Kinderliteratur für starke Mädchen

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TrioMom
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von TrioMom »

Elena hat geschrieben:
05.11.2019, 22:06
Ja klar liest man da ewig! Aber wir haben Band 1 am ersten Weihnachtsfeiertag angefangen und dann in den folgenden Wochen/Monaten die anderen Bände vorgelesen. Manchmal durchaus 3 Stunden am Tag.... meist aber nur etwa eine Stunde. Okay, das ist aber jetzt wirklich etwas OT... :oops:
Kann ich da nochmal was zu fragen?
Unsere Bibliothekarin meinte Harry Potter sei erst was ab dem Alter wo sie es selbst lesen könnten ,zum Einen der Antrieb selbst zu lesen würde gefördert und zum Anderen verkrafte das Kind dann auch die Inhalte.
Soweit so gut hat jetzt unser 8 Jähriger gestern Band 1 angefangen.
Ich bin aber skeptisch ,weil ich erstens das gerne für meine 5 jährige mit vorlesen würde ,weil es toll ist und ich es schön finde wenn alle wissen ( vom 3Jährigen mal abgesehen) worum es geht wenn erzählt wird.
Zweitens weiss ich eben nicht ob man pauschal sagen kann ,dass er es schon wirklich versteht,weil er viel nachfragt wie die Zusammenhänge sind und ich dann erstmal gucken muss was er schon weiss.
Und dann finde ich eben nicht mehr,dass es ein grossartiger Motor zum selbst lesen ist wenn er eigentlich nicht gut versteht was er liest.
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Cecily
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von Cecily »

Wir haben die 7 Bände aber den Kindern sehr gerne vorgelesen. Anreiz zum Selberlesen stimmt sicher, aber damit wollten wir nicht warten (und waren uns auch nicht so sicher, wie manche Stellen ohne Begleitung verkraftet werden).
Ja, mir fällt das warten auch sehr, sehr schwer. Tatsächlich stehen auch schon die ersten 3 Bände im Kinderzimmer. Meine darf er nicht, ich hab die deutsche und englische Bücherei-Edition, die darf gerne gelesen werden, aber mit Samthandschuhen.
Unsere Bibliothekarin meinte Harry Potter sei erst was ab dem Alter wo sie es selbst lesen könnten ,zum Einen der Antrieb selbst zu lesen würde gefördert und zum Anderen verkrafte das Kind dann auch die Inhalte.
Das denke ich eben auch. Dass es so wahnsinnig spannend ist, dass man nur noch lesen, lesen, lesen will.

Da gibt es meiner Meinung nach nicht viele Bücher von, gerade nicht für Kinder / Jugendliche.

Mein Patensohn hat jetzt mit 9 den ersten Band durch und bekommt Weihnachten von mir den 2, 8 ist okay. Und dann muss man bedenken, dass die HP-Bücher einen ganz anderen Fokus haben als die Filme. Da sind insbesondere die ersten beiden Teile bei weitem nicht so "gruselig", das ist schon okay.

Entschuldige, ich höre jetzt auf deinen Thread mit HO vollzulabern, zumal es ein interessanter Thread ist!

Elena
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von Elena »

TrioMom hat geschrieben:
06.11.2019, 09:46
Elena hat geschrieben:
05.11.2019, 22:06
Ja klar liest man da ewig! Aber wir haben Band 1 am ersten Weihnachtsfeiertag angefangen und dann in den folgenden Wochen/Monaten die anderen Bände vorgelesen. Manchmal durchaus 3 Stunden am Tag.... meist aber nur etwa eine Stunde. Okay, das ist aber jetzt wirklich etwas OT... :oops:
Kann ich da nochmal was zu fragen?
Unsere Bibliothekarin meinte Harry Potter sei erst was ab dem Alter wo sie es selbst lesen könnten ,zum Einen der Antrieb selbst zu lesen würde gefördert und zum Anderen verkrafte das Kind dann auch die Inhalte.
Soweit so gut hat jetzt unser 8 Jähriger gestern Band 1 angefangen.
Ich bin aber skeptisch ,weil ich erstens das gerne für meine 5 jährige mit vorlesen würde ,weil es toll ist und ich es schön finde wenn alle wissen ( vom 3Jährigen mal abgesehen) worum es geht wenn erzählt wird.
Zweitens weiss ich eben nicht ob man pauschal sagen kann ,dass er es schon wirklich versteht,weil er viel nachfragt wie die Zusammenhänge sind und ich dann erstmal gucken muss was er schon weiss.
Und dann finde ich eben nicht mehr,dass es ein grossartiger Motor zum selbst lesen ist wenn er eigentlich nicht gut versteht was er liest.
Da du fragst, antworte ich mal, evtl. kann ein Mod die HP-Diskussion abtrennen? :oops:

Meine Kleinste war noch nicht mal 5, als wir mit den Büchern angefangen haben, und die Mittlere knapp 6. Die Kleine ist allerdings durch ihre großen Schwestern viel gewöhnt und auch ziemlich weit. Was ich total beeindruckend fand, war, dass sie sämtliche Figuren besser drauf hatte als die Schwestern. Fragt die Große: "Wer war das nochmal, der zusammen mit dem fast kopflosen Nick versteinert wurde?" Die Kleine wie aus der Pistole geschossen: "Justin Finch-Fletchley!" :lol: Auch die vordergründige Handlung selbst hat sie voll verstanden, vor allem in den ersten Bänden. Was schwieriger für sie war, waren große Zusammenhänge zu verstehen, die sich erst über mehrere Bände offenbaren. Das haben aber auch viele Erwachsenen nicht kapiert, die das nur irgendwann einmal gelesen haben. Bei ihr kommt das jetzt so langsam nach, weil sie gerade ständig die Hörbücher hört.

Was kleine Kinder auch noch nicht mitkriegen, ist die Ironie an vielen Stellen. Es gab viele Stellen, bei denen hier nur die Große gelacht hat, weil nur sie schon den Sinn für diesen Humor hatte und sich auch schon an bestimmten sprachlichen Ausdrücken freuen konnte.

Meiner Ansicht nach ist HP sehr vielschichtig und bietet für fast jede Altersgruppe etwas. Es ist eine Abenteuergeschichte, eine Geschichte über Freundschaft, über Liebe, über den Tod, eine Detektivgeschichte, ein Entwicklungsroman... und deshalb kann man sie auch mehrfach lesen bzw. hören und wird immer wieder etwas entdecken. Deshalb finde ich es auch nicht tragisch, wenn sich nicht beim ersten Lesen/Vorlesen der volle Sinn erschließt. Die Grundzüge der Story sollte man natürlich verstehen können, sonst ist es vermutlich doof.

Das Argument, das Buch zum Selberlesen zurückzuhalten wegen der Motivation, ist für mich nicht sehr relevant. Ich habe meine ganze Jugend lesend im Bett verbracht, bevor es HP gab. Ich finde schon, dass es durchaus ähnlich fesselnde Bücher gibt. Wenn es für die Familie passt, würde ich die Bücher daher auch schon vorher vorlesen. Wenn sich das nicht ergibt, ist Selberlesen natürlich auch super. Wobei meine große da für vieles zu empfindlich gewesen wäre! Auch jetzt mit 10 noch... wir haben z.B. beim Vorlesen den Todeskampf von Wurmschwanz leicht abgekürzt, und ich glaube, die Szene am Anfang von Band 7, wo der muggle studies-Teacher umgebracht wird, haben wir stark redigiert... auch Dumbledores Kampf, nachdem er in der Höhle den Zaubertrank getrunken hat, haben wir leicht gekürzt. Und dann haben wir natürlich Tränen getrocknet, bei der Großen schon ganz am Anfang, als klar war, dass Harrys Eltern tot sind, dann, als der Basilisk starb (!), als Sirius starb, als Dumbledore starb etc. Ach ja, die Kleine hat auch geheult, als Aragog starb. 8) Und beim Vorlesen kann man eben auch einfach zwischendurch mal schnell die eine oder andere Verständnisfrage klären. Ich kann mir gut vorstellen, dass der typische 8jährige nicht auf Anhieb alles versteht!
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
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TrioMom
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von TrioMom »

Danke!
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Larala
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von Larala »

Es ist doch auch empfohlen, Kindern, die schon selbst lesen können, trotzdem weiterhin vorzulesen, um die Freude am Lesen zu fördern.

Ich mag Harry Potter auch gern, finde aber, dass es leider überhaupt kein Buch "für starke Mädchen" ist, sondern im Gegenteil sehr klassisch heteronormativ und männlich dominiert ist. Von Molly Weasleys Erziehungsstil will ich gar nicht anfangen... So und jetzt setze ich mich auf meinen Mund und freue mich auf weitere Empfehlungen.
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17

schlangengurke
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von schlangengurke »

Kennt jemand von euch:
"Club der Heldinnen" von Nina Weger und Nina Dulleck, und die
"Mia"-Reihe von Susanne Fülscher
und kann mir dazu etwa sagen, also in Bezug auf das Mädchenbild was dort vermittelt wird?
schlangengurke, die ihr gerne ins Bett schicken dürft, wenn sie nach 22.00 noch im SuT unterwegs ist.
mit Batz und Maus (2009)

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MamaMonster
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von MamaMonster »

Sabina hat geschrieben:
06.11.2019, 09:01
Cecily hat geschrieben:
05.11.2019, 17:37
Hm, vielleicht sollte ich da doch mal reinschauen. Harry Potter hat mich komischerweise nie angesprochen. Ich hatte es sogar schon hier.
MamaMonster, kennst du das Wimmelbuch vom Zürcher Zoo oder der Stadt Zürich? Sind zwar jetzt nicht gerade zum Erzählen und evt. nicht ganz stereotypenfrei (oder doch?) aber einfach lustig zum Anschauen mit vielen Details.
Ja, klar, kenne ich, die Kleine liebt das. Für den Goldjungen sind Wimmelbücher allerdings nicht mehr interessant.
MamaMonster mit Goldjungen (7/14) und Goldmeitli (2/17)
Blog:www.goldwaendlerin.ch

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Sabina
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von Sabina »

Lustig, wir schauen die oft auch noch mit der bald Siebenjährigen an und sie findet immer etwas Spannendes.
Sabina mit Lieblingssohn (*Mai 2010), Lieblingstochter (*Januar 2013) und Lieblingsbaby (*Juli 2017)
https://handwerkerin.blogspot.ch

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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von fritzchen69 »

Ich muss auch nochmal ganz kurz was zu Harry Potter schreiben.
Mich hat es auch irgendwie nie interessiert, aber inzwischen kann ich das so gar nicht mehr verstehen :wink: Ich empfehle wirklich jedem, es einfach mal anzufangen! Sonst hat man echt fast verpasst!

Zum Alter denke ich auch, dass das stark vom jeweiligen Kind abhängt. Meine Tochter ist jetzt 8 - wir haben im Juni angefangen (und sind jetzt bei Band 6 - kommen also gut voran, trotz laut Vorlesen), das war für sie passend. Mein Sohn hat zeitgleich angefangen, er ist schon 13. Früher hat er schon mal die ersten beiden Bände gelesen, da wurde es ihm zu gruselig und er wollte nicht mehr. Gruselig findet es Töchterchen eigentlich gar nicht, nur darf ich manchmal vor lauter Spannung nicht weiterlesen und muss erst schauen, ob was Schlimmes passiert, "damit sie sich drauf einstellen kann" :lol: Das geht beim Selberlesen ja nicht so.
Wenn jemand stirbt, finde ich das z.B. sehr viel schlimmer als beide Kinder. Ich muss da echt manchmal die Tränen runterschlucken. Meine Tochter sagt dann "Mami, nicht traurig sein, sonst wäre es doch das Buch nicht geworden! " :lol:

Zum Ansporn des Selberlesens: Sie liest parallel trotzdem noch selber andere Bücher. Das ist kein Problem. Nur kann sie sich nicht vorstellen, was ich ihr nach HP noch vorlesen kann, wo wir uns jeden Abend darauf freuen ... Das ist einfach nicht zu toppen!

Und zu starken Mädchen : Von Molly Weasley mal abgesehen finde ich schon, dass starke Frauen große Rollen spielen. Bei Hermann gleich angefangen, die ja jeden Jungen in die Tasche steckt :wink:
Lieben Gruß
fritzchen69


Großer Bruder 06.02.06
Kleine Schwester 06.02.11

Elena
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Re: Kinderliteratur für starke Mädchen

Beitrag von Elena »

Molly Weasley ist für mich eine sehr starke, herzliche Frau und Vollblut-Großfamilienmama. Petunia ist die frustrierte Hausfrau, Umbridge eine rücksichtslose Karrieristin, McGonagall eine vergeistigte Intellektuelle, Madame Maxime eine ebenfalls sehr starke, eigenwillige Persönlichkeit und ganz offenbar auch Karrierefrau. Auch wenn vordergründig die Machtposten (Schulleiter von Hogwarts - von Beauxbatons aber eben nicht!, Zaubereiminister etc.) von Männern besetzt sind, bieten die Romane für beide Geschlechter eine extreme Vielfalt an Rollenvorbildern.

Deswegen finde ich die Bücher auch gerade für Jungen toll geeignet - da aus der Perspektive von Harry erzählt wird, kommt sehr gut zum Vorschein, wie verletzlich, unsicher und schwach er sich oft fühlt - allem Heldentum zum Trotz. Gerade bei Harry steht gar nicht seine herausgehobene Stellung als "the boy who lived" im Vordergrund, sondern seine Entwicklung vom vernachlässigten, gemobbten Kind, über den unsicheren, zweifelnden Teenager bis hin zu einem empfindsamen jungen Mann, der Verantwortung übernehmen kann, im Vordergrund. Und Hermine ist nciht nur intelligent und fleißig und damit allen Jungen schulisch überlegen, sondern sie schwingt auch die Faust, wenn sie wütend wird, und nimmt kein Blatt vor den Mund.
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