Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

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EJL
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Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von EJL »

Hallo,

ich hoffe sehr, ihr könnt mir helfen, ich will auf keinen Fall abstillen, aber den Ärzten fällt nichts anderes ein :(

Mein Baby ist ein Junge und vier Monate alt.
Zugefüttert wurde nur an Tag 2 im Krankenhaus eine kleine Menge, sonst stille ich voll.
Wir stillen nach Bedarf, ich achte ehrlich gesagt nicht auf die Zeiten. Wenn es relevant ist, versuche ich, da Genaueres zu zu schreiben.
Mein Kind hat mehrmals täglich Stuhlgang.
Er macht wohl den Mund nicht richtig auf und ich hatte am Anfang neben wunden Brustwarzen auch starke Ansaugschmerzen. Diese gingen aber dank Lecithin weg und wir kommen inzwischen ganz gut klar.
Er kennt weder Fläschchen noch Schnuller, Stillhütchen hatten wir nur an Tag 1/2 ein paar mal.
Ich bin sonst noch nirgendwo in Beratung, werde mich aber heute oder morgen noch an Ärzte hier vor Ort wenden, weil mein Problem echt dringlich ist.

So, hier kommt mein Problem:
Ich habe Anfang Mai einen Knubbel in meiner Brust entdeckt und ging von Milchstau aus. So etwas hatte ich schon früher manchmal, es ging aber mit etwas Wärme und Kind mit Kinn zum Knoten anlegen schnell weg. Dieses Mal tat sich einfach nichts. Ich habe die Hebamme kontaktiert und sie meinte, ich soll es weiter probieren, so etwas könnte schon mal dauern. Ich habe alle möglichen Milchstautipps probiert, aber es änderte sich nichts und deshalb ging ich zur Frauenärztin. Die überwies mich weiter ins Krankenhaus - am Tag davor wuchs der Knoten zum ersten Mal. Die Ärztin dort vermutete einen Abszess, eventuell auch eine Milchzyste/Galaktozele und punktierte und gab mir ein Antibiotikum. Der Knoten füllte sich aber wieder, weshalb zwei Tage später operiert wurde. Inzwischen habe ich erfahren, dass bei den Abstrichen wohl nie Erreger gefunden wurden, es wird also eine Zyste sein.
Nach der OP verlief die Heilung gut, ich konnte nach 3 Tagen nach Hause und mein Kind ohne Pause weiter stillen. Aber nach ein paar Tagen fiel mir auf, dass der Knoten wieder tastbar war und immer größer wurde. Ich ging erneut ins Krankenhaus und die Zyste wurde dort wieder punktiert, aber sie füllt sich seitdem wieder. Gestern zur Nachsorge war ich also wieder vor Ort und die Ärztin dort meinte, es wird sich nichts ändern, solange ich stille, und irgendwann wird sich die Stelle doch entzünden, ich sollte deshalb eigentlich sofort abstillen. Ich habe mich geweigert und bin erstmal nach Hause - an der OP-Narbe ist seit gestern auch eine offene Stelle, durch die ich die Milch nach außen ausdrücken kann, aber sie rötet sich zunehmend, so kann ich also nicht ewig weitermachen. Die Ärztin hat vorgeschlagen, erstmal die Stelle wie einen Milchstau zu behandeln und zu wärmen/kühlen, Quarkwickel (wobei ich gelesen habe, bei offenen Stellen auf keinen Fall Milchprodukte?!), und die Milch eben immer mal abzulassen.
Außerdem habe ich Rheuma und Hashimoto, die Ärztin vermutet einen Zusammenhang zum Rheuma und behauptete, dagegen könnte man Prednisolon nehmen, aber das ginge nicht, wenn man stillt. Embryotox sagt jedoch, das wäre gar kein Problem, ich frage mich also, wieviel Ahnung sie überhaupt hat.
Es tut nur wenig weh, an sich würde mich die Zyste nicht weiter stören, selbst wenn ich die Milch nicht ablassen kann oder eben alle paar Tage zur Punktion müsste.
Kennt jemand von euch so einen Fall?

Vielen Dank!

Safran
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von Safran »

Hallihallo EJL

Zur Sache selbst kann ich nichts sagen, wünsche dir zunächst gute Besserung. Und Respekt, dass du das für eure Stillbeziehung auf dich nimmst.

Habe, meine ich, rausgelesen, dass "nur" eine Brust bei dir betroffen ist. Falls es letztendlich darauf ausläuft, dass du sie (die Brust) abstillen musst, kannst du mit der anderen dein Kind wahrscheinlich trotzdem voll stillen. Ist schon einigen Frauen aus den verschiedensten Gründen gelungen mit einer Seite ihr Baby/Kleinkind zu stillen.
Wünsche dir natürlich, dass es super abheilt und du weiter wie bisher stillen kannst, wollt nur sagen, dass es nicht unbedingt schwarz/weiß ist.
Safran mit Peanut 12.2019

EJL
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von EJL »

Danke Safran. Ja, das Stillen ist mir echt wichtig! Ich könnte mir auch vorstellen, nur mit der nicht betroffenen Brust zu stillen, aber die Ärztin meinte da gleich, durch die hormonelle Situation würde die Zyste an der anderen Brust sich trotzdem füllen.
Ich habe inzwischen auf Englisch gegoogelt und da viel mehr zu Milchzysten gefunden, auch viele Erfahrungsberichte, bei denen die Frauen trotz Zyste einfach weitergestillt haben, und das monatelang, das hat mir viel Hoffnung gegeben. Die OP war wohl keine gute Idee, durch die Vernarbung ist die Stelle nun lebenslang anfälliger für Zysten. Aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt ja leider nicht.

EJL
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von EJL »

Ich habe die knotige Stelle in der Brust gestern mit Salbeiöl eingerieben (ein Tipp auf der englischen Seite) und möglicherweise hat das geholfen, die Zyste ist heute viel weicher. Ich hatte heute einen Termin bei der Frauenärztin und sie meinte, sie sieht gar kein Problem mit dem Weiterstillen. Sie konnte die Zyste nun auch kaum noch tasten (ich merke sie aber noch deutlich). Es scheint also alles nicht mehr so dramatisch, zum Glück :)

Safran
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von Safran »

EJL hat geschrieben:
03.06.2020, 19:05
Die OP war wohl keine gute Idee, durch die Vernarbung ist die Stelle nun lebenslang anfälliger für Zysten. Aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt ja leider nicht.

Ah ärgerlich, hoffe du bleibst verschont.
EJL hat geschrieben:
04.06.2020, 20:29
Ich habe die knotige Stelle in der Brust gestern mit Salbeiöl eingerieben (ein Tipp auf der englischen Seite) und möglicherweise hat das geholfen, die Zyste ist heute viel weicher. Ich hatte heute einen Termin bei der Frauenärztin und sie meinte, sie sieht gar kein Problem mit dem Weiterstillen. Sie konnte die Zyste nun auch kaum noch tasten (ich merke sie aber noch deutlich). Es scheint also alles nicht mehr so dramatisch, zum Glück :)
Gut, dass du deine Erfahrung teilst, vielleicht ist es jemanden in der Zukunft eine Hilfe, nachdem du nichts im deutschsprachigen gefunden hast.

Vielleicht meldet sich ja noch jemand mit dem du dich darüber austauschen kannst.

Gute Besserung!
Safran mit Peanut 12.2019

EJL
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von EJL »

Danke Safran!
Wie ich inzwischen weiß, nennt man die offene OP-Naht, aus der Milch austritt, Milchfistel. So richtig wohl ist mir nicht damit, dass die Stelle die ganze Zeit offen ist... Ich bin mir unsicher, wie ich diese Fistel am besten pflege. Ich habe schon zwei Stillberaterinnen kontaktiert, aber keine meldet sich zurück, sehr frustrierend. Von einer dritten stimmten die Kontaktdaten nicht mehr. Man findet auch nicht viel zum Thema, es scheint sehr selten zu sein.

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ShinyCheetah
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von ShinyCheetah »

Schick doch mal Mondenkind eine PN. Sie ist Stillberaterin und Frauenärztin - sie kann dir sicherlich sagen, wie du mit dieser Milchfistel weiter verfahren solltest.

Alles Gute!
mit Sohn F (Ende September 18)

EJL
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von EJL »

Danke, ich hatte inzwischen mit einer Ärztin aus den USA Kontakt, von der ich einen Vortrag zum Thema gefunden hatte. Sie meinte, ich soll nur luftdurchlässige Kompressen statt Pflaster drauftun und das Grundproblem sei zu viel Milch, daran solle ich arbeiten. Also keine Milch mehr aus der Fistel drücken, damit es heilen kann und die Milchproduktion nicht noch weiter gesteigert wird. Dadurch, dass ich die Wunde nicht mehr so stark abdecke, ist sie schon weiter verheilt und ich habe das Gefühl, ich kriege das hin!

Sommermama2017
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von Sommermama2017 »

Das klingt gut! Gute Besserung weiter.
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und Baby ET 01/21

Zasch
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Re: Weiterstillen trotz wiederkehrender Zyste?

Beitrag von Zasch »

Ich wünsche dir eine gute Besserung und hoffe, dass es gut heilt.
Bei mir wurde vor über zwei Jahren auch eine Galaktozele entdeckt- ausser einem einmaligen Stau dort ist sie problemfrei. Beim Abtasten wäre es leicht schmerzhaft, daher lasse ich es.
Mir wurde auch gesagt, dass sie beim Abstillen dann verschwinden sollte, aber bis dahin wird es wohl noch etwas länger dauern...
Mit Zwuggelchen 1/18 und dem Bummelchen 1/20

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