Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

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amaryllis
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Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

Hallo liebe Mamis,

ich brauche euren Rat, gerne auch den professionellen der Stillberaterinnen hier :-)

Seit etwa einer Woche meldet sich meine Tochter (15 Wochen alt) nachts nicht mehr. Vorher hat sie sich auch schon längere Zeit nur durch wildes Daumengenuckel bemerkbar gemacht, wäre aber wieder eingeschlafen, wenn ich sie dann nicht angelegt hätte. Sie liegt direkt neben mir im Bett. Wir stillen gegen 21/22 Uhr und danach schläft sie wie ein Hinkelstein, bis ich sie gegen 3/4 Uhr wecke, da meine Brüste dann aus Beton sind. Sie ist zunächst "not amused" geweckt zu werden, trinkt dann aber doch gut. Währenddessen pumpe ich parallel ab. Danach schläft sie dann allerdings wieder bis 7/8 Uhr, dann stillen wir nochmal und dann wird oft nach einer kurzen Spiel-/Kuschelrunde nochmal bis 10/11 Uhr geschlafen. So kommen wir nur noch auf 8-10 x stillen in 24 Stunden. Sie nimmt wöchentlich etwa 140 Gramm zu und die Windeln sind ständig voll. Bezüglich des Gedeheins mache ich mir (aktuell) weniger Sorgen, vielmehr um den Erhalt meiner Milchproduktion. In allen Beratungsthreads weisen die Stillberaterinnen auf die Wichtigkeit nächtlicher Brustentleerungen für die Milchproduktion hin. Aufgrund unserer Vorgeschichte (siehe unten) bin ich einfach vorgeschädigt.

Sollte ich die Maus also weiterhin mindestens einmal nachts wecken oder sie einfach schlafen lassen?

Ich will auf keinen Fall riskieren, dass die Milchproduktion wieder einbricht. Abpumpen ohne stillen klappt halt leider nicht, sonst würde ich sie schlafen lassen. Ich vermute sie würde dann bis morgens ratzen. :shock:


Unsere Vorgeschichte:
Nachdem meine Tochter und ich von der vierten bis siebten Lebenswoche gegen ihr stagnierendes Gewicht "kämpften" (mir fährt es noch immer durch Mark und Bein, wenn ich an diese Zeit zurückdenke), ist seitdem zum Glück wieder alles in Butter. Außer einiger weniger (max. 5 Tage mit jeweils 20-30 ml Muttermilch pro Tag mit dem Löffel) haben wir nie zugefüttert.

Ich vermute, dass meine Tochter in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt die Brust nicht häufig genug effektiv entleert hat (ich hatte auch schon früh einen Milchstau), wodurch meine Milchproduktion sich nie vollständig etablieren konnte und die Milchmenge dann zurückging. Die Verbesserung des Stillmanagements brachte zwar kleinere Erfolge, aber der Durchbruch kam erst mit der Einnahme von Domperidon. Bereits 3x10mg täglich schlugen nach 2 Tagen ein wie eine Bombe, um die Milchproduktion in Schwung zu bringen.

Vor vier Wochen versuchte ich dann den Wirkstoff auszuschleichen (Reduktion alle 14 Tage um jeweils eine Tablette), aber die Milchmenge wurde bereits bei 2x10 mg täglich weniger. Bei 1x10 mg hatte ich dann wirklich deutlich weniger Milch, sodass ich wieder ständig wechselstillen und die Brust komprimieren musste, um die Kleine überhaupt satt zu bekommen. Sie war auch wieder deutlich quengeliger und hing ständig an der Brust, ähnlich wie vor dem Dom. Nachdem fünf Tage Dauerstillen keine Besserung brachten, habe ich die Dosis wieder auf 3x10mg erhöht und nach zwei Tagen war wieder alles im Lot (Stillabstände wieder ca. 2-3 Stunden, Baby dockt meist nach einer Seite satt und zufrieden ab). Ich schätze meine Prolaktinrezeptoren wurden in den ersten Wochen nach der Geburt herunterreguliert, weshalb die kurzfristige, physiologische Prolaktinausschüttung durch reines Stillen nicht mehr ausreicht, um die notwendige Milchmenge zu erhalten. Naja, immerhin etwas für zukünftige Kinder dazugelernt. :x

Ich pumpe auch weiterhin täglich 200-240 ml ab (dafür muss ich ca. 3x pumpen), um das Milchniveau zu erhalten. Leider klappt das Abpumpen nur (!) während die Maus an der anderen Brust trinkt. Ich habe mich bislang noch nicht getraut, das Pumpen sein zu lassen... :oops:

Wer weiß Rat :?:

Einen schönen Sonntag und danke an alle, die diesen Roman durchgehalten haben!

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Larala
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Larala »

Meine Tochter hat in dem Alter auch ganze Naechte durchgeschlafen. 8 oder manchmal sogar 10 Stunden am Stueck waren da durchaus normal fuer sie. Ich habe sie nachts nicht geweckt, sondern den Nachtschlaf genossen. Mit 6 Monaten hat sich das dann auch wieder von selbst geaendert ;)
Da deine Tochter gut zunimmt und viel pinkelt, vermute ich da keinen Grund zur Sorge. Du legst ja trotzdem viel an, und die Betonbrueste nachts zeigen, dass du viel Milch hast. Als Laie und Mama denke ich, dass du dein Baby nicht nachts wecken musst. Aber wenn es dir ein gutes Gefuehl gibt (sowohl emotional als koerperlich) spricht bestimmt auch nichts dagegen.
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17

amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

Danke für deine Erfahrung Larala.. :-)

Darf ich fragen, ob du das Gefühl hattest, dass das fehlende Stillen in der Nacht zur weniger Milch am Tag geführt hat? Wie schnell hat sich dein Körper wieder auf "mehr Milch in der Nacht" eingestellt, als deine Kleine das Durchschlafen wieder vom Terminplan gestrichen hat? :lol:

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Larala
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Larala »

Ich hatte nicht dass Gefuehl, dass der Schlaf in der Nacht die Milchmenge irgendwie beeinflusst hat. Wie gesagt, den Schlaf habe ich genossen. Gut ausgeruht sein hat ja auch Vorteile fuer die Milchproduktion. Oft habe ich morgens beim Aufwachen erstmal nur eine Brust gestillt und die andere abgepumpt. Das fand ich einen Vorteil, weil ich bei regelmaessigem Stillen sonst kaum Milch pumpen konnte. Da kam dann einfach nichts. Durch die morgendlichen Pumpsessions konnte ich einen Milchvorrat in der Kuehltruhe anlegen, und das fand ich gut. Als meine Tochter dann nachts wieder oft aufgewacht ist, kann ich mich an keine Probleme mit der Milchbildung erinnern. Ich habe dann aber nicht mehr morgends abgepumpt. Ich glaube, dass die Brueste ziemlich flexibel sind und sich schnell an die veraenderte Nachfrage anpassen. Je aelter das Baby wird, desto unkomplizierter wird auch das Stillen. Das Baby hat dann mehr eigene Reserven und kann laenger ohne Milch auskommen, andererseits kann es auch effektiver trinken und holt sich zuverlaessiger, was es braucht.
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17

Glyzinie
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Glyzinie »

Es heißt hier immer, dass ein normal zunehmendes Baby auch durchschlafen darf. Kann sich ja in dem Alter auch schnell wieder ändern :wink:
Bei mir hatte es zumindest keinen großen Einfluss. In dem Alter gab es hier meist 1 Nachtpause oder 2. Kein Dauernuckeln. Aber ob jetzt 1 oder 2x habe ich ihm überlassen.
Mit eiligem Piffi (11/2016)

amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

Haben eure Mäuse denn tatsächlich auch das "ideale-Hormon-Zeitfenster" von ca 00:00 Uhr bis 6:00 verschlafen? (Okay, das klingt jetzt mal wieder total verkopft... :roll:)

Ich schätze meine Tochter würde von 21/22 Uhr bis mindestens 7 Uhr durchschlafen. :?

Ist mein "Problem" wirklich so selten?
Ich höre immer nur Klagen über nächtliches Dauernuckeln...

Gerade habe ich sie zum Stillen geweckt, aber erstmals nicht parallel abgepumpt. Am liebsten würde ich die blöde Pumpe in die Ecke donnern.

Wenn da nur diese Unsicherheit nicht wäre... :(

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TuB
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von TuB »

amaryllis hat geschrieben:
29.09.2020, 04:05
Haben eure Mäuse denn tatsächlich auch das "ideale-Hormon-Zeitfenster" von ca 00:00 Uhr bis 6:00 verschlafen? (Okay, das klingt jetzt mal wieder total verkopft... :roll:)

Ich schätze meine Tochter würde von 21/22 Uhr bis mindestens 7 Uhr durchschlafen. :?

Ist mein "Problem" wirklich so selten?
Ich höre immer nur Klagen über nächtliches Dauernuckeln...

Gerade habe ich sie zum Stillen geweckt, aber erstmals nicht parallel abgepumpt. Am liebsten würde ich die blöde Pumpe in die Ecke donnern.

Wenn da nur diese Unsicherheit nicht wäre... :(
Mein Kleiner hatte als Winzling auch eine Durchschlafphase, allerdings wars bei uns mit 15 Wochen schon wieder vorbei. 😅
Er hat da durchaus mal 11-12 Stunden am Stück geschlafen, meist von 19/20 Uhr bis 7/8 Uhr, bevor er wieder gestillt hat. Manchmal ist er aufgewacht, wenn wir ins Bett gegangen sind, und hat da nochmal nachgetankt.
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deidamaus
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von deidamaus »

Hallo amaryllis,

8-10 x Stillen am Tag mit normaler Zunahme (und die liegt ja vor) ist völlig in Ordnung, d.h. nächtliches Wecken ist nicht nötig, damit dein Baby gut zunimmt, sondern im Moment, damit deine Brust entleert wird, um einen Milchstau zu verhindern.

Das Abpumpen würde ich an deiner Stelle langsam versuchen auszuschleichen, d.h. täglich etwa 30-40 ml weniger abpumpen. Hierzu ist es sinnvoll erst weniger pro Pumpsitzung zu pumpen und dann erst die Häufigkeit zu reduzieren. Falls deine Brust damit nicht klar kommt und du nachts mit harten Brüsten aufwachst, solltest du dein Kind zum Stillen wecken. Entweder wird deine Brust mit der Zeit nachts weniger produzieren, so dass es auch ohne nächtliches Wecken bzw. Pumpen klappt, oder dein Kind wird sich an das nächtliche Stillen gewöhnen (und/oder du an das Wecken).

Du pumpst, weil du Angst um einen Rückgang deiner Milchbildung hast. Das kann ich nachvollziehen, führt aber dazu, dass du ständig zu viel Milch produzierst und auf das Abpumpen angewiesen bist, um einen Milchstau zu vermeiden. Wenn deine Milchmenge sich durch die Reduktion der Pumphäufigkeit etwas reduziert, wird dein Baby wahrscheinlich etwas häufiger stillen und es dadurch wieder ausgleichen.

Als du das Domperidon reduziert hattest, hattest du dabei auch parallel abgepumpt?

Liebe Grüße
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amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

Liebe deidamaus,

danke für deinen Rat.

Die Angst ist in mir irgendwie wirklich tief verwurzelt.
Ich konnte heute Nacht erstmal 3 Stunden nicht wieder einschlafen. :|

Meinst du ich kann die Milchbildung wieder auf das jetzige Niveau heraufregulieren, sollte ich durch den Pumpstop einen zu starken Einbruch feststellen?

Als ich das Domperidon abgesetzt habe, habe ich an meinem Pumpschema nichts verändert, außer, dass ich eher einmal mehr pumpen musste, um die gleiche Menge zu bekommen. Ich wollte das Pumpen nach dem Absetzen des Domperidons allmählich ausschleichen. Aber das war ja leider ein Satz mit X...

Ich werde das Dom jetzt wohl bis zur Beikost weiternehmen müssen. Eigentlich wollte ich es, insbesondere aufgrund der unklaren Rolle hoher Prolaktinspiegel auf die Tumorgenese, nur so kurz wie möglich nehmen, weil meine Oma ein Mammakarzinom hatte. Eventuell versuche ich es nach einer Weile nochmal mit 2x10mg täglich, das ging noch gerade so, so mein Eindruck.

Ich möchte mir halt nicht ständig Gedanken machen, ob die Milch für mein Baby reicht. Mein Milchspendereflex ist nämlich leider ziemlich streassanfällig und daher ist eine ständige Habachtstellung auch eher kontraproduktiv.

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deidamaus
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von deidamaus »

amaryllis hat geschrieben:
29.09.2020, 16:18
Die Angst ist in mir irgendwie wirklich tief verwurzelt.
Das merkt man an der Art, wie du schreibst und an dem, was du schreibst.
Meinst du ich kann die Milchbildung wieder auf das jetzige Niveau heraufregulieren, sollte ich durch den Pumpstop einen zu starken Einbruch feststellen?
Ja, auf jeden Fall. Deine Milchbildung hat sich jetzt etabliert und kann dann wieder angekurbelt werden. Darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen.
Als ich das Domperidon abgesetzt habe, habe ich an meinem Pumpschema nichts verändert, außer, dass ich eher einmal mehr pumpen musste, um die gleiche Menge zu bekommen. Ich wollte das Pumpen nach dem Absetzen des Domperidons allmählich ausschleichen. Aber das war ja leider ein Satz mit X...
Was hältst du davon, wenn ich dich gezielt beim Ausschleichen vom Pumpen und vom Domperidon begleite. D.h. du notierst so Dinge wie Stillhäufigkeit, Abpumpmenge und Einnahme von Domperidon und wiegst einmal die Woche. Dann hast du jemanden der draufschaut, ob alles rund läuft und die Zunahme stimmt und kannst dich hoffentlich etwas entspannen.
Ich möchte mir halt nicht ständig Gedanken machen, ob die Milch für mein Baby reicht. Mein Milchspendereflex ist nämlich leider ziemlich streassanfällig und daher ist eine ständige Habachtstellung auch eher kontraproduktiv.
Hast du ein paar Gewichtswerte für mich, dann kann ich dir da auf jeden Fall schonmal eine Einschätzung geben?

Liebe Grüße
deidamaus
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