Starker Milchspendereflex, Kauleisten zusammen kneifen, Frust und viele Fragen ;-)

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Tolina
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Starker Milchspendereflex, Kauleisten zusammen kneifen, Frust und viele Fragen ;-)

Beitrag von Tolina »

Hallo,
ich bin hier fleißige Mitleserin, finde das Forum wirklich super und habe mir schon viele Tipps geholt :-)
Habe mich jetzt doch mal angemeldet und wollte meine Situation kurz beschreiben, vielleicht kennt das der/die eine oder andere? Oder ihr habt ein paar Antworten auf meine Fragen oder Tipps;-)
Meine Tochter ist 3 1/2 Monate alt. Ich habe einen starken, sehr einfach auszulösenden Milchspendereflex (ich muss nur meine Brustwarzen eincremen und es schießt schon durch die Gegend). Daher hat es meine Tochter bisher nicht geschafft, trocken zu nuckeln. Das führt zu ständigem An- und Abdocken und viel Gemecker (sie schlägt zum Beispiel gegen die Brust, wenn Milch kommt).Ich stille in der Regel zurückgelehnt und seit einiger Zeit kommt sie auch mit dem Milchspendereflex ganz gut zurecht und das Stillen kneift manchmal nur ein bisschen, dann ist der Mund nicht weit genug offen, aber insgesamt ist es okay. Die Brustwarzen sind nicht verformt. Das war schon ein weiter Weg ;-)

Seitdem wir ihr einen Schnuller zum Einschlafen geben, ist sie selig. Ich würde ihr ja gerne das Original zur Verfügung stellen, aber das führt leider immer zur oben geschilderten Situation,sie hat ein enormes Saugbedürfnis. Ich versuche, den Schnuller stark zu reduzieren und tagsüber zum Beispiel zu tragen, aber ohne ihn würde es hier vielmehr Gemecker und Geschrei geben, da frage ich mich dann, ob es das (auch für ihre Zufriedenheit) wert wäre.
Nun haben wir aber vor allem folgendes Problem:
Seit kurzer Zeit trinkt sie nachts kurz und kneift dann im Halbschlaf die Kauleisten beim Trinken zusammen, ich glaube, sie versucht so die Milch zu stoppen. Kann das sein? Im Halbschlaf trinken funktioniert also merkwürdigerweise bei uns viel schlechter als wenn sie wach ist. Dabei meldet sie sich schon nur zwei Mal nachts:gegen elf und zwischen drei und halb fünf und dann gegen sieben/acht wieder. Ich docke sie dann ab und wieder an und mache das so zehnmal, irgendwann lege ich sie wieder hin und gebe ihr den Schnuller. Nach ner halben Minute kann ich ihn ihr wieder wegnehmen und sie ist wieder eingeschlafen. Wenn sie wirklich Hunger hätte, würde sie sich doch nicht so schnell beruhigen lassen oder? Oder kommt es in dem Alter auch noch vor, dass sie ihren Hunger überschnullern? Ich habe immer Sorge, dass sie zu wenig bekommt, weil sie tagsüber auch nur so ultra kurz trinkt und dann geht es wieder los mit ständigen An und Abdocken. Sie würde nie einfach abdocken und mir damit zeigen, ich bin fertig, wie das die Babys meiner Freundinnen machen. Wenn ich sie dann aber hoch hebe und sie mich angrinst, kann ich wohl davon ausgehen, dass sie satt ist oder? Oder wenn sie danach an der Faust nuckelt nur nuckeln wollte? Wenn sie "fertig" ist (nach meiner Interpretation), kann ich auch immer noch Milch ausdrücken, an zu wenig Milch kann es also nicht liegen.
Sie zeigt auch tagsüber oft Hungerzeichen, ich lege sie an und dann ist sie damit mega unzufrieden. Wenn ich sie dann in die Trage tue, schläft sie oft ein, ich denke, dann wollte sie sich in den Schlaf nuckeln? Wenn sie wirklich Hunger hätte, würde sie sich doch melden oder? Sie schreit halt sehr wenig, deswegen bin ich mir einfach unsicher ;-) Eigentlich können wir uns super glücklich schätzen, dass wir so ein liebes Kind haben :-)
Ihr Gewicht entwickelt sich entlang ihrer Kurve (im unteren Bereich) und der Kinderarzt war zufrieden, aber irgendwie bin ich mir trotzdem unsicher. Ich finde es auch so schade, dass wir nie entspannt stillen können. Naja ich glaube, ich wollte einfach mal meinen Frust loswerden, ansonsten höre ich immer nur, dass ich froh sein kann, viel Milvh zu haben ;-). Vielleicht kennt der eine oder andere so eine Situation und kann mir sagen, ob das besser wird oder ob es irgendwelche Tipps oder Tricks gibt? Lässt dieses enorme Nuckelbedürfnis eigentlich irgendwann in den nächsten Monaten nach? Ich habe auch echt Angst davor, wenn sie Zähne bekommt und das mit den Kauleisten so bleibt...
Ohje, das ist ja ganz schön viel Text geworden, musste wohl einfach mal raus.. Vielen Dank schon mal fürs Lesen! ;-)

Sommermama2017
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Re: Starker Milchspendereflex, Kauleisten zusammen kneifen, Frust und viele Fragen ;-)

Beitrag von Sommermama2017 »

Hallo Tolina,

wie lange gibst du den Schnuller schon? Ich kann in eurer Situation schon etwas verstehen, dass ihr ihn geben wollt. Ich habe damit selber keine Erfahrung, aber Saugverwirrung gibt es wohl EHER bei Flasche als beim Schnuller und sie ist ja auch nicht mehr so ganz klein. Also, vielleicht klappt das bei euch einfach mit dem Schnuller. Auf das Nötigste reduzieren ist bestimmt trotzdem gut.

Dass sie nur kurz trinkt, kenn ich von hier auch. Wenn die Milch halt spritzt, kommt ja auch schnell viel. Was genau heißt denn schnell? In dem Alter waren wir glaub ich nur noch bei höchstens 5 Minuten pro Mahlzeit.
Und wie oft stillt ihr so tagsüber?
Wenn sie aber gut zunimmt, würde ich mir kaum Sorgen machen...
Was bei mir geholfen hat, dass ich den ersten MSR ins Tuch hab spritzen lassen, so dass der quasi nicht durchs Saugen verstärkt wurde. Irgendwie wurde er dadurch mit der Zeit schwächer, hatte ich das Gefühl.

Prinzipiell wird das Saugbedürfnis natürlich schon schwächer mit der Zeit, aber ob das schon in den nächsten paar Monaten passiert, weiß ich nicht so genau.... Aber vielleicht lernt sie trocken nuckeln auch noch.

Zum Kneifen fällt mir jetzt leider nichts ein... aber vielleicht melden sich noch andere Mütter. :)
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und Baby ET 01/21

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ShinyCheetah
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Re: Starker Milchspendereflex, Kauleisten zusammen kneifen, Frust und viele Fragen ;-)

Beitrag von ShinyCheetah »

Hi! Kannst du euer Baby zum Einschlafen an deinem kleinen Finger nuckeln lassen anstatt am Schnuller? Im Freundeskreis gab es bei uns ein Stillpaar, das ganz ähnlich war wie ihr. Da hat das gut geklappt und das Fingernuckeln hat sich irgendwann zwischen 4 und 6 Monaten von alleine ausgeschlichen. Schnuller zum Einschlafen dagegen wird meiner Erfahrung nach schnell zum Ritual, das viele Jahre bleibt - und du liest dich eher, als ob du das nicht möchtest. Das besagte Kind ist abends immer vom Papa ins Bett gebracht worden, durch Tragen im Arm (ohne Tuch o. ä.), das könnte bei euch auch eine Möglichkeit sein.

F ist auch erst mit über 4 Monaten regelmäßig einschlafgestillt worden. Davor hat das auch nicht unbedingt geklappt und er ist nach missglücktem Einschlafstillen dann beim Tragen oder Schuckeln eingeschlafen. Schnuller gab es hier nur zum Autofahren. Ich glaube, dass Babys erst zwischen 3 - 6 Monaten trocken nuckeln lernen, ist gar nicht so ungewöhnlich. Ich hab hier auch von Babys gelesen, die es erst mit über 6 Monaten gelernt haben.

Und ja, auch bzw gerade ältere Babys können ihren Hunger überschnullern. Manche haben auch keine Wahl, wenn ihr Eltern sich (manchmal traurigerweise auf ärztliche Empfehlung hin) entscheiden, sie mit 6 Monaten nachts abzustillen. Ich persönlich würde daher im ersten Jahr nachts auf jeden Fall beim Original bleiben ;) bin aber die letzte, die Eltern verurteilt, wenn sie ihr Ü1 Kind nachts mit Schnuller "ruhig stellen", um selbst mal wieder mehr als 1h am Stück zu schlafen ;)

Alles Gute!
mit Sohn F (Ende September 18)

Tolina
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Re: Starker Milchspendereflex, Kauleisten zusammen kneifen, Frust und viele Fragen ;-)

Beitrag von Tolina »

Hallo Sommer Mama und shinycheetah,
Vielen Dank für eure aufmunternden Antworten :-)
Kurz heißt auch so circa 5 Minuten. Wir stillen tagsüber alle 2-3 Stunden und kommen so circa auf 9 Mal.
Ja, das mit dem Tuch hatte ich auch schon öfter gelesen, allerdings bekommt die Kleine dann die Krise und ist total hektisch :-D deswegen bin ich wieder davon abgekommen.

Das mit dem kleinen Finger hatten wir versucht, sie nutzt ihn aber nur, um darauf rum zu kauen :-D

Insgesamt ist es aber diese Woche deutlich besser geworden! Als ob sie mit gelesen hätte :-D. Leider hat sie tatsächlich rausgefunden 🍓

Tolina
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Re: Starker Milchspendereflex, Kauleisten zusammen kneifen, Frust und viele Fragen ;-)

Beitrag von Tolina »

Huch. So schnell passiert das mit dem Handy. Kann man den Beitrag nicht bearbeiten? Habe es nicht gefunden.
Eigentlich wollte ich noch schreiben:

Leider hat sie tatsächlich rausgefunden, dass keine Milch kommt, wenn sie den Mund ziemlich weit schließt. Das tut mir, dann aber weh. Aber ich vermute mal, da hilft nur abdocken und wieder andocken. Sie reißt dann immer den Mund auf und zieht dann aber nach dem Andocken die Unterlippe hoch :-/ da weiß ich mir momentan noch keinen Rat. Aber dieses ständige Ab und Andocken war diese Woche wirklich viel besser.

Vielen Dank euch beiden und falls noch jemand einen Tipp zu dem Problem mit den Kauleisten hat, immer her damit ;-)

Liebe Grüße

Tolina
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Re: Starker Milchspendereflex, Kauleisten zusammen kneifen, Frust und viele Fragen ;-)

Beitrag von Tolina »

Hallo,
falls jemand ein ähnliches Problem hat, möchte ich kurz erzählen, wie es bei uns wieder deutlich besser geworden ist:

- ich habe gelesen, dass Babys dazu neigen, die Kauleisten zusammenzukneifen, wenn sie das Gefühl haben, sie liegen nicht stabil und müssen quasi die Brustwarze festhalten. In der Tat habe ich das nachts ein bisschen vernachlässigt. Ich lege jetzt also weiterhin zuruckgelehnt an und halte dabei meine Tochter gut an der Schädelbasis fest (Kreuzwiegegriff). Alternativ hilft ein Stillkissen.
- ich habe mir noch mal Videos vom asymmetrischen Anlegen (Stichwort flipple, exaggerated latch) bei YouTube angeschaut und genau darauf geachtet, das umzusetzen. Ich finde,es bringt sehr viel, es zu sehen. Wenn man nur die Anleitung liest, ist es schwieriger nachzumachen.
- ich wechsele häufiger die Stillpositionen und lege frühzeitig an, auch das hilft, das wir entspannter und ruhiger stillen können.

Jetzt können wir auch nachts wieder weitestgehend schmerzfrei stillen :-)

Zwei Fragen habe ich noch:

- Durch das Zusammenkneifen/Mund-nicht-weit-genug-Öffnen waren meine Brustwarzen wieder leicht wund (kleine rote Pünktchen auf der Brustwarze, sehr berührungsempfindlich). Jetzt haben sie immer mal wieder gejuckt und nun ist vorne wieder alles "normal", keine roten Pünktchen mehr.
Kann dieses Jucken davon kommen, dass die Brustwarzen verheilten oder bedeutet Jucken fast immer Soor? Ansonsten habe ich nämlich gar keine Anzeichen für Soor und meine Tochter auch nicht.

- Ich habe beobachtet, dass meine Brustwarzen sich weiß verfärben, also Vasospasmen? Ich habe dabei aber keine weiteren Schmerzen. Ich vermute, das kommt durch die schlechte Anlegetechnik oder? Bringt es dann überhaupt was bzw. ist es sinnvoll, Magnesium einzunehmen?

Danke schon mal und viele Grüße!

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