12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

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Noragami
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12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von Noragami »

Hallo liebes Stillen-und-Tragen-Team,

Mein 12 Monate alter Sohn ist mit Gewicht und Körpergröße unterhalb der 3. Perzentile und mittlerweile bin ich sehr beunruhigt. Eine Gedeihstörung ist bereits in Abklärung in der Kinderklinik. Allerdings wurde mir dort, weil er so wenig Beikost isst, zum nächtlichen Abstillen geraten, was ich nicht möchte. Ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn sich ein Stillmod unseres Problems annehmen würde, ob es wirklich keine andere Lösung gibt und mit uns Schritt für Schritt ansieht, wie wir mehr Kalorien in ihn reinbekommen.

Aber jetzt von Anfang an:
Mein Sohn wurde per geplantem Kaiserschnitt 12 Tage vor errechnetem ET geboren. Bei seiner Geburt wog er zarte 2755 g und war zwischen 46,5 und 49 cm groß (ganz genau wissen wir das nicht, da die Messungen im Krankenhaus und beim Kinderarzt unterschiedlich ausfielen). Beim Stillen gab es sofort Andockschwierigkeiten und wir benötigten ab dem 2. Tag Stillhütchen. Entlassen wurden wir mit einem Gewicht von 2520 g, welches in den Tagen nach der Entlassung leider nicht anstieg und so begannen wir, abzupumpen und zuzufüttern. Zuerst mit Pre-Nahrung und Flasche, und als das nicht ausreichte (Geburtsgewicht nach 2 Wochen nicht erreicht), für wenige Tage auch mit hochkalorischer Säuglingsnahrung. Der Gewichtsanstieg war danach im Rahmen und wir stiegen auf normale Pre-Nahrung um.

Nach ca. 6 Wochen begannen wir, mit dem BES zuzufüttern und konnten dann auch die Stillhütchen weglassen. Auch wurde zwei Mal das Zungenbändchen durchtrennt, weil verkürzt. Das BES benötigten wir ca. 2 Wochen und ich schlich das zufüttern dann aus. Vor allem, weil das BES für mein Baby und mich eine sehr traumatische Erfahrung war und ich mir nicht vorstellen konnte, es längerfristig anzuwenden. Ich reduzierte es zuerst auf drei, dann auf zwei und schließlich auf einmal am Tag. Als mein Sohn noch immer zunahm, ließ ich das Zufüttern in Absprache mit Kinderärztin und Stillberaterin ab Jänner 2020 ganz weg und stillte endlich voll 😊. Ab dann nahm er zwar noch immer zu, allerdings nicht mehr so viel wie zuvor unter der Zufütterung. Er erreichte mit Zittern und Bangen die erforderliche Minimalzunahme pro Woche. War er zuvor auf der 3. Gewichtsperzentile gewesen, sank er nun ein wenig ab. Laut Kinderärztin und Stillberaterin war aber alles im Rahmen und kein Zufüttern notwendig und ich beruhigte mich damit, dass ich ihn schon noch bis zur Beikost retten könne und er sich ab dann sowieso alles holen kann, was er braucht.

Mit 5,5 Monaten fingen wir dann mit der Beikost an und es startete eigentlich vielversprechend. Von dem selbstgemachten, mit reichlich Öl versetzten Brei verspeiste er zu Beginn mit großem Appetit mehrere Löffel. Allerdings ließ nach 1-2 Wochen das Interesse nach und er wollte den Brei nicht mehr. So folgten einige Wochen, in denen wir doch fast wieder voll stillten. Bei der 7-Monate-Kontrolluntersuchung beim Kinderarzt war er unter der 3. Perzentile, das Längenwachstum war ebenfalls sehr zurückgegangen. Die Kinderärztin (an dem Tag eine Vertretung) meinte, das läge an meinem zu vielen Stillen. Ich solle ihn nicht so viel stillen, da Muttermilch alleine ihm jetzt nicht mehr reiche und es dann ja klar sei, dass er nicht zunehmen kann. Ich solle ihn eher hungrig werden lassen, damit er mehr isst, das sei jetzt das Wichtigste. Meine Bedenken bezüglich Gedeihstörung wischte sie beseite, denn eine Gedeihstörung könne man nur haben, wenn man auch isst, und das täte mein Sohn ja nicht. Er müsse jetzt in erster Linie endlich mal anfangen zu essen.

Ganz gehalten habe ich mich nicht an die Empfehlung, aber ich gebe zu, dass ich ihm ab dem Zeitpunkt nicht mehr von mir aus das Stillen angeboten habe, sondern nur auf Anfrage. Brei mochte er nach wie vor nicht, aber er fing dann bald an, feste Sachen zu essen, wobei auch hier das meiste am Boden landete. Zudem hatte ich das Gefühl, dass meine Milch (die ohnehin nie im Überschuss vorhanden war) immer weniger wurde. Der Milchspendereflex wurde oft nicht einmal ausgelöst, weil mein Sohn nicht die Geduld hatte, darauf zu warten (oder vielleicht auch gar nichts wollte, das weiß ich nicht so genau). Er hatte das Babyzeichen für „Milch“ gelernt und machte es ununterbrochen, ca. alle 20 Minuten, außer er war abgelenkt. Das ist bis heute so. Und ich habe nicht mehr so viel Milch, um ihn so oft stillen zu können. Das führt dazu, dass er ein paar Schluck abbekommt und dann erfolglos nuckelt, um sich wegzurollen und wieder das Milchzeichen zu machen. Bis er ein Jahr alt war habe ich ihm aber trotzdem immer auf Nachfrage (Milchzeichen) die Brust gegeben und das war recht häufig.

Bei der 10-Monats-Untersuchung war er dann gerade einmal 1.5 cm gewachsen und somit auf die 0,4. Perzentile zurückgefallen. :( Das Gewicht blieb auf der 3. Perzentile. Dann bestand plötzlich doch Verdacht auf Dystrophie und unsere Kinderärztin versuchte zweimal, Blut abzunehmen (leider ohne Erfolg, weil keine Vene gefunden). Weil beim Fingerstich Hb bei 10,6 war, wird jetzt auf Verdacht Eisen gegeben. Außerdem wurden wir in eine Kinderklinik zur Blutabnahme überwiesen.

In der Kinderklinik (Kind ist mittlerweile 1 Jahr alt) sah man sich alle Daten an, nahm auch Blut ab und war der Meinung, dass dem Kind wahrscheinlich gar nichts fehlt. Die Gewichts- und Größendaten sähen nicht so dramatisch aus (am ehesten gäbe es ein Problem mit der Größe, das Gewicht war unauffällig). Auch sein Speiseplan sah nicht so kritisch aus. Aber da man immer im Auge behalten müsse, ob es vielleicht doch ein Kalorienproblem ist, wurden wir noch zur Diätassistentin geschickt. Auf den Blutbefund warten wir noch, außerdem wird nächste Woche ein Ultraschall der Bauchregion gemacht werden.

Die Diätassistentin empfand den Speiseplan auch nicht als tragisch, er isst halt immer wieder kleine Häppchen. Sie sagte aber auch, dass er eigentlich mehr essen müsste und dafür muss ich nachts abstillen, damit er tagsüber mehr Hunger hat. Wenn ich das nicht mache, wird er „in einem halben Jahr noch immer so aussehen und dann haben Sie aber wirklich ein Problem“. Nächtliches Stillen sei in dem Alter schlecht für seine Entwicklung. Er isst deshalb tagsüber so wenig, weil er weiß, „dass er sich in der Nacht eh die Milch holen kann“. Aber er braucht jetzt einfach viel mehr Kalorien für seine Entwicklung als vorher und dafür ist die Milch einfach nicht ausreichend. Perspektivisch sollten es 3 Mahlzeiten zu je 200 ml sein sowie 2 Snacks. Also: ich soll ihn weniger stillen, damit er mehr isst und besser zunimmt, was im Prinzip das Gleiche ist, was mir die Kinderärztin schon vor Monaten gesagt hatte. Laut Diätassistentin darf ich nur morgens und nach den Mahlzeiten stillen, aber nachts nicht mehr. Hier im Forum werden wahrscheinlich eher Gegner für diesen Ansatz sein 😉. So aus der Welt ist es aber glaube ich nicht. Zumindest bei einer Bekannten von mir war es so, dass das Kind erst dann mehr gegessen und in Folge auch zugenommen hat, als es abgestillt war.
Nun bin ich extrem verunsichert. Eigentlich möchte ich nicht nachts abstillen, aber ich will ihm natürlich keinesfalls schaden, indem ich ihn quasi an meiner Brust „verhungern“ lasse. Die 200 ml Beikost werden sogar von der WHO empfohlen und das erreichen wir nie im Leben. Könnte wirklich das viele Stillen (mit nicht ausreichend Milch) daran schuld sein, dass er so klein und dünn ist? Eine reduzierte Körperlänge lässt ja auf eine chronische Unterernährung schließen.

Ich beschreibe mal, wie ein Tag so bei uns aussieht. Ab ca. 1 Jahr habe ich so umgestellt, dass ich immer NACH dem Essen stille und nicht davor. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass er sehr wohl danach noch Milch trinken kann, aber nach dem Stillen nicht essen möchte.

Nachts: zwischen 2-5 mal Stillen, im Moment ca. 2 mal.
Morgens ca. 7 Uhr: Stillen beide Seiten, wobei wenig Milch vorhanden, da in der Nacht alles ausgetrunken wurde.
Frühstück: meist einige Löffel Porridge und ein kleines Stück Butterbrot (meist kein großer Hunger)
Danach nochmal Stillen wenn was verlangt wird (meist aber wenig Milch da).
Wenn es sich ausgeht gibt es einen Vormittagssnack (Haferbrei mit Banane und Öl oder Mandelmus). Davon werden wenige Löffel gegessen.
Manchmal fällt der Vormittagssnack auch aus, weil wir rausgehen und er danach gleich wieder einschläft.
Am späten Vormittag Einschlafstillen. Manchmal bleibe ich dabei sitzen und er dockt immer wieder mal an, trinkt ein paar Züge und nuckelt dann.
Mittagessen: Er darf vom Mittagstisch mitessen. Je nach Laune isst er mehr oder weniger, z.B. gestern eher mehr, ca. 2-3 Babyhände Spätzle mit einigen Löffelchen Pilzpüree. Manchmal isst er nur wenige Bissen. Wir versuchen, alles mit Öl anzureichern.
Nach dem Mittagessen wird nochmal gestillt, sobald er es verlangt.
Nachmittag: wenn es sich ausgeht, gibt es einen Snack, z.B. einige Löffel Banane mit saurer Sahne oder ein Stück Butterbrot
Danach wird gestillt, wenn verlangt.
Abendessen: Er darf wieder bei uns mitessen, z.B. einige Bissen Fleisch, Gemüse, Reis, Nudeln etc.
Generell isst er an guten Tagen bei einer Mahlzeit des Tages „ordentlich“ und bei den anderen sehr wenig bis nichts.
Abends einschlafstillen, was im Moment wechselstillen ist, bis er einschläft, da leider meistens nicht genug Milch vorhanden ist um längere Zeit zu stillen.

Ich mache mir natürlich riesige Sorgen, dass mein Sohn schon seit Monaten unterversorgt ist und es bloß niemandem aufgefallen ist. Ich habe auch schon versucht, ihm Pre-Nahrung im Becher anzubieten, aber das wurde auch verschmäht.
Was kann ich tun, um seinen Ernährungsstatus zu verbessern? Sollte ich mich doch an den Brei-Beikostplan halten?

Hier schreibe ich euch noch die Gewichts- und Längendaten auf. Anfangs haben wir ca. 600 ml zugefüttert, zu 2/3 Mumi und 1/3 pre. Gewicht war immer auf eigener Waage gemessen, außer es steht was anderes dabei. Ich habe nicht alle Gewichtsdaten aufgeschrieben, das würde den Rahmen sprengen.

24.10.2019: 2755g, 49 cm, KU 33,5 cm (Krankenhaus Geburt)
28.10.2019: 2520g (Krankenhaus Entlassung)
02.11.2019: 2470g (Hebamme), Start Zufütterung
08.11.2019: 2680g (Kinderarzt), Start hochkalorische Zufütterung
09.11.2019: 2780g
11.11.2019: 2910g (Kinderarzt), Stop hochkalorische Zufütterung (nur mehr normal zugefüttert)
16.11.2019: 3100g
23.11.2019: 3335g
25.11.2019: 3430g, 50 cm, KU 37,5 cm (Kinderarzt)
30.11.2019: 3575g
7.12.2019: 3810g
15.12.2019: 4055g, zugefüttert 130 ml Mumi, 80 ml pre.
22.12.2019: 4230g, zugefüttert 50 ml Mumi
29.12.2019: 4345 g, zugefüttert 145 ml Mumi, 15 ml pre
05.01.2020: 4520g, keine Zufütterung mehr
11.01.2020: 4655g
19.01.2020: 4770g
26.01.2020: 4890g
31.01.2020: 5000g, 56 cm, KU 41,5 cm (Kinderarzt)
02.02.2020: 5070g
11.02.2020: 5115g
18.02.2020: 5260g
26.02.2020: 5335g
04.03.2020: 5465g, 62 cm
11.03.2020: 5580g
09.04.2020: 6045g, 63 cm, Start Beikost
08.05.2020: 6360g, 64 cm
12.06.2020: 6640g, 65,5 cm, KU 44,5 cm (Kinderarzt)
10.07.2020: 6975g
15.08.2020: 7335g
01.09.2020: 7400g, 67 cm, KU 46 cm (Kinderarzt)
18.09.2020: 7520g, 68.5 cm
28.09.2020: 7565g, 70 cm
10.10.2020: 7690g
13.10.2020: 7695g, 71 cm
25.10.2020: 7735g
03.11.2020: 7760g, 71 cm, KU 46,5 cm (Kinderklinik)
06.11.2020: 7915g (evt. Messfehler?)

Nun beantworte ich euch noch die Fragen zur Stillberatung:

* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)?
Ja, ca. ab 1 Woche wurde mit pre-Nahrung und Muttermilch zugefüttert, kurzfristig auch mit hochkalorischer Säuglingsnahrung. Die Mengen weiß ich nicht mehr genau, es müssen so ca. 600 ml insgesamt gewesen sein, ca. 2/3 Mumi und 1/3 pre. Zuerst wurde mit Flasche zugefüttert. Ca. ab 6 Wochen mit BES. Ab Dezember 2019 (2 Monate alt) langsam reduziert. Ab Jänner 2020 nicht mehr zugefüttert.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Tagsüber wird mindestens 6 mal gestillt, morgens und nach jeder Mahlzeit. Manchmal auch noch zwischendurch. Nachts wird nach Bedarf gestillt (zur Zeit 2 mal). Die Stilleinheiten sind sehr kurz, es werden nicht immer beide Seiten genommen, deshalb starte ich immer mit links, weil ich hier zu Verstopfungen neige. MSR wird nicht immer ausgelöst – manchmal dockt er sich ab, bevor die Milch beginnt zu fließen. Manchmal zappelt er recht viel herum beim Stillen. Ich habe das Gefühl, dass eher spärlich Milch vorhanden ist (fließt langsam, spät und kurz), außer es war eine längere Pause von 3-4 Stunden, dann trinkt er gut und reichlich.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Ca 2x Stuhl, 4x nasse Windeln
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Sehr große Schwierigkeiten beim Andocken, im Krankenhaus gleich Stillhütchen bekommen, die wir erst 6 Wochen später mit Hilfe des BES losgeworden sind. Dann wurde noch zweimal das Zungenband durchtrennt und ab ca. 2,5 Monate klappte es ganz gut.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, aus der Anfangszeit. Aber seit Jänner nicht mehr.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Kinderarzt und Kinderklinik
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Kinderärztin erwähnte mal beiläufig einen hohen Muskeltonus (konnte zum Beispiel schon ein paar Tage nach der Geburt den Kopf heben) – das wurde aber nicht mehr weiterverfolgt und sonst gibt es auch keine Auffälligkeiten. Ich nehme Schilddrüsenmedikamente wegen einer subklinischen Unterfunktion und hatte während der Schwangerschaft mit einer niedrigen Glucosetoleranz zu kämpfen (Vorstufe zu Schwangerschaftsdiabetes).
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Erstes Kind.

Über eine Antwort eines Stillmods würde ich mich wirklich sehr freuen!

Liebe Grüße,
Connie
Mama von einem kleinen Buben (10/2019)

Seiltänzerin
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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von Seiltänzerin »

Noragami hat geschrieben:
08.11.2020, 15:55
Er isst deshalb tagsüber so wenig, weil er weiß, „dass er sich in der Nacht eh die Milch holen kann“.
Also so weit kann mein demnächst 5-jähriger nicht vorausplanen:-)

Zu vielen deiner Fragen wird sich noch eine Stillberaterin melden.
Wir hatten auch Probleme mit dem Gewicht (wegen Kuhmilcheiweiß-Unverträglichkeit, mittlerweile verträgt er es). Kalorien ins Kind bekomme ich am besten mit: Mandelmus und Cashewmus pur oder auf dem Brot, Obst-Getreidebrei mit Nussmus, Birnen mit Schmand oder Mascarpone überbacken
Vielleicht mag deiner ja etwas davon
:konfetti
mit dem Großen (*2015) und dem Kleinen(*04/2019)

Serafin
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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von Serafin »

Puh, du hast ja die geballte Ladung an StillUNwissen bekommen. Wenn mein Kind zunehmen soll, dann geb ich ihm viele kleine Mahlzeiten mit hoher Kaloriendichte. Z. B. Muttermilch. Und selbstverständlich nutze ich die vollen 24 h des Tages aus, um Kalorien in ihn rein zu bringen. Für mich hören sich die Empfehlungen nach Abnehm- unx nicht Zunehmplan an.

Würde beim Eisen auch der Speicherwert bestimmt? Ist der zu niedrig, so mögen die Kinder nicht essen. Dann muss das aber behandelt werden mit Eisentropfen und nicht mit abstillen.
kleiner Maulwurf 12/15
kleiner Schildkröterich 05/19

Mondenkind
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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von Mondenkind »

Danke für die ausführlichen INfos. Ich melde mich innerhalb der nächsen 24 Stunden, ok?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Niemand hat das Recht zu gehorchen. Hannah Arendt

Mondenkind mit Glitzerschnecke 11.3.08 und Buntschnuppe 12.3.11

bluestar
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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von bluestar »

Ich finde auch dass es nicht viel Sinn macht, einem Kind Nahrung (also Mittermilch in der Nacht) vorzuenthalten damit es zunimmt. Falls dein Sohn tatsächlich zu wenig wiegt (kann ich nicht beurteilen, das müssen die Mods machen), soll er doch alles bekommen was er kriegen kann! Muttermilch hat ausserdem mehr Kalorien als die meiste Beikost. Und wie oben schon geschrieben: soweit können Kinder in dem Alter nicht vorausplanen.
Ich würde soviel stillen und soviel essen wie möglich anbieten und Eisen abklären lassen. Das ist aber eine Laienmeinung, es meldet sich bestimmt noch ein Mod.

Sehe gerade Mondenkind in der Vorschau, dann bekommst du ja schon Hilfe!
+ die Kleine *04/ 2018

Willma
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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von Willma »

Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht! Da hast du ja wirklich schon viel durchmachen müssen, das tut mir sehr leid für euch! Schade, dass du solche Sachen von Ärzten und Mitarbeitern der Klinik gesagt bekommst. Vor allem die Aussagen der Diätassistentin schüren Angst und Unsicherheit ob der Horror-Zukunftsvision. Und das finde ich total unprofessionell.
Mondenkind wird dich hier gut beraten und auf alle deine Fragen eingehen!
Muckel (5/16) Knubbel (12/17) Wusel (6/20)

Glyzinie
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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von Glyzinie »

Ich würde auch erst mal ein große Blutbild mit Ferritin empfehlen. Falls noch nicht geschehen. Neben Eisen könnten auch Zink und andere Mineralstoffe wichtig sein.

Wir hatten hier jahrelang Probleme mit dem Gewicht und der Größe, der Kinderarzt hat aber ab ca. 1 Jahr auch den BMI bestimmt und der war okay. Eben klein und leicht. Aber weit unter der 3. Perzentile.
Eigentlich haben wir ihn ab Beikostalter versucht zu mästen, aber bis ca, 2,5 war das für die Katz. Dabei hat er mit 14 Monaten ab der Krippe richtig reingehauen und bis 3,25 Jahre gestillt, wenn er wollte und nicht unterwegs war. Vermutlich ist er demnächst zur U8 mal wieder auf der 3. Perzentile.
Also auch wenn du die hier empfohlenen Maßnahmen egreifst, wird er vermutlich nicht zum Michelin-Männchen. Mein Bruder war auch so eine Mangelgeburt und bis er mal mehr wurde, war er in der Pubertät. :wink: (immerhin wurde er noch 1,80m hoch).
Mit eiligem Piffi (11/2016)

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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von FloppyDisc »

Professionelle Hilfe bekommst du noch, ich wollte dir nur da lassen, dass mein Sohn ca 10 Tage vor seinem 1. Geburtstag beim Kinderarzt mit 7,8kg und 71cm ziemlich genau die Maße von deinem Sohn hatte. Der Kinderarzt meinte zwar, dass er zu klein sei, aber das Gewicht passe 🤷🏼‍♀️ Ich habe ihn dann übrigens (aus anderen Gründen) vor zwei Monaten nachts abgestillt - tagsüber stillt er von sich aus schon länger nicht mehr, also stillen wir nur noch frühmorgens 1-2x, aber mehr essen tut er seitdem auch nicht.

Ich denke, es ist bestimmt nicht verkehrt ihm tendenziell hochkalorisches anzubieten, aber künstlich Kalorien entziehen kommt mir echt spanisch vor.
LG Floppy
mit Krötenkind 9/16 und "Paulchen" 5/19

Kaba
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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von Kaba »

Nur eine Mini-Anmerkung weil du schreibst, der Vormittagssnack fällt oft aus, wenn ihr unterwegs seid:
Meine Tochter isst echt gerne im Kinderwagen und mir ist aufgefallen, dass sie da auch Sachen isst, die sie daheim nie essen würde: z.B. eine halbe Brezel, da würde sie daheim nur drauf rumlutschen und warten, dass ich Butter drauf schmiere etc. Ich glaube, sie ist da im Wagen irgendwie weniger abgelenkt.
Vielleicht mag dein Sohn ja auch unterwegs was snacken? Da hat er vielleicht die Alternative, lieber zu stillen, nicht so präsent und kann dann, wenn ihr wieder daheim seid, noch stillen.
Bei uns gibts meistens Banane, was vom Bäcker oder diese Fruchtriegel, es lassen sich aber bestimmt auch gesündere Alternativen mitnehmen, selbtsgebackene Bananenhaferkekse oder so :wink:
Ich fand das früher immer ein bisschen blöd, Kleinkinder die ständig unterwegs am futtern sind...aber meine Kleine war bei der U6 auch eher etwas zu leicht, deshalb achte ich seit dem auf regelmäßige Zwischenmahlzeiten (wir stillen aber auch tagsüber fast gar nicht mehr). Und ich biete manchmal, wenn das Familienessen nicht so ihren Geschmack trifft/babygeeignet ist, noch Mozzarella oder Avocado dazu an, da sind auch schnell Kalorien im Kind.

Ahja, Abstillen wurde uns auch empfohlen...
Kaba mit Milchmädchen (09/19)

Noragami
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Re: 12 Monate alt, mögliche Gedeihstörung, nächtliches Abstillen verordnet

Beitrag von Noragami »

Hallo ihr Lieben,

Wow, Wahnsinn wie viele Antworten man hier in so kurzer Zeit bekommt :). Vielen Dank erstmal an euch alle für den Zuspruch. Das baut mich schon sehr auf. Ich weiß jetzt nicht wie es am geschicktesten ist mit dem Antworten. Am besten ich schreibe nur eine Antwort anstatt jedem einzeln zu antworten.

Das mit dem Vorausplanen war glaube ich eher so gemeint, dass die Kinder unterbewusst wissen, dass sie nicht verhungern werden und daher nichts essen müssen. Dass er sich das bewusst so denkt glaube ich auch nicht. Er hat wahrscheinlich keine große Lust aufs Essen und bevorzugt das Stillen.

Seiltänzerin, vielen Dank für die Tipps. Einiges davon gibt es hier tatsächlich öfter, manches könnte ich mal ausprobieren. Nussmus gab es bisher nur im Brei, das könnten wir mal pur versuchen.

Ob der Ferritinwert bestimmt wurde, weiß ich leider noch nicht. In der Annahme, dass sowieso alles angeschaut wird, habe ich es nicht extra erwähnt. Im Nachhinein fiel es mir ein und ich hab telefonisch nachgefragt. Natürlich hatten sie nicht vor, das anzuschauen und mussten im Labor nachfragen, ob das noch gemacht werden kann. Also erfahre ich es erst nächste Woche. Wegen anderer Mineralstoffe hab ich gar nicht mehr gefragt, aber ich nehme an, die sind dann auch nicht dabei. :( Das heißt, wir müssen vielleicht nochmal Blut abnehmen lassen. Der arme Kleine hat letztes Mal so furchtbar geweint, ich hatte gehofft und eigentlich auch erwartet, es ist mit einem Mal erledigt.

Glyzinie, danke für deinen Erfahrungsbericht. Wenn er trotz vielen Essens nicht viel zugenommen hat, kann man vielleicht auch gar nicht so viel selber beeinflussen. Du hast Recht, ein Michelin Männchen wird nicht mehr aus ihm :D. Das Beispiel von deinem Bruder stimmt mich immerhin zuversichtlich :).

FloppyDisc, dir auch vielen Dank für deine Erfahrungen. Da haben wir ja wirklich fast Zwillinge, was das Gewicht und die Größe angeht :). Wie hat sich bei euch denn das Gewicht weiter entwickelt nach dem nächtlichen abstillen, aber trotzdem nicht mehr essen? Schön, dass dein Kinderarzt so entspannt war! Meine sieht es eigentlich auch nicht so tragisch und ich bin eh ganz froh, wenn mal drauf geschaut wird.

Kaba, ja da hast du recht! Das ist mir vor kurzem auch aufgefallen, dass er im Kinderwagen recht bereitwillig isst. Leider haben wir jetzt ein Fell reingelegt und ich muss mir jetzt überlegen, wie ich das mache, ohne dass alles schmutzig wird. Aber Essen hat natürlich Vorrang. Gegen Brezen oder sowas habe ich auch nichts einzuwenden. Generell wollte ich ihn schon gesünder ernähren, aber zum selbst backen fehlt mir im Moment noch die Zeit, leider. Warum wurde euch abstillen empfohlen? Deine Tochter ist ja nur wenig älter als mein Sohn.

Nun fällt mir noch eine Frage ein. Kennt jemand von euch Studien oder eine zuverlässige Quelle, die für das Stillen bei leichten Kindern sprechen? Ich möchte nächstes Mal der Diätassistentin mit guten Argumenten entgegentreten können, weil ich ihr Rede und Antwort stehen muss, wie es mit dem Abstillen bei uns funktioniert. Sie behauptet, durch das Abstillen würde er zunehmen, was sie zwar auch nicht belegt hat. Auf der anderen Seite hab ich auf stillkinder.de gefunden, dass man die Muttermilch nie zugunsten fester Nahrung reduzieren soll. Allerdings las sich das auch mehr wie eine persönliche Meinung und es war keine Quelle angegeben. Gibt es offizielle Empfehlungen dazu? Die WHO schreibt zb, dass viele Kinder ab Beikosteinführung unterernährt sind, weil sie nicht ausreichend oder nicht das Richtige zu essen bekommen. Das stimmt mich schon nachdenklich.

Nun, dann warte ich mal bis sich Mondenkind meldet :). Es hat keine Eile.

Liebe Grüße!
Mama von einem kleinen Buben (10/2019)

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