Der super Opa

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08u11
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Der super Opa

Beitrag von 08u11 » 24.01.2018, 12:53

<r>Ich brauche mal Schwarmwissen bzw. Forenmagie um mit einer familiären Situation zurechtzukommen, die mich seit Jahren belastet: Es geht um mein Verhältnis zu meinem Schwiegervater und um die Rolle, die er sich in unserer Familie und vor allem unseren Kindern gegenüber anmaßt:<br/>
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Ich versuche mal alles wichtige dazu zusammenzufassen, ohne übermäßig weit auszuholen: <br/>
Als mein Mann und ich im Juli 2008 geheiratet haben, hatte er zu seinen Eltern nur ein sehr lockeres Verhältnis. Wir waren damals seit fast 5 Jahren zusammen, haben seit fast 1 Jahr zusammen gewohnt, aber ich war mit seinen Eltern noch per Sie und noch nie bei ihm Zuhause gewesen - schlicht, weil beides für ihn damals kaum eine Rolle zu spielen schien. Er selbst beschreibt seine Kindheit als nicht so besonders.<br/>
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Mit der Geburt unseres 1. Sohnes im November 2008 hat sich das recht schnell geändert: Während meine Eltern und meine SchwieMa damals noch gearbeitet haben, hatte mein Schwiegervater als pensionierter Sonderschullehrer viel freie Zeit und auch viel Freude an seinem Enkel. Und ich muss zugeben: da mein Mann und ich beide noch promoviert haben, waren wir froh, wenn der Opa uns häufig besucht und den Zwerg spazieren geschoben hat, so dass auch ich mal in die Bibliothek oder an den Schreibtisch konnte. Auch damals gab es schon immer wieder Situationen mit ihm, die ich nicht so toll fand: zum Beispiel zum Thema Kindersitz. Aber gut, das waren die absoluten Ausnahmen. 2011 ging dann die SchwieMa auch in Rente und Nr. 2 wurde geboren. Großeltern waren sehr häufig da und die Enkel haben sie geliebt. Es gab immer mal wieder unschöne Dinge und Generve, aber das Gleichgewicht hat gestimmt:<br/>
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Dann sind im 2013+2014 einige Dinge passiert, die dieses Gleichgewicht gehörig durcheinandergebracht haben: Das schlimmste im August 2013 der Tod meiner Schwiegermutter <E>:(</E> . Dann kam J. in die Kita und ich habe 2014 eine Halbtagsstelle begonnen und bin im Frühjahr wieder schwanger geworden. Ab Anfang 2014 ging dann unser Verhältnis auch rapide bergab:<br/>
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Der Super-Opa kam weiterhin sehr häufig aber immer an den Wochenenden - dabei hätte ich Mo bis Do dringend Entlastung gebraucht. Meine Terminwünsche sind einfach irgnoriert worden. Seit ich die Frechheit hatte, ihn einmal wirklich zurückzuweisen, macht er Termine einfach an mir vorbei mit meinem Mann aus.
Unser Alltags-Leben ist ihm nicht gut genug. Er will jedes Mal eine riesen Show abziehen: Der tolle Opa, der mit den Jungs im Freizeitpark-Achterbahn fährt - während die Mama alles vorbereitet, Gepäck und Proviant hinterherträgt, sich wünschte, sie wäre liebe beim Arbeiten und sich am Ende zum Dank noch über's Maul fahren lassen oder blöd anmachen lassen muss :evil: .
Ich erwarte nicht, dass er mir den Haushalt macht, wirklich nicht. Aber es gab auch schon einige Situationen, in denen ich wirklich am Rande meiner Kräfte war: hochschwanger, :evil: :evil: , Fieber, kranke Kinder, große Feier und anstatt auch nur einmal zu fragen: wie kann ich helfen? oder vielleicht mal das Geschirr in die Spülmaschine zu räumen, sitzt er breitärschig in unserem Wohnzimmer, und meint mir zu helfen, indem er mit den Kindern spielt. Wenn ich dann endlich auch Zeit für meine Kinder habe, werde ich blöd angemacht :twisted:
Zunächst hatte er auch versprochen, die Jungs zu übernehmen, während ich nach der Geburt der Minimaus in KH bin. Tja, bis ihm dann aufgefallen ist, dass das nicht nur eine riesen Show (wow, der tolle Opa, der übernimmt wirklich alles!) ist, sondern wirklich Arbeit. Dann hat er uns 3 Wochen vorher abgesagt - meinem Mann, nicht mir, obwohl es vorher mit mir ausgemacht war. Meine Mutter kam dann, obwohl selbst krank, am Tag nach einer OP 550km gefahren und hat uns geholfen. Bei rechtzeitiger Absage hätte sie die OP verschieben können. :evil:
Er mischt sich dafür beständig in Dinge ein, die ihn nichts angehen und fährt mir vor den Kindern über den Mund. Dafür, dass ich mit 10 Wochen altem fiebrigem Baby auf Rat des Arztes in die Klinik fahre, muss ich mich vor ihm rechtfertigen. Ich stelle mich ja nur an, der sei nur etwas fertig, wegen der Taufe zwei Tage zuvor - ähm ja, der angebliche Simulant hatte Meningitis, aber das ist dem Super-Opa bis heute egal, kann gar nicht sein, dass er da unrecht hatte. :evil:
Ich habe sehr lange Zeit die Zähne zusammengebissen und geschwiegen. Nur lässt sich soviel Wut, wenn sie einmal angestaut ist, schlecht verbergen. Einmal habe ich ihn dann angefahren, nachdem er im Zusammenhang mit der Einschulung von A. in einer ohnehin schon angespannten Situation (beide Jungs waren zuvor ziemlich schwer krank) eine Unverschämtheit nach der anderen erlaubt hat und dann noch beleidigt war, dass er keine riesen Show abziehen konnte, weil er leider Konkurrenz von der Patentante bekam :D . Da ist er dann einfach tiefsauer abgerauscht.
Wir hatten dann ein 'klärendes' Gespräch, dass aber mehr oder weniger darauf hinauslief, dass ich ich doch nicht so anstelllen solle, er meine dass doch alles nicht so, ich solle ihn halt reden lassen. Hä: Wenn ich ihn 1x kritisiere ist die Hölle los, aber er darf im 5 Minutentakt auf allem herumtrampeln, was mir wichtig und heilig ist?
Leider ist mein Mann keine große Hilfe. Er versucht zu vermitteln. In Wahrheit überredet er aber mich, seinen Vater zufrieden zu stellen und mit ihm großzügig zu sein. Er hat wohl seiner sterbenden Mutter versprochen, den Kontakt zu ihm aufrecht zu erhalten. Allerdings geht das inzwischen deutlich auf Kosten meiner Gesundheit: Mein Blutdruck ist ohnehin grenzwertig und inzwischen reicht der Gedanke an den Super-Opa um ihn sich überschlagen zu lassen :evil: .
Aber mein Mann macht keine klaren Ansagen: er redet sich seinem Vater gegenüber raus, vertröstet ihn damit, dass wir halt viel zu tun haben und leider, leider nicht mehr so viel Zeit für ihn haben und schiebt irgendwie mir die Schuld mit in die Schuhe: ja, sein Vater sei kein einfacher Mann, aber ich brauche mir das ja nicht so zu Herzen zu nehmen. Ich fühle mich aber völlig in der Falle, weil ich mich auch nicht wehren kann: wenn ich ihm freundlich etwas sage, wird es ignoriert. Wenn ich es deutlicher sage, bin ich die böse. Der will seine Show durchsetzen, notfalls halt auch an mir vorbei. Wie es mir geht, ist ihm scheißegal.
Dabei denke ich, eigentlich wäre die Sache doch einfach: Der Opa will die Enkel sehen: dann soll er einen Termin mit MIR ausmachen und sich an MEINE Regeln halten. Wenn nicht, dann kommt er eben nicht - in beiden Fällen kann ich nur gewinnen. Blöderweise sieht mein Mann das irgendwie anders.

Ich bekomme jetzt schon Bauchschmerzen, wenn ich an A.s Erstommunion im April denke. Was kann ich machen, damit die ein schönes Fest wird - vor allem für A. aber auch für uns als Familie? Ich sehe es kommen, dass ich den ganzen Tag am routieren bin und am Ende nach dem 10. blöden Gesülze vom Super-Opa ausflippe. Das hat A. aber nicht verdient. Er leidet ohnehin schon genug darunter, dass ich oft so angespannt bin.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Hoffung im Bauch (Februar 2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)

Anlu
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Re: Der super Opa

Beitrag von Anlu » 24.01.2018, 13:15

Oje. Das klingt ziemlich verfahren und anstrengend. Puh.

Also ich verstehe, dass du dir Unterstützung wünschst und nicht noch mehr Trouble mit dem Opa und wahrscheinlich auch, ich nenne es Mals respektvolles Verhalten dir gegenüber.


So wie du es schilderst, kann er das aber nicht.
Als erstes würde ich versuchen, für mich, meine Wünsche und Erwartungen zu hinterfragen. Vielleicht wäre es gut, du holst dir Unterstützung woanders her. Eine die zuverlässig ist und vielleicht bezahlt wird, so dass du da tatsächlich das fordern kannst, was du brauchst. Und gleichzeitig verabschiede dich innerlich davon, dass dein Schwiegervater dir hilft. ( ich musste das auch lange lernen;))

Dazu würde ich versuchen immer klar zu kommunizieren, was geht und was nicht. Ihm und deinen Mann gegenüber. Wenn der Opa eine Show machen will, dann muss er sich darum auch kümmern, kann es nur dann tuen wenn Zeit dafür ist...

Und der dritte Punkt ist wahrscheinlich, dass du dich selbst ernst nimmst und keine Anerkennung oder Legitimation von ihm brauchst. Und es auch dein Recht ist zu sagen, wenn dir Ton oder Inhalt nicht passt. Bzw. Einfach auch mal gucken ob du ggf. Die Situation verlassen kannst um durchzuatmen.

Dein Mann steht da sicherlich (ohn)mächtig zwischen den Stühlen und unter Druck, wenn er es seiner Mutter versprochen hat. Dennoch seid ihr seine Familie. Redet nochmal in Ruhe, vielleicht auch über konkrete Maßnahmen in der Situation. Z.b. dass Termine mit dir abgesprochen werden, dass ihr ein Codewort oder so habt, wenn das fällt, dass er dann gefordert ist, dass du dann eine Auszeit brauchst oder was für euch eben passend wäre..

Für die bevorstehende Feier könntest du sehen ob du es so stressfrei wie möglich für euch gestalten kannst. Also kuchen mitbringen lassen, von Freunden backen lassen oder Catering oder sonstige Unterstützung. Damit du eben nicht die ganze Zeit am röteln bist, sondern mit dabei sein kannst. Das ist aber ein Punkt der vielleicht nur mittelbar mit deinem.Schwiegervater zu tun hat? Dein Stresslevel aber vielleicht sinkt?
Anja mit Philosoph 9/07, Superheld 1/11 und Sonnenschein 3/15

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Sibi
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Re: Der super Opa

Beitrag von Sibi » 24.01.2018, 13:20

Konkrete Tipps zur Feier habe ich nicht, weil ich nicht so ganz verstanden habe, wie er da die Situation beherrschen kann. Ansonsten mein Rat: Ziehe Dich zurück. Es ist der Vater Deines Mannes. Soll er Termine machen und vorbereiten. Das ist nicht Dein Ding. Und halte es aus, wenn Du seinen Erwartungen nicht entsprichst. Du bist erwachsen. Er entscheidet nicht, wie Du Dein Leben zu führen hast.
Sibi mit Märztochter 2011, Februartochter 2017 und Februarsohn 2017

AnnaKatharina
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Re: Der super Opa

Beitrag von AnnaKatharina » 24.01.2018, 14:20

Ich setz hier mal ein Abo, weil ich nachher vom PC was schreiben mag

08u11
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Re: Der super Opa

Beitrag von 08u11 » 24.01.2018, 15:21

Danke.

Mich selbst ernstnehmen - das kam ja jetzt ein paar Mal, ist sicher ein wichtiger Punkt. Das Problem ist: ich selbst bin sehr sensibel für Ansprüche von außen und tue mir tatsächlich schwer damit, meine eigenen Ansprüche schnell genug wahrzunehmen geschweige denn sie dann auch umzusetzen. Mein Schwiegervater hingegen sieht nur sich selbst und nichts anderes :( . Wenn ich es endlich schaffe, meine Wünsche zu kommunizieren, werden sie ignoriert - so lange, bis ich dann kurz vor dem Zusammenbrechen explodiere. War so in der oben angeschnittenen Situation mit der Einschulung:
Wir sind Samstag aus dem Urlaub gekommen, Einschulung am Donnerstag. Meine Ansage: Gäste ab Dienstag - tja, der Super-Opa kommt am Sonntag - in Absprache mit meinem Mann :evil: . Mein Mann wollte mich dann damit beruhigen: er käme Sonntag nur kurz und würde Montag für sich selbst etwas machen. Auch das hat nicht geklappt: Sonntag vier Stunden und dann werde ich vor Ort nochmal bedrängt, dass er doch Montag auch kommen müsse, er könne doch so toll - Nein! Kann er nicht! Aber dann bin ich die böse!

Dass ich von meinem Schwiegervater wirklich Hilfe erwarte ist lange her. Davon habe ich mich frei gemacht. Der Punkt ist: Mein Mann macht Uni-Karriere 550km von unserem derzeitigen Wohnort entfernt. Ich habe eine halbe Stelle, die Kinder gehen ganztags in Schule und Kita. Die wenige Familienzeit, die da bleibt, möchte ich auch für uns als Familie nutzen und nicht für eine Mega-Show des Super-Opas. Klar: ich dachte lange Zeit: er kann ja immer noch an normalen Wochentagen einfach mal kommen: Um drei (oder von mir aus auch früher schon) die Minimaus abholen, um 4 kommen die Jungs, Kaffeetrinken, spielen, Abendessen und beim Zubett-Bringen helfen bis um 8, das sind immerhin 5 Stunden. Aber das war ihm nie gut genug.
Unsere Kinder sind lange genug außerfamiliär betreut. Großeltern sind super, wenn sie diese Betreuung zum Teil ersetzen, aber halt nicht, wenn sie die wenige noch übrige Elternzeit madig machen. Bei meinen Eltern funktioniert das auch - obwohl die Dank Pflege meiner Oma viel mehr eingespannt sind.

Wir sind gerade auf der Suche nach einer Putzhilfe. Das wird meine Situation sicher generell ein wenig entlasten und mich auch ein wenig enstpannen. Im vollbeschäftigten Bayern aber tatsächlich gar nicht so einfach. Für die Erstkommunion selbst weiß ich nicht so recht: Leider weiß meine Mutter noch nicht einmal, ob sie selbst kommen kann - weil dann ja die Oma den ganzen Tag allein zu Hause ist. Ich hoffe, da findet sich noch eine Lösung - nicht nur weil ich Hilfe brauche. Essen wird geliefert und für Kaffee schickt meine Mutter etwas oder ich mache was, was sich gut vorbereiten lässt. Aber das ist auch so eine Sache: meine Eltern pflegen seit sie in Rente sind meine Großeltern (inwzischen nur noch meine Oma) und sind trotzdem immer da, wenn meine Schwester oder wir Hilfe brauchen. Wenn bei uns irgend etwas anliegt meint mein Mann inzwischen: Ach, da frag' doch mal Deine Eltern. Ähm: Wieso fragt er nicht mal seinen Vater? Oder macht es selbst?

Unsere Jungs sind inzwischen gar nicht mehr so wild auf den Opa: A. ist sehr sensibel und leidet total unter meiner Anspannung. Außerdem brauchen beide Jungs inzwischen jemanden auf Augenhöhe und das kann mein SchwieVa nicht. Geschenke gibt's bei ihm nur, wenn er damit eine Show machen kann. Also einen ach so tollen Einkaufsbummel mit dem Super-Opa. A. hat Anfang Nov. Geburtstag Ende Oktober war der Opa da. Er: Dann gehen wir zusammen in den Buchladen und ich kaufe Dir was zum Geburtstag! A. zögernd: Wir haben gar keine Zeit für Buchladen und ich habe gerade genügend zu lesen. Außerdem wünsche ich mir zum Geburtstag eine Überraschung, die schön eingepackt ist. Dann hat ihn der Opa belehrt, dass es zum Geburtstag keine Überraschungen brauche. Tja, schön, dass der Opa bestimmt, über was sich A. gefälligst zu freuen hat.
Für die Minimaus ist der Opa natürlich toll: jemand der einfach viel Zeit hat und mit ihr spielt. Aber: mein Vertrauen in ihn ist inzwischen so erschüttert, dass ich da nicht mehr so viel von halte: wenn ich jemandem ein Kleinkind anvertraue möchte ich schon, dass meine Ansagen wahr- und ernstgenommen werden.

Sibi, wir machen es im Augenblick so, dass nur noch mein Mann mit ihm Termine macht. Allerdings hat mein Mann an sich kaum Familienzeit und ich möchte ungern zu viel davon abgeben. Im letzten war war der Opa dann 2x da während ich auf Fortbild war - das wird dieses Jahr aber nicht sein. Außerdem heißt es dann halt, dass er per se nicht zu Festen und Feiern kommt, denn die sind mein Revier und werden von mir auch mit großem Elan vorbereitet.

Tatsächlich beherrschen kann er die Erstkommunion wohl nicht, das stimmt. Das ist eher ein Problem meiner Phanatasie: Er war Weihnachten 2014 bei uns, ich damals hochschwanger und ziemlich fertig, hatte das Fest aber trotzdem mit viel Liebe vorbereitet, weil mir das wichtig war. Ich hatte mich total auf die Zeit unterm Tannenbaum gefreut, das gemeinsame aufbauen vom Spielzeug, ... .
Dann waren die Jungs natürlich überdreht, der Gottesdienst am Spätnachmittag anstrengend und dann hat der Opa :evil: beschlossen, dass die Jungs jetzt eigentlich schon zu müde sind, und wir jetzt alles doch lieber schnell hinter uns bringen sollten :evil: Äh, nein! Die Jungs haben sich schnell wieder erholt, aber der Opa saß dann den ganzen abend beleidigt am Tisch und hat vor sich hingebrabbelt, dass die Kinder jetzt mal in's Bett müssten - hallo, was geht den das an??? In Wahrheit hatte er sich wohl so schön vorgestellt, dass er am ersten Feiertag mit den Jungs zusammen das neue Playmo aufbaut, während die Mama in der Küche schön das Festessen vorbereitet und dem Opa auch so dankbar ist, weil er sie ja so toll entlastet. Leider bin ich Mama und nicht Köchin!

Auszeit habe ich mir dann genommen: Das hieß dann aber, dass ich heulend im Bett lag, während der Super-Opa unterm Tannenbaum saß und mit den Kinder Weihnachten gefeiert hat :evil:

Daher: Auszeiten gehen auch nur an normalen Tagen, nicht an Festen! Codewort klingt super - leider ist mein Mann, wenn er nicht unmittelbar gebraucht wird, meistens im 2. Stock in seinem Büro :( .

Ach Mann, irgendwie total verfahren und gleichzeitig weiß ich aus dem Schwieger-Threat das viele von uns ähnliche oder sogar noch schlimmere Exemplare haben. Wahrscheinlich bin ich zu empfindlich, aber ich kann nicht aus meiner Haut und ich habe auch nicht vor, meine Empfindlichkeiten runterzuschlucken, während er seine kultiviert.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Hoffung im Bauch (Februar 2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)

AnnaKatharina
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Re: Der super Opa

Beitrag von AnnaKatharina » 24.01.2018, 15:29

Liebe Nina,

ich habe als es mit meinen Schwiegereltern so eskaliert ist, viel in einem Forum gelesen, wo sowas Thema ist. Und von dort ist bei mir der Satz hängengeblieben:
"Du hast nicht (primär) ein Schwiegervater-Problem, du hast ein Ehemann-Problem"

Das verhalten deines Schwigervaters ist schräg und würde mch auch ärgern - aber was dem Ganzen in deinen Schilderungen ja die Brisanz gibt und dafür sorgt, dass es immer und immer wieder zum Überschreiten deiner Grenzen kommt, liegt (auch) am Verhalten deines Mannes.

Ich schreib später nochmal mehr, die kranke Kleine wacht gerade auf.

Grüße,
Anna-Katharina

pqr
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Re: Der super Opa

Beitrag von pqr » 24.01.2018, 15:32

Hallo

Ich sehe ein Teil des Problems auch darin, dass Dein Mann und Du nicht geschlossen kommunizieren.
Um etwas zu ändern, wäre das nötig.
Ansonsten kann der Opa denken, die Frau regt sich zwar auf, aber für den Sohn ist es doch okay, bzw. über den kriegt er seine Vorstellung durch.
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017

Sibi
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Beitrag von Sibi » 24.01.2018, 15:42

Nina,
oh, ich führe auch eine Pendelehe mit Wissenschaftler. Uni ist 500 km entfernt. ;-)

Ich glaube trotzdem, der Schlüssel liegt darin, Dein Ding zu machen und Dich nicht um die Erwartungen anderer zu scheren. Meine Schwiegereltern leben in der Nähe, sind Rentner, aber auch überhaupt nicht bereit, sich praktisch einzubringen. Ist auch ok. Geknallt hat es hier erst, als sie uns Desinteresse unterstellt haben für ihre Probleme - nachdem sie sich 20 Jahre lang für NICHTS interessiert haben. Weder dafür, wie mein Mann sein Studium schafft und finanziert, wie er den Berufseinstieg schafft, wie wir Pendelei und 2 x VZ und chronisch krankes Kind auf die Reihe bringen oder ich im letzten Jahr die Zwillinge und Großkind allein auf die Reihe bringe, wenn mein Mann arbeitet. Mein Standpunkt ist aber ganz klar: Sie haben ihr Recht auf ihr Leben. Sie müssen keine Pflichten übernehmen, wenn sie nicht möchten. Ihr Problem, wenn sie die tollsten Enkelkinder der Welt nicht wollen. Nur lasse ich mir da kein schlechtes Gewissen machen, weil ich nicht häufig genug anrufe und nachfrage, wie es ihnen geht. Und wir bestimmen unsere Familienfeiern und Abläufe. Da brauche ich dann auch meinen Mann nicht, um da die Grenzen klar abzustecken - wobei er mir da sehr loyal gegenüber ist.

Vielleicht tut es Deinem Seelenfrieden besser, nicht zu bewerten, ob der Opa nun gut oder schlecht ist, ob er eine Show abzieht oder nicht. Nimm es hin, wie es ist. Ermögliche Kontakt zu den Kindern, wenn diese es wollen und verlasse dich ansonsten nur auf Dich und Deine Familie. Ist traurig, spart aber viele Enttäuschungen.
Sibi mit Märztochter 2011, Februartochter 2017 und Februarsohn 2017

08u11
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Re: Der super Opa

Beitrag von 08u11 » 24.01.2018, 17:16

Sibi, wow, alle Achtung! Da hast Du bessere Nerven als ich!

Kontakt ermöglichen, wenn die Kinder es wollen: Hm - klar wollen die das, zumindest die beiden Kleinen. Der Große fängt an, die Sache zu durchschauen :D . Aber eine 3jährige zu einem Opa zu lassen, der sich nicht an Absprachen hält? Da sind halt auch solche Dinge wie: Kindersitze, wozu?
Und das Mittelkind ist gewissermaßen bestechlich. Klar freut der sich auf Spielzeugeinkauf und Freizeitpark - aber der wird inzwischen auch regelmäßig vom Opa enttäuscht und heult sich dann bei mir aus. Weil der Opa halt ihm auch nie zuhört, Geschenke, wenn er beim Geburtstag nicht dabei ist, erst viel zu spät kommen. Oder auch schon gehabt: Opa verletzt das Mittelkind mit heißem Fett vom Tischgrill und er wird blöd angemacht, weil er heult und ich, weil ich ihn tröste :evil: .

Die Sache mit meinem Mann stimmt, ist aber leider auch nicht so einfach zu lösen: Ich liebe meinen Mann und er liebt mich! Aber: unsere Lebensvorstellungen sind sehr unterschiedlich. Da beruht viel auf gegenseitigen Zugeständnissen. Für meinen Mann war immer klar: er will/muss Unikarriere machen, das ist der einzige Beruf, den er sich vorstellen kann! Für mich war immer klar: ich will Kinder haben und zwar mehrere und bin dafür auch bereit, beruflich zurückzustecken. Soweit passt das auch. Ideal ist sicher anders, aber das war mir ja von Anfang an bewusst und ich habe mich dafür entschieden.
Blöd dann halt, wenn der ganze Haushalt, organisieren, aufmuntern, trösten, ... an mir hängen bleibt und die Kinder dann die schönen Dinge mit anderen machen oder ich ein Fest liebevoll mit viel Mühe vorbereite und mir dann aber entweder nicht mehr zum Mitfeiern komme oder mir wirklich alles madig gemacht wird. Und da hat mein Mann tatsächlich wenig Verständnis: zum einen kann er, anders als ich, sehr gut für sich selbst und seine Bedürfnisse sorgen, zum anderen steht Familie halt bei ihm nicht so im Mittelpunkt, wie bei mir: er liebt die Kinder, und würde sie niemals wieder hergeben, aber sein Keben wäre auch ohne sinnvoll oder mit weniger. Und: er ist nicht religiös. Wegen ihm müsste es weder Weihnachten noch Erstkommunion geben. :? Und ich fürche, daran wird sich auch nichts ändern.

Aber: er möchte, dass ich glücklich bin und ist dafür bereit, sehr viele Zugeständnisse zu machen (Kind Nr. 4 zu planen, alle Kinder taufen zu lassen, ...). Was ich halt echt nicht verstehe: Als wir uns kennengelernt haben, war ihm seine Familie quasi egal und jetzt darf sein Vater sich hier so aufführen? Ja, okay, er ist ein einamer alter Mann und das tut mir leid! Aber in Wahrheit: er ist doch gar nicht ähig, wirklich Kontakt aufzunehmen. Es ist wirklich nur eine riesige Show, die er hier abzieht und er will keinen Austausch, sondern nur Applaus. Er redet nicht mit, sondern über uns :( Eigentlich wäre er mit einem grinsenden Sprechpüppchen im KiWa besser dran, als mit unseren Kindern die ihre eigenen Pläne und ihre eigenen Gefühle haben.
Aus irgend einem Grund denkt mein Mann, er müsse den Kontakt zu seinem Vater halten, weil der ja der letzte Kontakt zu seiner Herkunftsfamilie sei. Stimmt nicht ganz: er hat eine nette Schwester, die nur als Schulleiterin mit 4 Kindern noch weniger Zeit hat als wir und eine total nette Tante, die zwar schon 80 ist, gebrechlich und auch ihre 'Macken' hat, aber sie ist freundlich und respektvoll zu uns und da sie meine Grenzen respektiert, respektiere ich auch gerne ihre.
Außerdem: Der Opa will was von uns, nämlich die Kinder sehen. Dann soll er sich an unsere Regeln halten. Letztlich ist er doch der, der verliert. So hat von dem Kontakt niemand etwas, nur Stress und schlechte Laune.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Hoffung im Bauch (Februar 2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)

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Re: Der super Opa

Beitrag von Giraeffchen » 24.01.2018, 18:45

Außerdem: Der Opa will was von uns, nämlich die Kinder sehen. Dann soll er sich an unsere Regeln halten.
Liebe Nina, ich glaube, so einfach ist es nicht, das ist ja auch das, was die Vergangenheit bereits gezeigt hat.
Mir ist der Satz ins Auge gefallen, dass dein Mann seiner Mutter am Sterbebett etwas versprochen hat. Das bindet ihn daran, mit seinem Vater *irgendwie* auskommen zu müssen. Und das lässt deinem Schwiegervater viel Spielraum, viel mehr, als euch allen gut tun würde. An der Stelle scheint alles zu eskalieren, da ist so viel (unbewusste?) Machtausübung mit im Spiel.
Deine Wut über den Super- Opa ist hier schon beim Lesen so riesig und greifbar, es liest sich, als ob die Situation derart verfahren ist, dass auf normalem Weg gar keine Einigung mehr möglich ist. Denn: Dein Mann hat ein Versprechen gegeben. Und darum herum baut sich das ganze verfahrene Konstrukt auf, in dem ihr gerade lebt.

Wenn also dein Mann das Versprechen seiner Mutter gegenüber halten will (und das kann ich gut verstehen), dann ist es gleichzeitig aber genauso wichtig, dass er die Erfüllung dieses Versprechens nicht über euer aller Wohlbefinden stellen kann. Denn wenn so viele leiden, dann läuft was schief. Und das Versprechen, sich um ihn zu kümmern beeinhaltete ja nicht automatisch, sich auf der Nase herum tanzen zu lassen, schlimmstenfalls die eigene Frau dauerhaft hilflos und unglücklich zu machen.

Meine Idee wäre einen Mediator dazu zu holen. Jemand von außen, der die Situation mit euch zusammen aufdröseln kann. Mit euch zusammen Kompromisse sucht. Mit euch zusammen schaut was geht und was nicht. Die Ergebnisse kann man dann auch für alle schriftlich festhalten, zum Nachlesen, falls mal Zweifel aufkommen sollten.
Wäre das eine Option für euch?
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


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"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)

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