sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

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haselnussheike
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sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von haselnussheike » 03.01.2018, 17:44

Hallo ihr Lieben!

Hier bin ich mit einem neuen oder auch alten Problem.

ich bin so erschöpft, dass ich befürchte wieder zufüttern zu müssen, was ich schon mal gemacht habe aus totaler Erschöpfung heraus und was wir mühsam wieder zurück zum Vollstillen gebracht haben.
Ich möchte meine Tochter stillen, sowieso und noch mal mehr da sie sehr eindeutig die Pre-Milch nicht gut vertragen hat. Ich wollte auch Richtung Baby Led Weaning und Breifrei gehen, einfach, weil ich das für gut und sinnvoll halte, aber derzeit sehe ich nur noch diesen Silberstreif von BEIKOST!!!! am Horizont und wenn sich unsere Situation nicht lösen lässt, würde ich die Beikost dann wohl doch forcieren. Auch wenn ich das nicht wirklich will. Eskaliert es weiter, werden wir wieder zufüttern. Und das wäre so schade, zumal wir schon mal so dafür gekämpft haben von der Pre-Milch wieder wegzukommen.

In Kürze ist meine Frage hier: Was kann ich tun, um den Milchspendereflex anzuregen? Ausprobiert habe ich schon: Massage, Brustwarzenstimulation, Wärme, Brüste vornübergebeugt schütteln, anpumpen (klappt nicht), Milchfluss visualisieren, Ruhe reinbringen, ganz viel Ruhe. Letzteres ist der Knackpunkt, und wir sind da wohl schon in einer Art Teufelskreis siehe Titel rund um Erschöpfung. Nichts davon hilft.
Mein MSR kommt abends jetzt öfter erst nach 20-30min, wir hatten vorgestern eine satte Stunde und das Babygeschrei war verständlicherweise massiv und verzweifelt bis stinkesauer. Ich habe danach nur noch geheult und war noch den Folgetag einfach am Ende.


Langfassung für die Hintergründe, wer mehr wissen mag. Denke ist aber nicht nötig. War mehr für meine Seelenhygien zum Runterschreiben. ;)

Ich schrieb hier bereits einmal, weil meine Tochter (mittlerweile 18 Wochen alt) so sehr häufig zum Stillen kommt. Tagsüber alle 60-90min, nachts mal so mal so, meist alle 2-3h. Seit neuestem eeeeetwas länger. :D Fazit war: Normal. Ist eben so. Zumal sie als sehr leichtes Baby geboren wurde und sich von der 3er Perzentile jetzt hochgefuttert hat auf die 85er. Irgendwoher muss es ja kommen. ;) Seit ihr mir hier so Mut gemacht habt, kann ich das auch einfach hinnehmen und warte nicht mehr sehnsüchtig auf längere Stillintevalle. Ist jetzt einfach so.

Weswegen ich jetzt schreibe, betrifft wie der Threadtitel schon sagt den Milchspendereflex und meine eigene Erschöpfung.
Baby ist nun also grade 4 Monate alt, wir funktionieren sehr gut als Team, würde ich behaupten, ich kann ihre niederschwelligen Signale gut lesen, egal ob Hunger, Pipi, müde oder was auch immer. Mit Ende des 3. Monats sind auch die "Dreimonatskoliken" verschwunden. Vorher galt sie per Definiton als Schreibaby: Untröstliches Schreien, egel, was wir getan haben, also wirklich EGAL was. Über 16 Wochen (da hat man wirklich dann alles ausprobiert...), an 6 von 7 Tagen die Woche, 2-3h am Abend am Stück. Das ist deutlich steigerungsfähig, ich weiß, sie war und ist tagsüber immer fröhlich und schreit wenig, grundlos nie. Wenn man sie tags erlebt, glaubt einem keiner, wie sie uns abends und nachts zusammenschreit.

Das Dreimonats-Schreien ist wie gesagt vorbei, wie abgestellt, ist hier nun gesagt zur Einordnung, woher meine Grundanspannung und Erschöpfung kommt.
Knüppeldickes Wochenbett also mit schlecht heilenden Geburtsverletzungen, extremem Dauerstillen, das wir durch Zufütterung unterbrechen mussten, weil ich nach 4 Wochen unter 4h Schlaf in 24 Stunden nicht mehr konnte und ein heulendes Wrack war. Dann wieder mit ganz viel Geduld zurück zum Vollsztillen ab Woche 9 und seit dem entspannteres Stillen, endlich, schmerzfrei erst so ab Woche 12-13 und ab da auch erst keine Stillhütchen mehr. Erst ab dieser Zeit kann ich auch nachts beim Stillen im Familienbett wieder einschlafen. Ich muss allerdings immer umlagern, da sie so häufig stillt und ich nicht gerade viel Milch habe (aber ausreichend siehe propperes zufriedenes Baby - außer abends...), und ich deshalb die Brüste nachts abwechsle.
Sie liegt außerdem nicht in einer vollen Windel ohne Radau (ihr gutes Recht!), sodass ich sie nachts 1-3x wickeln bzw. abhalten muss. Wo so viel Milch reingeht, kommt auch viel wieder raus.
Das ist alles okay für mich. Ich mache das. Es ist temporär, sie ist ein kleines Baby, ich habe meinen Tagesrhythmus daran angepasst und stille so auch tagsüber für ihre Schläfchen im Bett und schlafe dann entweder mit oder bleibe liegen und höre Hörbuch über Headset zum Beispiel oder lese.
Für meine Entspannung und auch so generell, weil es einfach gut tut, mache ich täglich Yoga, ich gehe täglich außer bei stürmischem Regenwetter so wie jetzt mit ihr raus. Dabei ist sie in der Trage, schaut rum und schläft dann ein. Mag sie sehr.

Ich habe keine Unterstützung tagsüber. Keine Großeltern o.ä. in Reichweite, keine anderen Mamis im Freundeskreis, mit denen ich mich treffen könnte, bis auf eine gute Bekannte, mit der ich oft die Spaziergänge mache. Mein Mann arbeitet und ist abends genauso stehend k.o. wie ich bzw. natürlich anders. Nachts versorge ich unsere Tochter komplett allein, damit er am Stück schlafen kann, er kommt damit auf etwa 5-6h. Denn: Unsere Kleine ist eine Nachteule. Sie hat noch nie vor 23:00 Uhr geschlafen, seit der letzten Impfung sind wir jetzt eher bei 24.00 und später. Er muss um 5:30 aufstehen...Ich bleibe dann noch mit dem Baby länger liegen.
Auch das: das ist anstrengend, aber ich mache das. Ich habe ja zumindest tagsüber bei ihren Nickerchen Erholung. Er kommt Heim und kommt fast in ihre Hauptschreizeit bzw. eben jetzt nur noch Quengelzeit, das ist schon heftig für ihn, zumal er auch daheim noch arbeiten muss als Vorbereitungen für den nächsten Tag (Lehrer).

Was mich aber an meine Grenzen bringt, ist, dass ich immer schon Probleme mit dem Milchspenderelfex hatte. Er löst einfach spät aus. Wenn es Frauen gibt, die nur einen guten Babywerbespot sehen müssen und schon Milch haben, nun dann bin ich das Gegenstück. Bei mir tut sich nie etwas, außer in den an einer Hand abzuzählenden Fällen, wenn Baby länger schläft und dementsprechend meine Brüste sehr prall sind.
Abends ist meine Tochter, wie wohl die meisten Babys unruhiger, "quer", und findet schlechter in den Schlaf. KEIN VERGLEICH mehr zur Schreiphase, aber immer noch ein absoluter Eiertanz, der ab spätestens 20.00 beginnt und sich dann bis 23:00 bis 24:00 zieht. Immer. Jeden Abend. Wenn sie zwischendurch kein Nickerchen mehr macht, wird es ganz übel, dann sind wir im Übermüdungsteufelskreis. Auch das kriege ich hin. Es zerrt an meinen Nerven und ja, das macht mich noch mal müder, aber wäre es nur müde, dann wäre das so. Schlimm ist, dass sie dann natürlich in der Zeit auch trinken will und zwar eher öfter als alle 60min, Abends haben wir immer noch ab und an Dauerstillphasen, wo sie alle 10-20min ranwill. Und da kann mich mein Mann ja auch nicht ablösen! Klar, er ist selbst k.o., aber er versucht so gut er kann mich dann mit wickeln und tragen und trösten zu unterstützen.
Bei mir löst dann der Milchspendereflex einfach erst sehr spät aus. Tagsüber dauert es meist so 1-2min, bis er auslöst (ich merke ihn deutlich und sobald er da ist trinkt Baby auch gut hörbar mit jedem Schluck und zwar gierig, gab ja vorher nur Tröpfchen wenn überhaupt...). Abends braucht der MSR gut 5min oder länger und wir hatten jetzt mehrere Abende mit 20-30min und vorgestern war es eine satte Stunde! Ihr könnt euch vorstellen, was das für ein Geschrei war? Müde und hungrig und es kommt nichts?
Ich liege da mit meiner Tochter, streichel sie, summe leise, visualisiere, wie die Milch fließt und rede ihr zu: "Noch ein bisschen, gleich kommt was." Und es kommt nichts. Sie schreit und windet sich bis sie knallrot ist, verprügelt meine Brust, beißt und beutelt die Brustwarze und ist einfach nur verzweifelt.
Hochnehmen, beruhigen, tragen. Noch mal anlegen. Hoffen.

Ich hatte hier schon eine Stillberatung von einer Stillbegleiterin (Ausbildung via DAIS) und sie sagte, dass wir schon alles tun. Dass es einfach Frauen gibt, bei denen das so schwer auszulösen geht. Ich habe Massagen versucht, Wärme, Nippelstimulation, Brüste vorgebeugt schütteln, das ganze Rpertoire an milchbildenden Nahrungsmitteln (was super für die Milchmenge war, aber abends geben meine Brüste die Milch dann einfach nicht frei), ich trage sie viel, wir schlafen im Familienbett, ich trinke und esse mehr als ausreichend (nehme derzeit eher zu), ich visualisiere wie gesagt, dass die Milch fließt, ich konzentriere mich darauf, wie sehr ich dieses Baby liebe und dass ich es stillen möchte.
Aber es hilft nichts.
Kinderärztin sagt auch nur: "Das geht nicht, dass Sie so oft stillen, das halten Sie nicht durch!" Rauszögern bringt aber erst recht nichts (das Thema hatte ich letztens schon abgehakt, dann ist sie nur unzufrieden und das macht es noch stressiger und schlimmer. Aber dass ich das nicht durchhalte, nun das scheint sich zu bewahrheiten.
Ich habe jetzt beim Familienbüro angerufen und hoffe da noch jemanden zu finden, der vielleicht was weiß und vielleicht kommt eine Familienhebamme zu uns. Ist wohl sowas ähnliches wie die Nachsorgehebamme nur eben nicht fürs Wochenbett sondern eher das erste Lebensjahr.

Fazit derzeit also wirlich: Beikost eher früher als später, dabei natürlich so sanft wie möglich. Ich mag sie zu nichts zwingen, aber ich werde ihr vermehrt Essen anbieten und sie probieren lassen. ich weiß, am Anfang ist das eher Spielrei und bringt noch kaum was an Kalorien, aber jeder Tag zählt.
Ich als Mutter bin mittlerweile an einem Limit, an dem ich sage: Ich habe alles versucht, aber ich kann nicht mehr. Ich denke auch, da hat sie im Zweifel auch nicht viel von, wenn sie jeden Abedn wieder die Erfahrung macht, dass die Mama, die sie den ganzen Tag über liebevoll umsorgt, abends erschöpft neben ihr liegt und aus ihren Brüsten kommt nichts raus. Ich denke nicht, dass sie versteht, dass ich gern würde und nur nicht kann. Sie erlebt ja nur unmittelbar, dass ich gerade dann, wenn sie sowieso schon mehr braucht, weniger gebe. Dass sie besodners dann, wenn sie es einfach bräuchte, besonders hart selbst arbeiten muss. Denn das einzige, was die Milch dann irgendwann zum Fliueßen bringt, ist, wenn sie weiter saugt. Teils eben seeeehr lang.

Ich warte jetzt noch die Familienhebamme ab, hoffe auf irgendeinen Wunderkniff hier von euch vielleicht, und wenn das dann auch alles nichts hilft, dann füttere ich nächste Woche wieder zu und versuche so schnell wie möglich von der Pulvermilch weg zu kommen und sie mit nicht industriell erzeugten Lebensmitteln zu füttern. Ich will ja nicht abstillen. Es geht nur um abends. ich hätte das schon längst getan, wenn die Erfahrungen mit dem Zufüttern nicht so schlecht gewesen wären. Ich halte aber generell nichts von "Fertignahrung" egal ob für Babys oder Erwachsene...

So. Das war's. Es ist bitter für mich, weil zu der körperlichen Erschöpfung auch einfach die psychisch wenig förderlichen Gedanken kommen, dass ich mein Kind nicht versorgen kann. Körperlich nicht, weil die Milch einfach nicht fließt und emotional nicht, weil ich ihr ja aus ihrer Sicht da etwas vorenthalte. Und noch dazu einfach auch nicht die Stabilität ausstrahlen kann, die ich mir wünschen würde. Ich bin nicht der Typ fürs Aufgeben, aber ich werde nicht auf Biegen und Brechen etwas versuchen, was dann zwar weiter mit "vollstillen" gelabelt werden kann, aber mir und meiner Tochter jeden Abend das große Weinen abverlangt. Ich denke da ist dann ein Kompromiss nötig. EIn abwägen: Was ist weniger schlimm/was ist besser.

Liebe Grüße, Heike
Heike mit Merle 28.8.2017
windelwenig, Familienbett, Tragen, wieder vollgestillt :D

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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von Klarrti » 03.01.2018, 18:00

Wie sicher bist Du, dass sie jetzt aus Hunger schreit und nicht einfach, weil sie den Tag verarbeitet und nicht in den Schlaf findet? Bei uns hat das Dreimonatsschreien nicht 3 Monate gedauert, sondern eher 5. Die Ostheopatin meinte sie ist sehr sensibel und nimmt viel auf und hat Schwierigkeiten das zu verarbeiten. Einfach an der Brust nuckeln hat nicht immer zur Beruhigung gereicht, da musste immer Bewegung rein. Vielleicht will sie in dem Moment tatsächlich auch kein MSR auslösen? Nur so als Idee.
mit der Löwin 08/16 an der Hand.

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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von Brianna » 03.01.2018, 18:32

Bei der beschriebenen Gewichtsentwicklung halte ich Hunger auch eher für unwahrscheinlich.

Meine Kleine tat sich abends anfangs auch schwer. Bei uns half spazieren gehen, einbinden und saugen oder rhythmisch wippen erheblich besser, als anderes.

Könntet ihr euch abends abwechseln oder wenigstens dein Mann sie dir abnehmen, wenn er nach Hause kommt, er geht früh schlafen und du darfst am Wochenende etwas nachschlafen?

Eure Geschichte klingt wirklich anstrengend aber für mich einfach eher nicht nach Hunger.
J 05/13 L 12/15

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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von Angua » 03.01.2018, 18:42

Hallo!

Oh je, da machst du was mit! Das machst du großartig! Deine Tochter kann sich glücklich schätzen, wie du für sie kämpfst!

Unsere Maus hat in einem bestimmten Alter (schon ziemlich verdrängt, Nummer zwei verarbeitet grade noch die Geburt) auch abends nur gebrüllt und mein Problem war meistens eher zu viel Milch, darum würde ich auch mal in den Raum stellen, dass das nicht unbedingt was mit dir und deiner Milch zu tun hat. Wenn sie so ordentlich zunimmt bin ich mir auch nicht sicher, wie du darauf kommst, dass du wenig Milch hast. Es klingt, als wäre es gut ausreichend.

Ruhe reinbringen halte ich auch für einen guten Ansatz. Hab es kürzlich auch in einem anderen Thread gesagt und du hast es nicht in deiner Liste: Kuscheln Haut auf Haut könnte noch unterstützend wirken. Auch um dein Kind zu beruhigen.
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
Ich schrieb hier bereits einmal, weil meine Tochter (mittlerweile 18 Wochen alt) so sehr häufig zum Stillen kommt. Tagsüber alle 60-90min, nachts mal so mal so, meist alle 2-3h. Seit neuestem eeeeetwas länger. :D Fazit war: Normal. Ist eben so.
Jupp, find ich auch sehr normal. Sobald du die einzelnen "Stillsessions" nicht mehr als stressig empfindest ist das auch nicht mehr schlimm. Dann ist das halt ein "ah, Kind quäkt und hat Hunger, wo können wir uns hinsetzen? Alles klar."
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
Ich als Mutter bin mittlerweile an einem Limit, an dem ich sage: Ich habe alles versucht, aber ich kann nicht mehr. Ich denke auch, da hat sie im Zweifel auch nicht viel von, wenn sie jeden Abedn wieder die Erfahrung macht, dass die Mama, die sie den ganzen Tag über liebevoll umsorgt, abends erschöpft neben ihr liegt und aus ihren Brüsten kommt nichts raus. Ich denke nicht, dass sie versteht, dass ich gern würde und nur nicht kann. Sie erlebt ja nur unmittelbar, dass ich gerade dann, wenn sie sowieso schon mehr braucht, weniger gebe. Dass sie besodners dann, wenn sie es einfach bräuchte, besonders hart selbst arbeiten muss. Denn das einzige, was die Milch dann irgendwann zum Fliueßen bringt, ist, wenn sie weiter saugt. Teils eben seeeehr lang.
Man kann und muss Kindern nicht alle Probleme aus dem Weg räumen. Dazu fand ich den Begriff Schneepflugeltern ja ganz spannend. Durch manche Dinge muss ein Kind durch und einem gesunden Kind ist zuzumuten für seine Milch auch ein bisschen zu arbeiten. Das Saugen wirkt ja auch beruhigend (für Mutter und Kind). Dass beißen und Brüste schlagen nicht zum Ziel führt muss sie halt lernen (und darfst du denke ich auch ganz klar unterbinden).

Gut, dass du nach einer Familienhebamme gefragt hast! Ich denke der Punkt, dass du so alleine da stehst, würde mir am meisten Sorgen machen. Gibt es irgendwelche Angebote für Kinder im Alter deiner Tochter bei dir vor Ort? Zum andere Mamis kennenlernen? Können die Großeltern vielleicht mal ein Wochenende kommen?
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
Was mich aber an meine Grenzen bringt, ist, dass ich immer schon Probleme mit dem Milchspenderelfex hatte. Er löst einfach spät aus. Wenn es Frauen gibt, die nur einen guten Babywerbespot sehen müssen und schon Milch haben, nun dann bin ich das Gegenstück. Bei mir tut sich nie etwas, außer in den an einer Hand abzuzählenden Fällen, wenn Baby länger schläft und dementsprechend meine Brüste sehr prall sind.
wobei "es fließt einfach mal so los" und "wenn Milch angefordert wird ist sie sofort da" zwei völlig unterschiedliche Dinge sind.
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
Schlimm ist, dass sie dann natürlich in der Zeit auch trinken will und zwar eher öfter als alle 60min, Abends haben wir immer noch ab und an Dauerstillphasen, wo sie alle 10-20min ranwill.
Jupp, abends clustern... vielleicht dafür einfach schon ins Bett gehen und dösen/kuscheln?
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
Klar, er ist selbst k.o., aber er versucht so gut er kann mich dann mit wickeln und tragen und trösten zu unterstützen.
schön, dass er für dich da ist!
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
Bei mir löst dann der Milchspendereflex einfach erst sehr spät aus. Tagsüber dauert es meist so 1-2min, bis er auslöst (ich merke ihn deutlich und sobald er da ist trinkt Baby auch gut hörbar mit jedem Schluck und zwar gierig, gab ja vorher nur Tröpfchen wenn überhaupt...). Abends braucht der MSR gut 5min oder länger und wir hatten jetzt mehrere Abende mit 20-30min und vorgestern war es eine satte Stunde! Ihr könnt euch vorstellen, was das für ein Geschrei war? Müde und hungrig und es kommt nichts?
das überrascht mich völlig. Kenne mich leider auch nicht genug aus, um da was dazu sagen zu können, aber zitieren wollte ich es mal, vielleicht fällt es dann jemand anderem nochmal auf.
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
Ich liege da mit meiner Tochter, streichel sie, summe leise, visualisiere, wie die Milch fließt und rede ihr zu: "Noch ein bisschen, gleich kommt was." Und es kommt nichts. Sie schreit und windet sich bis sie knallrot ist, verprügelt meine Brust, beißt und beutelt die Brustwarze und ist einfach nur verzweifelt.
Hochnehmen, beruhigen, tragen. Noch mal anlegen. Hoffen.
dabei entspannt bleiben ist natürlich schwierig. Toll, dass du weiter kämpfst!
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
Kinderärztin sagt auch nur: "Das geht nicht, dass Sie so oft stillen, das halten Sie nicht durch!"
sehr hilfreich... ich denke nicht, dass die Häufigkeit Stillen das Problem ist, sondern dass es halt nicht fließt, dein Wochenbett auf vielen Ebenen anstrengend war und sich jetzt ein paar Sachen eingefahren haben, die nicht so super sind.
haselnussheike hat geschrieben:
03.01.2018, 17:44
So. Das war's. Es ist bitter für mich, weil zu der körperlichen Erschöpfung auch einfach die psychisch wenig förderlichen Gedanken kommen, dass ich mein Kind nicht versorgen kann.
von drei Prozent auf über 80? Und wie du dein Kind versorgen kannst! Auch das drei Mal die Nacht aufstehen zum Wickeln (würde ich übrigens nicht machen. So viel können diese kleinen Nieren doch nicht verarbeiten um eine gute Windel drei Mal pro Nacht so zu füllen, dass sie nass wirkt. Oder?)

Dir gute Nerven!
Wir sind zu viert: N. kam 11/2014, M. 12/2017.
Gestillt werden beide, im großen Bett schlafen dürfen sie auch beide, aber die Große muss schon laufen, der Kleine wird getragen.

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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von sälawie » 03.01.2018, 19:11

Hey, du klingst echt ziemlich fertig...Ich schließe mich den anderen an- ein still-mod wird sicher noch drüber gucken - Ich glaube nicht, dass dein Kind Hunger Leidet! Vielleicht drückt der Bauch, hast du schon mal versucht deine Kleine ohne Windel abzuhalten wenn sie so kämpft an der Brust? Es ist ganz typisch dass die Babies bei undefiniertem Unwohlsein erst mal Milch verlangen, und sich dann winden und Strecken... wenn das auch nicht hilft würde ich sie ins Tragetuch packen und erst mal spazieren gehen. Eine Stunde später kann die Welt schon wieder ganz anders aussehen... Und in ein paar Wochen habt ihr das ganze Drama bestimmt überstanden!
Mit dem Großen (07.2013) und der Kleinen (09.2017)

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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von Steff85i » 03.01.2018, 19:17

Hey, fühl dich gedrückt! Ich habe hier auch einen ehemaligen Dauerstiller, der mittlerweile nur noch nachts dauerstillt.

So um den 4. -5. Monat rum sah es hier ähnlich aus mit dem MSR. Ich war oft erschöpft und weil ich wusste es wird wieder so ein Stillkampf war ich vorher schon gestresst. Mir und dem Baby hat es geholfen im Bett mit Fön- App in diesen Situationen zu stillen. Baby war damit entspannt und hat nicht gemeckert, wenn es nicht schnell genug losging.

Noch heute ist es Abends so, dass wenn es nicht fließt, ich den Mann für ne halbe Stunde ins Wohnzimmer schicke, weil ich mich manchmal gedanklich ins “nichts“ bringen muss.

Du wirst hier sicher noch qualifizierte Hilfe finden.
Steff85i mit MM 01.17

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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von Qwertzuiopü » 03.01.2018, 19:25

Hallo und willkommen
Ich finde es super, wie viel du für dein Kind und eure Stillbeziehung tust! Wenn ich mir vorstelle, ich hätte alles alleine machen müssen: Respekt!

Ich kenne mich mit msr spezifisch nicht aus, aber WENN das tatsächlich das Problem ist, kann ich bei deiner Geschichte zu allererst an Erschöpfung als Grund denken.
Meine wilden Gedanken um dir mehr Zeit zu gewinnen: Vielleicht kann dein Mann Stunden reduzieren für die nächsten Monate? Abends mit eurem Kind um den Block gehen, dass du Mal ne Stunde Ruhe hast? DU hast gerade einen 24h-Vollzeit-Job. Wie viel schläft euer Kind denn insgesamt in 24h? Vielleicht könnt ihr abends Zeit gewinnen, indem ihr sie bei dem ersten Müdigkeitszeichen zum Schlafen bringt? Hausarbeit reduzieren?

Bei Milchstau soll man ja bergab stillen. Vielleicht hilft das auch für den msr? Also im Vierfüsslerstand über sie beugen? Kostet allerdings auch etwas Kraft, ist meine Erfahrung...
Oder du versuchst oben ohne im Tragen zu stillen, damit sie nicht so unruhig/ungeduldig an der Brust wird?

Du leistest eine Menge und lässt sie weder emotional noch physisch im Stich: du bist immer für sie da und gibst alles! Deine Tochter wird das nicht anders sehen. Ganz egal, wie es essenstechnisch weiter geht bei euch! (Meine Schwägerin war der festen Überzeugung, abends nicht genug Milch zu haben, oder konnte vielleicht auch die Unruhe irgendwann nicht mehr kräftemäßig managen und hat abends Fläschchen gegeben. Bevor man selbst kaputt geht, ist das ja auch vollkommen legitim zur Entlastung)

Ich hoffe, ihr könnt kleine Oasen zur Entspannung für dich organisieren. Manchmal hilft ja schon die Aussicht, zu einem festen Termin in der Zukunft ein bisschen Zeit für sich zu haben.

Falls ich mit meinen Vorschlägen daneben liege, einfach ignorieren;-)

Schöne Grüße,
Katharina
Wirbelwind (07/16), *(05/15)

Qwertzuiopü
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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von Qwertzuiopü » 03.01.2018, 19:26

Wer lesen kann... Das willkommen ist wohl etwas verspätet von mir. Ups. :-))
Wirbelwind (07/16), *(05/15)

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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von pqr » 03.01.2018, 19:37

Wie schaut es eigentlich mit Deinen Blutwerten insbesondere dem Eisen- und Vitamin D-Wert aus?
Manchmal hat Erschöpfung ja nicht nur Ursachen in den Lebensumständen, sondern wird durch einen Mangel ausgelöst oder verstärkt.
Viele Grüße
pqr

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haselnussheike
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Re: sehr später Milchspendereflex und Erschöpfung

Beitrag von haselnussheike » 03.01.2018, 20:41

Hallo zusammen!

Vielen Dank für die Antworten! Ich gehe dann man auf die einzelnen Punkte ein:
Wie sicher bist Du, dass sie jetzt aus Hunger schreit und nicht einfach, weil sie den Tag verarbeitet und nicht in den Schlaf findet?
Sehr sicher. Sie zeigt sehr eindeutig an, was sie braucht und ich werde mit größter Empörung angebrüllt, wenn ich ihr das falsche anbiete. Immer schon. Babykörpersprache lernen war für mich überlebenswichtig. Dafür spricht auch, dass sie sich dann nur beruhigt, wenn Milch kommt. Durch Nuckeln allein nicht, durch tragen nur sehr kurz und je länger dann das letzte Stillen her ist, desto weniger hilft auch das.
Zudem hatten wir ja eine ähnliche Situation im Wochenbett. Da war es tatsächlich zu wenig Milch, um sie so zufriedenstellen zu können, dass ich mal schalfen konnte. Wir haben ja dann zugefüttert und sie hat dann zume rsten Mal länger als eine Stunde am Stück geschlafen. Sie reagiert exakt genauso wie damals. Verzweifeltes schalgen und brüllen und erst wenn es dann Milch gibt, dann beruhigt sie sich und ihr ganzer Körper strahlt Erleichterung aus. Gesicht entspannt. Stirn locker, keine Fäuste mehr, ruhiger "Milchtritt".
Die Ostheopatin meinte sie ist sehr sensibel und nimmt viel auf und hat Schwierigkeiten das zu verarbeiten
Osteopathin ist abgeklärt. Das Kind ist kerngesund, keinerlei Blockaden. Was die Sensibilität angeht: Eventuell ist euch hier Hochsensibilität ein Begriff? Ich bin das (wenn auch die seltene extrovertierte Version davon) mein Mann ebenfall, aber introvertiert. Die Wahrscheinlichkeit ist damit hoch, dass unsere Tochter das auch ist. Teils starkes Abschirmen bzw. immer eine Möglichkeit für Rückzug (Trage, Arm) geben, war für uns schon seeeehr hilfreich. Damit haben wir die Tagesschläfchen entspannen können. Sehr feste Routinen, ruhiger Umgang und bloß nicht zu viel Spielzeug, zu viele leute und genrell viele Eindrücke. Überfordert verfällt sie eher in Schockstarre und dann in späteres Gekreisch. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht.
Da ich das von ihr kenne und sich das anderes darstellt als das beschriebene Geprügel und Weinen an der Brust, wenn keine Miolch kommt, schließe ich das als Ursache für unseren abendlichen kampf aus bzw. es spielt eventuell mit rein, ist aber nicht der Knackpunkt.
Bei der beschriebenen Gewichtsentwicklung halte ich Hunger auch eher für unwahrscheinlich.
Oder vielleicht gerade deshalb für wahrscheinlich? Sie wächst immer noch rasant. Alle sagen mir, dass das jetzt bald aufhören müsste, der erste Schwung der ersten Monate sollte jetzt abflachen, aber bisher kann ich fast täglich zu klein gewordene Kleidung aussortieren. Mein kleiner Wonnebrocken trägt je nach marke 74/80 plus minus eine Größe. Sie ist dazu sehr aktiv (Kinderärztin bestätigte das bei der letzten Untersuchung. Das Kind ist also auch echt muskulös. Wenn sie wach ist und abgelegt, dann ist sie nur zugange. Sie dreht sich ständig und will krabbeln (kann es aber natürlich noch nicht).
Bei uns half spazieren gehen, einbinden und saugen oder rhythmisch wippen erheblich besser, als anderes.
Tagsüber klappt das ebenfalls gut bei uns. Nur einbinden nicht. Pucken fand sie von Anfang an furchtbar, genauso wie baden. Sie hasst es. ich habe abends schon ich weiß nicht wieviele Stunden mit ihr auf dem Gymnastikball gewippt oder bin durch den Flur getanzt, wei dann aus dem Gebrüll zumindest nur noch normales Weinschreien wurde. Und damit kann ich es dann wieder versuchen sie anzulegen.
von drei Prozent auf über 80? Und wie du dein Kind versorgen kannst!
Oh Gott, Danke, ja! So hab ich das noch gar nicht gesehen! Ich habe immer nur das Gefühl es reicht einfach nicht. Bzw. reichte. Die Milchmenge ist derzeit definitiv ausreochend. Meine Brust gibt sie nur einfach nicht frei. Abends macht sie dicht.
haselnussheike hat geschrieben: ↑
03.01.2018, 17:44
Bei mir löst dann der Milchspendereflex einfach erst sehr spät aus. Tagsüber dauert es meist so 1-2min, bis er auslöst (ich merke ihn deutlich und sobald er da ist trinkt Baby auch gut hörbar mit jedem Schluck und zwar gierig, gab ja vorher nur Tröpfchen wenn überhaupt...). Abends braucht der MSR gut 5min oder länger und wir hatten jetzt mehrere Abende mit 20-30min und vorgestern war es eine satte Stunde! Ihr könnt euch vorstellen, was das für ein Geschrei war? Müde und hungrig und es kommt nichts?

das überrascht mich völlig. Kenne mich leider auch nicht genug aus, um da was dazu sagen zu können, aber zitieren wollte ich es mal, vielleicht fällt es dann jemand anderem nochmal auf.
Mich überrascht das ja auch! Ich kenne niemanden, der sowas auch nur ansatzweise beschreibt.
Jupp, abends clustern... vielleicht dafür einfach schon ins Bett gehen und dösen/kuscheln?
Standardprogramm. :)
Man kann und muss Kindern nicht alle Probleme aus dem Weg räumen. Dazu fand ich den Begriff Schneepflugeltern ja ganz spannend. Durch manche Dinge muss ein Kind durch und einem gesunden Kind ist zuzumuten für seine Milch auch ein bisschen zu arbeiten. Das Saugen wirkt ja auch beruhigend (für Mutter und Kind). Dass beißen und Brüste schlagen nicht zum Ziel führt muss sie halt lernen (und darfst du denke ich auch ganz klar unterbinden).
Guter Begriff. :) Sehe ich auch so. Ich reiche ihr ja auch beim Spielen nicht alles an oder drücke es ihr in die Hand, sondern sorge nur dafür, dass sie etwas mchen kann, wenn sie will.
Aber zwischen etwas für die Milch arbeiten und 30min wie verrückt an mir saugen und nix kommt... ist schon ein Unterschied. Die paar Minuten nachmittags, finde ich völlig ok. ist eben so. Zum Beispiel hat sie meine Brüste ja schon so hochgepegelt, dass sie mittlerweile WENN der Milchspendereflex kommt nach 5-10min Turbosaugen eigentlich fertig ist. Früher hat sie dafür 40min gebraucht. Nicht weil sie weniger fest gesogen hätte, oh nein. Wenn sie saugt, merke ich das bis hoch in die Achseln ziehen.
Gut, dass du nach einer Familienhebamme gefragt hast! Ich denke der Punkt, dass du so alleine da stehst, würde mir am meisten Sorgen machen. Gibt es irgendwelche Angebote für Kinder im Alter deiner Tochter bei dir vor Ort? Zum andere Mamis kennenlernen? Können die Großeltern vielleicht mal ein Wochenende kommen?
Die Angebote hier sind für mich schwer erreichbar, da ich wenn mein Mann arbeiten ist kein Auto zur Verfügung habe und mit dem ÖPNV ist das für uns wegen der engen Stillintervalle stressig (wobei ich da schon mittlerweile denke, "Mir egal, dann stille ich eben im Bus!" - nur doof im Winter mit der vielen Kleidung...) und die Angebote sind idR gegen 10 Uhr. Stillcafé, Treff in einer Hebammpraxis, Pekip... Um die zeit bin ich grad mal auf dem Weg aus dem Schlafanzug, weil sie ja erst gegen 24.00 schläft und morgens dementsprechend länger. Morgens früher wecken bringt nix. Dann ist sowohl der Tag als auch die Nacht im Eimer. Sie schläft dann auch konsequent tags nach nicht wie gewünscht früher abends. Ich hab jetzt aber "todesmutig" endlich einen Rückbildungskurs mit Kind gebucht. A März. Vorher war nix frei und ich hoffe einfach, dass sich ihre Schalfphasen bis dahin noch etwas mehr verschieben. Sonst sage ich das eben wieder ab.

Meine Mutter war seit der Geburt schon 2x für eine Woche hier und das war jedes Mal super! Sie wird in zwei Wochen noch mal für eine Woche kommen. Sie ist die einzige aus der Verwandtschaft und Bekanntschaft, die einsüringen kann. Aber immer nur von langer Hand geplant, sie wohnt weit weg. Für mich außerdem ein zweischneidiges Schwert, weil sie mir einerseits zwar sagt, dass sie meine Geduld bewundert, andererseits kriege ich aber immer wieder zu hören "dass das so ja nicht geht", sie hätte schon längst was anders gemacht. "Was denn? Ich bin für jeden rat dankbar." Fläschchenmilch. Ja. Das raten mir alle... außer Stillmuttis. Die machen mir Mut. Aber ich kenne persönlich kaum welche, eigentlich nur über Foren. Aber immerhin.
Dann ist das halt ein "ah, Kind quäkt und hat Hunger, wo können wir uns hinsetzen? Alles klar."
Ja. Genauso sehe ich das mittlerweile auch. Tagsüber. Abends ist es einfach heftig.
Kuscheln Haut auf Haut könnte noch unterstützend wirken. Auch um dein Kind zu beruhigen.
Wieder. Tagsüber ja. Abends begrenzt. Die Targe ist einfach nur Gold wert. Aber Haut auf haut findet sie zum Beispiel immer eher ätzend. Mir haben das schon so viele geraten, wir haben es mehrmals ausprobiert, sie hasst es. Warum auch immer. Bekleidet geht das aber ganz gut. Ich habe einen Oversizepulli, den ich über mich und sie in der Trage anziehen kann, sodass wir beide darunter nur dünne Hemdchen anhaben. Das mag sie sehr.
Vielleicht drückt der Bauch, hast du schon mal versucht deine Kleine ohne Windel abzuhalten wenn sie so kämpft an der Brust?
Ja, das machen wir seit... boah, fast von Anfang an. Ursprünglich weil sie so schnell wund geworden ist und weil sie pupsen musste und mich eine Bekannte auf windelfrei aufmerksam gemacht hat. Abhalten klappt enorm gut mit der Kleinen. Sie hat richtig Spaß dabei.
ins Tragetuch packen und erst mal spazieren gehen
Tagsüber auch super. Abends machen wir das im Haus, ist ja finsetr und eklig im Moment draußen. Zumindest ist sie dann nicht ganz so unruhig, aber sie schläft auch damit nicht. Es muss dann meine Milch sein und wenn die nicht kommt. Wuäh.
So um den 4. -5. Monat rum sah es hier ähnlich aus mit dem MSR. Ich war oft erschöpft und weil ich wusste es wird wieder so ein Stillkampf war ich vorher schon gestresst. Mir und dem Baby hat es geholfen im Bett mit Fön- App in diesen Situationen zu stillen. Baby war damit entspannt und hat nicht gemeckert, wenn es nicht schnell genug losging.
Danke fürs Handreichen! Fönapp, weißes Rauschen... alles schon durch. Nö. Schneeflöckchen Weißröckchen in Endlosschleife von mir gesummt ist aktuell das, was noch am ehesten geht, aber auch nur, wenn sie nur brummelt. Schreiend keine Chance.
Vielleicht kann dein Mann Stunden reduzieren für die nächsten Monate?
Nein, leider nicht möglich. Schon durchdiskutiert. Leider.
Wie viel schläft euer Kind denn insgesamt in 24h?
Mittlerweile grob 15 Stunden. Wir kommen von 9-11h in den ersten 10 Wochen. Davon damals selten mehr als 2h am Stück. WENN sie schläft ist mittlerweile alles gut. In der Nacht 8h mit 2-3x stillen dazwischen, ein- bis zweimal wickeln dabei (also 2-3 Unterbrechungen eben), tagsüber hat sie einen Hauptnachmittagsschaöf von 2-2,5h und sonst noch ein paar Nickerchen alle 1,5 bis 2h. Früher war sie gern 4h und länger am Stück wach. Einfach weil sie ständig gestillt hat.
Bei Milchstau soll man ja bergab stillen. Vielleicht hilft das auch für den msr? Also im Vierfüsslerstand über sie beugen? Kostet allerdings auch etwas Kraft, ist meine Erfahrung...
Oder du versuchst oben ohne im Tragen zu stillen, damit sie nicht so unruhig/ungeduldig an der Brust wird?
Schon versucht. Trage macht sie nicht, da werde ich richtig heftig gebissen, Vierfüßler kann ich nicht so lange halten bis der MSR kommt.
Wie schaut es eigentlich mit Deinen Blutwerten insbesondere dem Eisen- und Vitamin D-Wert aus?
Alles im grünen Bereich und gut kontrolliert und supplementiert.

Jetzt hab ich es nicht mehr gefunden, irgendwo stand noch, was wegen dem Beißen:
ich mache ihr das deutlich, dass sie das nicht darf. Lautes "Aua!" Und "Nicht beißen!"und ich gucke sie böse an. Sie staft mich umgekehrt aber auch mit Beißen, wenn ich ihr z.B. die Brust anbiete und es ist gar kein Hunger grad, sondern tatsächlich eher Unleidlichkeit. Das macht es für mich auch so eindeutig, ob sie wirklich Hunger hat oder nicht. Hunger: Saugen, saugen, schreien, saugen. Kein Hunger an der Brust: Nippel ausspucken und bei wiederholten Versuch reinbeißen und langziehen.

Noch wegen der Windeln nachts:
Sie trinkt viel und sie pullert viel. Stuhlgang ebenfalls oft. Wir haben das mal probiert mit dem Nicht-WIckeln nachts. Nun, dann können wir das Bett neu beziehen. Außerdem schreit sie dann. hatte da mit meiner Hebamme schon seinerzeit drüber gesprochen. Sie scheint ein Vieltrinker zu sein. Allein aus Neugeborene in der kurzen Zeit, bevor wir mit dem Abhalten angefangen haben, haben wir am Tag gut 15 Windeln plus minus verschlissen. Die waren nicht "voll" aber schwer und auf jeden Fall so, dass sie nicht weiter drinliegen wollte.

Insgesamt empfinde ich meine Tochter als sehr intensiv. Mit der Thematik rund um High Need Babys habe ich mich schon befasst. Wir erfüllen nicht alle Kriterien, sind aber nah dran. Falls das jemandem als Einordnung hilft.

So far. Hier geht es jetzt in die heiße Phase. Grad bei Papa in der Trage.
Heike mit Merle 28.8.2017
windelwenig, Familienbett, Tragen, wieder vollgestillt :D

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