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Späte Saugverwirrung? & Wunsch nach nur Morgens Stillen

Verfasst: 09.02.2020, 14:08
von shrewdcookie
Hallo, mein Baby wird gerade zum Kleinkind.
Ich hatte nie Probleme oder Schmerzen beim Stillen und habe meinen Kleinen bis zum 8. Monat voll gestillt.
Vor zwei Monaten kamen die ersten Zähne. Erst hatte ich eine kleine Abschirfung an einer Brustwarze, dann an der anderen, dann wurde es immer mehr, dann sahen die Warzenhöfe rundum so wund aus, dass die Hebamme per Foto fest von Soor überzeugt war. Ein Pilzabstrich war negativ. Ein bakterieller Abstrich hat „reichlich“ Staphylokokken ergeben, seitdem benutze ich eine antibiotische Salbe (ca. seit 2 Wochen, Morgens, da ich erst Abends wieder stille). Sie macht es aber nicht viel besser.

Ich hätte vom Gefühle her gesagt, dass mein Kleiner nicht beisst sondern dass die Zähne wie Sandpapier an meiner Brust reiben. Langsam hab ich das Gefühl, dass er mich doch teilweise beim Stillen durchgehend „festhält“, also zu Beginn den Kiefer schließt und dann geht´s los :-(

Er hat irgendwann entschieden, am Tage keine Interesse mehr am Stillen zu haben. Er isst aber auch nicht konstant viel, so dass wir irgendwann dazu über gegangen sind, ihm jeweils vor den Tagschläfchen (es sind noch 2) eine Milchflasche an zu bieten, die er auch meistens mit Enthusiasmus nimmt. Nun habe ich die Befürchtung, dass es zu einer Saugverwirrung gekommen ist. Kann das nach so vielen Monaten des problemlosen Stillens noch passieren?

Wenn ich ihn abdocke und neu anlege öffnet er den Mund immer ganz weit. Eigentlich hab ich das Gefühl, dass es nicht falsch ist.
Zu einer Stillberaterin würde ich gerne gehen (wenn jemand eine gute in Berlin kennt nehme ich Tipps gerne entgegen). Allerdings geht er ja nur Abends und Nachts an die Brust und wenn jemand dabei ist oder ich irgendwo anders bin ist ja alles andere spannender. Also zuschauen ist eher schwierig :-/

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Es kommt irgendwie keine Ruhe rein, das Stillen tut oft sehr weh. Manchmal habe ich das Gefühl, es wird etwas besser aber wenn er dann in der Nacht plötzlich wieder viel von mir will wird es auch gleich wieder sehr schlimm.

Nachts hat er leider noch einen 1,5 Stunden Rhythmus.

Ich möchte eigentlich nicht abstillen. Vor allem nicht aus solch einer Situation heraus. Da bleibt ja ein bitterer Nachgeschmack.

Unabhängig von dieser Situation würde ich allerdings auch gerne Umstellen auf nur noch Morgens Stillen aber ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich das anstellen soll. Nachts lässt er sich oft überhaupt nicht anders beruhigen.

Vor dem Schub, der uns jetzt bevorsteht graut es mir schon. Wenn er dann dauernuckeln will... das geht einfach gerade so GAR NICHT.

Und noch eine ganz andere Frage: die Pre-Milch tagsüber vor den Schläfchen braucht er ja eigentlich nicht mehr. Aber wenn ich sie ihm nicht gebe und er tagsüber wenig isst, dann möchte er doch die Kalorien in der Nacht haben und umso mehr stillen.
Irgendwie ein Teufelskreis.

Habt ihr Tipps oder einen Kontakt, mit dem ich die Situationen in Ruhe besprechen könnte?

1000 Dank

Re: Späte Saugverwirrung? & Wunsch nach nur Morgens Stillen

Verfasst: 09.02.2020, 16:40
von Glyzinie
Hallo und schönen Sonntag,

wie alt ist der Knabe denn jetzt? Wenn er noch kein Jahr ist, sollte der Hauptbestandteil seiner Ernährung schon noch Muttermilch oder Pre sein. Was und wann isst er denn an fester Nahrung? Wie viele Zähne hat er? Bekommt er gerade welche?

Re: Späte Saugverwirrung? & Wunsch nach nur Morgens Stillen

Verfasst: 14.02.2020, 09:59
von DolphinFFM
shrewdcookie hat geschrieben:
09.02.2020, 14:08


Er hat irgendwann entschieden, am Tage keine Interesse mehr am Stillen zu haben. Er isst aber auch nicht konstant viel, so dass wir irgendwann dazu über gegangen sind, ihm jeweils vor den Tagschläfchen (es sind noch 2) eine Milchflasche an zu bieten, die er auch meistens mit Enthusiasmus nimmt. Nun habe ich die Befürchtung, dass es zu einer Saugverwirrung gekommen ist. Kann das nach so vielen Monaten des problemlosen Stillens noch passieren?
Aus eigener Erfahrung würde ich sagen: Ja, eine Saugverwirrung ist möglich.
Meine Große konnte bestimmt bis 2,5 Jahren keine Sauger nutzen (also auch keinen Trinkhalm oä) ohne mich danach beim Stillen zu beißen. Daher habe ich alles verbannt was Saugerähnlich war und der Familie verboten ihr Strohhalme zu geben. Wie gesagt, erst mit über 2,5 Jahren bekam sie doch mal wieder einen Strohhalm und biss mich dann nicht.

Kannst du die Pre in einem anderen Gefäß anbieten? Ein MagicCup vielleicht, wenn es auslauffrei sein soll oder ein Fach ein Glas oder Becher?

Wenn ich es richtig verstehe ist dein Kind 1 oder kurz davor (du schreibst er wird ein Kleinkind?). Dann kannst du theoretisch die Pre tatsächlich weglassen.

Was das Essverhalten angeht: alle Menschen essen an jedem Tag unterschiedlich viel. Und sie müssen auch nicht jeden Tag gleich viel Kalorien zu sich nehmen. Vielleicht probierst du es einfach aus ob dein Kleiner nachts tatsächlich öfter kommt, wenn du erstmal eine Flasche weglässt?

Falls es so ist, könntest du versuchen an Tagen mit wenig Appetit besonders kalorienreiche Lebensmittel anzubieten (Banane, Avocado, Joghurt mit 10% Fett, Nussmus, ...) Unter dem Begriff hochkalorische Beikost findest du da viele Tipps zur Anreicherung von Essen.

Dein Kleiner holt sich was er braucht, er ist kompetent und weiß wie groß sein Hunger ist. Es gibt hier auch ein Beikostforum, da könntest du noch nach Tipps suchen um das Essen anzuregen anstelle des Stillens.