Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

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MamaMonster
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von MamaMonster »

Unpassend finde ich es auch und ich denke auch nicht, das du dich rechtfertigen musst. Ich meinte nur, dass es dir vielleicht hilft, es gelassen zu nehmen, wenn du dir vor Augen führst, dass sie unerfahren und eben hormongeflutet ist. Angebracht war ihr Verhalten natürlich trotzdem nicht. Dass dein Mann gemütlich ein Bier trank, finde ich übrigens auch nicht schlimm, es reicht ja, wenn einer beim Kind ist.


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Missy
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Missy »

Das Anschreien in Kombination mit dem Ferbern finde ich doppelt schlimm. Ferbern kann man finden wie man will (für mich persönlich ist das schon "zu viel"), aber dann noch anschreien, weil man ab einer bestimmten Uhrzeit keinen Bock auf seine Kinder hat und seine Ruhe will ist mit keinem Wort zu entschuldigen.

Ich hoffe, er liegt später mal in einem billigen Altenheim, wo er um 19Uhr ins Bett verfrachtet wird und beim Klingeln von der Schwester angeschrien wird. Sorry, aber das macht mich wütend. Bei jedem alten Menschen wäre das Geschrei nach "Misshandlung durch Pflegepersonal!!!" groß, aber bei Kindern ist es ok.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)

AnSchle
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von AnSchle »

Missy, da unterschreib ich.
Ich verstehe ja, dass sich da ordentlich was aufstaut und auch mir tut es gut das rauszulassen.
Aber ich geh dann in eine Minute raus, knurre in ein Kissen o.ä. und der Druck ist weg oder zumindest weniger.
Warum suchen sich diese ausflippeltern kein Ventil?
Kinder beziehen doch soviel auf sich, was eigentlich Fehler der Eltern/ Erwachsenen ist...
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Weidenfee
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Weidenfee »

Ich befürchte, dass in solchen Situationen etwas stark triggert oder die Lebenssituation ist so anstrengend, das Anschreien als Ventil auftaucht und der Prozess hin zu anderen Blitzableitern zu groß ist.

Versteht mich nicht falsch, ich finde das total furchtbar, wenn nicht schon durchaus eine Form von Gewalt. Mich macht sowas total fertig. Ich wünsche hier viel mehr Unterstützung und Begleitung, die Frage ist nur wie? Und wer?
Lieben Gruß von Weidenfee. Und dem großen Kind 04/2010, dem kleinen Kind 09/2012 und dem kleinen Wunder 12/2015

nido56
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von nido56 »

Ich finde, das Ausflippen in bestimmten Situationen abzustellen, ist eine der schwersten Aufgaben ueberhaupt! Bei mir gibt es auch einige Trigger, bei denen ich dazu neige.

Bei mir laeuft das so ab: Kind zeigt ein bestimmtes Verhalten, das mich total nervt. Ich bleibe ruhig, versuche besonnen zu reagieren, auf ihn einzugehen, die Situation zu entschaerfen. Klappt nicht. Ueberhaupt nicht. Kind dreht nochmal mehr auf und tut genau das verstaerkt, was ich echt gar nicht abkann. Ich bleibe weiterhin ruhig, sage ihm bestimmt, dass ich auf das Theater keine Lust habe und distanziere mich etwas. Bis dahin bin ich zwar innerlich genervt, aber ruhig und total ueberzeugt, die Situation absolut unter Kontrolle zu haben. Kind macht natuerlich weiter.

So, und nun passiert das Tragische: Innerhalb von Sekunden, wirklich so, als wuerde bei mir ein Schalter umgelegt, flippe ich aus. Ich sehe das nicht kommen. Wirklich nicht. 10 Sekunden bevor ich losbruelle, haette ich dir ruhigen Gewissens versichert, dass ich total entspannt bin und bestimmt NICHT schreien werden. Ich flippe auch nicht immer bei denselben Situationen aus, so dass man sagen koennte, "Dann zihe dich halt aus dieser speziellen Situation raus, bevor es zu spaet ist". Oft schaffe ich es tatsaechlich recht problemlos, in Ruhe abzuwarten, bis seine 5 Minuten zu Ende und er wieder zugaenglich ist.

Das soll keine Entschuldigung sein, und selbstverstaendlich weiss ich, dass so ein Verhalten schlecht ist, aber ich wollte mal darlegen, dass es eben nicht so einfach ist: Wenn du merkst, du flippst gleich aus, dann such dir einfach ein anderes Ventil. Das Bloede am Ausflippen ist ja gerade, dass man es NICHT merkt. Sonst waere es einfach wuetend werden und nicht ausflippen.

Zum Glueck passiert mir dass, seit der Pirat aus der Kleinkindphase raus ist nur noch sehr, sehr, sehr selten. Aber ich denke, dass Eltern, die ansonsten liebevoll mit ihren Kindern umgehen, so ein Verhalten vermutlich nicht so einfach steuern oder umlenken koennen.
nido mit dem kleinen Piraten (01/2012)

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Pelufer
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Pelufer »

Nido, das hätte ich nicht so gut erklären können. Was bei uns dann wichtig ist, nach dem Ausflippen in den Arm nehmen, erklären, warum Mama laut geworden ist, dass Söhnchen keine Schuld daran hat, und dass ich ihn lieb habe, er mein toller großer Sohn ist und ich stolz bin seine Mama sein zu dürfen. Das führt mittlerweile dazu, dass ein bis zweimal die Woche mein Sohn vor mir steht und sagt: ich hab dich lieb, auch wenn du schimpfst. Öhm.... ja.

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Missy
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Missy »

Nido, das sind aber zwei unterschiedliche Dinge. Ich denke, sehr viele Mütter schreien ab und zu rum, weil das Kind gerade eine anstrengende Phase hat. Das fällt für mich unter Aktio-Reaktio. Klar, nicht optimal, aber menschlich.

Hier wird das Kind aber erst von den Eltern in eine bestimmte Lage gebracht und dann bei meiner Meinung nach berechtigtem Protest des Kindes, bzw. normale Reaktion des Kindes dieses auch noch angebrüllt.
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AnSchle
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von AnSchle »

Für mich hörte sich die Geschichte so an, als fände der Vater es nicht schlimm gebrüllt zu haben. Klar kann es jedem passieren, aber oft sehe ich kein Bestreben es zu reduzieren und auch keinerlei Erkennen was man damit anstellt und beim Kind auslöst.

Auf dem Spielplatz ist eine Mutter, die könnte ich täglich anbrüllen und schütteln, Kippe, unmöglicher Sprachgebrauch.
“nimm deine scheiß Pfoten da weg“ “halt die klappe“ ...
Die macht sich deine Gedanken mit Sicherheit nicht nido. Und da ist das Problem...
Der Sohn ist genauso reizbar und aggressiv und viele spielen schon nicht mehr mit ihm...
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Weidenfee
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Weidenfee »

Ja, aber auch hier stellt sich die Frage, erstens, warum läßt jemand sein Kind schreien und zweitens warum löst der schrille Ton eine derartige Reaktion (anschreien) aus? Da liegt doch die Vermutung nahe, dass der betreffende Papa dies selbst hat erleben müssen und hier ein Trigger Steht.

Schreien generell ist doch ein Zeichen von Hilflosigkeit und oder nicht erfüllten Bedürfnissen oder eben im Worst Case ein Zeichen der eigenen Betroffenheit.

Anschle ich sehe dich, schicke jetzt trotzdem ab
Lieben Gruß von Weidenfee. Und dem großen Kind 04/2010, dem kleinen Kind 09/2012 und dem kleinen Wunder 12/2015

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Missy
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Re: Erfahrungsberichte und Links zum Thema Schreien lassen

Beitrag von Missy »

Weidenfee hat geschrieben: Schreien generell ist doch ein Zeichen von Hilflosigkeit und oder nicht erfüllten Bedürfnissen oder eben im Worst Case ein Zeichen der eigenen Betroffenheit.
Das ist nur ein möglicher Hintergrund.
Es kann aber auch ein Ausdruck von Machtausübung sein. Und zwar gezielt eingesetzt. Und ehrlich gesagt tippe ich bei der Vater-Geschichte nicht auf Hilflosigkeit "Ich bin so am Ende, ich weiss mir nicht mehr anders zu helfen." sondern auf den Machtaspekt "Ich setz mich jetzt durch mit allen Mitteln, weil ich will jetzt meine Ruhe und hab keine Lust mehr auf Kinder."
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)

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