Welche Essensregeln habt ihr?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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soda
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Re: Welche Essensregeln habt ihr?

Beitrag von soda »

Ich finde es immer irgendwie befremdlich, wenn es angeblich sutig oder unsutig sein soll, etwas so oder so zu tun.
Wenn ich in meiner Familie ein harmonisches Zusammenleben erzielen möchte, ohne jemanden in der Durchführung zu quälen oder seine Bedürfnisse ständig geringzuschätzen, ist das ja nicht „unsutig“.

Sutig kann ja für ein Kind wohl kaum meinen, losgelöst von allen familiären oder gesellschaftlichen Normen draufloszuleben.
Was ist überhaupt sutig? Meint das eine Betrachtungsweise, in der die Bedürfnisse der Menschen gleichwürdig sind oder sein sollten?
Hallo - dann sind Essensregeln sicher kein Problem und die Aufforderung zum Probieren ohne endgültigen Zwang auch nicht.
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Schnatzmama
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Re: Welche Essensregeln habt ihr?

Beitrag von Schnatzmama »

Gerade Essen und probieren müssen sind hier im Forum aber tatsächlich ein heißes Eisen... :wink:
Liebe Grüße!

Schnatzmama mit Schnatz (5/09) und Maus (2/12) und Ameisenbärin (8/14) und Schlumpf des Hauses (9/17)

Elena
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Re: Welche Essensregeln habt ihr?

Beitrag von Elena »

soda hat geschrieben:
02.02.2020, 21:47

Sutig kann ja für ein Kind wohl kaum meinen, losgelöst von allen familiären oder gesellschaftlichen Normen draufloszuleben.
Was ist überhaupt sutig? Meint das eine Betrachtungsweise, in der die Bedürfnisse der Menschen gleichwürdig sind oder sein sollten?
Hallo - dann sind Essensregeln sicher kein Problem und die Aufforderung zum Probieren ohne endgültigen Zwang auch nicht.
Das möchte ich mal unterschreiben.

Wir haben "Regeln" beim Essen, die dazu dienen, allen ein gemütliches Beisammensein zu ermöglichen. Wir fordern nicht bei jedem Essen zum Probieren auf und es muss auch nicht probiert werden. Das wäre dem Familienfrieden nicht zuträglich und nicht zielführend. Unsere Mittlere hat sogar mit ihrer unglaublichen Sturheit als 4jährige die Abschaffung der Probierregel im Kindergarten völlig selbständig durchgesetzt. :lol: Wir haben ein sehr probierwilliges Kind, das auch relativ viel mag, ein Neues eher skeptisch gegenüber stehendes Kind, das aber gesellschaftskompatibel ist in seiner Essensauswahl und notfalls auch mal was isst, was es nicht mag, und ein unglaublich pingeliges, skeptisches Kind. Die drei reagieren völlig unterschiedlich auf Neues und auf Probieraufforderungen. Alle drei ernähren sich aber grundsätzlich sehr gesund, deshalb sehe ich akuten Handlungsbedarf nur da, wo es schwierig wird, die Mittlere z.B. auf Reisen zu versorgen. Mittlerweile ist sie aber 8 und sieht das Problem selbst. Und macht sich jetzt durchaus einen Spaß daraus, mal einen Teelöffel Maultaschen, eine Erbse oder sogar eine Messerspitze Quinoa zu probieren. :lol: Ich glaube, sie wird immer etwas picky bleiben, aber ihren Horizont im Laufe der Zeit durchaus noch erweitern. Alles ohne Zwang und Theater, aber durchaus mit Gesprächen darüber.
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Schnatzmama
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Re: Welche Essensregeln habt ihr?

Beitrag von Schnatzmama »

Solange das, was meine Kinder essen, eine einigermaßen ausgewogene Ernährung ist, bin ich zufrieden. Nur war es das bei uns eben nicht mehr, deswegen haben wir uns entschieden, da gegenzusteuern - ja, mit Zwang, weil es anders nicht ging. Übrigens haben wir sie auch gebeten, verschiedene Süßigkeiten zu probieren als Nachtisch, einfach, damit sie unterschiedliche Geschmacksrichtungen kennenlernen. Das ging aber nur, weil wir wussten, dass sie eh nicht so auf Süßes stehen. Der Große hat noch seinen Osterhasen vom letzten Jahr da, und die beiden mittleren Mädels essen ein Teil nach Mittagessen, mehr auch nicht 8)
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soda
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Re: Welche Essensregeln habt ihr?

Beitrag von soda »

Schnatzmama hat geschrieben:
03.02.2020, 14:55
Solange das, was meine Kinder essen, eine einigermaßen ausgewogene Ernährung ist, bin ich zufrieden. Nur war es das bei uns eben nicht mehr, deswegen haben wir uns entschieden, da gegenzusteuern - ja, mit Zwang, weil es anders nicht ging. Übrigens haben wir sie auch gebeten, verschiedene Süßigkeiten zu probieren als Nachtisch, einfach, damit sie unterschiedliche Geschmacksrichtungen kennenlernen. Das ging aber nur, weil wir wussten, dass sie eh nicht so auf Süßes stehen. Der Große hat noch seinen Osterhasen vom letzten Jahr da, und die beiden mittleren Mädels essen ein Teil nach Mittagessen, mehr auch nicht 8)
Aber dann ist ein Durchsetzen der elterlichen Vorgaben erst recht nötig, wenn die Eltern wissen, dass sein Verhalten dem Kind schaden wird und das Kind nicht in der Lage ist, das selbst zu erkennen und evtl Probleme dadurch bekommt, die über ein Loch in der Hose oder eine aufgeschürfte Hand hinaus gehen. Ich bin echt keine Helikoptermutter, aber Verantwortung hat man schon auch und da gehören auch mal unangenehme Aufgaben dazu, die dem Kind in dem jeweiligen Augenblick missfallen oder zu denen man sich kurz überwinden muss, weil sie unbequem sind oder die mühevoll oder den Unwillen des Kindes heraufbeschwören.

Also ich bin keine Freundin des Sich-entschuldigens für Erziehung. Egal ob beim Essen oder Zusammenleben. Das fasst es vielleicht zusammen. Aber das ist ja sehr individuell.
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Cbra19
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Re: Welche Essensregeln habt ihr?

Beitrag von Cbra19 »

Interessant hier ... 🙂
... und so unterschiedliche Sichtweisen ...

Wir sitzen zusammen am Tisch ohne Spielzeug und bleiben sitzen, bis alle fertig sind.
Vor dem Erzählen wird der Mund leer gegessen und wir halten tatsächlich auch zum Probieren an - die Zaubermaus sagt momentan bei fast allem „mag ich nicht“...
Das „Nachtisch-Problem“ hatten wir auch, inzwischen ist es allerdings besser.
Achja, das Glas steht möglichst nicht an der Tischkante 😬

Unser Mäusekind sitzt inzwischen mit am Tisch und freut sich sichtlich, wenn er auch „Essen“ bekommt 😉
mit Zaubermaus (7/14) und Mäusekind (7/19)

Valentina
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Re: Welche Essensregeln habt ihr?

Beitrag von Valentina »

Hier werden zu den Mahlzeiten auch die Geschlechtsteile bedeckt. Das Argument, das beim Krümel am besten gezogen hat, war heiße Lasagne im Schritt... das wollte er wirklich nicht.
Ist schon lustig, wie sehr sich das ändert, die Kinder sind jetzt 6 und 8, die Mahlzeiten sind entspannt und kommunikativ, das genießen wir sehr.

Sonst ist Schmatzen hin und wieder ein Thema, besonders wenn der Krümel müde ist.
Die Motte ist zeitweise auch sehr fixiert auf Nachtisch, der muss hier auch unangekündigten serviert werden, sonst isst sie vorher nur zwei Nudeln.
Sitzen bleiben bis alle fertig sind ist hier auch gewünscht, ich bin der Meinung, dass Grundschülern das zugemutet werden kann. Bei kleineren Kindern könnte das aber sicher in unnötigen Stress ausarten.
Besonders wichtig ist mir, dass alle helfen, den Tisch wieder abzuräumen und nicht ich dann allein da stehe mit all dem Chaos.

In der Familie meines Mannes ist Esskultur kein Thema, es wird gemeckert über zu viel Salz, zu wenig Pfeffer, zu trocken... jeder steht auf, wenn er fertig ist und lässt seinen Kram einfach stehen und am Ende macht meine Schwiegermutter alles allein sauber, nachdem sie gekocht hat und sich das Genörgel übers Essen angehört hat.
Ich weiß, da gehören immer zwei Seiten zu, aber ich kann mich erinnern, wie schlimm ich das schon als Jugendliche fand. Daher wird hier zwar gesagt, was man selbst nicht so gern mag, aber nichts ist ekelhaft oder widerlich.

Das Thema mit dem Fernseher interessiert mich auch, vor ein paar Seiten hat schon jemand gefragt und ich hatte das auch schon mehrfach hier im SuT gelesen. Warum macht ihr das? Wo ist der Vorteil? Ich frage nur aus Interesse, ich urteile darüber nicht. Wir schneiden Finger- und Fußnägel auch noch vorm Fernseher, weil es bei der Motte sonst in Stress ausartet.

mama2008
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Re: Welche Essensregeln habt ihr?

Beitrag von mama2008 »

Ich hab in der Kur mit einer Familie am Tisch gehockt, die ganz andere Tischkulturen hatten. Mit Fingern essen z.b. Cornflakes, die Finger in das Glas Milch und ablecken, Butter mit dem Finger
abpulen und essen ect, mit vollem Mund sprechen, da bei einiges wieder verlieren, mit essen beschmierten Fingern im Gesicht/Haar rumfummeln, unvorsichtiges einschenken, umstoßen weil schnell schnell, nicht am Tisch sitzen bleiben, ständig fordern und wollen. Und das waren keine Kleinkinder.
Das kenn ich so von meinen nicht, Matschen/Pampen war Baby/Kleinkindalter, klar essen wir auch mal Pommes oder Pizza mit den Händen, aber das sind Sonderfälle. Ich fand die Essensitiationen deutlich stressiger und chaotischer und mich machte das auch nervös

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