Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

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Neumama2017
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Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von Neumama2017 » 29.10.2017, 22:48

Einen guten Abend in dieses wunderbare Forum, durch das ich die letzten Tage bereits sehr viel gelernt und erfahren habe. Ich habe mir den einen oder anderen Trick abgeschaut aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail und vielleicht kann uns ja jemand helfen eine harmonische Stillbeziehung aufzubauen.

Ich habe mir vor 13 Jahren die Brüste verkleinern lassen und damals wurde mir gesagt, dass die Chancen 50/50 stehen werden, ob es mit dem Stillen klappen wird. Welche Methode genau angewandt wurde, kann ich gar nicht sagen. Ich erinnere mich aber daran, dass die Brustwarze nur angehoben wurde, sodass die Nerven und Milchkanäle nicht komplett durchtrennt wurden. Meine Brustwarzen heilten sehr schnell ab und sie reagieren weiterhin auf Kälte und Berührung. In der Schwangerschaft trat mehrmals Vormilch hervor, was meine Vorsorgehebamme als gutes Zeichen deutete.

Nun zu der aktuellen Situation. Mein Sohn wurde am 30.8 nach einer langen Wehenphase spontan geboren. Er war so erschöpft, sodass er trotz intensiver Bemühung der Hebamme im Kreißsaal nicht trinken wollte. Auf der Wöchnerinnenstation habe ich es einige Stunden später wieder versucht, was allerdings auch nicht klappte. Er hat die Brustwarzen nicht greifen können und zeigte auch kein allzu großes Interesse daran. Die Hebamme meinte nach der Geburt, dass meine Brustwarzen ideal fürs Stillen sind und sie da keine Schwierigkeiten vermutet (aus anatomischer Sicht).
Mein Sohn trank ungefähr 9 Stunden nach der Geburt mit viel Bemühen seitens der Krankenschwester das erste Mal an beiden Brüsten. Das Problem war hier, dass er den Mund nicht richtig öffnete und hektisch den Kopf bewegte. Wie oft er dann in den darauffolgenden Tagen trank, kann ich gar nicht genau sagen. Ich meine aber dass ich es alle 2-3 Stunden versuchte mit Hilfe der Schwestern, was mal erfolgreich und mal nicht war. Eine Schwester beschrieb ihn als "zappeligen Aal", weil es unheimlich schwer war, ihm die Brustwarze in den Mund zu schieben, damit er "zuschnappt" und trinkt.

In diesem "stillfreundlichen" Krankenhaus kam allerdings keiner auf die Idee mich mit Hilfsmitteln zu unterstützen. Ich hatte viel mehr das Gefühl, dass ich den Stempel "Brustverkleinerung, geht eh nicht" auf meiner Stirn stehen hatte, sodass sich da nur von 1-2 Schwestern intensiv bemüht wurde. Es gab auch ein Zimmer zum Abpumpen, welches mir nie angeboten wurde und auch eine Nachfrage nach Stillhütchen wurde abgelehnt.

Vielmehr habe ich mir diverse Vorwürfe der Kinderärztin am Tag der Entlassung (3 Tage nach der Geburt) anhören müssen, da mein Sohn fast 10% seines Geburtsgewichts verloren hatte. Man wollte dann eine Stillprobe mit mir durchführen, bevor wir entlassen werden können. Da ich aber fürchtete, dass ich unter Druck definitiv nicht stillen kann, lehnte ich dies ab und stimmte zu ihm 30ml Pre Nahrung zu geben. Wie gesagt, ich hatte das Gefühl, die Stillprobe sollte nur dazu dienen mir zu beweisen, dass ich nicht stillen kann.

Ich habe uns dann selber am Abend entlassen und mit meiner Nachsorgehebamme vereinbart, dass ich ihm nun alle 3 Stunden Pre Nahrung gebe und ich weiterhin versuche ihn vorher zu stillen. Da mein Sohn aber viel zu unruhig war, habe ich versucht per Hand auszustreichen, was immerhin 10ml einbrachte.

Als meine Hebamme am nächsten Morgen zu uns kam, hat sie sofort eine elektrische Milchpumpe für uns organisiert (das Krankenhaus hätte mir wohl ein Rezept ausstellen müssen, hat aber keiner getan) und ich habe angefangen abzupumpen und ihn vorher anzulegen. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass ich nach jedem Stillvorgang 60ml pre nahrung gebe. Einen Tag später bat ich um Stillhütchen, weil ich den Eindruck hatte, dass mein Sohn die Brustwarze nicht als Nahrungsquelle ansah. Mit Hilfe meiner Hebamme schafften wir es immer, dass er den Mund öffnete und trank, ich alleine bekam es aber nicht hin. Die Stillhütchen waren unsere Rettung, nach einer Woche nahm er diese ohne Gebrüll an und saugte sofort los. Er schlief dabei allerdings häufig ein, sodass ein Stillvorgang bis zu einer Stunde dauerte und ich danach ja auch noch die 60ml pre Nahrung fütterte. Innerhalb einer Woche erreichte er sein Geburtsgewicht wieder, sodass die Hebamme dies als gutes Zeichen deutete. Ich nahm nun Bockshornkleekapseln ein und achtete auf eine ausgewogene Ernährung (besonders warme Mahlzeiten) und möglichst wenig Stress zu haben.

Diese Vorgehensweise funktionierte eine Weile sehr gut, bis mein Sohn vor 3.5 Wochen begann die Brust anzuschreien. Dies kam aber eher unregelmäßig vor und mit viel Geduld konnte ich ihn anlegen (teilweise halfen andere Stillpositionen, Stillen im Gehen, im Dunkeln, im Halbschlaf, bevor er Hunger bekam usw.). Manchmal schrie er sich aber auch so in Rage, sodass er mit dem Mund das Stillhütchen abriss und dann vor lauter Frust nicht zu beruhigen war. Ich gab ihm dann gleich die Flasche (Medela Calma) und pumpte mit einer Handpumpe ab und gab es ihm im Anschluss.

Die Situation eskalierte dann und ich bat meine Hebamme um einen weiteren Hausbesuch, allerdings ging sie von einem Entwicklungsschub aus und dass er keine Kapazitäten emotional fürs Trinken hätte, weil er so mit anderen Dingen beschäftigt wäre. Denn die normalen Stillvorgänge wurden immer seltener und ich musste nahezu jedes Mal abpumpen. Da mir die Handpumpe aber nicht zuverlässig genug pumpte, organisierte ich mir wieder die Medela Symphony. Diese habe ich nun seit einer Woche und mein Sohn steigerte sich immer mehr rein, irgendwann fing er an zu weinen, sobald ich mein Tshirt hochschob oder ihn in die Nähe des Stillhütchens brachte. Er zeigte kein Interesse mehr an der Brust und schrie solange, bis ich ihm die Flasche gab. Einmal pro Tag schaffte ich es ihn zu stillen, was mir immer große Hoffnung gab, dass wir diese Krise überwunden hätten. Beim nächsten Mal ging es aber wieder mit viel Geschrei und Unruhe weiter. Ich vermute, dass es meinem Sohn viel zu lange dauert, bis die Milch läuft, weil er das von den Flaschen anders gewohnt ist.

Ich habe dann in diesem Forum von Tricks gelesen, das Stillhütchen auf den Flaschensauger zu legen, was tatsächlich schon mehrere Male funktionierte.

Pro Abpumpvorgang bekomme ich 40-50ml und ich pumpe alle 3-4 Stunden ab.

Mein Fehler bestand von Anfang an sicherlich auch darin, dass ich ihn zur Beruhigung nie anlegte bzw. ihn allgemein nicht so oft anlegte, sondern immer erst wenn er deutliche Hungerzeichen signalisierte. Er zeigt also gar kein Interesse darin mal zwischendurch an die Brust zu gehen und sieht sie auch nicht als Beruhigungsmöglichkeit an :(

Mein Ziel ist es nun, dass er überhaupt wieder regelmäßig an der Brust trinkt und diese nicht als Fein ansieht. Des Weiteren würde ich gerne das Stillhütchen abschaffen, da das Trinken ja nicht so effektiv ist. Dass ich eines Tages ohne Pre Nahrung auskommen werde, halte ich für nicht realistisch aber damit kann ich leben. Mir ist es wichtig, dass er überhaupt gestillt wird :)



* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
- Er bekommt alle 3-4 Stunden 60ml Pre Nahrung, bei ganz großem Hunger auch 90ml.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
- Er ist im Schnitt 2 Stunden am Stück wach und benötigt danach ca. 2 Stunden Schlaf, sodass ich ihn alle 3-4 Stunden anlege. Nachts schläft er auch mal 4-5 Stunden am Stück. Stillen hat pro Brust ca. 15 Minuten gedauert.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
- Stuhlgang hat er teilweise jeden Tag aber auch mal 3 Tage nicht. Die Windeln sind immer gut gefüllt mit Urin, sodass diese bei jedem Stillvorgang (also alle 3-4 Stunden) auch gewechselt werden.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
- Sehr unruhiges Baby und massive Andockprobleme, sodass uns nur ein Stillhütchen half.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Er kennt alles, künstliche Sauger (Nuk, Avent, Medela), Hütchen (Nuk, Medela) und Schnuller (MAM)

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir waren zu einer Sitzung bei einer Osteopathin, welche eine einseitige Blockade feststellte. Seitdem hat er keine Lieblingsseite mehr aber das Stilldrama ist massiver geworden. Eine zweite Sitzung steht in einigen Tagen an.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Meine Brustverkleinerung und ein leicht erhöhter Bilirubinwert beim Baby nach der Geburt, welcher aber noch nicht alarmierend war.

Neumama2017
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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von Neumama2017 » 29.10.2017, 22:55

Und hier nochmal die Daten:

30.08. 3610g Geburt KH
01.09 3270g Entlassung KH
6.10 4150g Kinderarzt
28.10 5100g Hebamme

Lele22
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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von Lele22 » 30.10.2017, 07:28

Liebe Neumama 2017,
Ich möchte dir gerne ganz viel Mut zusprechen für deine Mühe eine gute Stillbeziehung mit deinem Sohn aufzubauen.
Ich hatte vor 17 Jahren eine Brustverkleinerung und habe mit meinem Großen vor 3 Jahren um Krankenhaus sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Schlussendlich habe ich ihn fast ein Jahr teilgestillt, wobei der Großteil seiner Nahrung während des ersten Jahres immer Prenahrukg blieb. Jetzt mit meinem Kleinen (10 Wochen alt) stille ich wesentlich mehr und muss deutlich weniger zufüttern. Der Schlüssel ist für uns das stillfreundliche zufüttern ohne Flasche. Es ist zwar etwas aufwändiger, aber ich finde, es lohnt sich, da er dadurch deutlich mehr Muttermilch bekommt und einfach gerne stillt. Das tut uns beiden gut.
Beratung habe ich vor drei Jahren leider kaum bekommen. Den Stempel „das klappt nach einer solchen Operation eh nicht“, hatte ich sowohl im Krankenhaus als auch bei der Hebamme und dann hatte ich es auch selbst bald so verinnerlicht, dass ich kaum an eine andere Möglichkeit dachte.
Und gerade darf ich erleben, dass es doch geht.
Also viel Mut und Durchhaltevermögen, es lohnt sich!
Viele Grüße
Lele
Mit dem Großen (12/2014) und dem Kleinen (8/2017)

pqr
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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von pqr » 30.10.2017, 09:36

Herzlich willkommen

Die Stillmods können Dir bestimmt weiterhelfen.
Ich als Laie tippe auch wie Lele22, dass stillfreundliches Zufüttern und Saugerfreiheit langfristig der Schlüssel sein könnte. Da werden die Mods aber sicher mehr dazu sagen und mit Euch ein Programm erarbeiten, wie Ihr das hinbekommt.
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017

Neumama2017
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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von Neumama2017 » 30.10.2017, 23:57

Lele22 hat geschrieben:Liebe Neumama 2017,
Ich möchte dir gerne ganz viel Mut zusprechen für deine Mühe eine gute Stillbeziehung mit deinem Sohn aufzubauen.
Ich hatte vor 17 Jahren eine Brustverkleinerung und habe mit meinem Großen vor 3 Jahren um Krankenhaus sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Schlussendlich habe ich ihn fast ein Jahr teilgestillt, wobei der Großteil seiner Nahrung während des ersten Jahres immer Prenahrukg blieb. Jetzt mit meinem Kleinen (10 Wochen alt) stille ich wesentlich mehr und muss deutlich weniger zufüttern. Der Schlüssel ist für uns das stillfreundliche zufüttern ohne Flasche. Es ist zwar etwas aufwändiger, aber ich finde, es lohnt sich, da er dadurch deutlich mehr Muttermilch bekommt und einfach gerne stillt. Das tut uns beiden gut.
Beratung habe ich vor drei Jahren leider kaum bekommen. Den Stempel „das klappt nach einer solchen Operation eh nicht“, hatte ich sowohl im Krankenhaus als auch bei der Hebamme und dann hatte ich es auch selbst bald so verinnerlicht, dass ich kaum an eine andere Möglichkeit dachte.
Und gerade darf ich erleben, dass es doch geht.
Also viel Mut und Durchhaltevermögen, es lohnt sich!
Viele Grüße
Lele
Liebe Lele, ich danke dir ganz doll für deine lieben Worte :piepmatz:, genau so etwas kann ich gut gebrauchen. Ich habe das Glück, dass zumindest meine Wochenbetthebamme an mich glaubt und unterstützt. Allerdings ist sie bei dem Stillstreik auch ratlos und hält wohl nicht so viel von alternativen Zufütterungsmethoden ...

Meine Gynäkologin aber zum Beispiel hat meinen Wunsch nach dem Stillen direkt abgetan und meinte beim Nachsorgetermin, ich solle mir mit dem Stillen nicht so einen Stress machen (ich hatte von Bockshornklee erzählt), denn Pre Nahrung wäre total gut überwacht und kontrolliert, Stillen sei eh nur in den ersten sechs Wochen wichtig und der Immunschutz wäre durchs Zufüttern bei meinem Kind eh futsch ... Danach hätte ich fast angefangen zu weinen und wurde von meinem Mann sehr gut aufgefangen, es war wie ein Schlag in die Magengrube.

Vielleicht magst du näher erzählen, wie das stillfreundliche Zufüttern bei euch aussieht?

Ich hoffe dadurch auch die "Brustverweigerung" hinter uns lassen zu können, denn wir kämpfen schon seit Beginn um eine Stillbeziehung und ständig kommen irgendwelche Rückschläge :(

klecksauge
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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von klecksauge » 31.10.2017, 00:27

Herzlich Willkommen!

Sehr empathisch, deine Gyn....du arme, das ist echt fies.

BES = Brusternährungset ist das Stichwort um stillfreundlich zu zu füttern.

Es meldet sich sicher bald ein Still-mod bei dir!
S. mit Sommerbub (08.12) und Herbstmädchen (11.15)

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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von suttine » 31.10.2017, 08:08

Neumama2017 hat geschrieben:Meine Gynäkologin aber zum Beispiel hat meinen Wunsch nach dem Stillen direkt abgetan und meinte beim Nachsorgetermin, ich solle mir mit dem Stillen nicht so einen Stress machen (ich hatte von Bockshornklee erzählt), denn Pre Nahrung wäre total gut überwacht und kontrolliert, Stillen sei eh nur in den ersten sechs Wochen wichtig und der Immunschutz wäre durchs Zufüttern bei meinem Kind eh futsch ...
Das mit dem Immunschutz ist doch rein logisch Unfug - solange ihr stillt, funktioniert die Rückkopplung und dein Immunsystem liefert die Antikörper, die gerade gebraucht werden. Wahrscheinlich gilt "mehr ist mehr", also je mehr gestillt wird, desto mehr Antikörper. Aber auch Teilstillen ist auf jeden Fall mehr als nichts.
Teilweise hat deine Gyn schon recht, auch mit Pre wird ein Kind gesund groß, da fehlt nichts Essentielles. (Ich schreibe das vor allem, um dir die Angst zu nehmen, dass es für dein Kind schlimm wäre, wenn es beim Teilstillen bleibt.)
Aber ganz abgesehen vom Inhalt - soetwas in dieser Situation so zu sagen, ist wirklich unglaublich empathiefrei ((()))

Hab Mut, die Stillmods hier haben schon vielen Stillpaaren helfen können.
mit S. (12/2015)

koalina
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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von koalina » 31.10.2017, 09:34

Herzlich Willkommen! Schön, das du her gefunden hast 8)
--.-'-;@

mit Krümel (1/15) und Krümelchen (4/17)

Unsere kleinen Wunder... kamen überraschend und haben unser Leben mehr bereichert als man es in Worte fassen kann.

Lele22
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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von Lele22 » 01.11.2017, 07:49

Ich füttere mit einer Sonde zu, im Prinzip so ähnlich wie mit dem BES, nur dass der Schlauch nicht festgeklebt ist und das andere Ende in einem Fläschchen ohne Sauger hängt. Wenn man Sondenstillen googelt, findet man einen tollen Erfahrungsbericht einer Mama, die lange damit gestillt hat. Sie macht das wie ein Dr. Jack Newman, einem wohl recht bekannten kanadischen Arzt, der Mütter beim Stillen unterstützt. Von ihm habe ich mir auch einige Videos zum guten andocken auf YouTube angeschaut. Sind nur alle auf englisch, für mich waren sie vor allem am Anfang sehr hilfreich.
Ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck erweckt, dass bei uns jetzt alles nur gut und unkomplizierte läuft. Sonst hätte ich wohl nicht hierher gefunden und Beratung gesucht (mein Thread heißt wie finde ich die richtige zufüttermenge). Wir suchen immer noch die richtige Zufüttermenge für den Moment und ich würde schon sehr gerne noch davon wegkommen. Ich kann nur so mit dem zufüttern bisher ganz gut leben, weil mein kleiner dank des Sondenstillens weiterhin gern stillt. Bei meinem Großen habe ich nach zwei Monaten etwa das erlebt, was du beschreibst und er wollte bei Hunger kaum mehr an die Brust, was mich sehr traurig gemacht hat. Daher drücke ich dir sehr die Daumen, dass du mit der Beratung hier erreichen kannst, dass dein Baby wieder gerne stillt. Zu all den Themen wie Zufüttermethoden, Zufüttermengen und Möglichkeiten, zu reduzieren sind hier wirklich Profis unterwegs, die dir helfen können.
Mit dem Großen (12/2014) und dem Kleinen (8/2017)

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deidamaus
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Re: Komplizierte Stillsituation - wer kann uns helfen?

Beitrag von deidamaus » 01.11.2017, 21:11

LIebe Neumama,

schön, dass du hierher gefunden hast und noch alles Gute zu deinem (schon etwas größerem) Baby.

Dein Stillstart klingt ja leider nicht sehr harmonisch. Es ist sehr schade, dass du damals nicht die richtig Unterstützung bekommen hast.

Diese Vorgehensweise funktionierte eine Weile sehr gut, bis mein Sohn vor 3.5 Wochen begann die Brust anzuschreien. Dies kam aber eher unregelmäßig vor und mit viel Geduld konnte ich ihn anlegen (teilweise halfen andere Stillpositionen, Stillen im Gehen, im Dunkeln, im Halbschlaf, bevor er Hunger bekam usw.). Manchmal schrie er sich aber auch so in Rage, sodass er mit dem Mund das Stillhütchen abriss und dann vor lauter Frust nicht zu beruhigen war. Ich gab ihm dann gleich die Flasche (Medela Calma) und pumpte mit einer Handpumpe ab und gab es ihm im Anschluss.
Dein Sohn befindet sich nicht in einem Stillstreik, sondern er hat einfach verlernt, wie man richtig an der Brust trinkt. Das Trinken an der Brust und aus der Flasche bedarf zweier ganz unterschiedlicher Techniken und die allermeisten Kinder fangen irgendwann an, eine Technik zu bevorzugen (Saugverwirrung).
Pro Abpumpvorgang bekomme ich 40-50ml und ich pumpe alle 3-4 Stunden ab.
Wieviel ml pumpst du dann insgesamt in 24 h ab? Hast du eine elektrische Pumpe mit Doppelpumpset?
Mein Fehler bestand von Anfang an sicherlich auch darin, dass ich ihn zur Beruhigung nie anlegte bzw. ihn allgemein nicht so oft anlegte, sondern immer erst wenn er deutliche Hungerzeichen signalisierte. Er zeigt also gar kein Interesse darin mal zwischendurch an die Brust zu gehen und sieht sie auch nicht als Beruhigungsmöglichkeit an :(
Das ist kein Fehler, den du gemacht hast, sondern das Problem, das ihr im Moment habt, ist durch die falsche Beratung entstanden und dabei spielt die Gabe von künstlichen Saugern die tragende Rolle.

Damit dein Baby wieder an die Brust geht und stillt, ist das allerallerwichtigste, dass du alle künstlichen Sauger (nach und nach) wegläßt und deinem Baby die nötige Milch stillfreundlich fütterst. Damit hat dein Baby die Chance das richtige Saugen an der Brust wieder zu lernen.

Trinkt er denn noch ab und zu an der Brust oder hat er die letzten Tage garnicht mehr an der Brust getrunken?
Mein Ziel ist es nun, dass er überhaupt wieder regelmäßig an der Brust trinkt und diese nicht als Fein ansieht. Des Weiteren würde ich gerne das Stillhütchen abschaffen, da das Trinken ja nicht so effektiv ist. Dass ich eines Tages ohne Pre Nahrung auskommen werde, halte ich für nicht realistisch aber damit kann ich leben. Mir ist es wichtig, dass er überhaupt gestillt wird :)
Super. Das sind gut formulierte Ziele. Ich denke, das können wir erreichen.

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
- Er bekommt alle 3-4 Stunden 60ml Pre Nahrung, bei ganz großem Hunger auch 90ml.
Wieviel Pre ist dies denn dann insgesamt am Tag?

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
- Sehr unruhiges Baby und massive Andockprobleme, sodass uns nur ein Stillhütchen half.
Wurden anatomische Probleme auf Seiten deines Babys (zu kurzes Zungenband, hoher Gaumen, fliehendes Kinn,...) festgestellt?
30.08. 3610g Geburt KH
01.09 3270g Entlassung KH
6.10 4150g Kinderarzt
28.10 5100g Hebamme
Die Zunahme liegt im Normalbereich, das passt also.

Damit dein Baby wieder zurück an die Brust findet, gibt es ein klassisches Rückgewöhnungsprogramm, was kurz so funktioniert:
1) Zufüttern per Flasche und dabei Verwendung von verschiedenen Flaschensaugern (Gewöhnung des Babys an unterschiedliche Mundgefühle beim Trinken)
2) Gabe der Flasche in Stillposition vor der nackten Brust (Assoziation der Position und der Brust mit der Nahrungsaufnahme)
3) Stillen des Babys mit dem Brusternäherungsset (BES) und einem Flaschensauger als Stillhütchen
4) Stillen mit BES und Stillhütchen
5) Abgewöhnung des Stillhütchens und Reduktion der Zufüttermenge auf ein Minimum

Da dein Baby erst zwei Monate alt ist und bis vor kurzem noch an der Brust getrunken hat, wird die Rückgewöhnung wahrscheinlich recht flott gehen und das Hauptaugenmerk dann schnell auf der Abgewöhnung der Hütchen und der Reduktion der Pre liegen.

Unterstützend ist es wichtig, dass du währenddessen deine Milchbildung durch regelmäßiges Abpumpen erhöhst. Näheres dazu (und zu allen anderen Punkten) schreibe ich dir dann immer nach Bedarf und Fortschritt.

Könntest du dir den Weg vorstellen? Wenn ja, dann beantworte doch bitte noch meine Fragen und dann können wir gleich starten.

Liebe Grüße von deidamaus
ModTeam-Stillberatung
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
mit den drei Mäusen (Grosse 12/06, Mittlerer 5/10 und Kleiner 4/13)

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