Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Nielaim
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Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von Nielaim »

Hallo ihr Lieben,
ich weiß nicht, ob ich mich umsonst verrückt mache, oder ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Meine Tochter ist jetzt gerade sieben Monate und bekommt seit einem Monat, wie damals ihr älterer Bruder, Beikost vom Familientisch - also hauptsächlich Fingerfood.
Sie wird dazu natürlich nach Bedarf gestillt.
Bei ihrem Bruder musste ich mir nie Gedanken machen, ob ihm das reicht, sein Gewicht war immer in Ordnung  (heute trägt er mit dreieinhalb Jahren Größe 110/116).

Meine Tochter kam mit fast dem selben Gewicht zur Welt wie er und nahm anfangs auch sehr gut zu - der Große wollte nach ihrer Geburt auch ganz viel Mamamilch und ich lief permanent über (meine Hebamme meinte, meine Tochter müsse ja nur den Mund aufmachen um zu trinken).
Bei der U4 kam der erste Knick in der Gewichtskurve. Der KIA sagte nichts dazu und meine Hebamme meinte auch, dass es okay sei,  so lange sie sich jetzt entlang der neuen Kurve entwickeln würde.
Das tat sie auch recht lang. Im November bekam sie dann eine Bronchitis, im Dezember eine Mittelohrentzündung.
Da kam ihre Zunahme wieder ins Stocken.
Wegen der Mittelohrentzündung bekam sie ein Antibiotikum, dass ihr leider die ganze Verdauung zerstört hat. Sie hatte nach Beendigung der Antibiotikagabe noch vier Wochen mehrfach am Tag sehr wässrigen Stuhl.
Eigentlich wollte ich warten, bis sich ihre Verdauung wieder erholt hat, bevor ich mit Beikost beginne, aber sie sah das anders und schnappte sich etwas von meinem Teller (da war sie fast sechs Monate alt).
Seither isst sie begeistert mit, allerdings am liebsten die Dinge, die nicht sonderlich viele Kalorien haben, wie Tomaten oder Orangen.
Sie isst auch Kartoffeln, Vollkornnudeln oder Butterbrot, aber wenn sie Obst oder Gemüse sieht, schimpft sie, bis sie das bekommt.
Sie ist dabei auch schon recht geschickt geworden.

Meine Hebamme meint, dass das voll okay sei, da sie die Kalorien ja aus der Muttermilch bekommt. Bei meinem Sohn hatte ich da keinen Zweifel, bei ihr bin ich mir da nicht so sicher.

Bei der U5 im Januar hatte sie wieder nicht so prickelnd zugelegt (das war zwei Wochen nach der letzten Antibiotikagabe). Der KIA sagte auch hier nix dazu.

Jetzt ist die kleine Maus schon wieder voll erkältet und trinkt gefühlt nicht so gut.

Hier jetzt mal die Gewichte meiner Tochter:
27.6.2019  3840g Geburt
8.8. 5160g
22.8. 5540g
11.9. 5970g (hier dann mit Hebi vereinbart, dass keine weitere Kontrolle mehr notwendig ist)
8.10. 6380 (U4)
Ab hier selbst gewogen.
14.10. 6450
21.10. 6560
28.10 6770g
4.11. 6870g
8.11. 6950g
11.11.6930g (hier hat meine Hebamme drauf geschaut und gesagt, dass es okay sei)
Bronchitis
25.11. 7030g
29.11. 7100g
2.12. 7180g
9.12. 7260g
16.12. 7440g
MOE
7.1. 7550g (U5)
13.1. 7700g
21.1. 7830g
Erkältung
2.2. 7850g

Sollte ich bei diesen Gewichten lieber hochkalorische Breie füttern?
mit Sohn (08/16) und Tochter (06/19)

Nielaim
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von Nielaim »

Nicht, dass sich das jetzt so anhört, als würde ich meinem Baby nur Gurken und Tomaten geben und mich wundern, dass es nicht zunimmt:
Zum Frühstück gab es bei uns vorhin babytaugliche Waffeln (also Vollkorn und ohne Zucker) dazu Apfel-Mango-Mark, Mandel- und Cashewmus und frisches Obst.
Sie bekam Waffel in die Hand und das Obstmus mit Mandelmus vermischt auf dem Löffel. Davon hat sie auch ein kleines bisschen was gegessen und dann hat sie fast eine ganze Orange verputzt....
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Donnerdrummel
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von Donnerdrummel »

Ich bin nur Mama und kann nicht wirklich viel dazu sagen, aber ich wollte nicht an deinem thread vorbei gehen ohne dir ein paar Zeilen da zu lassen.
Zur Gewichtsentwicklung meldet sich bestimmt noch ein mod. Ob da Handlungbedarf besteht müssen die beurteilen.
Von dem was du schreibst klingt es für mich so als würdest du alles richtig machen. Wenn eine Krankheit nach der anderen kommt ist es natürlich schwer für alle. Aber dein Kind scheint Spaß am Essen zu haben und das ist doch in jedem Fall eine gute Grundlage für alles weitere.
Ich drücke euch die Daumen!
Donnerdrummel mit Räuberhauptmann 05/19

klecksauge
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von klecksauge »

Moin!
Ich schreibe dir morgen früh. :-)
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Nielaim
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von Nielaim »

Vielen Dank für deinen Zuspruch, Donnerdrummel :)
Der Große war als Baby nie krank - unser KIA sah uns nur zu den Us und zum Impfen. Er bringt jetzt halt aus dem Kindergarten alle möglichen Infekte mit :roll:

Und dir klecksauge, vielen Dank für deine Mühe :)

Wenn ich nicht die Gewichtsentwicklung vom Großen kennen würde, wäre ich wahrscheinlich total entspannt. Er hat bei seiner U4 schon so viel gewogen, wie seine kleine Schwester jetzt bei der U5 - und das bei fast dem gleichen Geburtsgewicht.
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klecksauge
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von klecksauge »

Moin!

Danke für deine Daten und die ausführlichen Infos dazu.
An der Kurve kann man sehr genau ablesen, dass dein Kind in der Krankheitsphase weniger als gewünscht zugenommen hat. Aber in den gesunden Phasen eben auch sehr gut.
Sollte ich bei diesen Gewichten lieber hochkalorische Breie füttern?
Nein, das ist nicht nötig.
Du kannst ganz entspannt mit der Beikost weiter machen wie bisher. Aus der kompletten Palette der Nährstoffe anbieten, immer dann, wenn es bei euch was zu Essen gibt. Dazu stillen nach Bedarf. Wenn du magst, kannst du natürlich auf etwas reichhaltigere Beikost mit guten Fetten, Mandelmuß zB, achten.
Du schreibst, es ist wieder eine Erkältung im Anmarsch. Achte darauf ausreichend stillen anzubieten.

Wenn du magst, kannst du gerne in etwa einer Woche wieder wiegen und mir hier schreiben, dann können wir zusammen drauf schauen.
Wenn ich nicht die Gewichtsentwicklung vom Großen kennen würde, wäre ich wahrscheinlich total entspannt. Er hat bei seiner U4 schon so viel gewogen, wie seine kleine Schwester jetzt bei der U5 - und das bei fast dem gleichen Geburtsgewicht.
Gewichte untereinander zu vergleichen führt nur zur Verunsicherung. Jedes Kind entwickelt sich auf seiner eigenen Kurve.
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von miracle »

Mädchen wachsen doch in der Regel auch nicht so wie Jungen, haben sogar andere Perzentilen-Kurven. Unser Junge war jedenfalls mit 1/2 Jahr so schwer wie meine Mädchen mit 1 Jahr ...
Auch wenn deine Tochter einen "Knick" im Wachstumsverlauf zeigt - solange sie nicht gänzlich "aus der Norm fällt" oder Mangelerscheinungen hat, würde ich mich nicht zu sehr sorgen. Auch wenn das die Perzentilen-Kurven vorgaukeln, so verläuft ja eine Entwicklung nie geradlinig, sondern in Schüben. Bei Krankheit kann natürlich auch kaum Entwicklung stattfinden.
Wunder gescheh'n ... wir dürfen nicht nur an das glauben, was wir seh'n!

Kleines Wunder 05/2014 (SSW 31+1 / 1080g)
Zweites Glück 11/2016 (SSW 36+3 / 1990g)
Süßer Fratz 12/2018 (SSW 37+2 / 2830g)
Nesthäkchen vET Februar 2021
und die Zwillings-Sternchen 08/2015

Nielaim
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von Nielaim »

Vielen Dank für deine Antwort, klecksauge :)
klecksauge hat geschrieben:
03.02.2020, 13:01
An der Kurve kann man sehr genau ablesen, dass dein Kind in der Krankheitsphase weniger als gewünscht zugenommen hat. Aber in den gesunden Phasen eben auch sehr gut.
Dann hoffe ich mal, dass wir den restlichen Winter nicht mehr jeden Infekt für das Baby mitnehmen.
klecksauge hat geschrieben:
03.02.2020, 13:01
Sollte ich bei diesen Gewichten lieber hochkalorische Breie füttern?
Nein, das ist nicht nötig.
Du kannst ganz entspannt mit der Beikost weiter machen wie bisher.
Ich bin froh, dass du nicht sagst, dass sie Brei essen muss. Das Kind zu füttern ist eine mittlere Katastrophe - sie macht nie den Mund auf und greift immer in den Löffel und schmiert sich den Inhalt irgendwohin.
klecksauge hat geschrieben:
03.02.2020, 13:01
Aus der kompletten Palette der Nährstoffe anbieten, immer dann, wenn es bei euch was zu Essen gibt. Dazu stillen nach Bedarf. Wenn du magst, kannst du natürlich auf etwas reichhaltigere Beikost mit guten Fetten, Mandelmuß zB, achten.
Wir kochen mit Raps- oder Olivenöl und essen auch gern Avocados und Nussmus - ab und zu gibt's aber auch Butter.
Avocado mag meine Tochter auch ganz gerne - pur oder auf dem Brot.

Ich biete schon auch reichhaltige Nahrungsmittel an - sie bevorzugt halt eher die nicht so kalorienreichen (war bei ihrem Bruder aber dasselbe).
klecksauge hat geschrieben:
03.02.2020, 13:01
Du schreibst, es ist wieder eine Erkältung im Anmarsch. Achte darauf ausreichend stillen anzubieten.
Mache ich :)
klecksauge hat geschrieben:
03.02.2020, 13:01
Wenn du magst, kannst du gerne in etwa einer Woche wieder wiegen und mir hier schreiben, dann können wir zusammen drauf schauen.
Das Angebot nehme ich gerne an.
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Nielaim
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von Nielaim »

Dir auch vielen Dank für deinen Zuspruch, miracle :)

Meine Hebamme hatte auch gesagt, dass Mädchen nicht so zunehmen müssen, wie Jungs.

Ich war auch recht überrascht, dass meine Tochter bei Geburt gerade mal 40g weniger hatte, als ihr Bruder. Und sie kam zum Termin - er eine Woche später.
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BeaTee
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Re: Braucht mein Baby hochkalorische Beikost?

Beitrag von BeaTee »

Mein Baby (9 Monate) ist derzeit auch krank. Da sie momentan auch schlechter isst, weder Fingerfood noch Brei vom Löffel, und ich (vermutlich) schon etwas weniger Milch als noch vor ein paar Monaten habe, gebe ich ihr einmal am Tag den GOB in einem selbstbefüllbaren Quetschbeutel. Daraus isst sie relativ viel, vielleicht weil es so einfach zu essen ist. Öfter mag ich es ihr das Essen so aber nicht verabreichen, da ich ihr diese Art der Essweise nicht angewöhnen möchte. Und bei Krankheit es ja auch normal ist, dass weniger gegessen wird. Ich erhoffe mir allerdings, dass sie hierdurch vom Gewicht abfällt. Und durch ihr grosse Schwester wird sie wahrscheinlich noch desöfteren krank.
BeaTee mit März (2016) und Aprilkind (2019)

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