Erfahrungsbericht Verena und Matteo

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Verena
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Erfahrungsbericht Verena und Matteo

Beitrag von Verena »

Erfahrungsbericht windelfrei Verena und Matteo

Vom ersten Tag an war mir mein schönes neugeborenes zartes Baby viel zu schade für die Plastikwindeln. Wie die schon rochen wenn man nur die Verpackung öffnete – fürchterlich! Ich wollte Stoffwindeln versuchen und alle erklärten mich für verrückt. Aber schnell merkte ich, das Stoffwindeln keine Lösung für mich waren.

Angefangen hat dann alles mit dem Titel des Buches „Es geht auch ohne Windel“ von Ingrid Bauer. Das Buch ist mir einige Male über den Weg gelaufen. Erst habe ich es ignoriert, dann dachte ich, das ist nichts für mich und dann habe ich es doch gelesen. Und ich wusste sofort: Das ist eine tolle Sache. Das machen wir auch. Wieder wurde ich gern für komplett verrückt erklärt. Aber ich war ungeheuer motiviert und so fingen wir bald an.
Matteo war zehn Wochen alt. Ich ließ ihn häufig unten ohne auf einem Handtuch liegen und beobachtete ihn. Bewaffnet mit einer digital-Uhr, Papier und Bleistift studierte ich seine Pipi-Rhytmen. Und ich versuchte ihm Anzeichen anzusehen. Jedesmal, wenn ich sah dass er pinkelte machte ich einen Pschhhhh-Laut.

Als ich etwas Übung im Rhythmus bekam, fing ich an, ihn abzuhalten. Wir bevorzugten zu Beginn das Badezimmerwaschbecken. Ich hielt ihn also über das Waschbecken und machte den pschhhhh-Laut. Schon gleich von Anfang an klappte das ziemlich gut. Er hatte schnell verstanden, was ich von ihm wollte, wenn ich ihn abhielt und den Laut machte.
Beim Stillen schützte ich mich mit einem Handtuch. Zusätzlich legte ich ihm eine gefaltete Mullwindel zwischen die Beinchen und hatte ausreichend Hand- und Mulltücher zum Wechseln griffbereit. Anfangs lief ich immer noch ins Bad, wenn ich ein Zeichen bemerkte. Erst viel später kam mir dann die Idee, eine ausreichend große Schüssel auf den Boden zu stellen und ihn einfach vom Stillsessel aus abzuhalten.

Nachts schlief er bis dahin durch. Aber ich wollte auch, dass er sich rund um die Uhr daran gewöhnen sollte, dass ich ihm beim pinkeln helfe und so zog Matteo in unser Bett ein, was wir alle bis heute als grosse Bereicherung empfinden.
Anfangs ließ ich ihn unten herum nackt und legte ihm wieder ein Mulltuch zwischen die Beinchen, das ich einfach nur austauschte, wenn es nass war. Als ich etwas mehr Übung bekam, trug er einen Schlüpfer mit einer Damenbinde eingeklebt als Schutz. Handtuch druntergelegt, fertig.

Nah an ihn gekuschelt bemerke ich, wenn er im Schlaf unruhig wird und werde davon wach. Vor unserem Bett befindet sich eine Schüssel, über der ich ihn zum Pinkeln abhalte. Danach stillen wir etwas und wir schlafen beide weiter. Müde bin ich deshalb tagsüber keineswegs. Es macht so viel Freude!

Und so machten wir es eine ganze Zeit über. Matteo schlief tagsüber bei mir im Tragetuch, wo er anfangs eine Windel trug, schon bald aber gar nichts mehr, weil ich es im TT immer gut merken konnte. Nach dem Aufwachen hielt ich ihn ab, dann stillten wir, danach ließ ich ihn noch eine Weile unten ohne die Welt entdecken und wenn er mich wieder brauchte, nahm ich ihn ins Tragetuch.
Im Auto unterwegs fing ich an, ihn abzuhalten, als er knapp 5 Monate alt war. Als er schon längere Wachphasen im Tragetuch hatte und wir auch schon viel im Tragetuch spazieren gegangen sind, hatte ich ihm bis auch zu dieser Zeit immer noch eine Sicherheitswindel angezogen, die aber meist trocken blieb. Seit er 5 Monate alt ist, verzichten wir auf Windeln komplett.

Jetzt ist Matteo acht Monate alt. Wir haben unseren Weg gefunden, mit windelfrei zu leben und es in unseren Alltag einzubauen.

Wir haben bessere und schlechtere Tage. Wenn Zähne kommen haben wir auch Streikphasen. Das Badezimmerwaschbecken nutzen wir kaum noch. Am liebsten pinkelt Matteo draußen, drinnen haben wir unsere Pipischalen.
Pannen haben wir jeden Tag, aber daran haben wir uns gut gewöhnt und es gehört einfach dazu und bringt uns nicht mehr aus der Fassung. Ich bin sehr entspannt geworden. Meine anfängliche Hoffnung, dass ich kurze Zeit viel investieren muss und dann alles wie von selbst läuft hat sich nicht bestätigt. Ständig müssen wir uns neu finden und neu aufeinander einspielen.

Fazit:
Es ist eine tolle Art, mit seinem Baby zu kommunizieren und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, mein Baby in Plastikwindeln zu wickeln.

Ich würde es immer wieder so machen. Die allererste Zeit war sehr anstrengend, aber es hat sich wirklich sehr gelohnt!

Wir sind sehr glücklich, von dieser Methode erfahren zu haben und werden auch bei eventuell noch folgenden Babys immer wieder die Windelfrei-Methode wählen...

weil es so viel Spass macht, die Bindung zwischen Mutter und Kind so herrlich bereichert, so ungeheuer viel Geld spart, die Bewegungsfreiheit des Babys nicht einschränkt, weil es keinen wunden Po mehr gibt und einfach nur glücklich macht.

Von Verena für www.Stillen-und-Tragen.de

Nachtrag vom 12.11.2005

Jetzt ist Matteo ein Jahr alt. Wir sind wirklich gut über den Sommer gekommen, im Sommer ist ja doch vieles leichter. Als der Herbst kam hatten wir eine lange (zumindest kam es mir so vor) Zeit, wo wir deutlich mehr Pfützen in Kauf zu nehmen hatten. Aber ich habe mich nicht beirren lassen. Auch wenn abends manchmal 5 nasse Hosen auf unserer "Unfall-Leine" hingen, war ich immer noch zufrieden. Alles immer noch viel besser als Windeln. Und weil man ja so viel Geld an Windeln spart, haben wir ordentlich Hosen im Schrank, damit wir nicht in Engpass kommen.

Matteo wurde immer mobiler. Und schon seit einiger Zeit nervt es ihn total, wenn ich ihm die Hose an- und wieder ausziehen muss. Ich musste viel tricksen. Nie Pipi ohne etwas zum Entdecken in die Hand, pusten, singen und so weiter. Er signalisierte lange nicht (oder für mich nicht ersichtlich). Also habe oft "auf gut Glück" probiert. Großer Frust entstand sehr schnell, wenn ich ihn dann aus- und wieder anpellen musste und nicht einmal Pipi kam. Da unsere Pinkelabstände fast bis zum ersten Geburtstag kaum länger waren als eine halbe Stunde hatten wir viel zu tun.

Schlitzhosen waren für uns der grosse Durchbruch. Kein Problem, wenn er doch nicht muss. Kein Gepule, kein zappelndes Kind, keine genervte Mutter. Ausserdem erschrecke ich ihn nicht, wenn ich mal kühle Hände habe. Und unterwegs muss ich ihn draussen nicht ausziehen. Seit einigen Wochen vor seinem ersten Geburtstag sind wir nachts ohne Panne. Und tagsüber sind wir ein tolles Team geworden. Ich spüre oft auch ohne Uhr, wenn er muss, auch wenn er es mir nicht offensichtlich zeigt, ist meist nur ein Gefühl. Und wenn ich ihm Pinkelgelegenheit anbiete, obwohl er eigentlich noch gar nicht wieder "dran" (ganz doofes Wort :wink: ) ist, zum Beispiel wenn wir Freunde besuchen bevor wir reingehen oder vor längeren Autofahrten, dann entspannt er sich trotzdem und lässt das, was da ist, trotzdem raus.

Seit wir Schlitzhosen haben, sind die Pipiabstände deutlich grösser geworden und wir sind total entspannt.

Manchmal kann ich es gar nicht glauben, wie gut es klappt. Wir sind im Moment ein tolles Team.

Hoffentlich bleibt es so!

Ganz verliebt grüßt Eure

Verena


Nachtrag 6.03.2006

ja, fast ist der Winter geschafft. Ich kanns kaum glauben. Es war hart. Oft ganz hart. Und so kurz vor dem Ziel hätte ich fast noch angefangen, unterwegs Plastikwindeln zu benutzen. Einige wenige hab ich mir von nebenan schenken lassen... aber ich wollte das doch nicht haben. :?

Ich hab lange überlegt und immer wieder probiert... WAS ZIEHEN WIR NUR AN?

Ich hab mit Schlitzhose angefangen. Wenns kühler ist, mit langer Unterhose drunter, im Schritt habe ich einen Schlitz reingeschnitten. Die Dinger sind ja Super-EIGENTLICH. Unterwegs, wenn das Kind läuft und nicht mehr getragen werden will und die Mutter so die Signale kaum erkennen kann, wird es schwierig. Matteo pinkelt so ziemlich bei jedem kleinen Geräusch, wenns sein muss. Auch, wenn er 2 Minuten vorher geschwört hat, er müsse nicht. Windzug, Flugzeugrauschen... alles kann dazu führen, dass die Hose nass ist. Und wenn sich an den Füssen dann keine Krabbelpuschen mehr befinden, sondern Winterstiefel, hat man gut zu tun, einen zappelnden Einjährigen umzukleiden. Ausserdem sind meine Schlitzhosen nicht wasserdicht und somit auch immer nass, wenn Matteo mal auf den Po plumst.

Ich hab Damenbinden ausprobiert. Naja, bei 10 Grad Minus und länger als ner halben Stunde draussen werd ich da auch nervös. Und bei den Mengen... auch nicht das Wahre.

Wir haben Bumpies probiert. Abgelehnt. Die halten zwar was auf, aber die Hose drüber ist auch immer mit nass. Schade eigentlich.

Wenn ich ehrlich bin... ich hab keine wirklich gute Lösung parat. Matteo wollte unterwegs kaum noch draussen pinkeln, obwohl es bis November immer der Renner war.

Mittlerweile trägt Matteo Bumpy oder Windel oder eben nix, lange Unterhose und gefütterte Regenhose. Ich stell ihn zu Not noch mal ins Wasser und dann gehts raus. Die Abstände sind oft so lang, dass er nach 2 Stunden immer noch trocken ist.

Zwischendurch hatte ich das Gefühl, es geht am Besten ganz ohne Hose abzuhalten. In schwierigen Zeiten, wo er schon beim Weg in Richtung Bad anfängt zu brüllen, hab ich ihn oft samt Bilderbuch zu mir hochgenommen und ihn dort pinkeln lassen, wo wir eben grad waren. Auch ohne Topf. Wir haben ja überall Fliesen und Holzfussboden, welch ein Glück. :wink: Den Topf mag er immer noch nicht, genauso die Toilette. Da kann man ja prima alles mögliche hineinwerfen... aber reinpuschern? NIE. Nur, wenn wir woanders zu Besuch sind. :? Eine Zeit lang hat ihn der Blick in den Kamin fasziniert und entspannt.

Neuerdings pinkelt er meist, wenn er Wasser trinkt. Oder wenn er Wasser anfasst, beim Essen, wenn er etwas verschüttet hatte oder auch beim Händewaschen. Abends beim Waschen lass ich ihn immer am volle Waschbecken auf einem Stuhl stehen. Spätestens, wenn ich seine Füsse reinstelle, kommt der letzte Rest auch noch, so weiss ich wenigstens, dass alles leer ist, wenn wir schlafen gehen.
Ganz entzückend finde ich es immer, wenn es während des Mittagschlafs anfängt zu regenen... Dann prasselt es auf das Dachfenster, Matteo pinkelt in die Hose und der Mittagschlaf ist beendet :evil:

Hm. Was kann ich noch erzählen.
Die Abstände variieren extrem. Manchmal oinkelt er soooo selten, alles easy. Am nächsten Tag dann mal wieder im 15-Minuten-Takt. Und so gut signalisiert er nicht. Oft spüre ich es einfach, oft aber auch nicht. Manchmal zwinkert er vorher mit den Augen, schaut runter, fasst sich in den Schritt, geht in die Hocke.... Oft schon offensichtlich. Immerhin.

Heute hatte ich eine Idee.
Ich werde die Hosenbeine der Schlitzhosen mit Reissverschlüssen versehen. Dann kann ich die Hosen auch unterwegs wechseln.
Was kosten die Dinger?

Tja, die letzten Tage sind eine einzige Panne, aber vor einigen Tagen, so erinnere ich mich, hatte ich den Gedanken, dass ich gar nicht mehr weiss, wie es mit so vielen Pannen ist. Er kann so viel Neues, ich denke, wenn er sich dran gewöhnt hat, dann wird es wieder leichter.

Was allerdings nach wie vor reibungslos klappt ist nachts und Groß. Ohne Ausnahme. *stolzbin*

Ich schick euch einen Frühlingsherbeisehnenden windelfrei-Gruß in die Runde :wink:

Weiter gehts, Nachtrag 17.06.2006

Jahreszeitenwechsel, Wetterwechsel, Rhytmuswechsel. So schwer wie der Start in Herbst und Winter war, ist auch der Start in den heissen Sommer gewesen. Die Abstände sind so groß teilweise, dass ich gar nicht mehr durchblicke. Lasse ich ihn ganz ohne Hose, pinkelt und käckert er ständig, das hat sich für uns nicht bewährt.

Matteo macht toll mit, ein wunderschönes Gefühl. Wir haben kaum noch Pannen, manchmal eine oder 2 am Tag, oft keine mehr. Manchmal sind wir eine richtige Einheit. Endlich habe ich das, was in den Büchern Intuition genannt wird und wo ich immer so neidisch drauf war. Es gibt sie wirklich, auch für mich, die Intuition, das macht mich sehr stolz.
Wenn ich Matteo anspreche, komm, wir machen mal schnell Pipi, dann kannst Du weiterspielen, lässt er sich ohne knurren und murren mitnehmen und abhalten. Wehrt er sich, muss er auch nicht (es sei denn, es ist sehr frisch draussen). Oft macht er nur ein paar Tröpfchen, so rührend. Schlitzhosen tragen wir nur noch zu Hause, unterwegs immer richtige Hosen mit Unterhose ohne Einlage, wie ein richtiger großer Junge eben. Wenn ich ihn abhalte ziehe ich die Hose nur runter, bis auf die Schuhe. Meist bleibt die Hose dann trocken, ausser manchmal :? :wink:

Nachts sind wir jetzt meistens ohne Einlage und ohne Panne. Er pinkelt nachts fast nie mehr, erst morgens wieder, nach dem Stillen. Groß ist nach wie vor überhaupt kein Problem, das klappt so gut wie immer und das ja auch schon seit fast einem Jahr. Lange machte er den Haufen immer gleich morgens, jetzt nicht mehr. Und wenn es sich nicht ergibt, dann nehme ich ihn irgendwann und sage "komm, wir schaun mal, ob ein Würstchen kommt" und dann macht er eins. Wahnsinn, er hat wirklich eine super Körperwahrnehmung.

Oft hatte ich schon den Gedanken, dass ich etwas traurig, war. Ich finde, ich habs mir nie leicht gemacht, immer ohne Windel, ausser bei minus 20 Grad Celsius. Immer drauf geachtet, beachtet.... und trotzdem keine sicheren Zeichen, kein Ende in Sicht. Kein Toilettensitz, kein Klo, kein Topf. Ich hab mich immer aufs Klo gesetzt und ihn über eine Schüssel abgehalten. Das ging gut.

Matteo ist jetzt 19 Monate alt. Und irgendwie spüre ich einen Wandel. Heute hab ich ihn seit Ewigkeiten auf die Toilette gesetzt, weil er hinging und den Deckel hochklappte, als ich das Bad putzte. Und er hat Pipi reingemacht und war ganz stolz. Dreimal haben wir das heute Vormittag so gemacht. Mein großer Junge *schnüff*

Eigentlich war der Körperkontakt ja doch so schön beim Abhalten......

Auch wenn wir noch nicht fertig sind, aber wir sind nah dran, denke ich. Er fängt langsam an zu sprechen, manchmal sagt er beim Pinkeln sogar bebebe... das heisst glaub ich Pipi. AA sagt er auch, wenns fertig ist. :wink:

Sauber und trocken ist er jedenfalls allemal.

Ausser manchmal :wink:

Ich wünsch Euch einen schönen Windelfreisommer :D

Eure Verena

weiter gehts... 28.07.2006

neulich hab ich bei den Raben gelesen, dass ein windelfrei-Mädchen mit 15 Monaten komlett trocke war. Manchmal macht mich das ja schon ein bissl neidisch, aber andererseits geniesse ich auch die Bindung, die windelfrei uns noch gibt, solange, bis Matteo so weit eben ist. Der Sommer macht doch vieles leichter. Schon allein wetterbedingt sind die Abstände länger und die nassen Hosen weniger.
Wir haben derzeit kaum noch Pannen, ausser Rainer ist zu Hause, dann darf ich ihn nicht abhalten und er ist IMMER bei Rainer und ich hab keinen Draht zu ihm und Rainer denkt oft nicht dran.
Sind wir allein zu Hause, klappt es oft ganze Tage ohne Pannen, was mich soooo stolz macht. Oder wir haben mal eine nasse Hose, womit ich sehr gut leben kann. AA geht 100% in die Schüssel. Wir halten nach wie vor ab, ich sitze auf dem Klo und er macht in die Schüssel, die vor dem Klo steht. Oder ich halte ihn über dem Klo ab, aber draufsitzen verweigert er. Auch nicht weiter schlimm. Draussen nehmen wir jeden Busch oder was auch immer.

Nachts macht er meist gar nicht. oder er stillt vorher. auch kaum Pannen. Aber wenn, dann ist die Nacht gelaufen, und MAttoeo eine Stunde wach (das sind die Momente, wo ich windelfrei verfluche)

Was ich euch eigentlich erzählen wollte ist folgendes:

Matteo ist ja nie so der Wahnsinns-Signalisierer gewesen, und ist er auch immer noch nicht. Meist halte ich ihn nach Gefühl ab, oder eben nach Zeit oder weil wir Autofahren wollen oder so. Aber er macht gut mit.

Neulich, in der Badeanstalt, zeigt er auf seinen Pipimann und sagt BIBI. Schnell an den Busch, und es kam Pipi! :D
Heute morgen am Tisch sagte er es zu Rainer, ich war noch oben. Und auch ein Treffer. Beim Mittagessen wieder!

Man, fühlt sich das gut an!

Und wenn ich BEI DEM WETTER Dreijährige nackt sehe, die nur eine Windel anhaben, oder, was ich neulich sah, ein Junge im Schwimmbad in Matteos Alter, der Eine EASY UP im Babybecken trug, die sowas von aufgequollen war, dass das arme Kind kaum noch laufen konnte :twisted: *fassungslosdasteh* dann weiss ich, dass sich unser Weg wirklich gelohnt hat und immer noch lohnt.

Das Leben ist schön mit windelfrei :D

sodele, der Sommer ist fast rum.....
17. September 2006


unser Zwischenstand sieht so aus:

Matteo sagt schon ganz oft AA oder PIPI, wenn er muss. Eher beim Vater als bei mir, aber immerhin. und mir sagt er es auch oft.

Die Abstände sind verdammt groß geworden. Unterwegs müssen wir fast gar nicht mehr Pipimachen gehen. NAch dem Mittagschlaf hab ich immer 3 Stunden mindestens, oft länger. Wenn er allerdings unterwegs muss, wird es schwierig. Oft sagt er Pipi im Auto und macht dann doch nicht und quält sich bis nach Hause.

Wenn wir zu Hause sind kommt er immer zum Stillen, danach gehen wir ins Bad. mit Stillen vorher klappt es super, ohne so naja. Bilderbuchtricks ziehen auch nicht mehr so.

Nachts ist er eigentlich trocken. Gaaaaanz selten, dass er noch mal ins Bett macht. Er hat auch schon ewig keine Einlage mehr. Aus freien Stücken darf ich ihn auch nicht mehr abhalten in der Nacht. Er fängt irgendwann an, zu erzählen. Wenn er dann Pipi sagt, dann darf ich ihn abhalten, und dann macht er auch. Ansonsten krieg ich richtig Ärger. Morgens und Mittags nach dem Aufstehen das gleiche Spiel.

Tagsüber gehen manchmal ein paar Tropfen in die Unterhose und er meldet dann und der Rest geht ins Klo. :D Oder, wenn es eben richtig nass ist sagt er NASS.

Also, ES WIRD!!!! :D :D :D

Mal sehen, was der Herbst uns bringt. Auf die vielen Klamotten hab ich ja absolut NULL BOCK :twisted:

:wink: Eure Verena

Vielleicht das Schlusswort
4.11.2006


Eigentlich sind wir es schon seit ein paar Wochen.....

anlässlich des 2. Geburtstags von Matteo schreib ich es mal auf.

Wir sind fertig, jedenfalls so, wie ich es für uns definieren würde. :mrgreen:

Wir sind seit mehrerern Wochen pannenfrei, eine nasse Hose in 4 Wochen oder so.

Nach wie vor muss ich mit aufpassen, oft meldet er sich, manchmal sehe ich es ihm an, manchmal gehen wir auch einfach, weil die Zeit rum ist und wir grad gestillt haben (danach hat er immer Geduld dafür) oder wir haben vor, rauszugehen, dann machen wir eben auch immer nochmal vorher.

Ich gehe immer mit zum Klo, manchmal halte ich ihn ab, manchmal nehmen wir den Topf, manchmal sitzt er auf der Toilette.

Fühlt sich extrem gut an :D

Rückblickend frage ich mich oft, ob es wirklich notwendig war, dass ich immer 200 Prozent gegeben habe. Jetzt, wo es so einfach ist, einfach mal mehrere Stunden in die Stadt zu gehen, irgendwann in einen Gulli zu puschern, und weiterzulaufen, stundenlange NAchmittage bei Freunden zu verbringen, ohne ständig den Pipi-Prüfblick zu haben, ohne Hosenwechsel, ohne Angst, sich zu blamieren..... da fällt mir mal auf, dass windelfrei eben doch nicht EINFACH so nebenbei läuft. Ich kann Mütter mittlerweile (ich konnte das nicht immer :roll: ) tatsächlich auch verstehen, die eben doch lieber wickeln und die Zeit anders nutzen und sich 2 Jahre lang entspannt zurücklehnen.

Für uns war es ein guter und richtiger Weg, ich werde ihn immer wieder gehen, mit einigen kleinen Abwandlungen vielleicht :wink:

Was ich nach wie vor schlecht akzeptieren kann ist, wenn die Kinder von sich aus zeigen, dass sie bereit für ein windelfreies Leben sind, die Eltern es sogar noch merken (nicht immer einfach :? ), und trotzdem aus reiner Bequemlichkeit weiterhin die Kinder in Pampers stecken und Augen und Ohren zustopfen :evil: (und sich womöglich mit 3 Jahren ärgern, wieso es so schwierig ist, dem Kind den Topf zu zeigen). Da kann ich kaum noch freundlich bleiben, bestenfalls gelingt es mir, die Klappe zu halten :?

Der windelfreie Weg ist nicht immer einfach. Er hat wunderschöne Seiten und die Momente des Glücks, wo man seinem BAby auf wieder ganz neue Art so nah ist, sind unbeschreiblich und meiner Meinung nach auch unersetzlich und unvergleichlich. :D Ein immer knutschbereiten Kinderpo ist für uns so selbstverständlich und ich möchte ihn nicht missen. Ich möchte auch nicht die zarte Kinderhaut in Plastik hüllen und für mich hat es oft den Eindruck, wenn ich rausgeputzte, niedlich angezogene Kinder sehe, dass es etwas von aussen hui, innen Pfui hat , Matteo war in erster Linie immer praktisch gekleidet.
Die Streikzeiten sind oft hart. Oft habe ich mir gewünscht, einfach eine Windel umlegen zu können und fertig ist. Was ich inzwischen durch meine Beobachtungen bei anderen, normal gewickelten Kindern für mich klarbekommen habe ist, dass normal wickeln keinesfalls das Leben immer leichter macht. Oft sehe ich Kinder, die sich entschieden wehren gegen die Windel. Wehrt sich ein windelfreies Kind gegen das Abhalten, werden schnell die Stimmen laut, die eine frühe Sauberkeitserziehung kritisieren.
Niemand macht sich Gedanken darüber, ob das Zwanghafte Wickeln gegen den Willen des Kindes nicht vielleicht genauso grenzwertig ist. Und ob nach 3 Jahren Pampers der Weg zum Klo auf dem Silbertablett serviert wird wage ich zu bezweifeln, Ausnahmen gibt es sicherlich immer, aber die Regel ist das sicher nicht.

Ich denke, egal welchen Weg man geht, es gibt so oder so immer Zeiten, die extrem anstrengend sein können, ob nun mit Windel oder Schlitzhose :wink:

Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass der windelfreie Weg keineswegs blind jedem als das nonplusultra empfohlen werden kann. Die kritischen Stimmen aus dem Umfeld erfordern manchmal ein dickes Fell und auch sonst wünscht man sich hin und wieder einfach normal zu sein.
Dennoch kann ich nur jeden ermuntern, diesen Weg für sich und sein Kind auszuprobieren und DANN zu entscheiden, ob windelfrei etwas für ihn ist, oder eben nicht.

Ich kanns kaum fassen, wir sind durch, fürs erste. :shock:

Total gerührt, mit Gänsehaut und Kullertränchen der Rührung und des Stolzes

Eure Verena
Zuletzt geändert von Verena am 12.11.2006, 00:18, insgesamt 12-mal geändert.
Ganz liebe Grüße von Verena (02/78 ) mit großem Sohn (11/04) und auch schon wieder großer Tochter (02/08 )

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Nicole
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Beitrag von Nicole »

Liebe Verena,

Dein Bericht liest sich so wunderschön. Und er ist sehr motivierend. Ich denke, wenn bei uns nochmal ein Baby ankommt, werde ich es diesmal doch nochmal richtig mit Windelfrei ausprobieren...

Vielen Dank!

Deine Nici
Nicole mit 3 wundervollen Kindern und * *

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Verena
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Beitrag von Verena »

herrjeh, als ich anfangs Hilfe in einem anderen Forum fand war ich sooo neidisch. Wie machen die das nur alle? Bin eigentlich ich allein nur zu doof? Ob ich das jemals mal hinkriege? keine Zeichen bemerkt, Rhytmen so oft anders.... Unterwegs überhaupt kein Plan.
Als ich "Es geht auch ohne Windel" gelesen hatte, dachte ich, wenn man ein halbwegs vernünftiges Bondig hingekriegt hat, ist der Rest ein Kinderspiel. Drei Wochen gut aufpassen, dann geht nie mehr was daneben. 8) Beim lesen dachte ich oft, es ist ein wenig wie bei Alice im Wunderland.
Inzwischen habe ich unendlich viel gelernt und meine Erwartungen komplett verändert.

Und jetzt? Ich habe sehr viel mehr erreicht, als ich mir in den ersten Wochen hätte auch nur vorstellen können. Jetzt darf ich bei Dir sogar moderieren, worauf ich sehr stolz bin. Und ich kann anderen helfen, Tips geben und Mut machen.

Schön, dass wir uns hier kennengelernt haben. Im wirklichen Leben habe ich nicht so viele Menschen, die mit mir einer Meinung sind.

Bis bald in der kuscheligen Moderatoren-Ecke sagt

Deine Verena
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lycer

Beitrag von lycer »

es hört sich so schön an und das es eine unwahrscheinlich innige bindung sein muss hört man dir an, würde es gerne machen aber ich denke es wäre momentan zu viel für mich da alle vier mich brauchen und wir grad viel um die ohren haben, wenn ich noch ein nesthäkchen bekomme werde ich es aber bestimmt versuchen.

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Verena
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Beitrag von Verena »

Ja, eine ganz besondere Bindung, wie ich persönlich finde und auch viele Menschen in meinem Umfeld mir immer wieder sagen (wahrscheinlich weil ausser mir wenig bis keine Trage-Still-Familienbett-Windelfrei-Mutties frei rumlaufen in der Gegend :wink: )

Bei den Raben neulich traf ich eine Mutter, die es beim Vierten zum ersten Mal gemacht hat....

Vielleicht hast Du ja Lust, quasi nebenbei ein wenig zu beobachten... manche Babys signalisieren sehr deutlich. Man kann ja auch Windeln nutzen und trotzdem ein wenig drauf achten.... <nochmalnachschubs :wink: >

Ganz liebe Grüße

von Verena
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Beavi

Beitrag von Beavi »

Hallo Verena!

Dein Erfahrungsbericht ist jetzt online. Schau mal bitte, ob das so ok ist. Ich hab ein paar Kommata gesetzt und "Laurie Boucke" durch "Ingrid Bauer" ersetzt (von ihr ist "Es geht auch ohne Windeln").

hkrone

Beitrag von hkrone »

Liebe Verena,

wie schön du doch von euch beiden geschrieben hast! Man kann ganz genau spüren, wie nah ihr euch seid.
Bis ich zu diesem Forum gefunden habe, hatte ich noch nie von Windelfrei gehört, und muss sagen, dass ich von der Idee vollauf begeistert bin.
Ehrlich gesagt, ich bin fast neidisch auf euch beide. Mir kommt es vor, als verpasse ich was ganz Wichtiges mit Oskar, und wir könnten so viel Spass miteinder haben...und wo ich ihn doch eh andauernd durch die Gegend schleppe...
Jedesmal wenn Oskar seine Windel voll hat, tut er mir fast richtig leid, weil ich ja jetzt weiss, dass es auch anders geht. Kann man denn mit 9 Monaten noch anfangen? Ich weiss aber nicht ob ich mir das zutraue, mein Geduldsfaden ist wirklich einer und kein Strick oder so. Auf jeden Fall macht ihr das ganz toll und ich hoffe beim hoffentlich bald nächsten Wurm es ebenso tun zu können. Jetzt muss ich nur noch meinen Mann davon überzeugen :roll: ...
Ganz liebe Grüsse von
Hendrikje.

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Beitrag von Verena »

Liebe Hendrijke (richtig geschrieben?),

Danke für Dein Feedback, bin ganz gerührt.

Die zweite sensible Phase ist zwischen 8 und 12 Monaten, TRAU DICH! Wegen dem Geduldsfaden.... Versuch einfach, Deinen Blickwinkel zu ändern. Sieh es als Spiel, von ner nassen oder auch dreckigen Hose geht die Welt nicht unter. Sicherlich wirst Du nicht innerhalb eines Nachmittags genau wissen, wann er muss. Ihr werdet vielleicht etwas länger brauchen, bis ihr Erfolge erzielt. Aber wenn, dann seit ihr Euch ganz nah. Bestimmt! Anfangs waren Pannen für mich doof, manchmal hat es mich auch runter gezogen, genervt, übelgelaunt gemacht. Heute kann ich drüber hinwegsehen. Hatten heute vormittag auch 2. Mein Gott, Trockner an, gut ist. Was solls. Von jedem Pipi, dass in die Hose geht, kann man viel lernen, so hab ich immer versucht, es zu sehen.

Fang doch nachher nach dem Mittagschlaf mal an (öhm, wie spät ist denn eigentlich bei Euch?).

Ich drück Euch alle Daumen!

Verena
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Nicole
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Beitrag von Nicole »

Hab Deinen Bericht http://www.topffit.de gelesen... *hüpffreu*
Nicole mit 3 wundervollen Kindern und * *

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Verena
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Beitrag von Verena »

Wenn Rainer das wieder liest dann sagt er wieder:

Ihr kommt noch ganz gross raus :lol: :lol: :lol:
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