Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

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Franziska41
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Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Franziska41 »

Hallo zusammen,

ich bin neu hier. Beim Googeln bin ich schon häufiger hier im Forum gelandet, aber bislang nur als stille Leserin. Für die folgende Frage habe ich über die Suchfunktion nichts gefunden und mich, zum Ende meiner Stillzeit, hier nun angemeldet.

Ich heiße Franziska, bin 33 und habe zwei Kinder.
Meinen mittlerweile 4-Jährigen habe ich 11 Monate gestillt, das Abstillen war unkompliziert, er hat da schon sehr gut gegessen und ich musste keine Pre o.ä. als Alternative anbieten.

Meine 13 Monate alte Tochter ist da ganz anders gestrickt... sie ist schon immer sehr auf mich bezogen gewesen und stillt sehr sehr gerne. Sie ist eine sehr schlechte Esserin. Seit ein paar Wochen ist sie in der Kita, da klappt es ganz gut mit dem Essen. Aber zu Hause bevorzugt sie die praktische Flüssignahrung von Mama. Ich stille tagsüber noch 2-3x und nachts... puh... sehr oft. 2h Schlaf am Stück sind schon ein Highlight. Sie schläft im eigenen Bett neben dem Elternbett. Familienbett klappt nicht, da wird sie top wach und will spielen. Ein eigenes Zimmer hat sie nicht (sie soll sich in der Zukunft ein Zimmer mit ihrem Bruder teilen, aber das kann ich ihm momentan nicht zumuten), aber im Urlaub hat auch ein separates Zimmer nicht zu einem ruhigeren Schlaf geführt. Der Schnuller wird fast nie zum Weiterschlafen akzeptiert, Fläschchen (egal welchen Inhalts) wird wütend weggestoßen, und für rumtragen und ähnliche Sperenzchen fehlt mir schon lange jegliche Energie. Also stille ich halt.

Nun beginne ich aber in ein paar Wochen wieder zu arbeiten, und wenn ich nicht jeden Tag vorm PC einschlafen will, muss sich etwas ändern. Dazu kommt noch, dass ich eine chronische Erkrankung habe, die ich so langsam mal wieder medikamentös behandeln müsste (Medikament ist nicht stillverträglich). Ich habe keine "Frist" o.ä. von meinem Arzt, aber da ich im letzten halben Jahr vermehrt Probleme und einen unruhigen Krankheitsverlauf hatte, ist es jetzt langsam Zeit fürs Abstillen.

So, nach dieser langen Vorrede (danke fürs geduldige Lesen :D ) nun meine Frage.
Ich würde gerne mit meinem großen Sohn für ein paar Tage in Abstillurlaub fahren. Gleichzeitig mache ich mir Sorgen, dass meine Tochter nicht klarkommt, wenn ihr nicht nur die Brust und die Milch, sondern plötzlich die ganze Mama fehlt. Sie versteht ja nicht, dass ich in ein paar Tagen wieder da bin.
Was haltet ihr Expertinnen vom Abstillurlaub? (ganz abgesehen von meinen armen Brüsten - ich muss irgendwie im Vorfeld schon versuchen zu reduzieren, und im Urlaub literweise Salbeitee trinken :roll: ) Traumatisierend fürs Kind, oder einzige Lösung? Wie hat es bei euch geklappt, war das Kind hinterher total durch den Wind, wie habt ihr euch (und das Kind) vorbereitet? Wie war es bei eurer Rückkehr?
Ich freue mich über eure Erfahrungsberichte und Meinungen zum Thema Abstillurlaub, und auch sonstige zündende Ideen fürs Abstillen :)

AnnaKatharina
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von AnnaKatharina »

Nur kurz da vom Handy
Ich halte nix vom abstill"urlaub" bei einem derartig kleinen Kind
Die Stillbeziehung ist eine BEZIEHUNG und wenn ich die beenden oder verändern will, dann verschwinde ich nicht einfach sondern begleite die Veränderung.
Mit K1 (4/2010) und K2 (5/2015)

AnnaKatharina
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von AnnaKatharina »

Ich hab 2 Kinder gegen ihren Willen nachts abgestillt. Allerdings waren die älter. Weiss nicht ob dir Erfahrunfsberichte da was bringen?
Mit K1 (4/2010) und K2 (5/2015)

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Sabina
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Sabina »

Ich habe meine Töchter auch gegen ihren Willen nachts abgestillt aber auch sie waren jeweils ca. 23 Monate alt. Beim Sohn hat sich das nächtliche Stillen schon vor dem 1. Geburtstag ausgeschlichen.

Deine Tochter ist wohl gerade in einem echt doofen Alter. Zu alt um alles mit sich machen zu lassen, zu jung um zu verstehen. Ich glaube da könnte man Abstillurlaub gleichsetzen mit ‚Mama ist tot‘. Das klingt zwar hart aber die kleinen Mäuse haben ja keine Ahnung, weshalb Mama plötzlich nicht mehr da ist und ob sie jemals wieder kommt. Deshalb plädiere ich immer für: wenn abstillen, dann MIT Mama.
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pqr
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von pqr »

Ich mag die Idee des Abstillurlaub auch nicht.
Das sind gleichzeitig 2 schwere Dinge für so ein kleines Kind.

Das häufigere nachts Stillen, wenn das Kind noch recht neu in der Kita ist, kann auch " Mama tanken" sein und das Aufwachen und Nähebedürfnis bliebe dann vielleicht auch nach dem Abstillen erstmal.

Klar kannst Du abstillen.
Ich habe meinen Großen damals auch nachts abgestillt. Mir selber war es dann wichtig, das zu begleiten. Das erschien mir für meinen Sohn fairer und ehrlicher.
Wo siehst Du denn den Vorteil im Abstillurlaub?
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
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muggel
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von muggel »

Ich habe meinen Sohn nachts abgestillt, da war er aber schon über zwei Jahre alt. Mir war es wichtig, dass ich das mit ihm angehe und begleite. Ja, es gab Protest aber ich war da und habe ihm da durch begleitet. Nach drei Tagen war es ok und nach einer Woche habe ich die Nächte an den Papa übergeben. Seit dem schläft er neben Papa und der ist Nachts nun Hauptbezugsperson.
Mit Oktober 2011 muggelchen an der Hand und November 15 muggelbaby

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blueberry
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von blueberry »

Franziska41 hat geschrieben:
01.10.2020, 22:01
Dazu kommt noch, dass ich eine chronische Erkrankung habe, die ich so langsam mal wieder medikamentös behandeln müsste (Medikament ist nicht stillverträglich). Ich habe keine "Frist" o.ä. von meinem Arzt, aber da ich im letzten halben Jahr vermehrt Probleme und einen unruhigen Krankheitsverlauf hatte, ist es jetzt langsam Zeit fürs Abstillen.


Kennst du Embryotox? Das ist die Arzneimittelberatung für SChwangerschaft und Stillzeit an der Charité. Auf die Angaben in den Beipackzetteln kann man sich nicht verlassen (die stehen dort aus juristischen Gründen) und es gibt für die allermeisten Medikamente eine stillfreundliche Alternative bzw. das Medikament ist doch stillverträglich und der Arzt wusste das nur nicht, weil er sich am Beipackzettel orientierte: https://www.embryotox.de/ In der Datenbank kannst Du den Wirkstoff Deines Medikamentes nachschlagen. Wenn es nicht aufgeführt ist, kann sich Dein Arzt auch direkt an Embryotox wenden. Viele Medikamente sind zudem bei einem 13 Monate alten, Beikost essenden Kind deutlich unbedenklicher als bei einem 3500-Neugeborenen, das voll gestillt wird.

Da Dich das nächtliche Stillen am meisten stört, würde ich dort ansetzen und versuchen, zunächst nur nachts abstillen - das Stillen tagsüber (das Dich, wenn ich es richtig verstehe, nicht stört) aber beibehalten. Und natürlich das nächtliche Nicht-mehr-Stillen liebevoll (auch mit Hilfe des Papas) begleiten. Ob sich dadurch das Schlafverhalten nachhaltig verbessert, obwohl gerade eine so große Umstellung stattgefunden hat, die es zu verarbeiten gilt (KiTa-Eingewöhnung) kann Dir niemand vorhersagen. Nächtliches Herumtragen, Pezziballhüpfen oder Dauersingen sind auf Dauer nicht unbedingt entspannter.

Ob nächtliches Abstillen zu einem bestimmten Zeitpunkt funktioniert, hängt nicht nur vom Alter des Kindes sondern auch von Entwicklungsschritten und äußeren Umständen ab. Der erste Versuch, meinen Sohn nachts Abzustillen endete in so echtem, schieren Entsetzen und Schock (er war stundenlang nicht zu beruhigen und weinte in echter Verzweiflung - so hatten wir unser Kind noch NIE erlebt :( ), dass wir es zunächst abbrachen. Ein Vierteljahr später (um den zweiten Geburtstag herum) ging es problemlos und sanft und wir haben noch mehrere Monate problemlos tagsüber weitergestillt.

Ich hoffe, Ihr findet einen für Euch alle guten Weg, die Stillbeziehung Euren Bedürfnissen entsprechend zu verändern. "Abstill-Urlaub" fände ich dazu kein geeignetes Mittel.
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von ShinyCheetah »

Ich habe meinen Sohn mit 18 Monaten (endlich) nachts abgestillt, nachdem ein erster Versuch mit 14 Monaten nach kurzem Erfolg zur Katastrophe geführt hat. Ich arbeite wieder, seit er 10 Monate alt ist. Er hat sich über Wochen nachts stündlich bis halbstündlich gemeldet. Das hat funktioniert - wenn auch zugegeben nicht immer perfekt - indem ich ihn bei mir im Bett hatte und kurz nach ihm schlafen gegangen bin.

Ich sage auf keinen Fall, dass du es so machen sollst, auch wenn ich überzeugt bin, dass es für uns der richtige Weg war. Aber ich will nur sagen: Es geht. Und ich finde, wie die anderen, es richtiger, beim Kind zu bleiben und das Abstillen zu begleiten. Anstatt radikal abzustillen ist es ja sowieso auch für dich besser, nach und nach abzustillen. Bei uns war der Prozess: Nachts eine Stillpause von 5 - 6h, dann tagsüber reduzieren (z. B. nur noch zu Hause auf dem Sofa), dann wurde die Pause nachts länger, dann habe ich Morgenstillen abgeschafft und zum Schluss Einschlafstillen.
mit Sohn F (Ende September 18)

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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von Serafin »

Ich finde das auch keine gute Idee. Mein erster war genau so wie dein kleiner jetzt. Der wäre danach traumatisiert gewesen, wenn ich einfach mal so ein Paar Tage nicht da gewesen wäre. Ich hatte ihn neben mir im Bett und dann einfach schnell im Liegen gestillt. Ich habe auch gearbeitet, Kind war alle 45 Minuten wach. Aber alle anderen Alternativen hätten es nicht besser gemacht. Beruhigt werden muss er so oder so, da kann ichs auch auf die schnellste und einfachste Art und Weise tun.

Warum klappt in euerm Bett nicht? Stillt ihr im liegen? Wie bringst du ihn nach dem Stillen in sein Bett (das hätte hier z.B. nie nie nie funktioniert, dann wär er wieder wach gewesen)?

Zudem finde ich, die Stillbeziehung ist eine Beziehung zwischen dir und deinem Kind. Wenn du mit deinem Partner Schluss machst, lässt du das doch auch nicht von jemand anderem ausrichten, sondern machst es selbst.
kleiner Maulwurf 12/15
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ShinyCheetah
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Re: Abstill-Urlaub - Erfahrungen/Meinungen

Beitrag von ShinyCheetah »

Achja: Als F ca 20 Monate alt war, musste ich zwei Tage (ohne ihn) auf Dienstreise. Das hat hier ganz definitiv nicht zum Abstillen geführt, war aber für ihn total gut zu verkraften. Meine Brüste sind, trotz Ausstreichen, nach den zwei Tagen aber fast geplatzt ;) Also: Wie stellst du dir einen Abstillurlaub vor? Damit deine Brüste die Produktion einstellen, müsstest du wahrscheinlich mehrere Wochen wegfahren. Und viele Kinder scheinen sich selbst vom Ausbleiben der Milch nicht vom Stillen abbringen zu lassen (hier haben manche die ganze Schwangerschaft durch weitergestillt ;)). Die andere Frage ist, wie schnell dein Kind Stillen verlernt. Das dauert in dem Alter möglicherweise aber auch Wochen.

Ein nicht so unrealistisches Szenario ist also, dass du wiederkommst - und dein Kind dich frrundenstrahlend begrüßt und ganz dringend stillen möchte. Schließlich ging das eine Woche nicht. Wie würdest du dann damit umgehen? Und was genau hätte der Urlaub gebracht?
mit Sohn F (Ende September 18)

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