Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Teazer
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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von Teazer » 01.04.2018, 20:43

sens hat geschrieben:
01.04.2018, 06:57
Teazer hat geschrieben:
31.03.2018, 22:56
Glutenhaltige Nahrungsmittel sind in Europa Grundnahrungsmittel.
Das hat kulturelle Gründe, und auch natürlich praktische. So kann man viele Menschen satt machen.
Für den einzelnen ist diese Aussage irgendwie konsequenzlos finde ich.
Da gebe ich Dir durchaus Recht. Jedoch generalisierst Du mit Infos über süchtig machende Stoffe ebenso. Für die Ablehnung von Getreide und Gluten für gesund Menschen gibt es meines Wissens nach jedoch ausschließlich theoretische (sprich: nicht evidenzbasierte) und philosophische Gründe.
Das Problem bei einem Kind, das zB NUR Nudeln isst, ist ja, daß es wenig verlockende Alternativen hat, weil Weizennudeln einfach so gut schmecken. Das war meine Kernaussage.
Das gilt dann aber für jedes Nahrungsmittel, das ein Kind über eine längere Periode bevorzugt. Neben Nudeln waren das bei meinen drei Kindern u.a. Käse, Tomaten, Erdbeeren, Mais und Erdnussbutter.
Viele? Echt? Welche? :shock: Ich weiß daß du dich außerordentlich gut mit ernährungstheoretischem Kram auskennst, ich frage mit Interesse. Denn ich esse gerade (wieder) komplett getreidefrei und es geht mir(mal wieder) so gut wie nie. Aber vielleicht fehlt mir ja auf Dauer was? Hm...
Was genau Dir fehlen könnte, hängt von Deiner restlichen Ernährung ab. Getreide enthält neben Mikro- und Makronährstoffen z.B. auch nicht verdauliche Kohlenhydrate, die das Futter für gute Darmbakterien darstellen.
Das dem Argument "liegt im Trend", das ja oft genannt wird um die glutenfreie Ernährung als unnütze, ungesunde Modeerscheinung zu erklären, empfinde ich als etwas effekthascherisch. :oops: Die Leute, die ich kenne, die auf Gluten verzichteten, haben es aus gesundheitlichen Gründen getan und ärgern sich höchstens die schlechte praktische Umsetzbarkeit.
Das kann ich als jemand, der Getreide nur stark eingeschränkt konsumieren kann, nachvollziehen. ;)

Nach Einschätzung der MONASH University beruht der Erfolg glutenfreier Diäten bei Menschen, die nicht an Zöliakie oder Weizenallergie leiden, oft nicht auf dem Weglassen des Glutens, sondern liegt am Weglassen der FODMAPs in glutenhaltigem Getreide. Viele Patient*innen haben Formen von Reizdarm, die durch eine Reduzierung der Triggermenge in der Nahrung (unfermentiertes Getreide hat viele FODMAPs) gemildert werden.

Wenn man bedenkt, dass jeder 5. bis. 6. Deutscher ein Reizdarmsyndrom hat, überrascht es nicht, dass Selbstversuche mit glutenfreier Ernährung immer wieder "erfolgreich" sind. Aber selbst Reizdarmpatient*innen wird nur empfohlen eine beschränkte Zeit auf Getreide zu verzichten. In der Belastungsphase wird u.a. getestet welche Mengen und Formen von Getreide konsumiert werden können um möglichst symptomfrei zu sein.
Liebe TS, tut mir leid, daß es so ausuferte. :oops:
Brot und Nudeln sind meiner Erfahrung nach viel zu verlockend und sättigend, um bei einem wählerischen Kind nicht von gesundem Kram abzulenken. Vielleicht hätte ja der eine Satz gereicht. :lol:
Bei Weißmehl auch noch an den Blutzuckeranstieg denken.
Vollkorngetreide ist u.a. deshalb, aber auch wegen der höheren Vitamin- und Mineralstoffdichte zu empfehlen. Sauerteigbrot ist besonders bekömmlich und optimiert die Resorption von Nährstoffen. Das ist jedoch auch das Einzige, was in Hinblick auf Getreide und Gluten in der (Kinder-)Ernährung geraten werden kann. Brot (einzeln oder mit gutem Belag) IST gesund, so lange keine Unverträglichkeit besteht.

Hiermit bitte ich diese OT-Diskussion zu beenden. Sie ist für die TS nicht hilfreich. Danke.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
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Brombeere153
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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von Brombeere153 » 02.04.2018, 07:19

Snugglepot hat geschrieben:
01.04.2018, 13:16
Ich hätte noch eine Idee, bin nicht ganz sicher, ob es in einer der ganzen Antworten schon genannt wurde: mein Kleiner liebt Käse Spinat Spätzle und ich habe unauffällig von mal zu mal die im Rezept genannte Menge an Spinat erhöht und erhöht, bis das Essen für mich "grün und gesund" genug war :lol: Dasselbe habe ich bei Baby Carbonara mit Zucchini gemacht und bei Baby Bolognese mit dem Karotten Anteil. Die drei Rezepte sind immer noch seine absoluten Lieblings Rezepte, obwohl ich sie sehr ins gemüselastige verschoben habe und Vollkornnudeln gehen inzwischen meistens auch ganz gut. Vielleicht ist das ein Weg, den ihr ausprobieren könnt, das Lieblingsessen ganz, ganz langsam gesünder zu machen.
Ich drücke euch die Daumen!
Ich ergänze die Vorschläge noch um Rührei mit Gemüse (also Omlette, aber wehe ich nenne das so) und Bananenwaffeln (Ei, Banane, VK Mehl, weiteres Obst)
Das geht hier aktuell fast immer.

Das Problem mit dem Essen ist hier ähnlich, aber je weniger ich drängel, desto mehr ist in der Wochensumme halbwegs ausgewogen KH, EW, Gemüse/Obst dabei.
Aber das eine Mahlzeit aus Marmladenbrot und Fleischwurst auf die Hand besteht ist quasi die Regel.
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Carraluma
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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von Carraluma » 02.04.2018, 07:27

Da du geschrieben hast, dass du selbst die Kuchenform aus Assoziationsgründen meiden willst, hilft dir der Vorschlag Gemüsemuffins oder Gemüsewaffeln zu kochen wahrscheinlich nicht.
Aber lernen unsere Kinder auf Dauer daraus nicht eher, dass es auf den Inhalt ankommt, was den Geschmack angeht und nur zu geringerem Anteil auf die Form.
Und zum Kochen sind sie auch praktisch. Und in der kreativen Küche wird doch teilweise sogar süß und deftig kombiniert.
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sens
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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von sens » 02.04.2018, 08:42

Teazer, ich selbst habe keinen Klärungsbedarf außerhalb des Threads, bin aber jeweils auf das zitierte eingegangen.


Nochmal zu bedenken zu geben: Was ich vermute, wenn man mit seinem wählerischen Kleinkind beim Arzt auftaucht, um ein teures Blutbild mit Vitamincheck zu machen, lacht der Arzt einen aus. Ärzte empfehlen lieber Multivitaminpräparate und Kräuterblut.
Außer man hat sehr spezielle Symptome. Blass sein zählt für viele Ärzte anscheinend als normal.
Unserer Kleinen zb wurde der HB aus dem Finger abgenommen, weil ich Eisenmangel erwähnte (hat ne Vorgeschichte) und dann wurde Kräuterblut empfohlen. :/
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Louka
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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von Louka » 03.04.2018, 11:35

Danke für die vielen weiteren Antworten! Ich schaffe es leider nicht so häufig, in Ruhe zu schreiben.
co+lu hat geschrieben:
01.04.2018, 12:37
ich weiß gar nicht genau, ob es tatsächlich Nudeln mag 🤔 und schicke jetzt trotzdem mal ab.)
Ja, Nudeln mag er sehr gern! Abgesehen von Weizen- und Dinkelnudeln gingen Linsennudeln auch schonmal. Ich werde ausprobieren, ob er die noch isst und auch nach den anderen Sorten Ausschau halten.
Langsam den Gemüseanteil zu erhöhen werde ich versuchen. Ich hoffe, er isst demnächst zumindest wieder seine einstige "Lieslingssauce". Die ist inzwischen offenbar auch ekelig. "Ihgitt!"🙈
Ich habe es mittlerweile mit selbstgemachtem Smoothie versucht. Er war davon regelrecht angewidert. Aus dem Glas zum Trinken, mit Strohhalm, zum Löffeln, verdünnt,...
Omelette, Waffeln, Bratlinge etc. hatte ich vor Kurzem auch ausprobiert. Nichts zu machen.
Das sieht jetzt so aus als würde ich die meisten Tipps direkt abblocken. Das ist gar nicht meine Intention. Ich habe nur einfach schon so viel versucht.
Zwischendurch habe ich immer wieder versucht, den Druck rauszunehmen. Ich habe ihm natürlich zunächst gesund und abwechslungsreich angeboten, aber es auch nicht weiter versucht als er nicht wollte. Ich dachte, dass er sich vielleicht durch zu ein energisches Angebot meinerseits unter Druck gesetzt fühlt und deshalb quasi zu macht. Das hat leider auch keinen Unterschied gemacht.
sens hat geschrieben:
02.04.2018, 08:42
wenn man mit seinem wählerischen Kleinkind beim Arzt auftaucht, um ein teures Blutbild mit Vitamincheck zu machen, lacht der Arzt einen aus.
So in etwa denke ich das auch. Deshalb habe ich es bisher nur einmal nebenbei erwähnt als wir sowieso dort waren. Wahrscheinlich bin ich dann die überbesorgte Mutter, die sich mal entspannen muss. Oder die ihrem Kind halt keine Alternativen geben soll. Irgendwann wird es dann aus lauter Hunger schon essen.
Ich mag unsere Kinderärztin sehr gerne und vertraue ihr eigentlich auch. Aber Ernährungsfragen sind da ja tendenziell eher schwierig...

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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von sens » 03.04.2018, 11:48

Was hier noch gut klappte: viel draußen sein und nur gesundes dabei haben. Oder mal etwas was sonst nicht ging.
Ein ganzer Apfel ist nach 2h Spielplatz bei uns viel verlockender, als wenn er zu Hause in der Küche herum liegt.
sens mit 8-jährigem Glitzereinhorn, dem 6-jährigem Meister Yoda und der 3-jährigen Schwertkämpferin

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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von Labello86 » 03.04.2018, 14:12

Smoothies und Obstbrei kann man auch einfrieren und als Stieleis anbieten. Das hat meine Mutter gemacht und hat bei allen Kindern gut funktioniert :D
Mit Bübchen (10/2017)

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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von Louka » 04.04.2018, 10:23

Gestern unterwegs hat er tatsächlich ein paar Stücken Apfel gegessen. :D Vorher waren wir auf dem Spielplatz und haben dann die Schwester vom Kindergarten abgeholt. Da war er dann wohl wirklich mal sehr hungrig.
Eis ist auch eine gute Idee. Das würde er vielleicht sogar nehmen.
Danke!
Die letzten Nächte waren hier sehr unruhig und er hat viel geweint. Normalerweise macht er das nicht. Manchmal hatte ich den Eindruck, er hätte Bauchschmerzen. Manchmal war ich mir aber auch nicht so sicher.
Seit Samstag war die Windel nicht mehr voll. Bauchweh würde also durchaus passen. Ich gehe gleich mal Pflaumensaft kaufen oder so. Pflaumen essen geht ja nicht.

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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von Bumbine » 09.04.2018, 00:20

Hast du es mit dem Eis probiert? War es erfolgreich?

Ich habe die Tage mit meiner Mutter gesprochen, war sehr interessant, An der Schule meines Pflegebruders wird nun, neben normales Essen, Schweinefleischfrei und vegetarisch ein weiteres Menü angeboten. Allerdings nur für Kindern mit besonderen Bedürfnissen. Jedenfalls wird in dem Essen nur weiße und gelbe Lebensmittel (Nudeln, Pfannkuchen, Mais...) angeboten, Forscher haben nämlich herausgefunden, dass Menschen mit selektiver Esstörung am ehesten weiße und gelbe Sachen essen (nicht missverstehen, ich möchte jetzt nicht sagen, dass dein Kind darunter leidet!). Es scheint aber so zu sein, dass evolutionsbedingt (sicher ist man sich aber dabei nicht), eben diese Farben am „ungefährlichsten“ wirken.
Vielleicht kannst du das probieren? Eben Apfel schälen, Ananas, Käse..? Die Lebensmittel die du im Eingangspost geschrieben hast, treffen ja alle (außer eventuell Marmelade und Tomatensoße) zu.


Ansonsten wäre es vielleicht eine Idee, Brot ab und zu selbst zu backen? In den Teig kann man ja Unmengen an Sachen unterjubeln, ohne, dass es auffällt. Ich gebe zum Beispiel oft übrig gebliebenen Porridge, Obstbrei, Kartoffeln usw. usf. In den Teig.
Welche Marmelade wird denn gerne gegessen? Vielleicht könntest du da was ändern?
Was mir sonst einfallen würde, wäre Bananen/Erdbeermilch. Man kann ja auch andere Früchte/Beeren verwenden.

Liebe Grüße
Bumbine
mit Frühchenbub (05/15, 28. SSW) auf der Hüfte und Spätchenmädchen (05/17, 42. SSW) vor dem Bauch
Grammatikfehler seien mir verziehen, ich bemühe mich sehr, bin aber Schwedin und blicke manchmal im Artikeldschungel nicht durch

Louka
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Re: Sorge wegen Essverhalten des Zweijährigen

Beitrag von Louka » 13.04.2018, 20:31

Danke für die Idee, Bumbine!
Den Tipp mit den hellen Lebensmitteln werde ich mal ausprobieren. Die Theorie finde ich auf jeden Fall interessant.
Das Eis habe ich noch nicht ausprobiert, steht aber oben auf meiner To-Do-Liste.

Ich war übrigens gestern wegen einer anderen Sache mit dem Kleinen bei unserer Kinderärztin.
Wie erwartet war der Tipp: Da müssen Sie an sich arbeiten. Er manipuliert Sie. Er muss essen, was auf den Tisch kommt oder eben gar nichts, aber keine Extrawurst. Er wird lernen müssen, sich anzupassen. Er hat Sie unter Kontrolle.
Joa. Auf meine Frage nach möglichem Nährstoffmangel wurde nicht weiter eingegangen.

Immerhin hat er an den warmen Tagen ein bisschen Obst gegessen. Wir waren jeweils stundenlang im Garten und da gingen manchmal 2-3 Apfelschnitze, ein paar Weintrauben oder ein paar Stückchen Banane. :D

Die Idee mit dem Brot ist auch gut!
Hat zufällig jemand einen Tipp, wie die Konsistenz schön wird? Das kriege ich irgendwie nicht hin. :oops:
Bisher hatte ich immer das Problem, dass die Konsistenz meiner Brote innen gut war, aber an allen äußeren Kanten zu weich und klebrig. Andersherum würde es mir ja noch einleuchten und ich würde die Backzeit verlängern, aber so?
Dankeschön!

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