die Schule auch nochmal ganz genau informieren.

Parallelgesellschaft - nö, kommt ja auch darauf an, was man sonst für Kontakte hat und auch da sind wir bunt gemischt und werden/haben auch immer Kontakt zu Leuten die so rein gar nichts mit Waldorf am Hut haben.
Liebe Grüße von mir mit den Jungs (12/06 und 10/09)
Pacific
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von Pacific »

Schöner Thread, und grad zur rechten Zeit!
Jetzt habe ich eure Beiträge gelesen und bin doch sehr zerrissen: Meine Tochter habe ich für April im hiesigen Waldorfkindergarten angemeldet. Erst war ich total begeistert vom Tagesablauf, der Einrichtung und auch der Art der Erzieherinnen. In den anderen Kindergärten machen die Kinder was sie wollen und Frühstück, um nur ein Beispiel zu nennen ist zwischen 8-10 Uhr :shock: -jedes Kind setzt sich hin wann es will. Geht für mich gar nicht, von der Essensqualität mal zu schweigen. Ansonsten: Wir haben keinen Fernseher, Plastik-Düdel-Spielzeug geht mir auf die Nerven etc,...Außerdem finde ich, dass Druck in der Schule früh genung losgeht, von daher habe ich mir für die Kiga-Zeit schon heile WElt für die Maus gewünscht.
ABER: Jetzt habe ich so langsam mitbekommen, wie viel die Eltern eingebunden sind. Da muss ich sagen: Ich habe schon einen Job, einen Mann der viel arbeitet und spät nach Hause kommt und demnächst zwei Kinder und Haus zu versorgen. Ich kann nicht jede Woche basteln, putzen und die Wochenenden auch regelmäßig dran geben. Ganz ehrlich sehe ich einen KiGa auch als Arbeitserleichterung für mich. Jetzt sieht das Ganze eher nach großer Zusatzbelastung aus. Hinzu kommt, dass der WaldorfKiGa hier ein neues Haus bezieht und nun alle zu Spenden in großem Umfang aufgerufen werden. Der Beitrag ist mit 180€+Essen+Vereinsgebühr+Aufnahme etc. eh schon knackig. Zumal ich meine Tagesmutter behalten müsste für die Tage, in denén ich länger arbeiten muss, als der KigA offen hat.
Versteht mich nicht falsch: Ich habe keine Probleme mit regelmäßigem Putzdienst und Elternabenden alle 4 Wochen. Aber wenn ich Eure inhaltliche Begeisterung so lese, frage ich mich, ob ich vielleicht doch zu Alien-mäßig im Waldorfkindergarten wäre. Für mich wäre es immer noch ein Kindergarten, ich würde nicht in dem Konzept so aufgehen, wie es hier einige tun.
Bin ich dann falsch-oder gibt es auch für solche wie uns Platz?
Pacific mit Zappelmaus 03/09
und Kuschelzwerg 12/11
asujakin
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Re: Der Waldorfthread

Beitrag von asujakin »

Natürlich gibt es für "solche wie euch" Platz. Ganz abgesehen von der Frage Pro oder Contra Waldorf ist es doch immer auch eine persönliche Sache, ob man mit diesem speziellen Kindergarten klar kommt oder nicht. Ich persönlich finde ja ein "jeder isst wann er Lust hat" passt nicht so wirklich in's "Konzept" von festen Ritualen und Zeitabläufen nach denen sich die Kinder richten können :wink: Also würde das eher als untypisch sehen und da ist halt wieder der Punkt, dass es einfach auch Auslegungssache ist und stark auf die Pädagogen ankommt.

Da die allermeisten Waldorfkindergärten (oder alle?) eben Vereine sind, ist die Mitarbeit stark gefordert. Bei uns scheint das wirklich noch seeehr gering auszufallen (was ich eigentlich schade finde...) aber das ist auch hier nicht nur eine Waldorfsache sondern ist an freien Schulen/Kindergärten, in den meisten Waldkindergärten und eben privaten Elterninitiativen genauso. Kann natürlich schon sein, dass man für sich dann einfach entscheiden muss, ob man damit klar kommt, Raum und Zeit dafür hat oder schaffen kann oder ob es schlichtweg nicht drin ist. Dann würde ich mir erstmal selbst überlegen wie wichtig es mir ist, dass mein Kind genau DA hingeht und was ich dafür geben kann (nicht nur finanziell), bzw auch einfach das Gespräch mit den anderen Eltern suchen. Gerade wenn ein neues Familienmitglied erwartet wird ist doch klar, dass sich alles verändert. Ich habe unsere Elterngemeinschaft eigentlich als sehr...kooperativ und verständnisvoll in Erinnerung. Wenn da einer halt nicht so kann (aus welchen Gründen auch immer) schaut man, was er dafür leisten kann um nicht ganz aussen vor zu sein. Da würde ich also wohl einfach mal das Gespräch suchen und schauen was die anderen dazu sagen. Gibt es dadurch aber immer wieder Unstimmigkeiten und Probleme wäre eine kirchliche oder städtische Einrichtung evtl. die bessere Wahl!?
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