Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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4fachMama
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Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von 4fachMama »

Hallo,

aus verschiedenen Gründen werden wir wohl länger vollstillen, als ich das bei den drei anderen Kindern tat. Meine Tochter ist nun 7 Monate alt. Sie sitzt mit uns am Tisch und "verlangt" etwas von unserem Essen. Mengenmäßig kommt das aber nicht über einen Teelöffel am Tag hinaus. Brei isst sie nicht, das heißt wir stillen eigentlich noch voll und ich habe da auch keine Eile etwas daran zu ändern.

Nur frage ich mich, ob sie wohl noch mit allen Nährstoffen versorgt wird. Wie ist das z.B. mit Eisen?

Gilt es etwas zu beachten, wenn man recht lange vollstillt?

Danke euch!

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Carraluma
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von Carraluma »

Auch, wenn es sich wohl etwas nach Wortklauberei anhört. Sobald das Baby irgendetwas anderes als MuMi bekommt, wird es nicht mehr voll gestillt; auch wenn es noch hauptsächlich MuMi bekommt.
Sag\Schreib doch bitte lieber hauptsächlich gestillt, statt voll gestillt.

Ein gesundes Baby darf so wenig Beikost essen, wie es mag. Wenn du ihm verschiedenes anbietest, musst du dir wahrscheinlich keinerlei Sorgen machen. Hier im Forum taucht immer wieder der Spruch auf: Food under 1 is just for fun. Also vor allem Kennenlernen des Essens. Nährstoffe sind meist über die Muttermilch gesichert.
Mein Kinderarzt hat auch immer auf das in der MuMi gut verfügbare Eisen verwiesen, wenn das Kind gesund war.
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Seiltänzerin
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von Seiltänzerin »

Solange hier wenig gegessen wurde, habe ich besonders darauf geachtet, dass keine leeren Kalorien ins Kind kommen, vor allem in Bezug auf Eisen. Liegt aber auch daran, dass ich nur vegetarisch+Fisch esse und mein Mann auch nicht täglich Fleisch. Ansonsten habe ich die Folsäure, B12- und Jod-Mischung für die Stillzeit etwas länger als geplant genommen.
Wegen Eisen fand ich diesen Artikel ziemlich gut geschrieben: https://www.still-lexikon.de/stillen-un ... reloaded=1
:konfetti
mit dem Großen (*2015) und dem Kleinen(*04/2019)

AnnaKatharina
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von AnnaKatharina »

Meines Wissens ist der "Food under One is just for Fun"-Spruch arg umstritten.
Die WHO, auf deren Stillempfehlungen wir uns ja so gerne berufen, sagt z.B. dass zum ersten Geburtstag nur noch maximal 50% der Kalorien aus Muttermilch kommen sollten.
Natürlich können, sollen, dürfen Kinder die Beikost spielerisch erleben, erfahren, usw. Dürfen Matschen und schmieren.

Aber es ist eben nicht "egal" ob auch was im Kind landet.
Wenn dein Kind grundsätzlich Interesse am essen zeigt, würde ich wohl gezielt beobachten, was es gerne mag, und das dann öfters anbieten. Sollte sich die Essensmenge auch in den nächsten 1-2 Monaten trotz mehrfach täglicher Angebote nicht nennenswert steigern (1TL/Tag ist ja praktisch nix) würde ich wohl mal beim KiA Eisen und Zink überprüfen lassen. Ein Mangel daran kann nämlich durchaus appetitlos machen.
Mit K1 (4/2010) und K2 (5/2015)

Serafin
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von Serafin »

Meine Kinder haben sehr lange genau so gegessen. Irgendwann hats dann schon klick gemacht. Und da sie ziemlich dick waren, hab ich mir das jetzt keine großen Sorgen gemacht, auch weil alle Risikofaktoren, die mit Eisenmangel zusammenhängen, nicht zutreffen bei uns.
kleiner Maulwurf 12/15
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Glyzinie
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von Glyzinie »

Bei Eisenmangel sind eigentlich nur Frühgeborene und kranke Babys betroffen. Wenn du Zweifel hast, kannst du doch sicher beim Kinderarzt ein Blutbild verlangen. Zink wurde hier ja auch angesprochen.

Eine Beikostreife mit 7 Monaten ist auch nicht ungewöhnlich. Biete dem Baby doch 5x täglich Essen an, falls du das noch nicht machst.
Mit eiligem Piffi (11/2016)

AnnaKatharina
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von AnnaKatharina »

Glyzinie hat geschrieben:
19.10.2020, 18:33
Bei Eisenmangel sind eigentlich nur Frühgeborene und kranke Babys betroffen. Wenn du Zweifel hast, kannst du doch sicher beim Kinderarzt ein Blutbild verlangen. Zink wurde hier ja auch angesprochen.
Das stimmt so nicht. Auch ein niedriger Eisenwert in der Schwangerschaft sowie früher abnabeln (mit oder ohne Sectio) sind Risikofaktoren.
Mit K1 (4/2010) und K2 (5/2015)

Seiltänzerin
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von Seiltänzerin »

Soweit ich weiß, sind Frühchen dafür schon im ersten LebensHALBjahr anfällig. Gesunde und reif geborene Babies verbrauchen ihre Eisenspeicher, bis eisenreiche Beikost kommt. Wenn keine Risikofaktoren vorliegen (geringes Geburtsgewicht, früh abgenabelt, Frühgeburt), reichen die bis zum Alter von 6-12 Monaten, manchmal sogar bis 18 Monaten. Wie lange die beim eigenen Kind reichen, weiß man halt nicht vorher. Ich bin auch erst dafür sensibilisiert worden, als das reif geborene, gesunde, wenig essende Baby eimer Freundin mit 10 Monaten einen Eisenmangel hatte.

Nur noch zur Klarstellung: ich finde auch ein 7 Monate altes Baby, das nur homöopathische Mengen isst, völlig normal und überhaupt kein Grund zur Sorge. Aber ich würde eben schon darauf achten, dass die Mini-Mengen eisenreich sind.
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Glyzinie
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von Glyzinie »

Ich frage mich gerade, was früh abgenabelt heißt? Es gibt ja wenige Mutter, die die Plazenta mit heim nehmen.
Mit eiligem Piffi (11/2016)

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ShinyCheetah
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Re: Lange Vollstillen - gilt es was zu beachten?

Beitrag von ShinyCheetah »

Früh heißt nicht zu warten bis auspulsiert ist, soweit ich weiß.
mit Sohn F (Ende September 18)

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