Der Hunde Thread

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davisalo
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von davisalo »

Hier lebt ja mein übernächste Woche 17 Jahre alt werdender Kleiner ... Tja, jetzt geht es wohl mit ihm zu Ende. Peux à peux baut er ab ... Vor vier Wochen gab die Tierärztin ihm noch maximal 1-2 Monate. Momentan macht er auf mich durchaus den Eindruck, dass er noch eine Weile will ... Aber auch ich sehe, dass es einfach kontinuierlich weniger wird ... Tja, vielleicht sollte ich der aktuellen Situation dankbar sein: Durch Corona bin ich jetzt im Homeoffice und viel zu Hause und kann ihn in den Tod begleiten. Und auch die Kinder können noch ganz viel Zeit mit ihm verbringen ... Nichtsdestotrotz frage ich mich, wie das wird ... Wenn er den Weg in den Tod nicht allein findet, wie wird das sein? Wird eine Tierärztin - also möglichst seine Tierärztin dann zu uns kommen können? Es wäre schrecklich, wenn er eingeschläfert werden und dafür auch noch in eine völlig fremde Umgebung müsste zu einer wildfremden Person oder so ...
Nun ja, ich hoffe mal, es geht einfach weiter so wie bisher - sanft und mit einem Dauerwohlgefühl, das mir zeigt, dass er zwar abbaut, aber keine Schmerzen hat ... und er leben will, solange er lebt ... und dass er dann den richtigen Zeitpunkt zum Sterben findet ... Auch wenn ich mir auch das noch so gar nicht vorstellen kann ... Zwar habe ich fast mein ganzes Leben lang schon Hunde gehabt - aber keiner war mir so nahe wie dieser. Die anderen beiden gehörten zu meinen Eltern, mussten beide eingeschläfert werden - und beide Male haben mich meine Eltern erst nach dem Tod informiert ... Okay, insbesondere beim ersten habe ich zwar mitbekommen, dass es zu Ende geht. Und doch war ich nicht darauf vorbereitet, dass es auf einmal so schnell gehen würde, war unterwegs, kam heim - und meine Eltern waren verheult und meine beste Freundin tot ... Schrecklich! So will ich das auf keinen Fall für meine Kinder! Beim zweiten habe ich dann schon nicht mehr bei meinen Eltern gewohnt, ihn nicht mehr so regelmäßig gesehen. Trotzdem waren wir beiden dicke - und ich nehme es meinen Eltern krumm, dass sie mich nicht vorher informiert haben, mich nicht haben Abschied nehmen. Ich wäre doch vorher noch mal gekommen. Sie riefen mich an, als er tot war ...
Tja, und nun werde ich also bald vor der Frage stehen, wie das alles wird ..., wie es für meine Kinder wird: Sie haben doch immer mit ihm gelebt; er war ihr großer Bruder, ist ihr Vertrauter ... Sie wissen, dass es mit ihm zu Ende geht. Ich habe ihnen die Prognose der Ärztin erzählt. Aber wer kann das schon wahrhaben? Sie sehen, dass er einfach nicht mehr so ist, wie er mal war. Er war mal wunderhübsch; jetzt ist er haarlos. Er hat mal alles mitbekommen; schon lange ist er schleichend dement ... Aber sie kennen ihn so. Sie lieben ihn so. Wir lieben ihn so! Es wird hart werden. Und dennoch will ich sie nicht ausschließen, wie mich meine Eltern ausgeschlossen haben. Ich war (beim ersten Mal) 17 - sie sind knapp 10 und 13.
Habt Ihr Erfahrungen? Wie Kinder in dem Alter mit dem Tod ihres geliebten Hundes umgehen?
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)

Zweierlei
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von Zweierlei »

Ich kann dir nur die Erfahrung Katze + Tod und Kinder berichten.
Der Tod hat bei uns dazu gehört wie die Mäusleichen im Schuh oder andere unausprechliche Dinge mit einfach mit Katzen passieren.
Als unser absoluter Familienkater am Schlaganfall gestorben ist, haben ihn alle Kinder (damals 10, 7 und 4) noch gestreichelt und sich verabschiedet, danach wurde er im Garten beim Lieblingsplatz beerdigt. Unser letzter Babykater wurde vom Hund zerbissen, hat aber noch gelebt bis in der TA eingeschläfert hat, auch das haben alle Kinder (das Jüngste 2!) komplett mitbekommen - sie weiß es heute noch (jetzt 4) und redet auch darüber. Alle Kinder waren froh sich von den Familienmitgliedern verabschieden zu können und auch trauern zu dürfen.
Trau es ihnen zu, es ist nicht schlimm - ausser wir machen es dazu.

Es gehört zum Leben einfach dazu. Wie auch die Tränen und das Vermissen danach!!
4 allertollste Kinder - 03/16 + 04/07 + 04/05 + 07/02

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jessy80
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von jessy80 »

Einen Tipp zu den Kindern kann ich dir nicht geben, aber klär doch vorher mal mit eurer Tierärztin ab ob sie zum einschläfern nachhause kommen würde.
Unsere damalige hat das nicht gemacht und ich musste dann vor Weihnachten ganz schon rum telefonieren um eine zu finden die es macht.
Ich wollte unserer ängstlichen Hündin es auch nicht antun in Angst an einem fremden Ort zu sterben.
Sie wurde dann bei uns im Körbchen eingeschläfert.
Es ist fast 1,5 Jahre her und ich hab noch immer glasige Augen, wenn ich es hier schreibe.
Räuberbande (04/02; 03/15; 07/16) *(02/14)

davisalo
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von davisalo »

Danke für Eure Rückmeldungen!
Ja, natürlich: Ich werde die Kinder da nicht außen vor lassen. Könnte ich gar nicht! Trotzdem tut es gut zu lesen, wie andere es so verkraften.

Unsere Tierärztin kommt normalerweise zum Einschläfern. Das hat sie vor vier Wochen extra noch mal gesagt! Ich frage mich eher, was da eben jetzt in der Corona-Situation möglich ist. Was erlaubt. Was de facto sein wird, sollte sie selbst in Quarantäne sein...
Das kann mir heute keiner sagen - das weiß ich. Und eigentlich bin ich im Grunde zuversichtlich und genieße gerade einfach die Zeit, die wir miteinander haben und dass es nicht schlimm ist, wenn ich nachts häufig mit ihm raus muss, weil ich morgens nicht so früh aufstehen muss wie sonst. Aber manchmal kommt eben doch diese Frage auf, die Befürchtung, dass er womöglich einen blöden Tod in Angst sterben muss wegen des Virus. Ist blöd, ich weiß...
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)

ivi
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von ivi »

17 Jahre, was für ein hohes Alter!
Trotzdem traurig. Wir haben versucht viel zu besprechen und zu planen. Und ich denke das ist gut und wichtig. Es muss einem nur im Klarem sein, dass trotz Planung es nicht so klappen kann. Unsere Hündin hatte schon immer einen Tierarztphobie. Wir wollten ihr das Sterben oder einschläfern dort auf keinen Fall antun.
Am Ende ging alles ziemlich schnell bergab und wir haben einen Einschläferungstermin bei einer mobilen Tierärztin bei uns ausgemacht. Sie kam dann vorne und hinten kaum noch hoch, hatte immer schlechtere Atmung. Die Tierärztin konnte vorher nicht. Einen Tag vorher hörte sich das Atmen wie Ersticken an, wahrscheinlich Wasser in der Lunge. Wir haben sie nochmal schlafen und hofften danach geht es ihr besser. Sie konnte dann gar nicht mehr aufstehen, brach zusammen und hatte einen Schwächeanfall. Riefen gleich in der Notklinik an und fuhren sofort los. Wir berichteten, dass wir schon einen Einschläferungstermin ausgemacht hätten. Die mobile Tierärztin konnte nicht kommen. Sie muss per Trage im Aufzug reingebracht werden. Sie zitterte, hatte so Angst, konnte sich nicht mehr bewegen. Sie stemmte sich manchmal auf und zappelte, wollte weg, nicht da rein. Dann wollte sie zu mir, zu uns. Wir haben sie die ganze Zeit versucht zu beruhigen und gestreichelt.
Wie war das bei euch, wurde eurer Hund nochmal untersucht vorher?
Wir wusste gar nicht sicher was sie hatte eigentlich.
Dort haben sie gleich die Spritzen aufgezogen und ohne das ich es real wirklich mitbekam, fragten sie ob wir bereit wären. Nach 2 Sekunden war sie Tod. Mir ging das zu schnell, so wollte ich das alles nicht. Sie wurde zwar erlöst und vielleicht musste es schnell gehen. Die Klinik kannte uns schon gut und wir haben oft über das Einschläfern gesprochen, wann man das evtl machen muss.
Als Tipp möchte ich deshalb einfach geben, versucht euch vorher so viel wie möglich zu informieren.
Es sollen doch nun auch schon Tierärzte abgezogen werden, wegen der Krise...
Wie das aktuell gerade aussieht, habe ich keine Ahnung.
Gebe es Möglichkeiten, für sein Haustier Medikamente oder Sterbehilfemittel für zuhause zu bekommen, welche man dann selber geben darf?

Louja
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von Louja »

Ich habe ja noch kein Kind, aber ich war selbst mal eins und bin erwachsen geworden und habe mir daher, und weil wir vermutlich weiterhin Hunde haben werden, meine Gedanken dazu gemacht.

Ich finde nicht dass man so tun sollte als würden Tiere ewig leben (man kennt die Geschichten von Hamstern die Jahre alt werden, aber in Wahrheit sind es mindestens 3 Tiere). Der Tod gehört halt leider dazu - und ich denke das sollte man auch irgendwie so vermitteln.


17 Jahre ist ein absolut stolzes Alter, wow!
Dass du dir Gedanken um sein Ende machst und in wie fern die aktuelle Situation da vielleicht rein krätschen könnte zeugt schon davon, dass er dir ein sehr wichtiger Hund ist. Auch dass er trotz Kindern und seiner Demenz nicht abgeschoben wurde... Vermutlich kann er sich glücklich schätzen bei euch zu leben. :)
Louja mit Bauchzweg

Louja
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von Louja »

Sterbehilfe für Tiere gibt es meines wissens nach nicht und selbst töten ist vom Tierschutzgesetz her nicht erlaubt. Also lieber mal die Tierärztin fragen was im Falle eines Falles passieren soll oder kann...
Louja mit Bauchzweg

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jessy80
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von jessy80 »

Unsere Hündin wurde nicht mehr vorher untersucht, die Tierärztin sah das es keinen Tag zu früh war, Tumore und negrotischen Gewebe.
Das einschläfern an sich war schrecklich, nach ca 5 Minuten nachdem die offizielle Tod war, fing sie plötzlich stark an zu Schanzen und ich war so geschockt und hab ur noch geschrieen, sie lebt noch die lebt noch.
Waren aber nur die Muskeln die erschlaffen laut Tierärztin.
Sie sah auch überhaupt nicht friedlich aus, sondern böse, weil sie ihre Leftzen durch diese Muskel Sache gefletscht hatte.
Es war furchtbar.
Ich dachte immer die schlafen einfach friedlich ein.
Räuberbande (04/02; 03/15; 07/16) *(02/14)

davisalo
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von davisalo »

Danke Euch für Eure Antworten! Jessy, Ivi, das klingt jeweils schrecklich bei Euch ...
Ivi, das ist mein totaler Horror ... Das ist auch irgendwie so meine Befürchtung, dass eben wegen Corona es nicht mehr möglich wäre, ihn auf dem Arm zu halten, während die Spritze kommt und er dann einer fremden Person ausgeliefert wäre ... Und das am Ende seines Lebens ... Bislang hat meine Tierärztin da echt immer alles möglcih gemacht ..., weil sie auch selbst weiß, wie eng wir sind und wie er sonst reagiert: Vo inzwischen acht Jahren wurde er fast tot gebissen: Meine damals 2-Jährige war dabei, war auch dabei, als wir zur Tierärztin sind. Wir waren alle total aufgedreht. Sie glaubte damals, uns allen Gutes zu tun, indem sie mich rausschickt, bevor sie ihn in Narkose legt. Sie hat mich dann verzweifelt wieder reingeholt, weil er so aufgeregt war, dass keine Narkose gewirkt hat. Erst als ich dabei war, ging das. Hätte er von mir getrennt sein müssen (Tierklinik), wäre das ganz sicher sein Tod gewesen ... Er ist schon SEHR auf mich fixiert ... Im vergangenen Sommer wurde er noch kastriert - wegen Prostataproblemen. Da war ich auch dabei, habe ihn gestreichelt, bis er schlief, habe dann nebenan gewartet, bis er wieder wach war. Wir gehören schon sehr dicke zusammen. Und das soll er auch bis zuletzt spüren, dass ich ihn nicht allein lasse!
Nun ja, noch hoffe ich einfach, dass er einfach irgendwann einschläft - eben die Hoffnung, die wohl alle Tierbesitzer haben - solange bis die Tiere dann so unendlich leiden, dass einfach klar ist, dass Leben lassen Qual wäre. Und nein, Tierquälerin will ich nicht werden. Aber solange er Lebenswille zeigt, tue ich alles, dass er keine Schmerzen haben muss und weiter leben darf!
Und ja, meine Eltern haben mir schon oft signalisiert, dass sie ihn schon längst eingeschläfert hätten, weil das doch viel zu anstrengend ist, wenn er ständig in die Wohnung macht und dass er doch nichts mehr von seinem Leben habe ... Ja, es ist anstrengend. Aber das gehört halt nun mal dazu, wenn ich mich dafür entscheide, mich um ein Leben zu kümmern. Und dass er nichts mehr von seinem Leben hat, das glaube ich nicht. Er zeigt mir schon immer wieder, wie sehr er es noch genießt, bei uns zu sein - auch wenn der Schwanz nicht mehr oft wedelt, kommen doch immer wieder Zeichen der Freude und des Lebenswillens durch. Und jetzt bin ich ja dank Corona sehr nahe an ihm dran, um alle kleinen Zeichen wahrnehmen zu können und hoffentlich rechtzeitig zu spüren, wenn es für ihn wirklich lebensunwürdig werden sollte.
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)

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Mijoco
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Re: Der Hunde Thread

Beitrag von Mijoco »

jessy80 hat geschrieben:
25.03.2020, 09:13
Unsere Hündin wurde nicht mehr vorher untersucht, die Tierärztin sah das es keinen Tag zu früh war, Tumore und negrotischen Gewebe.
Das einschläfern an sich war schrecklich, nach ca 5 Minuten nachdem die offizielle Tod war, fing sie plötzlich stark an zu Schanzen und ich war so geschockt und hab ur noch geschrieen, sie lebt noch die lebt noch.
Waren aber nur die Muskeln die erschlaffen laut Tierärztin.
Sie sah auch überhaupt nicht friedlich aus, sondern böse, weil sie ihre Leftzen durch diese Muskel Sache gefletscht hatte.
Es war furchtbar.
Ich dachte immer die schlafen einfach friedlich ein.
Hat dich die Tierärztin da nicht vorher drauf vorbereitet :shock: das ist ja furchtbar. Ich habe vor vielen Jahren mit Anfang zwanzig unseren Familienhund beim Tierarzt begleitet als er mit 16 Jahren einfach nicht mehr konnte. Meine Mutter war damals dazu nicht in der Lage, daher habe ich das übernommen. Mir hat der Tierarzt extra vorher gesagt, dass es zu solchen Zucuckungen kommen kann. Und bei unserer Morla war es auch zum Glück nicht so krass. Aber den leblosen Hund zu halten war schon ein krasses Erlebnis in so jungen Jahren :(
Sohn 2004, Tochter 2006, Sohn 2009, Hund 2018

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