Nebenwirkungen Ibuprofen

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Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von Socki » 18.02.2018, 13:28

Hallo,

in letzter Zeit hab ich zwei Artikel zu Ibus gelesen und nach etwas Nachdenken teil ich's mal:

http://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz ... 00753.html

http://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz ... 28408.html

Gerade der zweite Artikel legt letztendlich nahe, schon bei Schwangerschaftswunsch kein Ibuprofen mehr zu nehmen, denn wer bekommt schon sofort mit, ob eine Schwangerschaft vorliegt.
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Socki
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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von Socki » 18.02.2018, 13:30

Wie erschreckend gängig die Dinger sind, zeigt schon, dass ich versehentlich die Koseform geschrieben hab. Die Dinger haben eine Koseform. :shock:
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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von SpicyChili2 » 18.02.2018, 18:24

Danke, dass du das gepostet hast. Man hört ja so oft, dass gerade Schwangere auf Ibuprofen zurückgreifen, weil es als unbedenklich gilt. Kein Mensch denkt daran, dass vermutet wird, dass Ibuprofen das ungeborene Kind unfruchtbar machen könnte.
Ich habe in der Schwangerschaft mit meiner kleinen Tochter glaube ich einmal Paracetamol genommen. Ich wünschte wirklich, ich hätte es nicht gemacht, denn das ist auch nicht so unbedenklich wie von den Pharmakonzernen propagiert....
Viele Grüße von SpicyChili

und Lieselotte, dem frechen Flitzezwerg (10/14) , Brummhilde, der knuddeligen Schmusemaus (11/16) und dem sehnlichst herbeigewünschten Krümeldrei unterm Herzen (vET 11/18)

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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von Vronilein » 18.02.2018, 18:35

Dabei aber bitte bedenken, dass auch Paracetamol in der Schwangerschaft nach neusten Studien nicht besser ist.

Ich denke keine Schwangere sollte Schmerzmittel wie Smarties konsumieren, aber wenn man starke Schmerzen hat muss man auch nicht zum Märtyrer werden...
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anirahtaK
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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von anirahtaK » 18.02.2018, 18:39

Habt ihr die Artikel komplett gelesen?
Grad bei dem mit den Eizellen sagten sogar die Wissenschaftler, dass das Ergebnis nicht 1:1 umsetzbar ist. Frisches Gewebe eines abgetriebenen Fötus.
2. Geht es nicht um die Frauen, die mal eine Tablette nehmen wenns richtig weh tut, sondern um Schmerzpatienten mit ner Dosis von 800mg täglich.

Ist absolut nicht vergleichbar und ich finds von einer FAZ eine sehr reißerische Überschrift.

Moppetüte *12.12.12
- eines Tages fällt dir auf, dass du 99% gar nicht brauchst -

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soda
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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von soda » 18.02.2018, 21:02

Mit Artikeln, die ohne reißerisch wirken zu wollen, einfach nur Ergebnisse oder Beobachtungen wiedergeben, kann man in dem Fall kein Publikum begeistern...
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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von Oxymoron » 18.02.2018, 22:11

Ich muss gestehen, dass ich die Artikel nicht überzeugend fand, denn
anirahtaK hat geschrieben:
18.02.2018, 18:39
Grad bei dem mit den Eizellen sagten sogar die Wissenschaftler, dass das Ergebnis nicht 1:1 umsetzbar ist. Frisches Gewebe eines abgetriebenen Fötus.
2. Geht es nicht um die Frauen, die mal eine Tablette nehmen wenns richtig weh tut, sondern um Schmerzpatienten mit ner Dosis von 800mg täglich.
... eben.

Ich hatte in der Schwangerschaft immer großen "Spaß", da ich oft ziemliche Schmerzen hatte und die richtig wirksamen Sachen laut Embryotox nicht erlaubt waren. Da habe ich dann doch zu Ibuprofen und Paracetamol gegriffen. Ich meine... wenn frische Luft, Ausruhen, Pfefferminzöl, Wärmeflaschen nicht mehr helfen, dann bleibt - außer Tabletten - nur Schmerzen aushalten. Und das wollte ich mir nicht geben. :)
Unterwegs mit Knautschbäckchen (11/2015) :tt_ruecken_1:
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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von Judica » 18.02.2018, 22:50

Hier die aktuellen Informationen von embryotox zu Ibuprofen
embryotox hat geschrieben:Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: HOCH


1. Trimenon: Inumfangreichen Untersuchungen zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Ibuprofen im 1. Trimenon und einem erhöhtem Fehlbildungsrisiko. Unbestätigt blieb bisher das in Fall-Kontroll-Studien beobachtete leicht erhöhte Risiko für kardiovaskuläre (Septum-)Defekte und für Fehlgeburten. Dies gilt auch für den behaupteten Zusammenhang zwischen einer Ibuprofeneinnahme am Ende des ersten Trimenon oder zu Beginn des zweiten und dem Auftreten eines Hodenhochstands. Die betreffenden Ergebnisse beruhen auf sehr kleinen Zahlen und die Methodik der Untersuchung wird kritisiert. Allebis heute vorliegenden Daten zusammengefasst, gibt es beim Menschen keine ernsthaften Hinweise auf Teratogenität.

2.-3. Trimenon/Perinatal: Im letzten Drittel der Schwangerschaft können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zum vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus (DA) Botalli beim Fetus führen. Die Empfindlichkeit des DA wächst mit zunehmendem Gestationsalter. Ein Zusammenhang zwischen NSAR und persistierendem pulmonalen Hypertonus beim Neugeborenen (PPHN) wurde diskutiert, bisher aber nicht bestätigt. Auch die fetale und neonatale Nierenfunktion kann bei Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel bis zur Anurie gehemmt werden. Dieser Effekt wird auf eine Minderperfusion der Niere und einen Anstieg des zirkulierenden Vasopressin zurückgeführt. Eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) beim Neugeborenen wird ebenfalls im Zusammenhang mit einer NSAR-Exposition vor der Geburt diskutiert. Vor einiger Zeit veröffentlichte Hinweise, dass eine Einnahme von Ibuprofen am Ende des ersten Trimenon oder zu Beginn des zweiten das Auftreten eines Hodenhochstands begünstige, konnten in unabhängigen Studien nicht eindeutig belegt werden. Die betreffenden Ergebnisse beruhen auf sehr kleinen Zahlen und die Methodik der Untersuchung wird kritisiert.
Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Ibuprofen gehört in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft neben Paracetamol zu den Analgetika/Antiphlogistika der Wahl. Im letzten Trimenon (ab Woche 28) sind NSAR zu meiden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei wiederholter Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel sollte der fetale Kreislauf sonographisch (Doppler-Sonographie) auf Veränderungen der Hämodynamik im Ductus arteriosus kontrolliert und ein Oligohydramnion ausgeschlossen werden.

Besser erprobte Alternativen: keine
viele Grüße von Judica
mit großem Sohn(2004), Tochter (2006) und kleinem Sohn (2009)

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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von Socki » 22.02.2018, 10:50

Da habt ihr völlig recht, die Schlagzeilen der FAZ sind manchmal ganz schön...bunt. :D

Embryotox hat die Informationen zu Ibuprofen zuletzt Ende 2015 bearbeitet, die Artikel beziehen sich hingegen beide auf aktuelle Studien. Und ja, der Artikel, zu den Auswirkungen auf weibliche Föten, betont als allererstes, dass es sich derzeit um einen Verdacht handelt.
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Amber
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Re: Nebenwirkungen Ibuprofen

Beitrag von Amber » 24.02.2018, 10:38

Zur ersten Studie:
Ibuprofen wurde sechs Wochen lang verabreicht, 1200 mg/Tag. "Die Dosierung des Ibuprofens entsprach drei rezeptfrei erhältlichen Tabletten pro Tag. Das Medikament sollte eigentlich nicht über längere Zeit derart hoch dosiert eingenommen werden." Es geht also nicht um Mal eine Schmerztablette, sondern um sehr hohe Dosen über sehr lange Zeit.
Zudem: 31 Teilnehmer. Das ist statistisch so aussagekräftig wie ne Umfrage in einer Schulklasse. Eben nicht verallgemeinerbar da viel zu wenig Teilnehmer.
Die Ergebnisse der ersten Studie sind allenfalls als Hinweise zu sehen, dass weitere Forschung notwendig ist.

Zur 2. Studie:
Durchgeführt an abgetriebenen Föten mit Ibuprofen
"in Dosierungen, die denen entsprechen, wie sie offenbar viele Föten im Mutterleib in den ersten zwölf Wochen ausgesetzt sind – vorausgesetzt die Mütter nehmen die Schmerzmittel über zwei oder mehrere Tage ein, was nach Auskunft der Wissenschaftlerinnen in vielen westlichen Ländern für etwa dreißig Prozent der Frauen zutrifft." Wirklich? Nehmen wirklich 30(!)% der Schwangeren über mehrere Tage Schmerztabletten? Haben die Forscher den Zustand der Föten vor der Gabe beurteilt? Angenommen die Vermutung der Schädigung durch Ibu stimmt, bei einer 30% Quote müssten ja knapp ein Drittel der Föten Vorschädigungen haben. Zudem bin ich überzeugt, dass sich eine Schwangere mit der Entscheidung zur Abtreibung weniger gesundheitsbewusst verhält als eine zukünftige Mutter. Wie wurde das berücksichtigt (z.b. Raucherinnen ausgeschlossen)? Fehlt alles in der Veröffentlichung.

Einen Punkt vergessen die Autoren: auch nicht-behandelte Schmerzen können zu Schäden am Embryo führen (selbst rein psychischer Stress gilt als mögliche Ursache von Fehlgeburten). Man muss in der Schwangerschaft immer das Risiko einer Behandlung dem Risiko der Nicht-Behandlung gegenüber stellen.
"Instead of wondering when your next vacation is, maybe you should set up a life you don't need to escape from." (Seth Godin)
Amber mit dem Drittklässler (Mai 2009) und der Schulanfängerin (Januar 2011)

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