Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Merit
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Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von Merit »

Hallo Zusammen,
Mir wurde dieses Forum hier empfohlen, weshalb ich nicht meinem Problem nun an euch hier wende und hoffe, dass mir jemand helfen kann bzw mir meine zunehmende Verunsicherung nimmt.

Erstmal die Fragen:

* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Mädchen

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Seit Samstag mit Hipp Bio Pre Combiotik, 30ml nach jedem Stillen bzw 30ml abgepumpte MuMi, falls vorhanden.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Ca 20-30min pro Brust. Sie ist häufig dabei eingeschlafen und sobald ich sie mal einen Moment abgelegt habe hat sie sofort mit Brüllen angefangen. Also eigentlich hab ich dauergestillt.
Die Nächte waren sehr unruhig und ich hab quasi gar nicht geschlafen und sie immer nur kurz.
Nach dem Zufüttern ist sie so satt, dass sie durchaus 3-4 h schläft und ich sie zum stillen eigentlich nicht wach bekomme

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Ca 4 nasse Windeln pro Tag. Bis Samstagw ar der Urin auch leicht blutig, seitdem nicht mehr. Stuhlgang zwischen Montag und Freitag gar nicht.
02.10. 1mal
03.10. 2mal
04.10. 1 mal
05.10. nicht
06.10. bislang auch noch nicht

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Siehe unten

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, den Calma Sauger und Medela Stillhütchen

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Mehr schlecht als recht...
Haben am Donnerstag einen Termin beim Osteopathen (auf Anraten der Hebamme)

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Sie hatte einen recht hohen Billirubinwert, der aber grade noch in der Norm war, bedingt durch ein großes Hämatom am Hinterkopf durch die Geburt.
Und einen Hackenfuß, der physiotherapeutisch behandelt wird.

* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
Erstes Kind

Gewichtsentwicklung:
26.09. 3380g Geburt
28.09. 3150g U2 KH
30.09. 3080g Hebamme
01.10. 3080g Hebamme
03.10. 3000g Hebamme
05.10. 3080g Hebamme

Kurz zur Vorgeschichte:
Meine Tochter ist heute 10 Tage alt und seit ihrem 4. Lebenstag haben wir zunehmend Probleme mit dem Stillen. Angefangen damit, dass wir Montags mit 3150g aus dem KH entlassen worden sind und sie an diesem Tag auch das letzte Mal Stuhlgang hatte. Auf die Welt kam sie mit 3380g.
Meine Hebamme war täglich da, hat mir aber nur mäßig gute Tipps gegeben was das stillen angeht bzw ich fühle mich von ihr schlecht beraten und nicht ernst genommen. Im Lauf der Woche wurde mein Kind zunehmend unruhiger( weil Hunger) und das Stillen klappte immer schlechter. Am Freitag kam dann der Tipp der Hebamme ich solle Stillhütchen verwenden, damit sie besser andocken könne und zusätzlich abpumpen. Samstag war sie wieder da und die Kleine war nur noch bei 3000g, weswegen wir uns zum Zufüttern entschieden haben, damit endlich die Versauung in Gang kommt und sie satt ist.
Samstag hat sie dann auch endlich 2 mal Stuhlgang gehabt!
Ich muss dazu sagen, dass die erste Wocje auch sehr stressig war, da wir Mittwochs in die Kinderorthopädie mit ihr mussten, Donnerstags nochmal zum Kinderarzt und Freitags zur Physio.

Die Hebamme hat mir empfohlen nach jedem Stillen abzupumpen (habe eine elektrischer Doppelpumpe aus der Apotheke) und meiner Kleinen währenddessen 30ml Pre oder 30ml abgepumpte MuMi zuzufüttern.
Das habe ich seit Samstag auch so gemacht und war gestern Abend schließlich nur noch ein heulendes Nervenbündel.
Beim Abpumpen kam teilweise gar nichts und manchmal habe ich mit Müh und Not 20ml hinbekommen. Durch die Pre Milch war die Kleine dann auch so satt, dass die Stillabstände teilweise 3-4 Stunden lang geworden sind und ich sie selbst da grade so wach bekommen habe. Es hat zwar erstmal den Druck rausgenommen aber ich hab die Befürchtung, dass es zum vorzeitigen abstillen führt.
Dabei würde ich so gerne voll stillen! Meine Hebamme meint ich hätte zu wenig Milch und ich müsse die Milchbildung durch ständiges abpumpen anregen. Ich merke aber dass ich das so, wie es die letzten 3 Tage war nicht durchhalte! Deshalb habe ich die Pumpe heute quasi in die Ecke verbannt und den Tag mit meiner Kleinen im Bett verbracht mit viel Hautkontakt und stillen nach Bedarf. Sie schläft dazwischen immer ca 1-1,5h friedlich in meinem Arm, aber die Unsicherheit bei mir un die Frage ob sie satt wird und ich genug Milch habe bleibt.
Ich habe sie heute auch ohne Hütchen gestillt, aus Angst vor einer Saugverwirrung und noch mehr Schwierigkeiten. Zwischen den einzelnen Stillsessions ziehen meine Brüste auch ordentlich, was ja doch eigentlich ein gutes Zeichen ist, oder?
Sie hat heute auch noch kein zusätzliches Fläschchen bekommen.

Kurz gesagt: ich hoffe mir kann hier im Forum jemand helfen, damit ich vielleicht doch noch zum vollstillen komme. Ich würde auch gerne wissen ob das jetzt der falsche Weg ist nicht abzupumpen. Die Hebamme meinte dass meine Maus die Brust nicht effektiv leertrinken würde und das auch ein Grund sei, weswegen ich zu wenig Milch hätte.
Auch bin ich mir nicht sicher wie viel Stuhlgang denn jetzt normal ist und ob das ein Problem ist, dass sie gestern und heute keinen hatte.

Vielen Dank fürs lesen meines Romans :-)

Merit
gut eingelebt
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Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von Merit »

Achso, erwähnenswert wäre noch, dass ich vor ca 6 Jahren eine Brustverkleinerung auf Grund zweier gutartiger Tumore (Fibroadenome) hatte. Die Brustwarzen wurden dabei aber nicht entfernt, sondern es wurde drumherum geschnitten, eben damit ich später stillen kann.

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sanilii
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Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von sanilii »

Herzlich willkommen bei uns und herzlichen Glückwunsch zu deinem kleinen Wunder! Es meldet sich sicher bald ein Stillmod bei dir.

Ich bin nur Mama, also kein fachlicher Rat, aber ich finde alles auf Null setzen durch ausgiebiges Kuscheln und stillen nach Bedarf hört sich garnicht schlecht an.

Ob nicht evtl die OP doch einen Einfluss auf deine Milchbildung hat, kann grade wahrscheinlich keiner so wirklich sagen, bevor nicht alles versucht ist, eure Stillbeziehung ins Lot zu bekommen.
Sonja mit Bärchen *4/17 und kleiner Maus *9/20

Bönthi
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Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von Bönthi »

Herzlichen Glückwunsch zu deiner kleinen Maus!
Ich bin auch nur Mama und möchte dir einfach nur ein wenig Mut machen. Du bist bei den Stillberaterinnen hier in besten Händen und dass du dir so früh Hilfe suchst, ist super. Da lässt sich sicher noch einiges machen.
Zum Stuhlgang: Bei Stillkindern sagt man immer, alles zwischen zehn mal am Tag und alle zehn Tage ist normal. Wie sich das jetzt genau mit den letzten Tagen Pre verhält, kann ich aber nicht beurteilen.
Damit die Mods dich schnell gut beraten können, fang am besten direkt an eine Tabelle anzulegen und täglich zu ergänzen.
Datum/Gewicht (mit Angabe wer gewogen hat)/Stillhäufigkeit/Pipiwindeln/Stuhlwindeln/Pumpanzahl und -menge/Zufüttermenge
Mit was für einer Waage wiegt deine Hebamme? Und immer unter den gleichen Bedingungen?
mit Zelli, dem kleinen Zellhaufen (02/20)

pqr
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Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von pqr »

Herzlichen Glückwunsch zum Baby.
Die Stillmods können Euch bestimmt weiter helfen.

Was war denn der Grund für den Kieferorthopädenbesuch? Wurde dort Kieferform und/ oder Zungenband angeschaut?
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017

Leominor
ist nicht mehr wegzudenken
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Registriert: 22.03.2018, 15:59

Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von Leominor »

Bönthi hat geschrieben:
06.10.2020, 19:01
Bei Stillkindern sagt man immer, alles zwischen zehn mal am Tag und alle zehn Tage ist normal.
Das stimmt so nicht ganz, sondern erst für Kinder die älter sind als etwa 4-6 Wochen. Davor sollten sie täglich Stuhlgang haben. Alles andere kann ein Hinweis darauf sein, dass zu wenig Milch in‘s Baby kommt.

@ Merit: Ich bin auch sicher, dass euch hier geholfen werden kann. Wenn sich nicht zeitnah eine der Stillmods bei dir meldet, kannst du deinen Beitrag auch mit dem ! oben rechts melden.

Alles Gute für euch!
Leominor mit dem kleinen Tigermädchen (12/17) und dem kleinen Bärenjunge (2/20)

Bönthi
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Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von Bönthi »

Leominor hat geschrieben:
06.10.2020, 21:10
Bönthi hat geschrieben:
06.10.2020, 19:01
Bei Stillkindern sagt man immer, alles zwischen zehn mal am Tag und alle zehn Tage ist normal.
Das stimmt so nicht ganz, sondern erst für Kinder die älter sind als etwa 4-6 Wochen. Davor sollten sie täglich Stuhlgang haben. Alles andere kann ein Hinweis darauf sein, dass zu wenig Milch in‘s Baby kommt.
Danke für die Info, das war mir tatsächlich neu.
mit Zelli, dem kleinen Zellhaufen (02/20)

Merit
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Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von Merit »

Huhu,
Vielen lieben Dank für eure Antworten. Nachdem der Tag recht entspannt war und ich wirklich guter Hoffnung war das hinzubekommen und viel mit der Kleinen gekuschelt habe, war der Abend dafür umso stressiger.
Mein Mann hat ihr heute Abend 60ml Pre Milch gegeben, da sie nach wie vor nur 3080g wiegt und gestern und heute wieder keinen Stuhlgang hatte. Da sie anschließend immernoch weinte hat sie noch 30ml abgepumpte MuMi und ca eine halbe Stunde später nochmals 30ml Pre bekommen. Das hatte zur Folge, dass sie von 22:30 bis 3:30 durchgeschlafen hat und ich sie einfach nicht wach bekommen habe, um sie zu stillen. Habe jetzt in meiner Verzweiflung 10min abgepumpt. Dabei kamen links ca knapp 10ml zusammen und rechts fast gar nichts. Nun bin ich natürlich wieder in Sorge, dass ich tatsächlich zu wenig Milch habe und die rechte Brust die Milchproduktion schon quasi eingestellt hat. Nach dem abpumpen hat sie geweint und ich habe sie dann nochmals rechts angelegt für 5 min, mit Stillhütchen. Das war nach den 5min quasi auch fast leer und kein Tropfen Milch drin nach dem abdocken.
Ich weiß einfach nicht was ich noch tun soll. Mein Mann hat überhaupt kein Verständnis für meinen Wunsch zu stillen sondern nur dafür dass sie zunehmen muss. Das will ich doch auch, deswegen füttern wir ja auch zu. Aber ich möchte so gern einen Weg zum voll stillen finden, auch wenn ich die Befürchtung habe, dass es dafür zu spät ist, weil zu viel schief gelaufen ist.

@pqr Ich glaube du hast dich verlesen. Wir waren beim Kinderorthopäden, nicht Kieferorthopäden;)
Wegen ihrem Fuß.

Meine Hebamme wiegt mit einer Federwaage, an die das Kind in einem Tuch drangehängt wird.
Wir haben uns gestern allerdings auch eine Babywaage aus der Apotheke geliehen.

Für die Liste:
06.10. 4 Pipiwindeln, kein Stuhlgang. Stillen ca 1-1,5 stündlich abends 90ml Pre

Etwas ist mir allerdings aufgefallen: Ich finde sie schluckt sehr selten beim Stillen und bin mir auch gar nicht sicher, ob sie den Milchspendereflex auslöst. Kann ich das irgendwie fördern? Ich hab von der Brustkompression gelesen, bin aber bisher irgendwie zu doof das hinzubekommen glaube ich.

Misle
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Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von Misle »

Hallo Merit und herzlich willkommen,
euch kann hier bestimmt geholfen werden. Bzgl. Brustkompression gibt es Infos in der Linksammlung. Schau mal hier und hier unter "2 Tage alt" gibt es auch ein Video von Dr. Jack Newman dazu. Vielleicht hilft dir das beim Umsetzen.
Alles Gute euch!
Ich finde Stillen toll \o/
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Leominor
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Re: Stillprobleme; vollstillen gewünscht

Beitrag von Leominor »

Eure Tochter ist noch so jung, da ist noch ganz viel möglich! Beim Tigermädchen habe ich damals ab der 3. Lebenswoche zugefüttert, weil sie nicht zugekommen hatte. Vollgestillt haben wir dann, als sie 8 Wochen alt war.

Sobald sich eine Beraterin bei euch gemeldet hat, könnt ihr es gemeinsam anpacken. 😁

Die Abpumpmengen sagen im Übrigen nichts darüber aus, wie viel Milch du hast. Es gibt Frauen, die stillen ihre Kinder voll und können keinen Tropfen abpumpen. Ich kann das auch nicht gut und meine beiden waren vollgestillt Marke Michelinbaby. Bei manchen Frauen klappt ausstreichen besser (bei mir nicht 🙈). Das könntest du eventuell noch probieren.
Leominor mit dem kleinen Tigermädchen (12/17) und dem kleinen Bärenjunge (2/20)

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