Lektingehalt? Gibt es Tabellen?

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klimaforscherin
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Lektingehalt? Gibt es Tabellen?

Beitrag von klimaforscherin » 04.01.2016, 20:44

Ich suche den Lektingehalt von Vollkornmehl, Weissmehl, Sauerteig, Quinoa, Hirse, Amaranth, Leinsamen und Sonnenblumenkernen.Flohsamen wären auch schick.

Ich vermute, dass Sauerteigkulturen Lektine "kaputtmachen" können :D Stimmt das?
Grüße
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klimaforscherin
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Re: Lektingehalt? Gibt es Tabellen?

Beitrag von klimaforscherin » 05.01.2016, 21:40

Niemand?
Keine Ernährungswissenschaftlerin unter Euch?
Grüße
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Kirschquark
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Re: Lektingehalt? Gibt es Tabellen?

Beitrag von Kirschquark » 05.01.2016, 22:41

Dinge die ich mir von einer halb auf dem Weg zur Arbeit gehörten und etwas aluhutig anmutenden Radiosendung über Lektine gemerkt habe: Fermentation macht sie kaputt, auch Sauerteig. Kochen auch, aber min 80(?)"C. Weizen und Soja enthalten viele Lektine, Lektine sind oder sind nicht daran beteiligt dass es uns und insbesondere unseren Därmen schlechter geht, es gibt aber gute und böse Lektine. Oder schädliche und unschädliche.
Vermutlich bringt Dir ausgiebiges Googeln mehr...
LG
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Re: Lektingehalt? Gibt es Tabellen?

Beitrag von EllenRipley » 06.01.2016, 01:19

Lektine bestehen ja komplett oder zum Großteil aus Proteinen, die man mittels Hitze oder PH-Änderung denaturieren kann. Von daher ist es gut möglich dass Milchsäure ab einer gewissen Konzentration sie denaturiert.


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klimaforscherin
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Re: Lektingehalt? Gibt es Tabellen?

Beitrag von klimaforscherin » 06.01.2016, 05:45

Googeln ergibt je nach Anbieterseite unterschiedliches:
Die Paleo-Verfechter halten Getreide für böse.
Die Vollwertjünger halten Weissmehl für böse und Vollkorn für gut. Ausserdem beten sie gebetsmühlartig, dass Unverträglichkeit von Vollkorn nur durch gleichzeitigen Verzehr von Industriezucker kommt. :roll:

Hilft mir beides nicht. Vollkorn verursacht (ich habe öfters einen zeitlichen Zusammenhang u, ich vermute ganz stark einen kausalen) Krämpfe und ich bin dann froh um ein Abführmittel. Quinoa macht das übrigens auch, vorgestern ausprobiert :( Sauerteig mit Roggenvollkorn gefüttert ist offenbar ok. Vollkornbrot allerding nicht.

Nun suche ich Informationen, was echt schwer ist, da Vollkorn irgendwie ideologisch belastet zu sein scheint. :roll:
Im Verdacht habe ich die Lektine (andere Idee?). Kochen scheint die aber nicht so recht kaputt zu machen, meine Haustierchen schon :D

Was ich mich noch nebenbei frage, aber wohl keine Antwort bekommen werde: habe ich das durch meine Müsliphase vor 2 Jahren selbst verursacht? Macht Vollkorn"genuss" bei mir Darmschäden?

Ich könnte es natürlich einfach meiden (klar, werde ich auch), aber ich möchte gerne darüber etwas wissen :) Nur finde ich keine sinnvollen Quellen :(
Grüße
klimaforscherin
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EllenRipley
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Re: Lektingehalt? Gibt es Tabellen?

Beitrag von EllenRipley » 06.01.2016, 12:23

Ich bin ja schon über Jahre in Behandlung wegen meines Reizdarms, und entgegen aller Vollkornanhänger sind sich diese Ärzte ALLESAMT einig, dass Vollkorn in größeren Mengen für Patienten mit empfindlichem Darm "untrainiert" ungünstig ist. Dicht gefolgt von großen Mengen Rohkost. ( Übrigens enthalten fast alle Pflanzen irgendeine Art von Fraßschutz). Insbesondere in Kombination mit mangelnder Bewegung.
Dabei käme es weniger auf die Art des Getreides, sondern oft auch auf den Mahlgrad an. Also würde ich mal schauen, ob Du sehr fein gemahlenes Vollkornmehl auch nicht verträgst.
Ich habe mich noch nie wirklich damit beschäftigt wie der Zusammenhang zwischen Hitzestabilität und Säurestabilität eines Proteins ist ( der Denaturierungsvorgang ist etwas unterschiedlich ) , könnte mir aber vorstellen dass es möglich ist dass manche Proteine durch Säure besser zerstört werden als andere. Der PH-Wert kann ziemlich wichtig sein und es gibt Proteine die erstaunlich hohe Temperaturen aushalten.
Ich würde jetzt aber mal nicht immer alles auf die Nahrungsbestandteile an sich schieben, sondern auf unseren Lebensstil. Es ist etwas komplett anderes ob jemand sein ganzes Leben lang an Vollkorn gewöhnt ist und sich noch dazu viel bewegt und viel trinkt, oder ob z.B. ich Vollkorn esse:
ich liebe Croissants und Co, esse unregelmäßig Rohkost und bewege mich, naja, phasenweise.Bei mir schwankt das zwischen 3-4 Mal die Woche 10 km laufen und 5 Mal am Tag von der Couch zum Kühlschrank laufen.
Jetzt komm ich auf die Idee mir plötzlich große Mengen Vollkorn einzuverleiben ( ich finde ne gute Scheibe Vollkornbrot ist ja schon ordentlich) und setz mich dann bewegungslos ins Büro. Mein Darm flippt komplett aus, da liegt dann das schwer verdauliche Zeug da rum das er nicht gewohnt ist, und noch dazu helfe ich ihm noch nicht mal mit Bewegung sondern er muss die ganze Umwälzerei alleine machen ( und das ist ja ne Menge Arbeit bei Rohkost und Vollkorn). Kein Wunder wenn man da Krämpfe bekommt und er das Zeug schnell wieder loswerden will.
Das muss übrigens nicht für den Rest des Lebens so sein, dass Du Vollkorn schlecht verträgst. Ich vertrage es phasenweise immer mal wieder gut und genieße mein Müsli zum Frühstück ohne Probleme. Man kann den Darm durchaus auch auftrainieren, damit er diese schwere Arbeit machen kann. Und gerade in der Phase kann man ihm die Arbeit etwas erleichtern, indem man das Korn sehr fein mahlt oder zu großen Teilen mit Fermentation arbeitet.
Ich glaube aber zur Verträglichkeit von Vollkorn gehört eine gewisse Persistenz und auch Bewegung.
Meine Kollegin fand dahingehend das Buch " Darm mit Charme" sehr hilfreich.
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