Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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ShinyCheetah
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von ShinyCheetah »

Hi, danke für deine Rückmeldung :) Ich hatte mir ein bisschen Sorgen gemacht, weil du so viele Dagegen-Antworten bekommen hast. Inzwischen gab es aber ja auch noch ein paar andere Sichtweisen :)

Ich wollte noch mal betonen, dass ich mit dem häufigen wach werden nur klar gekommen bin, indem ich SEHR früh ins Bett gegangen bin. Ich habe dann, mit zig Unterbrechungen, von 20:00 bis 6:30 im Bett gelegen ;)

Ich persönlich finde, das wichtigste beim Abstillen ist, sich selbst über seinen Entschluss im klaren zu sein. Dann braucht es keinen Urlaub und dann kann man auch ein 13 Monate altes Kind abstillen. Ich persönlich hätte da wegen Essen keinerlei Bedenken. Dein Kind kann doch essen. Wenn die Kalorien nicht mehr über die Milch kommen, holt es sich sie unter Garantie durch Essen. Wenn man will, dass das Kind stärker zunimmt als bisher, ist eine lange Stillpause aber tatsächlich sinnfrei. Das seh ich wie Serafin. Da kann man mehr Fett ans essen tun, häufiger stillen, auch mal füttern - aber in erster Linie entspannt bleiben.

F hat im Vergleich zu anderen Kindern bis vor kurzem sehr wenig gegessen. Nachts Abstillen war aber kein Problem (zumindest nicht deshalb ;))
mit Sohn F (Ende September 18)

The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson

Valencia
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Valencia »

Ich wollte nur kurz da lassen, dass wir gerade einen sehr unfreiwilligen Abstill "Urlaub" haben. Musste akut ins KH, seit 5 Tagen schon da und wahrscheinlich muss ich noch bis Mitte der nächsten Woche bleiben..

Obwohl ich wg der aktuellen Schwangerschaft schon vor hatte in den nächsten Monaten abzustillen, hat es mir im Herzen weh getan, dass wir das nicht gemeinsam durchstehen konnten.. Die ersten beiden Nächte dürften wirklich schlimm gewesen sein. 😥

Und ich muss ehrlich sagen, dass ich überlege zumindest tagsüber weiterzustillen, wenn ich wieder heim komme. Und ich muss ja auch mein Schlafritual mit ihr finden, wenn ich nachts nicht mehr stillen mag. Aber das ist dann ein anderes Thema.

Ringelhut
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Ringelhut »

Wenn du aus krankheitsgründen abstillen solltest, dann ist deine Gesundheit natürlich wichtiger als das Stillen. Insbesondere gibt es ja auch Erkrankungen, die fortschreiten ohne Therapie oder ohne ausreichende.
Ich habe meinen großen Sohn Mit 18 Monaten von heute auf morgen abstillen, nachdem ich mir eine Nadelstichverletzung zugezogen hatte. Ich habe zu dem Zeitpunkt bereits nur noch nachts gestillt. Ich wollte es eigentlich noch nicht und er auch nicht. Dementsprechend lagen wir beide gemeinsam weinend da. Die ersten Nächte waren schrecklich, er war alle 1/2h wach. Wir haben ganz viel gekuschelt. Ich habe ihn dann nachts an die Flasche mit Pre gewöhnt, er trank dann nachts 400-600ml zunächst. Es wurde dann wenigeR und seltener mit der Zeit. Schließlich habe ich die Pre mehr und mehr verdünnt und irgendwann gab es nur noch Tee zum Einschlafen (ab etwa 2 Jahre). (Schnuller nahm er nie und vorher Auch keine Flasche, er aß aber schon gut). Ich musste noch ein halbes Jahr im Bett obenauf bekleidet sein mit etwas engerem, da er weiterhin dran wollte und versuchte an die Brust zu kommen.
Es war ein schwieriger Weg, aber er brauchte mich dafür noch mehr.
Ringelhut mit der kleinen Kröte (06/16), dem kleinen Frosch (08/19) und den drei gesammelten Mädels (02/02, 09/14 und 03/16)

Franziska41
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Franziska41 »

Danke auch euch anderen für eure Berichte!
ShinyCheetah hat geschrieben:
02.10.2020, 14:11
Ich wollte noch mal betonen, dass ich mit dem häufigen wach werden nur klar gekommen bin, indem ich SEHR früh ins Bett gegangen bin. Ich habe dann, mit zig Unterbrechungen, von 20:00 bis 6:30 im Bett gelegen ;)
Trotzdem: Hut ab. Wenn ich die freie Zeit von 20 bis 22 Uhr nicht hätte, würde ich aus dem Fenster springen. Dann lieber maximal unproduktiv sein bei der Arbeit :?
FloppyDisc hat geschrieben:
02.10.2020, 13:41
Ich habe gerade erfolgreich meinen Sohn nachts abgestillt, nachdem ein Abstillversuch durch den Papa im Mai gescheitert ist.
Danke für deinen Bericht! Wir versuchen es diese Nacht mal mit dem Papa, mal sehen wie es läuft. Ich freue mich sehr darauf, auf dem Sofa zu schlafen 8) Drückt mir die Daumen. In diesem Sinne: gute Nacht an alle!

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blueberry
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von blueberry »

Viel Erfolg! :D

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Sollte es sich wider erwarten (jetzt noch) nicht als gangbarer Weg herausstellen, würde ich (wie jemand vor mir schon vorschlug) nochmal am "ich kann nicht im Liegen stillen" ansetzen. Wenn Du Deine konkreten Probleme damit hier mal schilderst, bin ich sehr zuversichtlich, dass sich für Euch ein Weg finden wird, bequem dösend im Liegen zu stillen - auch nach dem nächtlichen Abstillen ist das tagsüber supernützlich - z.B. beim Mittagsschlaf. Das waren meine besten Ruheinseln im anstrengenden Alltag mit mobiler werdendem Kleinkind (die Phase von 1,5 bis 3 Jahren war bei beiden Kindern für mich körperlich DEUTLICH anstrengender als die anderthalb Jahre zuvor, aufgrund der hohen Mobilität verbunden mit dem "keine Minute aus den Augen gelassen werden können", da sie einfach noch nciht genug Gefahrenbewusstsein haben...)

Zum Schlafverhalten sagten mir damals in meiner ersten Schwangerschaft übrigens gleich zwei erfahrene Mütter (eine Vierfachmutter und eine Dreifachmutter) sinngemäß, man tue sich selbst einen großen Gefallen damit, wenn man vor dem zweiten Geburtstag schlicht nicht davon ausgehe, dass das Kind durchschläft (und jede Nacht, in der es das DOCH tut, als willkommene, aber vorübergehende Erholungsphase betrachte, die sich im nächsten Entwicklungsschub mit 6 Monaten, 12 Monaten, 18 Monaten, ... plötzlich wieder erledigt haben kann.)
Dann ist man ggf. vom ein oder anderen Kind positiv überrascht - aber nicht enttäuscht von der mit viel größerer Wahrscheinlichkeit eintretenden Realität, dass die meisten Kleinkinder unter zwei zum Durchschlafen einfach nicht gemacht sind (es sei denn, man ist bereit, zu ferbern oder ähnliche Grausamkeiten anzuwenden). In anderen Kulturen erwartet das von Kleinkindern übrigens auch niemand. Mich hat das ziemlich entspannt 8) .

Der Tipp, die ERSTE Schlafphase des Babys mitzunehmen (da schlafen die meisten 3-5h am Stück, im Rest der Nacht aber nicht mehr), finde ich auch super wertvoll. Wenn das Baby ab 20 Uhr schläft, man sich selbst aber erst 22 Uhr hinlegt, verpasst man halt diese ununterbrochene Phase. "Zeit für sich" kann man auch in den Morgenstunden haben, indem man vor dem Baby aufsteht. Wenigstens an drei bis vier Nächten die Woche direkt mit dem Baby schlafen zu gehen macht einen ENORMEN Unterschied für die seelische Stabilität und Ausgeschlafenheit. Auch das kann vor "aus dem Fenster springen" bewahren - und an den anderen Tagen kann man immernoch abends Zeit mit dem Partner verbringen z.B.

Und jetzt sind die unterbrochenen Nächte in der Erinnerung soooo weit weg, dass ich mich wirklich anstrengen muss, um das Gefühl in mir wieder wachzurufen. Ab dem dritten Lebensjahr schliefen beide Kinder sehr zuverlässig - und wirklich gern! :D
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Serafin
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Serafin »

Franziska41 hat geschrieben:
03.10.2020, 21:35
Danke auch euch anderen für eure Berichte!
ShinyCheetah hat geschrieben:
02.10.2020, 14:11
Ich wollte noch mal betonen, dass ich mit dem häufigen wach werden nur klar gekommen bin, indem ich SEHR früh ins Bett gegangen bin. Ich habe dann, mit zig Unterbrechungen, von 20:00 bis 6:30 im Bett gelegen ;)
Trotzdem: Hut ab. Wenn ich die freie Zeit von 20 bis 22 Uhr nicht hätte, würde ich aus dem Fenster springen. Dann lieber maximal unproduktiv sein bei der Arbeit :?
FloppyDisc hat geschrieben:
02.10.2020, 13:41
Ich habe gerade erfolgreich meinen Sohn nachts abgestillt, nachdem ein Abstillversuch durch den Papa im Mai gescheitert ist.
Danke für deinen Bericht! Wir versuchen es diese Nacht mal mit dem Papa, mal sehen wie es läuft. Ich freue mich sehr darauf, auf dem Sofa zu schlafen 8) Drückt mir die Daumen. In diesem Sinne: gute Nacht an alle!
Hier ist jeden Tag bis halb zehn aparty. Ich habe seit der große ca 1,5 ist nie einen Abend. Vorher durfte ich nicht aufstehen. Also yeah. Nicht. Es geht vorbei. Aber seit ich wieder arbeite brauche ich den Abend auch nicht so wirklich mehr. Ich habe meine kindfreie Zeit im Büro. (Und nein, ich bin keine Übermutter. Definitiv nicht. Ich sitz es aus. Ich sitz es einfach aus. Noch 1,5Jahre, dann wird's besser)
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Franziska41
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Franziska41 »

Seit meinem letzten Post sind drei Nächte vergangen und ich wollte mal berichten.

Ich habe an jedem Abend letztmalig um ca. 22.30 Uhr gestillt, mein Mann ist dann in unser Bett gegangen und ich aufs Sofa.
In der ersten Nacht hat mein Mann 60min gebraucht, bis meine Tochter wieder schlief. Rumtragen, streicheln, (sie war auch zwischenzeitlich sehr aufgebracht) und sie hat sogar Wasser aus dem Fläschchen getrunken. Danach hat sie drei Stunden am Stück geschlafen (war vielleicht auch ko) und ich wurde erst um 4.30 Uhr geholt.
In der zweiten Nacht das Gleiche, nur dass sie bereits nach 30min wieder schlief.
In der dritten Nacht musste mein Mann sie gar nicht mehr tragen, ihr hat der Schnuller und Wasser trinken gereicht, und mit insgesamt 2x aufwachen hat sie bis 6 Uhr geratzt :shock: Ist dann gut gelaunt aufgewacht und wollte auch gar nicht stillen.

Ich finds schon ein bisschen irre, innerhalb von drei Tagen bin ich jetzt auf 3x stillen in 24h. Meine Brüste machen auch super mit :lol:

Ich bilde mir ein, dass sie tagsüber ein bisschen anhänglicher war als sonst, aber den 7,5kg Floh krieg ich auch noch gut getragen.

Danke auch nochmal für eure weiteren Kommentare!

Serafin
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Serafin »

Dann still vielleicht am Tag ein paar mal mehr, dann kann sie da Mama tanken und du hast nachts deine Ruh.

(Meine Kinder hätten das nie im Leben mitgemacht. Ich hätte aber auch nicht die Nerven gehabt, dass der papa ne Stunde zum beruhigen braucht. .. )
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Polarfuchs »

Super dass es so gut klappt und du keinen Stillurlaub brauchst. Ich drücke die Daumen, dass es so weiter geht und die Nächte entspannter werden.
Vielleicht kannst du ihr an den Schnuller ein kleines Tuch oder so dran machen, damit sie in selbst wieder findet. Hat bei meiner Nichte super geklappt. Und ich habe gehört dass hier in Freundeskreis viele den Magi*Cup mit ins Bett stellen, dann können die kleinen selbst trinken wenn sie wollen.
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blueberry
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von blueberry »

Serafin hat geschrieben:
06.10.2020, 11:59
Dann still vielleicht am Tag ein paar mal mehr, dann kann sie da Mama tanken und du hast nachts deine Ruh.

(Meine Kinder hätten das nie im Leben mitgemacht. Ich hätte aber auch nicht die Nerven gehabt, dass der papa ne Stunde zum beruhigen braucht. .. )
Hier möchte ich mich anschließen. Ich würde auch versuchen, dann jetzt tagsüber von Dir aus häufiger Stillen anzubieten und vor allem trotz Arbeitsbeginn genügend ausgiebige Stillzeiten mit genug Ruhe/wenig Ablenkung, in denen mehrere Milchspendereflexe ausgelöst werden können (mit jedem Milchspendereflex wird die Milch fettreicher und nahrhafter - zu Beginn der Mahlzeit ist sie wässriger und durstlöschender). Gerade wenn es Gewichtssorgen gibt.

Muttermilch bringt durch die optimal bioverfügbaren Nährstoffe (die deshalb bei teils geringerer Konzentration deutlich besser aufgenommen werden als in vergleichbaren Lebensmitteln) und durch die hohe Kaloriendichte deutlich mehr für die Gewichtsentwicklung als die oft eher kalorienarme Beikost. Wenn Du eher ein Leichtgewicht zuhause hast (und angesichts der Tatsache, dass evolutionär gesehen im Alter Deiner Tochter nunmal nachts die Hauptstillzeit war - denn dann lagerte die Nomadengruppe und Baby und Mutter hatten viel Ruhe zum ausführlichen Stillen mit mehreren Milchspendereflexen, während tagsüber für das älter werdende Baby eher dran war "Umwelt erkunden, sich ablenken lassen, Stillen eher als kurze, schnelle Mahlzeiten") ist nachts nur noch Wasser anzubieten (was das Bäuchlein füllt, aber keine Kalorien liefert) halt so eine Sache.

Behalte die Gewichtsentwicklung im Auge nach dieser Umstellung jetzt, gerade wenn Du auch tagsüber lange Zeiten getrennt vom Kind sein wirst wegen Deiner Arbeit - und versuch, die nächtliche Stillpause nicht zu lang werden zu lassen, indem Du das für Dich wichtigste "Schlaf-Zeitfenster" festlegst (z.B. die sechs Stunden zwischen 22:30 Uhr und 4:30 Uhr) und dann z.B. ab 4:30 Uhr morgens wieder stillst.

Im Familienbett kann man das fürs Kind (das ja noch keine Uhr lesen kann) z.B. mit einem kleinen rötlichen (den Schlaf also nicht störenden) Nachtlicht mit Zeitschaltuhr lösen. Wenn die Lampe aus ist, ist Schlafen angesagt. Sobald die Lampe brennt, darf Dein Baby wieder um Milch bitten.
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)

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