Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

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bina1307
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Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von bina1307 »

Ich Falle momentan immer tiefer in ein Loch und überlege wieder AD zu nehmen.

Ich hatte vor knapp 2 Jahren schonmal Antidepressiva, als ich in eine Depression glitt. Zuerst eine andre Wirkstoffklasse und dann Citalopram. Es hat mir sehr geholfen, ich war wieder wie ich mich von früher kannte.
Dann als ich schwanger wurde, habe ich es gleich abgesetzt.
Pschsich ging es mir soweit ganz gut in der Schwangerschaft und nun in der Anfangszeit trotz einigen Herausforderungen.
Seit nun fast 3Monaten spüre ich wieder eine zunehmende Überfordeurng, bin lustlos, ich bin innerlich sehr unruhig, voller Sorge um die Kinder, habe einen extrem hohen Stresspegel und werde immer öfters auch laut den Kindern gegenüber 😪 und die Traurigkeit überkommt spät abends.... Auch tagsüber fällt es mir schwer glücklich zu sein/wirken.... Obwohl ich so viel Gründe hätte mich an meinen vier Süßen zu erfreuen und die Zeit mit ihnen zu genießen.

Mehr oder weniger so ging es mir, bevor ich vor zwei Jahren in die Depression viel. Mit Citalopram war ich nach kurzer Zeit wieder ich selbst, konnte mit meinen Kindern so viel lachen, hab fast alles geschafft...

Aber nachdem was ich bei Embryotex gelesen hab, ist es nur "akzeptabel" in der Stillzeit.
Gäbe es Alternative Antidepressiva? Die sind. Aber vermutlich ganz anderer Wirkungsklasse?
Liebe Grüße von Sabrina (`82) mit Geschenketochter Selinè (09) und den drei Jungs Noah ('08), Niklas (´13), Nils (`16) und **(`12u.`14) im Herzen
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Papillon
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von Papillon »

Ich hab früher auch Citalopram genommen, was ich zu Beginn der ersten Schwangerschaft abgesetzt hatte. Als es mir Ende der Schwangerschaft wieder sehr schlecht ging, habe ich mit Sertralin begonnen. Das nehme ich seitdem durchgängig, in ausreichend hoher Dosis. Mir hilft es sehr gut, besser als das Citalopram vorher (was allerdings auch an der höheren Dosierung liegen kann. Ich bin jetzt einfach besser eingestellt/betreut).
Die Wirkungsweise von den verschiedenen AD kann ja recht unterschiedlich sein. Und das gleiche Medikament schlägt auch nicht bei jedem gleich gut an. Ich meine mich zu erinnern, dass Sertralin das Mittel der Wahl in Schwangerschaft und Stillzeit ist (müsste embryotox checken). Aber wenn das Citalopram dir besser hilft, dann wäre es wohl besser, dieses AD zu nehmen (kann man ja auf jeden Fall auch nehmen). Das musst du am besten mit deinem Psychiater besprechen (hast du einen?).
Ich wünsche dir alles Gute und dass du jemand kompetenten an deiner Seite hast. Sicher geht es bald wieder bergauf für dich ((()))
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Papillon
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von Papillon »

Achso, Laienmeinung... nur aus eigener Erfahrung :wink:
Y. (01/14) & A. (11/16) & one in the making, coming March 2020 :15:

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sutnahpele
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von sutnahpele »

Hier auch nur Laienmeinung: Ich habe Sertralin (auch ein SSRI wie Citalopram) in Schwangerschaft und Stillzeit genommen. Das ist wohl Mittel der Wahl. Wenn du neu eingestellt wirst, dann ist das vielleicht besser?
Hast du eine Psychiaterin, die sich mit Antidepressiva in der Stillzeit auskennt?

(())
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AliceLöwenzahn
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von AliceLöwenzahn »

Es tut mir sehr leid zu lesen was du schreibst. Ich kenne was du fühlst. Nach dem Notkaiserschnitt meiner 3. hatte ich eine heftige Wochenbettdepression mit Aufenthalt in der Psychiatrie. Dort wurde ich weil ich voll gestillt habe auf escitalopram eingestellt. 15mg habe ich genommen. Die Ärzte waren sehr nett und haben die Muttermilch im Labor untersuchen lassen. Es kam heraus, dass nur Spuren des Wirkstoffs in die Milch übergingen. Das war sehr beruhigend für mich. Citalopram und escitalopram sind ja nicht das gleiche aber ähnlich. Vielleicht kannst du zu deiner Beruhigung auch die Mumi testen lassen?
Von der Wirkung war ich jedoch nicht begeistert. Richtig gesund und wie ich selbst habe ich mich erst nach dem absetzen wieder Gefühl.
Ich wünsche dir, dass du ganz schnell wieder froh mit deinen Kindern lachen kannst. Es ist wirklich eine blöde Krankheit aber es wird ja wieder gut.
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bina1307
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von bina1307 »

Ich danke euch
Momentan hab ich leider keinen Psychiater .
Ich hatte vor anderthalb Jahren eine Therapie begonnen, die mir auch ganz gut tat
Allerdings war der Psychiater zeitlich immer sehr eingeschränkt, Termine sehr unregelmäßig und wenn ich wegen kranken Kindern z. B absagen musste, dann über den Empfang und ich habe Tagelang auf Rückruf warten müssen.
In der Schwangerschaft war ich einmal da - es ging mir ja echt soweit gut... Und nun wüsste ich momentan gar nicht, wie ich das zeitlich mit dem Baby hinbekommen sollte, er stillt momentan noch alle 1- max 2Std....
Aber, ich sollte da wirklich wieder hin 🙈 für einen neuen sind vermutlich wieder an die 6 Monate Wartezeit

Medikamente hatte mir damals mein HA verschrieben und wurden später vom Psychiater abgesegnet.

Dann werd ich mal das Sertralin anfragen und escitakopram

Muttermilch testen lassen ist eine gute Idee. Das würde mich sehr beruhigen
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rueckenwind
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von rueckenwind »

Ich habe stillend auch Sertralin genommen. Musste mich lange dazu durchringen. Meine Tante ist Psychiaterin, sie konnte mir damals meine Bedenken nehmen und verschreibt es wohl regelmäßig stillenden Müttern. Sollte ich noch einmal eine Depression entwickeln wäre ich sehr froh auf dieses Mittel zurückgreifen zu können da es bei mir gut und nebenwirkungsfrei gewirkt hat.

Ich wünsche dir alles alles Gute!
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Papillon
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von Papillon »

Ich würde dir so gerne meine Psychiaterin empfehlen, sie hat sich auf schwangere und stillende Mütter spezialisiert und ist eine ganz tolle Frau. Aber ich nehme mal an, dass du nicht zufälligerweise in der Nähe von Salzburg wohnst? :wink:
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Käfermama
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von Käfermama »

Hier ist ein Link zur Fachleute-Liste von "Schatten und Licht" . Es stehen auch ein paar Psychiaterinnen drauf. Vielleicht ist eine in erreichbarer Nähe für Dich. Die sollte sich dann besonders mit Antidepressiva nach der Geburt/ in der Stillzeit auskennen. Sie müsste Dich ja gar nicht unbedingt in Dauerbehandlung nehmen, wenn sie ausgebucht ist, aber so im Sinne einer Zweitmeinung vielleicht?

Ich wünsche Dir alles Gute (war selber froh, in der gleichen Situation eine Ärztin zu haben, die sich auskannte, auch wenn ich letztendlich keine Medikamente brauchte).
Ich habe über die gleiche Liste auch eine wunderbare Beraterin (Psychologin) bei ProFamilia gefunden, die mich zwei Jahre begleitet hat (keine Therapie, aber schon die Begleitung war rettend für mich). Das Baby habe ich immer mitgenommen. Vielleicht lässt sich über eine Beratungsstelle auch eine solche Unterstützung für Dich finden (ich habe damals recht schnell einen Termin gekriegt).
Käfermama mit großem Maikäferjunge (05/2009), kleinem Maikäferjunge(05/2012) und Miniherbstkäfermädchen (11/2014).

Käfermama
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Re: Antidepressiva (Citalopram) bei Vollgestilltem Kind? Alternative?

Beitrag von Käfermama »

Wäre schlau gewesen, den Link auch einzufügen, Sorry, hier kommt er:
https://www.schatten-und-licht.de/stati ... hleute.pdf
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