Nach Abszess ein weiterer Versuch - Ursachenforschung und Vorbereitung

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Mäusi
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Re: Nach Abszess ein weiterer Versuch - Ursachenforschung und Vorbereitung

Beitrag von Mäusi »

Hallo,

der Vollständigkeit halber möchte ich mich noch mal melden. Vielleicht wird ja noch mal die eine oder andere Mutter mit den gleichen Problemen aufmerksam und da wäre eine Rückmeldung doch sicher schön.

Unsere kleine Tochter kam am 3.11. spontan zur Welt.
Die Geburt war anstrengend, nichts da mit die zweiten gehen schneller. Aufgrund meines Diätisch eingestellten Gestationsdiabetes wurde ich am Morgen eingeleitet (war beim ersten Kind auch der Fall).

Vorab hatte ich mich mit einer Freundin unterhalten, die ebenfalls Probleme mit Wunden Brustwarzen hatte und sie fragte mich ob ich eine Vorstellung hätte wie lange ich die kleine am Anfang anlegen wollte. Darüber hatte ich mir keine Gedanken gemacht und ihre Einschätzung waren so 5-10 Minuten pro Seite.

Im Kreißsaal habe die kleine Maus, die gar nicht mal so klein ist, jede Seite angelegt und nach je 10 Minuten abgedockt.
Da sie nach einer halben Stunde (ich kann es nicht genau sagen, aber wir waren noch im Kreißsaal) wieder meckerte habe ich sie nochmals jeweils 10 Minuten an jeder Seite gestillt. Danach ist sie eingeschlafen und hat 6 oder 7 Stunden geschlafen.

Noch kurz die Daten: 54cm 3800g hatte sie bei der Geburt um 21:44

Im Vorfeld der Geburt habe ich mich mit meiner ganz tollen Hebamme zum stillen ausgetauscht. Somit bin ich mit einer kleinen Handtasche zum stillen ins Krankenhaus gegangen.
Darin enthalten:

hydrogel Pads für die beanspruchten Brustwarzen
- Empfehlung meinerseits! Ich hatte die von medela. Die Packung enthält 4 Stück und haben insgesamt dann 48h "gehalten". Ein Pad kann 24 Stunden lang verwendet werden. Die Pads kühlen super toll! Es war eine Wohltat, diese nach dem stillen wieder drauf zu tun.

Calendula Essenz zum desinfizieren der Brustwarzen
- Empfehlung meinerseits! Ich hatte mir eine verschließbare Plastik Dose mitgenommen und dann eine Tasse abgekochtes Wasser mit 2 TL der Essenz angesetzt. Nach jeder still Mahlzeit auf dem Zimmer (im Kreißsaal noch nicht) tupfe ich die Brustwarzen mit einem Kosmetik Wattepad dass in die Mischung getränkt und ausgewrungen wurde ab.

Silberhütchen
- Empfehlung meinerseits! Die Teile sind Gold Wert. Sie halten die beanspruchten Brustwarzen feucht und verhindern das einreißen der Brustwarzen durch Trockenheit. Diese habe ich nach 48h Benutzung der hydrogel Pads jetzt immer nach dem stillen drauf.

MamBiotic
- kann ich nicht einschätzen, aber viel hilft viel!

Am ersten Tag hat sie nicht so viel gestillt. Ich wollte sie zwischendurch gerne wecken und stillen, hab das einmal versucht, es hat nicht geklappt und dann habe ich auf meinen Instinkt gehört und sie meldete sich selbst. War halt nicht so oft, aber wie gesagt, die Geburt war auch anstrengend.

Der Milcheinschuss
Zwei Tage nach der Geburt fingen die Brüste an warm und prall zu werden. Ich habe die Schwester (die auch still Beratung macht) angesprochen.

Ach eines sollte ich noch erwähnen: durch meine Geburt im letzten Jahr und den Aufenthalt der abszess Operation kannte ich so ziemlich jede Schwester. Und sie mich auch. Alle waren sehr sensibel und haben ständig gefragt wie es mit dem stillen ist. Keiner wollte dass es sich wiederholt.

Die Schwester hat mir kühlakkus gebracht und traumeel Tabletten und Salbe. Vor jedem stillen sollte ich eine Tablette nehmen und danach die Brust einreiben. Während des stillens die harten stellen massieren.
Da hatte ich ja so einen kleinen Flashback. Hab mich leicht in die Zeit mit Milch Stau zurück versetzt gefühlt. Aber konnte die Gedanken gut verdrängen.

Am dritten Tag, nach der U2, durften wir am Abend das Krankenhaus verlassen und haben uns auf den Weg nach Hause gemacht. Die Zeit im Krankenhaus Tat unheimlich gut und war sehr entspannt für mich. Aufgrund von den Corona Maßnahmen durfte mich immerhin mein Mann einmal am Tag besuchen. Ab dem 4.11. mittags hatte ich ein Einzel Zimmer. Das Mäuschen meldete sich nur wenn sie Hunger hatte oder bauchweh, weil es ihr schwer viel das Mekonium auszuscheiden. Sie schrie quasi nie.

Am 7.11. kam dann mittags die Hebamme. Pünktlich hatte die Maus Hunger und sie hat mir gesagt, dass das Mäuschen jetzt ein bisschen ackern müsste. Da sie beim stillen oft eingeschlafen ist, haben wir sie bis auf den body ausgezogen um sie wacher zu halten.
Dann schaute sie sich das mündchen an. Der Unterkiefer ist ein bisschen weiter hinten, was sie jedoch durch eine breite Zunge mit ausreichend langem zungenband ausgleichen kann.
Dann sollte sie beide Brüste stillen, jeweils erst fußballer dann Wiege und dann die andere Brust genauso.
Zwischendurch immer wieder bäuerchen machen und wickeln, damit sie wach bleibt.
Das dauerte natürlich und so sollten wir auch weiter stillen. Manchmal biete ich ihr auch nur beide Brüste in der Fußballer Position an, weil das die Seiten sind die entlastet werden müssen. Die waren gerötet, was ja entzündliches Gewebe anzeigt. Mit der traumeel Salbe würden wir das nach dem stillen behandeln.

Die linke Brust ist nach dem stillen schon schön weich. Die Rechte muss ich noch ein wenig behandeln und ggf. Ausstreichen.

Ich bin meiner Hebamme so dankbar für ihre Unterstützung. Sie ist eine so tolle Beraterin und hat vor allem auch meinem Mann die Angst vor einer Wiederholung nehmen können.

Ach eines hab ich noch vergessen zu erwähnen. Meine Freundin und ich haben auch noch über mein trinkverhalten gesprochen. Vorm Milcheinschuss habe ich das trinken auf das aller Nötigste begrenzt. Ich trinke maximal 1 Liter am Tag. Da ich ja geahnt habe wieder viel zu viel Milch zu haben. Ab dem Zeitpunkt des Milcheinschusses habe ich am ersten Tag 3 Tassen Pfeffer Minz und danach 2 Tassen und gestern 1 Tasse Tee getrunken.
Zuhause habe ich mit Kohl gekühlt. Hauptsächlich weil ich ja auch noch meinen Sohn hier rum Rennen habe und das mit Quark immer so eine Sauerei ist, wenn man keine Ruhe hat.

Wenn ihr noch Fragen habt, dann gerne her damit. Ich finde es so toll wie hier in diesem Forum geholfen wird. Es ist so eine Bereicherung.
Vielen dank für die tolle ehrenamtliche Arbeit!

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Teazer
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Re: Nach Abszess ein weiterer Versuch - Ursachenforschung und Vorbereitung

Beitrag von Teazer »

Liebe Mäusi.

Danke, dass Du hier Deine Erfahrungen teilst. Ich kann jedoch nicht alles unkommentiert stehen lassen. Die Einschränkung der Trinkmenge der Mutter ist absolut nicht zu empfehlen! 1 Liter ist selbst für jemanden, der nicht stillt, viel zu wenig!

Es gibt effektivere und vor allem ungefährlichere Wege, um zu viel Milch zu reduzieren. Diese sollte man jedoch erst anwenden, wenn das Problem aufgetreten ist.

Auch gilt es zu überlegen, ob man vor dem Auftreten von Problemen Salben, Auflagen und Silberhütchen benutzt. Diese sind eigentlich zum Heilen gedacht, nicht zur Prophylaxe.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014

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