Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: deidamaus, Atsitsa, SchneFiMa, Teazer, Mondenkind, bayleaf

Romerl
Herzlich Willkommen
Beiträge: 16
Registriert: 19.11.2017, 11:56

Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von Romerl »

Hallo liebe Still(profis),

als eher stille Mitleserin habe ich nun auch ein wichtiges Thema, bei dem ich gerne auf Eure Erfahrungen, Einschätzungen und Expertise zurückgreifen möchte. Ich bin gefühlt mit meinem „Latein“ am Ende.

Und zwar habe ich folgendes Problem:
Meiner Kleinsten (geb. 13.4.20, 13 Wochen) wurde letzten Mittwoch (leider) zum dritten Mal das (Posteriores) Zungenbändchen durchtrennt. Ich war zur Nachkontrolle und zum Abklären, da sie wieder verstärkt schnalzte Und weiterhin einen komplett blasigen Mund nach dem Stillen hatte.

Seitdem habe ich den Eindruck, dass das Stillen bzw. Entleeren der Brust überhaupt nicht mehr funktioniert. Die Brust ist nach dem Stillen weiterhin gefüllt. Ich muss ihr nun oft dabei helfen, zum Einen den MSR auszulösen (Sie saugt nicht richtig an, sondern nuckelt eher) und zum Anderen scheint sie nicht richtig an die Milch zu kommen, da sie oft schon nach einer halben Stunde wieder Hunger-nervös wird. Kann denn ein durchtrenntes Zungenbändchen dazu führen, dass der Saugschuss nicht mehr funktioniert (kann meine Brust oft ohne Schmerzen einfach rausziehen) und auch die Milch nicht mehr effektiv entnommen werden kann? Wenn ich ihr beispielsweise den kleinen Finger zum Saugen anbiete, baut sie gar keinen Sog auf.

Ich hoffe nicht, dass ich ihr nun mit der Durchtrennung das Saugen genommen habe! Überall liest man, dass nach der Durchtrennung eNie Besserung eingetreten ist - bei uns jedoch eher eine Verschlimmerung.

Am Mittwoch habe ich einen ersten Physiotermin mit ihr (Behandlung nach Castello Morales). Mal schauen, was die Therapeutin sagt.

Ist es den realistisch, dass sie das korrekte Saugen an der Brust noch lernt?

Eigentlich haben wir schon seit Stillbeginn Schwierigkeiten, die sich jedoch nun zum Einen durch die Behandlung und auch Umstellung der Brust (weicher, MSR setzt nicht sofort sondern erst durch den korrekten Reiz ein) zugespitzt haben. Bisher hat sie allerdings gut zugenommen, aber die kurzen Stillabstände machen mich wachsam. Auch weil ich mich bei drei Kindern nicht immer zum Stillen zurückziehen kann.

Liebe Grüße von einer ziemlich verzweifelten Mama, die das Stillen so gerne noch ein letztes Mal genießen möchte...
mit Mäuschen (18.9.14), Mottchen (13.7.17) und Flusi (13.4.20)

pqr
Power-SuTler
Beiträge: 6480
Registriert: 16.08.2015, 17:38

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von pqr »

Hallo Romerl

Um gut beraten zu werden, wäre es wichtig, die Fragen aus dem Link zu beantworten:

viewtopic.php?f=2&t=212847

Da werden Infos abgefragt zum Gedeihen, zur Art und Menge der Zufütterung falls es eine gibt etc, Schnuller, Flasche, BES, etc., Stillhäufigkeit, ...
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017

Misle
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 259
Registriert: 10.04.2017, 12:08
Wohnort: Rhein-Main-Gebiet
Kontaktdaten:

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von Misle »

Hallo Romerl,
es ist wichtig, dass Zungen-/Lippenbändchen nicht einfach nur durchtrennt werden, sondern auch eine Vor- bzw. Nachsorge durchgeführt wird (und auch dass das Bändchen ausreichend getrennt wird). Wurden euch z.B. Übungen gezeigt, die ein Zusammenwachsen verhindern sollen (aktives Wundmanagement)?
Ich finde Stillen toll \o/
url=https://lilypie.com]Bild[/url]
Bild

Glyzinie
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 731
Registriert: 05.02.2017, 11:51

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von Glyzinie »

Guten Abend!

Könnte es nach einer 3-fachen OP an immer der gleichen Stelle(?) vielleicht Narben geben? Eine Nachsorge bei der Logopädin wäre evtl. auch angebracht, wenn es immer wieder zusammen wächst und ihr es bisher schlecht händeln konntet.
Mit eiligem Piffi (11/2016)

Benutzeravatar
newmanekineko
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1067
Registriert: 04.08.2016, 20:10
Wohnort: OWL

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von newmanekineko »

Ich kann dir nichts hilfreiches sagen.

Aber ich geb dir einen ganzen Drücker, falls du magst!

((Romerl))
Viele Grüße!

Tochter Jan 2016
Tochter Okt 2017
Junge Dez 2019
Junge Dez 2019

Mini-* Dez 2018

Romerl
Herzlich Willkommen
Beiträge: 16
Registriert: 19.11.2017, 11:56

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von Romerl »

pqr hat geschrieben:
18.07.2020, 18:52
Hallo Romerl

Um gut beraten zu werden, wäre es wichtig, die Fragen aus dem Link zu beantworten:

viewtopic.php?f=2&t=212847

Da werden Infos abgefragt zum Gedeihen, zur Art und Menge der Zufütterung falls es eine gibt etc, Schnuller, Flasche, BES, etc., Stillhäufigkeit, ...
Hallo pqr,

Danke für den Link! Ich werde die Fragen schnellstmöglich beantworten. Heute Abend schaffe ich es nur nicht mehr. Ich muss die Kleine ins Bett bringen (einschlafstillen) und dann nochmal nach den zwei „Größeren“ schauen und ggf. noch in den Schlaf begleiten. Dann nutze ich die Zeit zum Schlafen, weil unsere Kleinste am 4 Uhr sehr unruhig wird,
mit Mäuschen (18.9.14), Mottchen (13.7.17) und Flusi (13.4.20)

Romerl
Herzlich Willkommen
Beiträge: 16
Registriert: 19.11.2017, 11:56

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von Romerl »

Misle hat geschrieben:
18.07.2020, 19:16
Hallo Romerl,
es ist wichtig, dass Zungen-/Lippenbändchen nicht einfach nur durchtrennt werden, sondern auch eine Vor- bzw. Nachsorge durchgeführt wird (und auch dass das Bändchen ausreichend getrennt wird). Wurden euch z.B. Übungen gezeigt, die ein Zusammenwachsen verhindern sollen (aktives Wundmanagement)?

Hallo Misle,

ja, ich habe dieses Mal nochmal darauf bestanden, dass ich bei den Übungen einen Probelauf unter Beobachtung machen kann.

Und nun übe und dehne ich auch wie vorgeschrieben. Beim ersten Durchtrennen war’s noch nicht vollständig (nur der Mast, nicht das Segel) und ich vermute auch eher, dass es beim zweiten Mal auch der Fall war. Nichtsdestotrotz habe ich die Übungen nicht konsequent genug durchgeführt. Erstens mochte es meine Tochter nicht und verweigerte daraufhin auch noch das Stillen. Zweites hatte ich die Erfahrung gemacht, dass auch nur das Stillen ausreicht. Jedenfalls war es so bei meiner Mittleren.
mit Mäuschen (18.9.14), Mottchen (13.7.17) und Flusi (13.4.20)

Romerl
Herzlich Willkommen
Beiträge: 16
Registriert: 19.11.2017, 11:56

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von Romerl »

Glyzinie hat geschrieben:
18.07.2020, 19:39
Guten Abend!

Könnte es nach einer 3-fachen OP an immer der gleichen Stelle(?) vielleicht Narben geben? Eine Nachsorge bei der Logopädin wäre evtl. auch angebracht, wenn es immer wieder zusammen wächst und ihr es bisher schlecht händeln konntet.
Liebe Glyzinie,

ich vermute eher keine Vernarbung, sondern eine unzureichende Durchtrennung. Jetzt fühlt es sich aber gut an, d.h. die Zunge ist deutlich beweglicher. Logopädie behalte ich mal im Hinterkopf und warte den Termin am kommenden Mittwoch sowie die Einschätzung der Physiotherspeutin ab.

Ich habe eher den Eindruck, als ob sie vorher ein etabliertes Saugmuster hatte, das nun durch die vollständige Durchtrennung nicht mehr funktioniert. Kann das möglich sein? Und wenn ja, wie kann ich sie dabei unterstützen, das korrekte Saugverhalten zu lernen?
mit Mäuschen (18.9.14), Mottchen (13.7.17) und Flusi (13.4.20)

Glyzinie
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 731
Registriert: 05.02.2017, 11:51

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von Glyzinie »

Mein Sohn war jetzt nicht betroffen,aber nach allem, was ich hier gelesen habe, haben die Kinder schon ein paar Tage im Schnitt gebraucht.
Für die Beratung wären Antworten zu dem Fragen noch wichtig. Dann könnte eine Betaterin z.B. darauf achten, dass ihr nichts fehlt.
Mit eiligem Piffi (11/2016)

krijole
hat viel zu erzählen
Beiträge: 152
Registriert: 28.04.2020, 20:10

Re: Saugschwäche nach durchtrenntem Zungenbändchen

Beitrag von krijole »

Hallo! Unsere kleine war bei der Frenatomie drei Monate Alt. Die Arztin meinte dass es 14 Tage dauert bis die kleinen ein neues Saugmuster bekommen, da sie ja mühsam ein anderes erlernt haben. Ich selber spüre von einer Umstellung nicht viel. Auch diesen starken Saugschluss haben wir nicht. Trotzdem bekommt die kleine mehr und muss sich nicht mehr so anstrengen
Vl hilft dir unsere Erfahrung ein wenig weiter!
Glg und toi toi toi

Antworten